Die sieben letzten Plagen

Die letzten sieben Plagen!

Die Plagen des alten Bundes über Ägypten!

Die heilige Schrift berichtet in 2.Mose Kapitel 7-11 von den ausgegossenen Plagen über Ägypten unter Mose und diese dienen als Vorbilder für Gottes Gericht der letzten Tage, die letzten sieben Plagen über die Erde.

So steht es geschrieben:

Solches alles widerfuhr ihnen zum Vorbilde; es ist aber geschrieben uns zur Warnung, auf welche das Ende der Welt kommen ist. 1.Korinther 10:11

Schauen wir uns jetzt einige der eingesetzten Plagen über das damalige Land Ägypten an.

Blattern – Geschwüre

Es steht geschrieben:

Da sprach JHWH zu Mose und Aaron: Nehmet eure Hände voll Ofenruß, und Mose sprenge ihn vor dem Pharao gen Himmel, daß er über ganz Ägyptenland stäube und zu Geschwüren werde, die als Blattern aufbrechen an Menschen und Vieh in ganz Ägyptenland. 2.Mose 9:8-9

Diese Plage wird auch bei den letzten sieben Plagen als erste ausgegossen werden! (Offenbarung 16:2)

Ellen G. White bekam von unserem himmlischen Vater diesbezüglich Folgendes:

„Als nächstes erhielt Mose Anweisung, Ruß aus dem Ofen zu nehmen, „und Mose werfe ihn vor dem Pharao gen Himmel“. 2.Mose 9,8. Diese Handlung war bedeutungsvoll. Vor 400 Jahren hatte Gott Abraham die künftige Bedrückung seines Volkes unter dem Sinnbild eines rauchenden Ofens und einer brennenden Lampe gezeigt. Er ließ ihn wissen, daß er dessen Bedrücker mit Gerichten heimsuchen und die Geknechteten mit großem Vermögen ausführen werde. Die Israeliten hatten in Ägypten lange im Schmelzofen der Trübsal geschmachtet. Diese Handlung Moses brachte ihnen die Gewißheit, daß Gott seines Bundes gedachte und die Zeit ihrer Befreiung gekommen war.

Als Mose den Ruß himmelwärts schleuderte, verstreuten sich die feinen Teilchen über das ganze Land Ägypten, und wo sie niedersanken, erzeugten sie Beulen: „Da brachen auf böse Blattern an den Menschen und am Vieh.“ 2.Mose 9,10. Bisher hatten die Priester und Zauberer den Pharao in seiner Halsstarrigkeit bestärkt, aber bei diesem Gericht traf es sie selber. Und weil auch sie von der widerlichen, schmerzhaften Krankheit befallen waren, ließ ihre großsprecherische Art sie nur um so erbärmlicher erscheinen. Sie konnten nicht länger gegen den Gott Israels streiten. Dem ganzen Volk wurde klargemacht, wie töricht es war, Zauberern zu vertrauen, die nicht einmal sich selbst zu schützen vermochten.

Aber Pharaos Herz verhärtete sich noch mehr.“
Ellen G. White, Patriarchen und Propheten (1999), S. 246

Die Flüsse, Bäche, Seen und das Trinkwasser wurden blutrot

Es steht geschrieben:

Und JHWH sprach zu Mose: Das Herz des Pharao ist hart; er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen. Geh am Morgen hin zum Pharao; siehe, er wird hinaus ans Wasser gehen; tritt ihm entgegen am Gestade des Flusses und nimm den Stab, der zur Schlange geworden, in deine Hand und sprich zu ihm: JHWH, der Hebräer Gott, hat mich zu dir gesandt, um dir zu sagen: Laß mein Volk gehen, daß es mir in der Wüste diene! Aber siehe, du hast bisher nicht hören wollen. Darum spricht JHWH also: Daran sollst du erfahren, daß ich JHWH bin: Siehe, ich will mit dem Stabe, den ich in meiner Hand habe, das Wasser schlagen, das in dem Flusse ist, und es soll in Blut verwandelt werden, so daß die Fische im Flusse sterben müssen und der Fluß stinken, und es die Ägypter ekeln wird, das Wasser aus dem Flusse zu trinken. Und JHWH sprach zu Mose: Sage zu Aaron: Nimm deinen Stab und strecke deine Hand aus über die Wasser in Ägypten, über ihre Flüsse, über ihre Bäche und über ihre Seen und über alle Wasserbehälter, daß sie zu Blut werden und daß in ganz Ägyptenland Blut sei in hölzernen und steinernen Geschirren. 2.Mose 7:14-19

Diese Plage wird auch bei den letzten sieben Plagen als zweite und dritte Plage ausgegossen werden! (Offenbarung 16:3-7)

Ellen G. White bekam von unserem himmlischen Vater diesbezüglich Folgendes:

„Für den nächsten Morgen hatten Mose und Aaron Anweisung, an das Flußufer zu gehen, wohin sich der König gewöhnlich begab. Die Überschwemmung des Nils war für ganz Ägypten die Quelle der Nahrung und des Reichtums. Darum verehrte man den Fluß als Gottheit, und der Herrscher ging täglich hinaus, um ihm seine Huldigung darzubringen. Hier trugen ihm die beiden Brüder ihre Botschaft noch einmal vor. Dann streckten sie den Stab aus und schlugen damit das Wasser. Und plötzlich strömte der heilige Fluß blutrot und wurde durch das Fischsterben stinkend. Auch das Wasser in den Häusern, der Vorrat in den Behältern war in gleicher Weise in Blut verwandelt. Aber „die ägyptischen Zauberer taten ebenso mit ihren Künsten“, und „der Pharao wandte sich und ging heim und nahm‘s nicht zu Herzen“. 2.Mose 7,22.23. Sieben Tage dauerte die Plage, aber sie blieb ohne jede Wirkung.“
Ellen G. White, Patriarchen und Propheten (1999), S. 244

Hagel

Es steht geschrieben:

Stellst du dich aber meinem Volk noch weiter entgegen und willst es nicht ziehen lassen, siehe, so will ich morgen um diese Zeit einen sehr schweren Hagel regnen lassen, desgleichen in Ägypten bisher nicht gewesen, seit der Zeit, da es gegründet wurde. Und nun laß dein Vieh und alles, was du auf dem Felde hast, in Sicherheit bringen; denn auf alle Menschen und alles Vieh, die sich auf dem Felde befinden und nicht in den Häusern versammelt sind, auf die wird der Hagel fallen, und sie werden umkommen. Wer nun von den Knechten des Pharao JHWHs Wort fürchtete, der ließ seine Knechte und sein Vieh in die Häuser fliehen; welcher Herz sich aber nicht an JHWHs Wort kehrte, die ließen ihre Knechte und ihr Vieh auf dem Felde. 2.Mose 9:17-21

Nur im Lande Gosen, wo die Kinder Israel waren, hagelte es nicht. 2.Mose 9:26

Diese Plage wird auch bei den letzten sieben Plagen als siebente Plage ausgegossen werden! (Offenbarung 16:21)

Ellen G. White bekam von unserem himmlischen Vater diesbezüglich Folgendes:

„Die nächste Plage, die Pharao angedroht wurde, war Hagel. Er wurde gewarnt: „Und nun sende hin und verwahre dein Vieh und alles, was du auf dem Felde hast. Denn alle Menschen und das Vieh, alles, was auf dem Felde gefunden und nicht in die Häuser gebracht wird, muß sterben, wenn der Hagel auf sie fällt.“ 2.Mose 9,19. Regen oder Hagel waren in Ägypten ganz ungewöhnlich, und ein Unwetter wie das angekündigte hatte man noch nie erlebt. Die Kunde verbreitete sich rasch, und alle, die dem Wort des Herrn glaubten, sammelten ihr Vieh, die aber die Warnung mißachteten, ließen es auf dem Felde. So zeigte sich noch mitten im Gericht Gottes Gnade. Das Volk wurde auf die Probe gestellt, und dabei erwies sich, wie viele durch die Offenbarung seiner Macht Gott fürchten gelernt hatten.

Und der Sturm kam, wie vorhergesagt; Donner und Hagel mit Feuer vermischt, „so schwer, wie er noch nie in ganz Ägyptenland gewesen war, seitdem Leute dort wohnen. Und der Hagel erschlug in ganz Ägyptenland alles, was auf dem Felde war, Menschen und Vieh, und zerschlug alles Gewächs auf dem Felde und zerbrach alle Bäume auf dem Felde.“ 2.Mose 9,24.25. Zerstörung und Verwüstung bezeichneten den Weg des Würgeengels. Allein das Land Gosen war wieder verschont geblieben, ein Beweis für die Ägypter, daß die Erde der Herrschaft des lebendigen Gottes untersteht, die Elemente seiner Stimme gehorchen und die einzige Sicherheit im Gehorsam gegen ihn besteht.

Ganz Ägypten zitterte bei dem schrecklichen Ausbruch göttlichen Gerichts. Eilig sandte Pharao nach den beiden Brüdern und rief aus: „Diesmal hab ich mich versündigt; der Herr ist im Recht, ich aber und mein Volk sind schuldig. Bittet aber den Herrn, daß er ein Ende mache mit diesem Donnern und Hageln, so will ich euch ziehen lassen, daß ihr nicht länger hier bleiben müßt.“ 2.Mose 9,27.28. Die Antwort war: „Wenn ich zur Stadt hinauskomme, will ich meine Hände ausbreiten zum Herrn, so wird der Donner aufhören und kein Hagel mehr fallen, damit du innewirst, daß die Erde des Herrn ist. Ich weiß aber: Du und deine Großen, ihr fürchtet euch noch nicht vor Gott dem Herrn.“ 2.Mose 9,29.30.“
Ellen G. White, Patriarchen und Propheten (1999), S. 248-249

Anhand der eingesetzten Plagen über Ägypten darf man erfahren, diese Plagen trafen nur alle gottlosen und gesetzlosen Menschen. Alle, die nicht zu den Kindern Israels gehörten, ob Mensch oder Tier, wurden von den Plagen heimgesucht, gestraft, erschlagen und getötet, doch das gehorsame Volk Gottes und ihr Ort – Gosen ist der Ort der Kinder Israels (2.Mose 9:26) – blieben verschont.

So steht es geschrieben:

Und JHWH wird einen Unterschied machen zwischen dem Vieh der Israeliten und dem Vieh der Ägypter, daß aus allem, was den Kindern Israel gehört, kein einziges sterbe. 2.Mose 9:4

Nur im Lande Gosen, wo die Kinder Israel waren, hagelte es nicht. 2.Mose 9:26

daß während drei Tagen niemand den andern sah, noch jemand von seinem Platz aufstand. Aber bei allen Kindern Israel war es hell in ihren Wohnungen. 2.Mose 10:23

Aber bei allen Kindern Israel soll kein Hund die Zunge regen, weder gegen Menschen noch gegen das Vieh, auf daß ihr erfahret, was JHWH für einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel. 2.Mose 11:7

So wird es auch bei den letzten sieben Plagen geschehen. All die gottlosen und gesetzlosen Menschen werden von den sieben Plagen heimgesucht, nur das Volk Gottes, die Kinder Israels, die 144.000, werden sicher und durch die himmlischen Engel (Boten) geschützt sein.

So steht es geschrieben:

Ja, er wird dich erretten von der Schlinge des Voglers und von der verderblichen Pest; er wird dich mit seinem Fittich decken, und unter seinen Flügeln wirst du dich bergen; seine Treue ist Schirm und Schild. Du brauchst dich nicht zu fürchten vor den Schrecken der Nacht, vor den Pfeilen, die bei Tage fliegen; vor der Pestilenz, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die am Mittag verderbt. Ob tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, dir naht sie nicht; nur mit deinen Augen wirst du zusehen und schauen, wie den Gottlosen vergolten wird. Denn du sprichst: JHWH ist meine Zuflucht! Den Höchsten hast du zu deiner Schutzwehr gemacht; es wird dir kein Unglück zustoßen und keine Plage zu deinem Zelte sich nahen; denn er hat seine Engel für dich aufgeboten, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen, daß sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Psalm 91:3-12

Weil du das Wort meiner Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, zu versuchen, die auf Erden wohnen. Offenbarung 3:10

So sagt es auch die Prophetin Gottes Ellen G. White:

„Ich sah die Heiligen die Städte und Dörfer verlassen und sich scharenweise zusammentun; sie wohnten an den einsamsten Orten. Engel versahen sie mit Nahrung und Wasser, während die Gottlosen Hunger und Durst litten. … Aber in dieser Stunde der Prüfung waren die Heiligen ruhig und gefaßt, sie vertrauten auf Gott und stützten sich auf seine Verheißung, daß ein Weg des Entkommens für sie gebahnt werden würde. An einigen Orten stürzten die Gottlosen auf die Heiligen los, um sie umzubringen, noch ehe das Dekret in Kraft treten sollte. Doch Engel in der Gestalt von Kriegern stritten für sie. Satan wollte das Vorrecht haben, die Heiligen des Allerhöchsten zu vernichten, aber Jesus befahl seinen Engeln, über sie zu wachen. Gott würde dadurch geehrt werden, daß er vor allen Heiden einen Bund mit denen machte, die sein Gesetz gehalten hatten, und Jesus würde geehrt werden, wenn die treuen Wartenden, die ihn so lange herbeigesehnt hatten, verwandelt würden, ohne den Tod zu sehen.“
Ellen G. White, Frühe Schriften von Ellen G. White (1999), S. 296

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Was sind die letzten sieben Plagen? Haben die letzten sieben Plagen schon begonnen oder stehen sie noch bevor? Stimmen erhallen in dieser Welt, welche verkünden, die sieben Plagen würden schon fallen. Zu diesen Menschen sagt der Herr: „Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schrift noch die Kraft Gottes kennt.“ (Matthäus 22:29)

Die letzten sieben Plagen haben noch nicht begonnen!

Das wird erst nach dem weltweiten Sonntagsgesetz und lauten Ruf geschehen!

Die letzten sieben Plagen sind Gottes Gericht über all die gottlosen und gesetzlosen Menschen, welche die 10 Gebote brechen, Gott und seinen Christus nicht kennen und die Welt mehr lieben als sie, weshalb sie dem Sonntagsgesetz folgen und dadurch das Malzeichen des Tieres empfangen werden. Jeder Empfänger des Malzeichens des Tieres untersteht dann der Herrschaft Satans, die die letzten sieben Plagen über sie ausgießt.

Ellen G. White bekam von unserem himmlischen Vater diesbezüglich Folgendes:

„Sobald die dritte Engelsbotschaft abgeschlossen ist, bittet die Gnade Christi nicht länger für die sündigen Bewohner der Erde. Gottes Volk hat seine Aufgabe vollendet; es hat den „Spätregen“, „die Erquickung von dem Angesichte des Herrn“, empfangen und ist auf die bevorstehende schwere Stunde vorbereitet. Engel eilen im Himmel hin und her. Einer, der von der Erde zurückkehrt, verkündigt, daß sein Werk getan ist; die letze Prüfung ist über die Welt gegangen, und alle, die gegen die göttlichen Vorschriften treu gewesen sind, haben „das Siegel des lebendigen Gottes“ empfangen. Dann beendet Jesus seinen Mittlerdienst im himmlischen Heiligtum. … Jeder Fall ist zum Leben oder zum Tode entschieden worden. Christus hat sein Volk versöhnt und dessen Sünden ausgetilgt. Die Vollzahl seiner Untertanen ist erreicht …

Wenn er das Heiligtum verläßt, liegt Finsternis über den Bewohnern der Erde. In jener schrecklichen Zeit müssen die Gerechten ohne einen Vermittler vor einem heiligen Gott leben. Die Macht, die bis dahin die Gottlosen zurückhielt, ist beseitigt, und Satan herrscht uneingeschränkt über die völlig Unbußfertigen. Gottes Langmut ist zu Ende. Die Welt hat seine Gnade verworfen, seine Liebe verachtet und sein Gesetz mit Füßen getreten. Die Gottlosen haben die Grenzen ihrer Gnadenzeit überschritten; der Geist Gottes, dem sie hartnäckig widerstanden, ist ihnen schließlich entzogen worden. Von der göttlichen Gnade nicht mehr beschirmt, sind sie schutzlos dem Bösen ausgeliefert. Satan wird dann die Bewohner der Erde in eine letzte große Trübsal stürzen. Wenn die Engel Gottes aufhören, die grimmigen Stürme menschlicher Leidenschaften im Zaum zu halten, werden alle Mächte des Streites entfesselt sein. Die ganze Welt wird in ein Verderben hineingezogen werden, das schrecklicher ist als jenes, das einst über das alte Jerusalem hereinbrach.

Ein einziger Engel brachte alle Erstgeborenen der Ägypter um und erfüllte dadurch das Land mit Wehklagen. Als sich David gegen Gottes Gebot verging, indem er das Volk zählte, erhob sich ein Engel zu jener schrecklichen Vernichtung, durch die seine Sünde bestraft wurde. Die gleiche zerstörende Macht, die die heiligen Engel ausüben, wenn Gott es befiehlt, wird von den bösen Engeln ausgeübt werden, wenn er es zuläßt. Jene Kräfte stehen jetzt bereit und warten nur auf die göttliche Erlaubnis, um überall Verwüstung anzurichten.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 607-608

Nun zu den letzten sieben Plagen.

Erste Plage

Es steht geschrieben:

Und der erste ging hin und goß seine Schale aus auf die Erde; da entstand ein böses und schmerzhaftes Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten. Offenbarung 16:2

Ellen G. White hat geschrieben:

„Wenn Christus sein Mittleramt im Heiligtum niederlegt, wird der lautere Zorn ausgegossen werden, der denen angedroht wurde, die das Tier und sein Bild anbeten und sein Malzeichen annehmen [Offenbarung 14,9-10]. Die Plagen, die über Ägypten kamen, ließen jene schrecklicheren und umfassenderen Gerichte vorausahnen, die die Welt gerade vor der endgültigen Befreiung des Volkes Gottes heimsuchen werden. Der Schreiber der Offenbarung sagt, indem er diese furchtbaren Geißeln beschreibt: „Es entstand ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Zeichen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten.“ …

Die Plagen fielen auf die Bewohner der Erde. Einige klagten Gott an und verfluchten ihn; andere eilten zum Volk Gottes, um darüber belehrt zu werden, wie sie seinen Gerichten entkommen könnten. Aber die Heiligen hatten nichts für sie. Die letzte Träne für Sünder war geflossen, das letzte ringende Gebet gesprochen, die letzte Last getragen und die letzte Warnung gegeben.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 195-196

„Dann sah ich, daß die sieben letzten Plagen bald über die ausgegossen werden, die nicht geborgen sind; aber die Welt beachtet es nicht mehr, als sie Wassertropfen achten würde, die im Begriff sind, zu fallen. Ich wurde dann befähigt, den schrecklichen Anblick der sieben letzten Plagen, den Zorn Gottes, auszuhalten. Ich sah, daß sein Zorn schrecklich und fürchterlich war, und wenn er seine Hand ausstrecken oder im Zorn erheben sollte, so würden die Bewohner der Erde werden, als ob sie nie gewesen seien, oder sie werden an unheilbaren Geschwüren und verzehrenden Plagen leiden, die über sie kommen, und werden keine Erlösung finden, sondern von ihnen vernichtet werden.“
Ellen G. White, Erfahrungen und Gesichte sowie geistliche Gaben (1951), S. 56

Zweite Plage

Es steht geschrieben:

Und der zweite goß seine Schale aus in das Meer, und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen im Meer starben. Offenbarung 16:3

Ellen G. White hat geschrieben:

„Das Meer „ward Blut wie eines Toten, und alle lebendigen Seelen starben in dem Meer … Und der dritte Engel goß aus seine Schale in die Wasserströme und in die Wasserbrunnen; und es ward Blut“. So schrecklich diese Plagen auch sein werden, Gottes Gerechtigkeit ist völlig gerechtfertigt. Der Engel erklärt: „Herr, du bist gerecht …, daß du solches geurteilt hast, denn sie haben das Blut der Heiligen und der Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; denn sie sind‘s wert.“ Offenbarung 16,2-6. Indem sie die Kinder Gottes zum Tode verurteilten, haben sie die Schuld ihres Blutes ebenso auf sich geladen, als wenn es von ihren eigenen Händen vergossen worden wäre. In gleicher Weise erklärte Christus die Juden seiner Zeit des Blutes der Heiligen schuldig, das seit den Tagen Abels vergossen worden war; denn sie besaßen den gleichen Geist wie diese Mörder der Propheten und wollten das gleiche Werk tun.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 620-621

Dritte Plage

Es steht geschrieben:

Und der dritte goß seine Schale aus in die Flüsse und in die Wasserquellen, und sie wurden zu Blut. Und ich hörte den Engel der Gewässer sagen: Gerecht bist du, Herr, der du bist und der du warst, du Heiliger, daß du so gerichtet hast! Denn das Blut der Heiligen und Propheten haben sie vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie verdienen es! Und ich hörte vom Altar her sagen: Ja, JHWH, allmächtiger Gott, wahrhaft und gerecht sind deine Gerichte! Offenbarung 16:4-7

Ellen G. White hat geschrieben:

„Ich sah, daß die vier Engel die vier Winde halten, bis Jesus sein Werk im Heiligtum getan hat, und dann werden die sieben letzten Plagen kommen. Diese Plagen empören die Gottlosen gegen die Gerechten, denn sie denken, daß wir die Gerichte Gottes über sie gebracht haben und daß, wenn sie uns aus dem Wege schaffen könnten, die Plagen aufhören würden. Ein Befehl ging aus, die Heiligen zu erschlagen, die deshalb Tag und Nacht um Errettung riefen.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 196

„Und der dritte Engel goß aus seine Schale in die Wasserströme und in die Wasserbrunnen; und es ward Blut“. So schrecklich diese Plagen auch sein werden, Gottes Gerechtigkeit ist völlig gerechtfertigt. Der Engel erklärt: „Herr, du bist gerecht …, daß du solches geurteilt hast, denn sie haben das Blut der Heiligen und der Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; denn sie sind‘s wert.“ Offenbarung 16,2-6. Indem sie die Kinder Gottes zum Tode verurteilten, haben sie die Schuld ihres Blutes ebenso auf sich geladen, als wenn es von ihren eigenen Händen vergossen worden wäre. In gleicher Weise erklärte Christus die Juden seiner Zeit des Blutes der Heiligen schuldig, das seit den Tagen Abels vergossen worden war; denn sie besaßen den gleichen Geist wie diese Mörder der Propheten und wollten das gleiche Werk tun.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 620-621

Vierte Plage

Es steht geschrieben:

Und der vierte goß seine Schale aus auf die Sonne; und ihr wurde gegeben, die Menschen zu versengen mit Feuerglut. Und die Menschen wurden versengt von großer Hitze, und sie lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und taten nicht Buße, ihm die Ehre zu geben. Offenbarung 16:8-9

Ellen G. White hat geschrieben:

„In der darauffolgenden Plage wird der Sonne Macht gegeben, „die Menschen zu versengen mit Feuer. Und die Menschen wurden versengt von großer Hitze.“ Offenbarung 16,8-9. Die Propheten schildern den Zustand der Erde zu dieser schrecklichen Zeit mit folgenden Worten: „Die Ackerleute sehen traurig drein …, das Feld ist verwüstet,… das Getreide ist verdorben … alle Bäume auf dem Felde sind verdorrt. So ist die Freude der Menschen zum Jammer geworden … Der Same ist unter der Erde verdorrt, die Kornhäuser stehen wüst … O wie seufzt das Vieh! Die Rinder sehen kläglich drein, denn sie haben keine Weide … die Wasserbäche sind ausgetrocknet, und das Feuer hat die Auen in der Steppe verbrannt.“ Joel 1,11-12.17-20. „Und die Lieder im Tempel sollen in Heulen verkehrt werden zur selben Zeit, spricht Gott der Herr. Es werden an allen Orten viele Leichname liegen, die man heimlich hinwirft.“ Amos 8,3.

Diese Plagen finden nicht weltweit statt, sonst würden die Bewohner der Erde vollständig ausgerottet werden. Doch sie werden die schrecklichsten Heimsuchungen sein, die Sterbliche je erfahren haben.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 196-197

Fünfte Plage

Es steht geschrieben:

Und der fünfte goß seine Schale aus auf den Thron des Tieres, und dessen Reich wurde verfinstert, und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz und lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und taten nicht Buße von ihren Werken. Offenbarung 16:10-11

Ellen G. White hat geschrieben:

„Mit Siegesgeschrei, mit Spott und Verwünschungen sind Scharen gottloser Menschen im Begriff, sich auf ihre Opfer zu stürzen; aber siehe, eine dichte Finsternis, schwärzer als die dunkelste Nacht, senkt sich auf die Erde hernieder. Dann überspannt ein die Herrlichkeit des Thrones Gottes widerstrahlender Regenbogen den Himmel und scheint jede betende Gruppe einzuschließen. Die zornigen Scharen werden plötzlich aufgehalten. Ihre spöttischen Rufe ersterben. Das Ziel ihrer mörderischen Wut ist vergessen. Mit schrecklichen Ahnungen starren sie auf das Sinnbild des Bundes Gottes und möchten gern vor dessen überwältigendem Glanz geschützt sein … Es ist mitten in der Nacht, da Gott seine Macht zur Befreiung seines Volkes offenbart. Die Sonne wird sichtbar und leuchtet in voller Kraft. Zeichen und Wunder folgen rasch aufeinander. Die Gottlosen schauen erschreckt und bestürzt auf diese Vorgänge, während die Gerechten mit feierlicher Freude die Zeichen ihrer Befreiung betrachten.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 197

Sechste Plage

Es steht geschrieben:

Und der sechste goß seine Schale aus auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser vertrocknete, damit den Königen vom Aufgang der Sonne der Weg bereitet würde. Und ich sah aus dem Maul des Drachen und aus dem Maul des Tieres und aus dem Maul des falschen Propheten drei unreine Geister herauskommen, gleich Fröschen. Es sind nämlich Geister von Dämonen, welche Zeichen tun und zu den Königen des ganzen Erdkreises ausziehen, um sie zum Kampf an jenem großen Tage Gottes, des Allmächtigen, zu versammeln. Siehe, ich komme wie ein Dieb! Selig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht bloß einhergehe und man nicht seine Schande sehe! Und er versammelte sie an den Ort, der auf hebräisch Harmagedon heißt. Offenbarung 16:12-16

Ellen G. White hat geschrieben:

„Die Geister der Teufel werden hingehen zu den Königen der Erde und zu der ganzen Welt, um sie in Täuschung gefangenzuhalten und sie zu veranlassen, sich mit Satan in seinem letzten Kriegszug gegen die göttliche Regierung zu vereinen. Der große Kampf 624 (1911).

Der Geist Gottes zieht sich nach und nach von der Welt zurück. Satan rüstet seine Mächte der Bosheit, geht hin „zu den Königen der ganzen Welt“ und sammelt sie unter seinem Banner für den „Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen.“ Offenbarung 16,14. The S.D.A. Bible Commentary VII, 983 (1890).

Nach der Beschreibung der wunderwirkenden Macht in Offenbarung 16, die die ganze Welt in einen letzten großen Krieg stürzen wird, verläßt Johannes die bildhafte Rede. Nun ertönt noch einmal die Stimme, die wie eine helle Posaune erklingt: „Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Blöße sehe.“ Offenbarung 16,15. Nach der Übertretung des göttlichen Gebotes waren Adam und Eva nackt, denn das Gewand des Lichtes, das ihnen Sicherheit schenkte, war von ihnen genommen worden.

Die Welt wird ebenso wie in den Tagen Noahs und in den Tagen Sodoms die Ermahnungen und Warnungen Gottes vergessen haben. Sie erwachten mit all ihren sündigen Absichten und Gedanken, doch plötzlich fiel der Feuerregen vom Himmel und verzehrte die gottlosen Bewohner. „Auf diese Weise wird‘s auch gehen an dem Tage, wenn der Menschensohn wird offenbar werden.“ Lukas 17,30.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 199

„Vier starke Engel halten die Mächte dieser Erde zurück, bis die Kinder Gottes an ihren Stirnen versiegelt sind. Die Völker der Erde steuern mit aller Macht auf den Krieg zu, aber sie werden von den Engeln zurückgehalten. Wenn sich diese bewahrende Macht zurückzieht, wird eine Zeit der Trübsal und der Angst hereinbrechen. Verderbenbringende Kriegswaffen werden erfunden. Schiffe mit ihrer lebenden Fracht werden in die Tiefe des Meeres gerissen. Alle, die sich nicht vom Geist der Wahrheit leiten lassen, werden sich unter Führung satanischer Kräfte zusammenschließen, doch sie werden zurückgehalten werden, bis die Zeit für die große Schlacht bei Harmagedon gekommen ist.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 191

Siebente Plage

Es steht geschrieben:

Und der siebente goß seine Schale aus in die Luft; da kam eine laute Stimme aus dem Tempel des Himmels, vom Throne her, die sprach: Es ist geschehen! Und es entstanden Blitze und Stimmen und Donner, und ein großes Erdbeben entstand, wie dergleichen noch nie gewesen ist, seit es Menschen gab auf Erden, ein solches Erdbeben, so groß. Und die große Stadt wurde in drei Teile zerrissen, und die Städte der Heiden fielen, und Babylon, der Großen, wurde vor Gott gedacht, ihr den Becher des Glutweines seines Zornes zu geben. Und alle Inseln flohen, und Berge wurden nicht mehr gefunden. Und ein großer, zentnerschwerer Hagel kam vom Himmel auf die Menschen herab, und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels, weil seine Plage sehr groß war. Offenbarung 16:17-21

Ellen G. White hat geschrieben:

„Wir müssen uns intensiv mit der Ausgießung der siebenten Zornesschale beschäftigen [Offenbarung 16,17-21]. Die Mächte des Bösen werden nicht kampflos aufgeben. Doch Gott wird in seiner Vorsehung in der Schlacht von Harmagedon eingreifen. Wenn die Erde erleuchtet ist von der Herrlichkeit des Engels, von dem in Offenbarung 18 die Rede ist, dann werden die Mächte des Guten und des Bösen aus ihrem Schlummer erwachen, und die Heerscharen des lebendigen Gottes werden in diesem Kampf das Feld behalten. The S.D.A. Bible Commentary VII, 983 (1899).

Die Schlacht von Harmagedon wird bald geschlagen werden. Der, auf dessen Gewand „König der Könige und Herr der Herren“ geschrieben ist, führt die himmlischen Heere an. Sie reiten auf weißen Pferden und sind mit feinem Leinen bekleidet, rein und weiß. [Offenbarung 19,11-16.] The S.D.A. Bible Commentary VII, 982 (1899).

Die ganze Erde hebt und senkt sich wie die Wogen des Meeres; ihre Oberfläche bricht auf; selbst ihre Grundfesten scheinen zu weichen. Bergketten versinken. Bewohnte Inseln verschwinden. Die Seehäfen, die an Lasterhaftigkeit Sodom gleichgeworden sind, werden von den stürmischen Wassern verschlungen … Die stolzesten Städte der Erde werden vernichtet. Die herrlichsten Paläste, an die die Großen der Welt ihre Reichtümer verschwendet haben, um sich selbst zu verherrlichen, zerfallen vor ihren Augen. Gefängnismauern stürzen zusammen, und Gottes Volk, das um seines Glaubens willen gefangengehalten worden war, wird frei.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 201

Satan wird die Erde in eine letzte große Trübsal stürzen!

Ellen G. White hat geschrieben:

„Sobald die dritte Engelsbotschaft abgeschlossen ist, bittet die Gnade Christi nicht länger für die sündigen Bewohner der Erde. Gottes Volk hat seine Aufgabe vollendet; es hat den „Spätregen“, „die Erquickung von dem Angesichte des Herrn“, empfangen und ist auf die bevorstehende schwere Stunde vorbereitet. Engel eilen im Himmel hin und her. Einer, der von der Erde zurückkehrt, verkündigt, daß sein Werk getan ist; die letze Prüfung ist über die Welt gegangen, und alle, die gegen die göttlichen Vorschriften treu gewesen sind, haben „das Siegel des lebendigen Gottes“ empfangen. Dann beendet Jesus seinen Mittlerdienst im himmlischen Heiligtum. Er erhebt seine Hände und spricht mit lauter Stimme: „Es ist vollbracht!“, und die gesamte Schar der Engel legt ihre Kronen nieder, wenn er feierlich ankündigt: „Wer böse ist, der sei fernerhin böse, und wer unrein ist, der sei fernerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei fernerhin fromm, und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig.“ Offenbarung 22,11. Jeder Fall ist zum Leben oder zum Tode entschieden worden. Christus hat sein Volk versöhnt und dessen Sünden ausgetilgt. Die Vollzahl seiner Untertanen ist erreicht; „Reich, Gewalt und Macht unter dem ganzen Himmel“ sollen den Erben des Heils gegeben werden, und Jesus wird als König und Herr regieren.

Wenn er das Heiligtum verläßt, liegt Finsternis über den Bewohnern der Erde. In jener schrecklichen Zeit müssen die Gerechten ohne einen Vermittler vor einem heiligen Gott leben. Die Macht, die bis dahin die Gottlosen zurückhielt, ist beseitigt, und Satan herrscht uneingeschränkt über die völlig Unbußfertigen. Gottes Langmut ist zu Ende. Die Welt hat seine Gnade verworfen, seine Liebe verachtet und sein Gesetz mit Füßen getreten. Die Gottlosen haben die Grenzen ihrer Gnadenzeit überschritten; der Geist Gottes, dem sie hartnäckig widerstanden, ist ihnen schließlich entzogen worden. Von der göttlichen Gnade nicht mehr beschirmt, sind sie schutzlos dem Bösen ausgeliefert. Satan wird dann die Bewohner der Erde in eine letzte große Trübsal stürzen. Wenn die Engel Gottes aufhören, die grimmigen Stürme menschlicher Leidenschaften im Zaum zu halten, werden alle Mächte des Streites entfesselt sein. Die ganze Welt wird in ein Verderben hineingezogen werden, das schrecklicher ist als jenes, das einst über das alte Jerusalem hereinbrach.

Ein einziger Engel brachte alle Erstgeborenen der Ägypter um und erfüllte dadurch das Land mit Wehklagen. Als sich David gegen Gottes Gebot verging, indem er das Volk zählte, erhob sich ein Engel zu jener schrecklichen Vernichtung, durch die seine Sünde bestraft wurde. Die gleiche zerstörende Macht, die die heiligen Engel ausüben, wenn Gott es befiehlt, wird von den bösen Engeln ausgeübt werden, wenn er es zuläßt. Jene Kräfte stehen jetzt bereit und warten nur auf die göttliche Erlaubnis, um überall Verwüstung anzurichten.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 607-608

Die letzten sieben Plagen werden ausgegossen!

Ellen G. White hat geschrieben:

„Ernste Ereignisse werden noch geschehen. Posaune nach Posaune wird erschallen, eine Schale nach der anderen wird über die Bewohner der Erde ausgegossen werden. Selected Messages III, 426 (1890).

Bald wird der Engel der Gnade die Erde verlassen, und die sieben letzten Plagen werden ausgegossen werden … Gottes Zorn wird wie Blitze einschlagen, und wenn er anhebt, die Übertreter zu strafen, dann wird es keinen Aufschub geben bis hin zum Ende.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 191

Die Engel halten die Winde noch zurück!

„Vier starke Engel halten die Mächte dieser Erde zurück, bis die Kinder Gottes an ihren Stirnen versiegelt sind. Die Völker der Erde steuern mit aller Macht auf den Krieg zu, aber sie werden von den Engeln zurückgehalten. Wenn sich diese bewahrende Macht zurückzieht, wird eine Zeit der Trübsal und der Angst hereinbrechen. Verderbenbringende Kriegswaffen werden erfunden. Schiffe mit ihrer lebenden Fracht werden in die Tiefe des Meeres gerissen. Alle, die sich nicht vom Geist der Wahrheit leiten lassen, werden sich unter Führung satanischer Kräfte zusammenschließen, doch sie werden zurückgehalten werden, bis die Zeit für die große Schlacht bei Harmagedon gekommen ist.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 191

Ein furchtbares Kriegsgeschehen toben, wie es keine Feder ausmalen kann!

„Engel halten noch die Winde des Krieges zurück, damit sie nicht blasen, bevor die Welt vor dem kommenden Gericht gewarnt ist. Aber es zieht sich ein Sturm zusammen, der drauf und dran ist, über die Erde hereinzubrechen. Und wenn Gott seinen Engeln befiehlt, die Winde loszulassen, wird ein furchtbares Kriegsgeschehen toben, wie es keine Feder ausmalen kann. Education 179.180 (1903).

Die Weissagung des Heilands, die die göttliche Heimsuchung Jerusalem ankündigte, wird noch eine andere Erfüllung finden, von der jene schreckliche Verwüstung nur ein schwacher Abglanz ist. In dem Schicksal der auserwählten Stadt können wir das Los einer Welt sehen, die Gottes Barmherzigkeit von sich gewiesen und sein Gesetz mit Füßen getreten hat. Der große Kampf 36 (1911).

Satan wird dann die Bewohner der Erde in eine letzte große Trübsal stürzen. Wenn die Engel Gottes aufhören, die heftigen Wogen menschlicher Leidenschaften im Zaum zu halten, werden alle Mächte entfesselt sein. Die ganze Welt wird in ein Verderben hineingezogen werden, das schrecklicher ist als jenes, das einst über das alte Jerusalem hereinbrach.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 191-192

Mehr über die Zerstörung Jerusalems, darfst du im Kapitel „17. Die Zerstörung Jerusalems ist eine furchtbare und ernste Warnung an alle, die die letzte Gnadenbotschaft verwerfen!“ nachlesen.

Gott ist gerecht und barmherzig zugleich!

„Die Herrlichkeit Gottes zeigt sich in seiner Barmherzigkeit, Geduld, Freundlichkeit und Wahrheit. Doch seine Gerechtigkeit, wie sie bei der Verurteilung der Schuldigen zum Ausdruck kommt, gehört ebenso zur Herrlichkeit Gottes wie die Bekundung seiner Barmherzigkeit. The Review and Herald, 10. März 1904.

Der Herr, der Gott Israels, wird das Gericht über die Götter dieser Welt vollstrecken so wie damals über die Götter Ägyptens. Mit Feuer und Überschwemmung, Seuchen und Erdbeben wird das ganze Land verwüstet. Dann werden die Geretteten seinen Namen erhöhen und ihn verherrlichen auf der Erde. Sollten nicht jene, die als die Übrigen in diesem letzten Teil der Weltgeschichte leben, Gottes Strafen verstehen? Manuscript Releases I, 240.241 (1899).

Christus, der als Fürsprecher für uns eingetreten ist, der alle bußfertigen Gebete und Schuldbekenntnisse hört, der dargestellt wird mit einem Regenbogen um sein Haupt, dem Sinnbild seiner Gnade und Liebe, wird seine Aufgabe im himmlischen Heiligtum bald beenden. Dann wird anstelle von Gnade und Barmherzigkeit Gerechtigkeit regieren. Der, auf den wir warten, wird nun das Recht walten lassen in seiner Aufgabe als oberster Richter. The Review and Herald, 1. Januar 1889.

In der ganzen Bibel wird Gott nicht nur als der Gnädige und Barmherzige dargestellt, sondern auch als ein Gott, der unparteiisch ist und Gerechtigkeit sehr genau nimmt.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 192-193

Gott kann richten? — Gott richtete und wird wieder richten!

„Gottes Liebe wird heute oft so dargestellt, als ob sie es ihm unmöglich machen würde, den Schuldigen zu strafen. Die Menschen gehen von ihrem eigenen, wenig entwickelten Rechts- und Gerechtigkeitsempfinden aus. Der Psalmschreiber hatte das richtig erkannt, wenn er sagte: „Das tust du, und ich schweige; da meinst du, ich sei so wie du.“ Psalm 50,21. Sie messen Gott an sich selbst. Sie denken, Gott würde so vorgehen, wie sie unter den gegebenen Umständen es tun …

In keinem Königreich und in keiner Regierung bleibt es Gesetzesbrechern überlassen, festzulegen, welche Bestrafung diejenigen zu treffen hat, die das Gesetz übertreten haben. Alles, was wir haben, der ganze Überfluß seiner Gnade, die uns zuteil wird, verdanken wir Gott. Das Wesen der immer ärger werdenden Schuld gegen Gott kann ebenso wenig eingeschätzt werden, wie man den Himmel mit der gespreizten Hand ausmessen kann. Gott ist sowohl ein sittenstrenger Herrscher als auch ein Vater. Er ist der Gesetzgeber. Er hat die Gesetze eingesetzt und handelt auch danach. Ein Gesetz, das keine Strafe kennt, ist wirkungslos.

Man mag einwenden, daß ein liebender Vater seine Kinder keiner Verurteilung durch Feuer aussetzen würde, wenn er die Macht hätte, sie zu retten. Doch Gott ist genötigt, den Gesetzesübertreter zum Wohl seiner Geschöpfe und zu ihrer Sicherheit zu strafen. Gott arbeitet nicht nach den Vorstellungen der Menschen. Er kann ewiggültige Gerechtigkeit ausüben, zu der kein Mensch gegenüber seinem Mitmenschen das Recht besitzt. Noah hätte sich Gottes Mißfallen zugezogen, wenn er einen der Spötter ertränkt hätte, die ihn quälten, aber Gott richtete die ganze Welt durch die Sintflut. Lot hätte kein Recht gehabt, irgendeine Strafe über seine Schwiegersöhne zu verhängen, aber Gott tat es in peinlich genauer Gerechtigkeit. Wer wagt zu behaupten, Gott würde nicht das tun, was er gesagt hat?“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 193

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Gott zieht seinen Schutz zurück

„Gottes Gerichte kommen dadurch über die Menschen, daß diese sich selbst außerhalb seines Schutzes stellen. Er warnt, ermahnt und tadelt, er weist sie auf den einzig sicheren Weg hin. Wenn diejenigen, um die er sich besonders bemüht hat, ihren eigenen Zielen folgen, unabhängig vom Geist Gottes, und sie trotz wiederholter Warnungen ihren eigenen Weg wählen, dann wird er seinen Engeln nicht befehlen, Satans entschlossene Angriffe abzuwenden. Es ist die Macht Satans, die auf den Meeren und auf dem Land Katastrophen und Leid hervorruft und viele zu seiner sicheren Beute macht. Manuscript Releases XIV, 3 (1883).

Gott wird durch seine Feinde die bestrafen, die ihren eigenen verderblichen Wegen gefolgt sind und Gottes Botschaft entstellt, verkannt und verächtlich behandelt haben. The Paulson Collection of Ellen G. White Letters 136 (1894).

Schon jetzt wird der Geist Gottes — beleidigt, abgelehnt und mißbraucht — von der Erde zurückgezogen. So rasch, wie sich Gottes Geist zurückziehen wird, wird dann Satan sein furchtbares Werk auf dem Land und auf den Meeren verrichten. Manuskript 134, 1898.

Auch für die Heilsverächter ist die Gnadenzeit abgelaufen. Sie hatten sich dem Geist Gottes hartnäckig widersetzt; nun ist er ihnen entzogen worden. Ohne die bewahrende Gnade Gottes sind sie Satan schutzlos ausgeliefert.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 194

Die letzten sieben Plagen sind ohne Gnade!

Warum die letzten sieben Plagen ohne Gnade sind? Da Jesus seinen Mittlerdienst im himmlischen Heiligtum beendet, bittet er nicht mehr für die Sünder. Am Ende seines mittler- und hohepriesterlichen Dienstes zieht er seine Dienstkleider aus und zieht stattdessen seine Rachekleider an. Dann richtet er nicht mehr mit, sondern ohne Gnade.

Ellen G. White hat geschrieben:

„Christus, der als Fürsprecher für uns eingetreten ist, der alle bußfertigen Gebete und Schuldbekenntnisse hört, der dargestellt wird mit einem Regenbogen um sein Haupt, dem Sinnbild seiner Gnade und Liebe, wird seine Aufgabe im himmlischen Heiligtum bald beenden. Dann wird anstelle von Gnade und Barmherzigkeit Gerechtigkeit regieren. Der, auf den wir warten, wird nun das Recht walten lassen in seiner Aufgabe als oberster Richter.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 192

„Diese Plagen sind nicht allgemein, sonst würden die Bewohner der Erde vollständig ausgerottet werden. Doch sie werden die schrecklichsten Heimsuchungen sein, die Sterbliche je erfahren haben. Alle Gerichte, die vor Beendigung der Gnadenzeit über die Menschen kamen, waren mit Gnade vermischt. Das um Vergebung flehende Blut Christi hat den Sünder vor dem vollen Maß seiner Schuld verschont; aber im Endgericht wird der Zorn Gottes lauter, ohne Gnade ausgegossen werden.

An jenem Tage werden viele den Schutz der göttlichen Gnade begehren, die sie bis dahin verachtet haben. „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr Herr, daß ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, zu hören; daß sie hin und her von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen umlaufen und des Herrn Wort suchen, und doch nicht finden werden.“ Amos 8,11.22.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 621-622

„Wenn sich Jesus im Allerheiligsten erhebt, die Kleider seines Mittleramtes ablegt und an Stelle seiner priesterlichen Tracht die Kleider der Rache anlegt, dann wird sein Werk für die Sünder abgeschlossen sein. Dann ist der Zeitabschnitt gekommen, an dem der Befehl ausgehen wird: „Wer böse ist, der sei fernerhin böse … aber wer fromm ist, der sei fernerhin fromm, und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig. Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden.“ Offenbarung 22,11.12.“
Ellen G. White, Aus der Schatzkammer der Zeugnisse – Band 1 (1975), S. 286

Wer wird die letzten sieben Plagen empfangen?

Es steht geschrieben:

Und ein dritter Engel folgte ihnen, der sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und das Malzeichen auf seine Stirne oder auf seine Hand nimmt, so wird auch er von dem Glutwein Gottes trinken, der unvermischt eingeschenkt ist in dem Kelch seines Zornes, und er wird mit Feuer und Schwefel gepeinigt werden vor den heiligen Engeln und dem Lamm. Offenbarung 14:9-10

Offenbarung 14:9-10 sagt uns, die letzten sieben Plagen werden diejenigen Menschen empfangen, die Gottes 10 Gebote ablehnten, das weltweite Sonntagsgesetz annahmen und deshalb das Malzeichen des Tieres hatten, das Tier – das Papsttum – und sein Bild (die Sonntagsgesetzgeber) anbeteten.

Es steht geschrieben:

Und der erste ging hin und goß seine Schale aus auf die Erde; da entstand ein böses und schmerzhaftes Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten. Offenbarung 16:2

Deshalb sagt Offenbarung 16:2, entstand ein böses und schmerzhaftes Geschwür an den Menschen, die das Malzeichen des Tieres hatten und sein Bild anbeteten. Diese Offenbarung sagt uns sehr klar und deutlich, was die Strafe für die Anbetung des Papstes und seines Sonntags ist, wodurch man das Malzeichen des Tieres erhält. Es ist ein böses und schmerzhaftes Geschwür.

Ein böses und schmerzhaftes Geschwür an den Menschen ist die erste der letzten sieben Plagen über die Erde. Es steht sehr klar geschrieben, dass die Menschen, welche sein Bild – des Papstes Sonntagsgesetz und derer Gesetzgeber – anbeteten, bei den sieben Plagen umkommen. Es steht nicht, dass die Menschen umkommen werden, weil sie sich impfen oder einen RFID-Chip einpflanzen ließen.

Das Malzeichen des Tieres ist kein materieller, sondern ein geistlicher Akt!

Es geht um Anbetung, nicht um Erhalt einer Impfung oder eines Chips oder sonst etwas Ähnliches.

Es steht geschrieben:

Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und keine Ruhe haben Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeten, und wer das Malzeichen seines Namens annimmt! Offenbarung 14:11 

Offenbarung 14:11 teilt uns jetzt noch deutlicher mit, was das Malzeichen des Tieres bedeutet, nämlich Anbetung des Tieres und seines Bildes. Das Bild sind seine Kinder, die Katholiken und abgefallenen Protestanten, die die Anbetung des Papstes und seines eingesetzten Sonntags per Sonntagsgesetz beschließen werden, der sich dann weltweit ausbreitet.

Es steht geschrieben:

Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten; lebendig wurden die beiden in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt. Offenbarung 19:20 

Offenbarung 19:20 teilt uns mit, welchen Lohn die Menschen erhalten, die das Tier und dessen Bild anbeten. Es steht sehr klar geschrieben, dass diejenigen, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und sein Bild anbeteten, in den Feuersee geworfen wurden. Der Feuersee ist nicht der erste, sondern der zweite und für die Ewigkeit vernichtende Tod.

Warum ist es wichtig dies zu wissen, um das Tier nicht anzubeten?

Weil jeder, der das Tier – das Papsttum – anbetet, laut Offenbarung 13:4 automatisch den Drachen, also Satan anbetet!

So steht es geschrieben:

Und sie beteten den Drachen an, weil er dem Tiere die Macht gegeben, und beteten das Tier an und sprachen: Wer ist dem Tiere gleich, und wer vermag mit ihm zu streiten? Offenbarung 13:4

Da der Mensch bei Anbetung des Tieres automatisch Satan anbetet, ist die Anbetung des Tieres und seines Bildes in Wahrheit Anbetung Satans. Deshalb ist die Namenszahl des Tieres und des Menschen die Zahl 666, weil Satan dem Tiere und dem einen Menschen seine Kraft, seinen Thron und große Macht gab. (Offenbarung 13:2) Deshalb sagte die heilige Schrift, wer diese Macht anbetet, betet Satan an.

Ellen G. White hat geschrieben:

„Dann sah ich, daß die sieben letzten Plagen bald über die ausgegossen werden, die nicht geborgen sind; aber die Welt beachtet es nicht mehr, als sie Wassertropfen achten würde, die im Begriff sind, zu fallen. Ich wurde dann befähigt, den schrecklichen Anblick der sieben letzten Plagen, den Zorn Gottes, auszuhalten. Ich sah, daß sein Zorn schrecklich und fürchterlich war, und wenn er seine Hand ausstrecken oder im Zorn erheben sollte, so würden die Bewohner der Erde werden, als ob sie nie gewesen seien, oder sie werden an unheilbaren Geschwüren und verzehrenden Plagen leiden, die über sie kommen, und werden keine Erlösung finden, sondern von ihnen vernichtet werden. Schrecken ergriff mich und ich fiel vor dem Engel auf mein Angesicht und bat ihn, den Anblick von mir zu entfernen, ihn zu verbergen, denn er war zu schrecklich. Dann erkannte ich wie nie zuvor die Wichtigkeit, das Wort Gottes sorgfältig zu durchforschen, um zu wissen, wie man den Plagen entgehen kann, die in dem Worte angekündigt sind und die über diejenigen kommen sollen, die das Tier anbeten und sein Bild und Mahlzeichen an ihre Stirn oder an ihre Hand nehmen. Es war ein großes Wunder für mich, daß jemand das Gesetz übertreten und seinen heiligen Sabbat verachten konnte, wenn solch schreckliche Drohungen und Urteile hierfür angekündigt werden.“
Ellen G. White, Erfahrungen und Gesichte sowie geistliche Gaben (1951), S. 56

Die letzten sieben Plagen werden diejenigen empfangen, die das zukünftige weltweite Sonntagsgesetz annehmen – dadurch Gottes Gebote brechen – und das Malzeichen des Tieres erhalten.

Das Malzeichen des Tieres ist keine Impfung und kein RFID-Chip!

„Wir können nicht ermessen, wieviel wir Christus für den Frieden und Schutz schuldig sind, deren wir uns erfreuen. Es ist die mäßigende Kraft Gottes, die verhindert, daß die Menschen völlig unter die Herrschaft Satans geraten. Die Ungehorsamen und die Undankbaren haben allen Grund, Gott für seine Gnade und Langmut dankbar zu sein, weil er die grausame, boshafte Macht des Bösen im Zaum hält. Überschreiten aber die Menschen die Grenzen der göttlichen Nachsicht, dann wird jene Einschränkung aufgehoben. Gott tritt dem Sünder nicht als Scharfrichter gegenüber, sondern er überläßt jene, die seine Gnade verwerfen, sich selbst, damit sie ernten, was sie gesät haben. Jeder verworfene Lichtstrahl, jede verschmähte oder unbeachtete Warnung, jede geduldete Leidenschaft, jede Übertretung des Gesetzes Gottes ist eine Saat, die ihre bestimmte Ernte hervorbringen wird. Der Geist Gottes wird sich schließlich von dem Sünder, der sich ihm beharrlich widersetzt, zurückziehen, und dann bleibt dem Betreffenden weder die Kraft, die bösen Leidenschaften der Seele zu beherrschen, noch der Schutz, der ihn vor der Bosheit und Feindschaft Satans bewahrt. Die Zerstörung Jerusalems ist eine furchtbare und ernste Warnung an alle, die das Anerbieten der göttlichen Gnade geringachten und den Mahnrufen der Barmherzigkeit Gottes widerstehen. Niemals wurde ein entscheidenderes Zeugnis für den Abscheu Gottes gegenüber der Sünde und für die sichere Bestrafung der Schuldigen gegeben.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 38

„Durch eigensinnige Verwerfung der göttlichen Liebe und Gnade hatten die Juden den Schutz Gottes verwirkt, so daß Satan sie nach seinem Willen beherrschen konnte. Die schrecklichen Grausamkeiten, die bei der Zerstörung Jerusalems verübt worden waren, kennzeichnen Satans rachsüchtige Macht über jene, die sich seiner verderbenbringenden Herrschaft unterstellen.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 37-38

Die Brecher der 10 Gebote werden durch dieselben Gebote verdammt, die sie verändert, missachtet, gehasst und mit Füßen getreten haben!

„Dann erscheint am Himmel eine Hand, die zwei zusammengelegte Tafeln hält. Der Prophet sagt: „Die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkündigen; denn Gott ist Richter.“ Psalm 50,6. Jenes heilige Gesetz, die Gerechtigkeit Gottes, die unter Donner und Flammen vom Sinai herab als Richtschnur des Lebens verkündet wurde, wird nun den Menschen offenbart als Maßstab des Gerichts. Die Hand faltet die Tafeln auseinander, und die zehn Gebote werden sichtbar, als wären sie mit einer feurigen Feder geschrieben. Die Worte sind so deutlich, daß alle sie lesen können. Die Erinnerung wird wach, die Finsternis des Aberglaubens und der Ketzerei ist von jedem Gemüt geschwunden, und die zehn kurzen, verständlichen und vollgültigen Worte Gottes stehen allen Bewohnern der Erde deutlich vor Augen.

Es ist unmöglich, den Schrecken und die Verzweiflung derer zu beschreiben, die Gottes heilige Forderungen mit Füßen getreten haben. Der Herr gab ihnen sein Gesetz; sie hätten ihren Charakter damit vergleichen und ihre Fehler erkennen können, als noch Zeit zur Buße und Besserung war; aber um die Gunst der Welt zu erlangen, setzten sie seine Verordnungen beiseite und lehrten andere, sie zu übertreten. Sie haben Gottes Volk zu zwingen versucht, den Sabbat des Herrn zu entheiligen. Jetzt werden sie durch jenes Gesetz verdammt, das sie mißachtet haben. Mit schrecklicher Deutlichkeit sehen sie, daß es für sie keine Entschuldigung gibt. Sie erwählten selbst, wem sie dienen und wen sie anbeten wollten. „Und ihr sollt dagegen wiederum sehen, was für ein Unterschied sei zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen und zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.“ Maleachi 3,18.

Die Feinde des Gesetzes Gottes, vom Prediger an bis hinunter zu den geringsten unter ihnen, haben eine andere Vorstellung von Wahrheit und Pflicht. Zu spät erkennen sie, daß der Sabbat des vierten Gebots das Siegel des lebendigen Gottes ist; zu spät erkennen sie die wahre Natur ihres falschen Sabbats und den sandigen Grund, auf den sie gebaut haben. Es wird ihnen klar, daß sie gegen Gott zu Felde gezogen sind. Religionslehrer haben Seelen ins Verderben geführt, während sie vorgaben, sie zu den Toren des Paradieses zu geleiten. Erst am Tage der endgültigen Abrechnung wird man begreifen, wie groß die Verantwortung der in heiligen Ämtern dienenden Menschen ist, und wie schrecklich die Folgen ihrer Untreue sind. Nur in der Ewigkeit können wir den Verlust einer einzigen Seele richtig einschätzen. Furchtbar wird dessen Los sein, zu dem Gott sagen wird: Gehe hinweg von mir, du gottloser Knecht!

Die Stimme Gottes erschallt vom Himmel, verkündigt den Tag und die Stunde der Wiederkunft Christi und übergibt seinem Volk den ewigen Bund. Gleich den lautesten Donnerschlägen rollen seine Worte über die Erde. Das Israel Gottes lauscht, die Augen aufwärts gerichtet. Die Angesichter leuchten auf von dem Glanz seiner Herrlichkeit. Sie strahlen wie das Antlitz Moses, als er vom Sinai herabkam. Die Gottlosen können sie nicht anblicken. Wenn die Menschen gesegnet werden, die Gott dadurch ehrten, daß sie seinen Sabbat heilighielten, erschallt ein gewaltiges Siegesgeschrei.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 631-633

Brecher der 10 Gebote, werden die Wiederkunft Jesu nicht überleben!

Wer Gottes Gebote und seinen heiligen Sabbat verachtet und das Malzeichen des Tieres annimmt, der wird bei den letzten sieben Plagen oder spätestens bei der Wiederkunft Jesu sterben!

Ellen G. White hat geschrieben:

„Dann sah ich, daß die sieben letzten Plagen bald über die ausgegossen werden, die nicht geborgen sind; aber die Welt beachtet es nicht mehr, als sie Wassertropfen achten würde, die im Begriff sind, zu fallen. Ich wurde dann befähigt, den schrecklichen Anblick der sieben letzten Plagen, den Zorn Gottes, auszuhalten. Ich sah, daß sein Zorn schrecklich und fürchterlich war, und wenn er seine Hand ausstrecken oder im Zorn erheben sollte, so würden die Bewohner der Erde werden, als ob sie nie gewesen seien, oder sie werden an unheilbaren Geschwüren und verzehrenden Plagen leiden, die über sie kommen, und werden keine Erlösung finden, sondern von ihnen vernichtet werden. Schrecken ergriff mich und ich fiel vor dem Engel auf mein Angesicht und bat ihn, den Anblick von mir zu entfernen, ihn zu verbergen, denn er war zu schrecklich. Dann erkannte ich wie nie zuvor die Wichtigkeit, das Wort Gottes sorgfältig zu durchforschen, um zu wissen, wie man den Plagen entgehen kann, die in dem Worte angekündigt sind und die über diejenigen kommen sollen, die das Tier anbeten und sein Bild und Mahlzeichen an ihre Stirn oder an ihre Hand nehmen. Es war ein großes Wunder für mich, daß jemand das Gesetz übertreten und seinen heiligen Sabbat verachten konnte, wenn solch schreckliche Drohungen und Urteile hierfür angekündigt werden.“
Ellen G. White, Erfahrungen und Gesichte sowie geistliche Gaben (1951), S. 56

Der Herr Jesus, unser himmlischer Bruder, sagt in seinen neusten Botschaften an das Volk Gottes durch seinen Boten Folgendes:

„So wie es im Herbst Bäume gibt, die ihre Blätter verlieren und welche, die sie behalten, so wird es in der Prüfungszeit Menschen geben, die ihre Früchte verlieren und welche, die ihre Früchte unter Beweis stellen werden. So wie im Herbst der Baum seine Blätter verliert und nackt dasteht, so werden die Gottlosen, die nicht durch mich, den Herrn Jesus, gegründet sind, ihre Blätter, ihre Früchte, verlieren, dann werden sie nackt dastehen, sie werden nackt sein. Dann werden sie erkennen, wie nackt sie sind, obwohl sie eigentlich jetzt schon nackt sind, aber nicht nackt sein müssten, wenn sie zu mir kommen würden.

Nur die Meinen sind mit dem Hochzeitskleid gekleidet, nur diese werden am Hochzeitsmahl teilnehmen und jeder, der kein Hochzeitskleid anhat, nämlich meine Gerechtigkeit, denn dies ist das Kleid der Hochzeit, meine Gerechtigkeit, der wird hinausgeworfen, zu denen, die jammern und mit den Zähnen knirschen.

Deshalb, so wie ihr am Baum seht, wenn seine Blätter anfangen zu sprießen, dass der Sommer naht, so seht ihr, dass dieser Baum bald anfängt, seine Früchte zu tragen. So werdet ihr sehen, wenn dann die Prüfung über die Welt kommt, wenn dann die Drangsal die Welt bedrängen wird, wie sie nie war und nie wieder sein wird. Dann werden die Bäume, die von sich behaupteten, sie wären gerettet und würden durch den heiligen Geist wandeln, ihre Blätter, die sie Vorgaben zu haben, durch die Prüfungen verlieren, weil sie nicht durch mich gegründet sind.

Ihr könnt ohne mich nichts tun, nichts. Getrennt von mir werdet ihr sterben. …

Wenn du nicht durch meinen Geist wandelst, so werden deine Blätter während der Prüfung abfallen. Wenn du im Gebet, nicht durch mich, durch meinen Namen, zu meinem Vater gehst, werden deine Blätter abfallen, wenn die Prüfung über die Welt kommen wird. Wenn du nicht durch mich die 10 Gebote hältst, durch meine Kraft sie nicht liebst, so werden deine Blätter in der Drangsal abfallen und du wirst nackt. Wenn du durch mich nicht glaubst, wie die Schrift es sagt, so hast du nicht den Geist der Wahrheit, sondern den Geist des Irrtums. Es liegt an dir, ob du nackt sein wirst oder das Kleid Christi erhältst und durch meine Gerechtigkeit lebst.

Seid gesegnet und Friede sei mit euch.

Amen“
Botschaft an das Volk Gottes – Trägst du das Kleid Christi, die Gerechtigkeit Jesu?

„Wer noch sündigt, gehört nicht zu Gott Vater, wer noch sündigt, gehört nicht zu Jesus Christus. So wie es geschrieben steht: Wer aus Gott gezeugt ist, der sündigt nicht. Denn der, der aus Gott von neuem geboren ist, der, der im heiligen Geiste wandelt, der sage nicht, er sündige noch, selbst in seinen Gedanken, denn somit sagt dieser, dass der heilige Geist, der angeblich in ihm wohnt, diesen zur Sünde verführt. Es ist möglich und es ist wahr, deshalb sandte mein Herr mich, um euch dies zu verkünden.

Reinigt euch, reinigt euch von innen und von außen, denn die Tage stehen kurz bevor, dass der Herr sich auf den Weg macht, um die Seinen und die seines Vaters zu holen. Jeder, der noch sündigt, soll unseren himmlischen Vater im Gebet, im Namen seines Sohnes Jesus bestürmen, Vater um den heiligen Geist bitten, Vater darum bitten, ihn oder sie in Prüfungen zu bringen. Möge dieser darum bitten, Prüfungen und Versuchungen, durch die Kraft Christi, in Geduld, durch Gebet und Liebe zum Vater und dem Herrn Jesus Christus, zu erdulden, denn durch das Leid werden eure Charaktere geformt, durch die Erfahrungen wird euer Charakter gebildet. Nur wer von neuem geboren ist, nur wer eine neue Kreatur wurde, nur an wem alles neu wurde, dieser wurde zu einer neuen Schöpfung.

Nein, sagt nicht, es wäre nicht möglich, man würde dies falsch verstehen. Nein, sagt nicht, wir werden erst umerzogen, wenn der Herr Jesus kommt, denn es steht sehr klar geschrieben, dass wir dem, den Vater sandte, noch in dieser Welt ähnlich werden, bevor der Herr Jesus kommt, denn der Herr Jesus kommt, um die Seinen zu holen. …

Ihr wisst, dass geschrieben steht, dass Sünde Gesetzesübertretung ist und der Sold der Sünde ist der Tod, genau dieser Lohn, den der Herr Jesus einem jeden bringt, wenn er nicht tut und glaubt, was geschrieben steht.

Glaubt, wie es geschrieben steht, damit ihr den heiligen Geist empfangt. Glaubt, dass der Vater von Jesus der einzige, wahre Gott ist, damit ihr ewiges Leben empfangen könnt, denn wer glaubt, dass Jesus ein Gott ist, der hat sein Ewiges verwirkt und wird an der zweiten Auferstehung, dem zweiten Tod teilhaben. Sucht nach der Wahrheit, denn wenn ihr sie nicht findet, ihr nicht nach ihr sucht, werdet ihr umkommen und werdet jammern, wenn ihr erkennt, dass ihr nicht die seid, für die ihr euch haltet.

Dieses trug mir der Herr Jesus auf, ich soll euch dies zu euren Ohren bringen, ich soll euch dies verkünden. Wer nicht von neuem geboren wird, wird das Reich Gottes nicht sehen. Wer sagt, er liebe Gott und seinen Sohn, aber hält die 10 Gebote nicht und sündigt, auch in seinen Gedanken, der lebt nicht in Wahrheit, sondern in Lüge, der ist kein Kind Gottes, sondern ein Kind des Teufels, denn der, der aus Gott gezeugt ist, sündigt nicht. In dem, in dem Gott und sein Sohn leben, in dem Gott Vater und Jesus, sein geliebter Sohn, Wohnung machen, dieser ist ein heiliger Tempel, in dem gibt es kein Falsch, keine Lüge, keine Ungerechtigkeit mehr.

Ihr wartet auf einen dritten Tempel, der aber nicht vor euren Augen aufgebaut wird, sondern in euch, wenn ihr es wollt. Es liegt an euch, welchen Weg ihr wählt. Es gibt nur zwei, es gibt keinen Mittelweg, es gibt nur zwei Wege, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, entweder man ist ein Sünder oder man ist ein Heiliger. Es gibt keinen Mittelweg, sondern nur entweder, oder. Es gibt nur ein Ja oder ein Nein und in dem der Herr Jesus ist, ist das Ja vollkommen geworden.

Es ist wahr und wer daran Anstoß nimmt und nicht glaubt, wird vergehen, doch wer dieses glaubt und anfängt zu prüfen und anfängt zu glauben, wird finden, erhalten und ebenso erleben, damit auch er eingehen kann. Sagt nicht, wir glauben nicht, sagt nicht, es kann nicht sein, sagt nicht, so steht es nicht geschrieben, denn somit verleugnet ihr die Wahrheit, somit verleugnet ihr die Worte Gottes und seines Sohnes, die Geist und Leben sind. Denn wenn ihr nicht glaubt und der Geist in euch nicht wohnt, der euch dies ermöglichen kann, werden euch die Buchstaben töten. Es liegt an euch, es liegt an euch, welchen Weg ihr geht.

Seid gesegnet und Friede sei mit euch.“
Botschaft an das Volk Gottes – Wer noch sündigt, wird die Wiederkunft Jesu nicht überleben!

Die Erde und ihre Kruste wird zerrissen, all die angehäuften Schätze und Reichtümer werden weggefegt und die mit großem Aufwand errichteten herrschaftlichen Paläste zu Trümmerhaufen!

„Die Erde, ihre Kruste, wird von den Elementen des Verderbens zerrissen werden – schreckliche Erschütterungen werden über die Erde kommen, und die mit großem Aufwand errichteten herrschaftlichen Paläste werden mit Sicherheit zu Trümmerhaufen werden. Die Erdkruste wird durch die Ausbrüche der Elemente, die im Inneren der Erde verborgen sind, zerrissen werden. Diese Elemente werden, wenn sie erst einmal losgebrochen sind, die Schätze derjenigen wegfegen, die seit Jahren ihren Reichtum vermehrt haben, indem sie sich große Besitztümer zu Hungerpreisen von ihren Angestellten gesichert haben. Auch die religiöse Welt wird furchtbar erschüttert werden, denn das Ende aller Dinge ist nahe.“
Ellen G. White, Manuscript Releases – Vol. 3 (1990), S. 251-252 (DeepL Übersetzung)

Gott, unser himmlischer Vater, sagt in einer seiner neusten Botschaft an das Volk Gottes Folgendes:

„O mein Volk, bete, bete so stark wie du kannst, denn wenn du sehen könntest, was auf dich zukommt, das nie so war und nie wieder sein wird, würdest du morgens anfangen mit deinem Beten und würdest nicht aufhören, wenn du sehen könntest, was du durch deine Gebete bewirken kannst. O mein Volk, o meine Kinder, betet, betet. Betet um Schutz, betet, dass ihr vollkommen werdet, betet, dass ihr die Plagen übersteht. Denn wenn ihr nicht zu mir und meinem Sohn gehört, wenn ihr nicht vollkommen werdet, durch meinen Sohn Jesus, wenn ihr nicht meinem geliebten Sohn Jesus gleich werdet, werdet ihr umkommen.

In diesen Tagen befinden sich Menschen in dieser Welt, die zu den 144000 gehören und noch gehören werden. Sie werden vollkommen sein. Wenn ihr prüfen würdet, durch die Schrift, durch die meinen und die Worte meines Sohnes, könntet ihr sie erkennen. Manche unter euch haben erblicken dürfen, wer sie sind, doch sie wollten es nicht wahrhaben und haben sich von ihnen abgewandt. Doch so ist es, so ist es. Dadurch entsteht die Trennung. Die Trennung geschieht in diesen Tagen. Die 144000 werden vollkommen, ihre Charaktere werden gebildet, in ihren Herzen und auf ihren Lippen wird kein Falsch mehr zu finden sein, sie werden vollkommen und geheiligt. …

Viele Menschen unter euch jammern und heulen und sagen, wo soll dies alles nur hinführen, wie schlimm soll es noch werden? So seid euch dessen gewiss, es wird noch viel schlimmer kommen, es wird so schlimm kommen, wie ihr es euch nicht vorstellen könnt. All die Kriege werden nichts dagegen sein, was ihr eines Tages erleben werdet, dann, wenn mein Zorn ohne Gnade ausgegossen wird.

In diesen Tagen ziehe ich meinen Geist immer mehr zurück, deshalb werden die Menschen immer gottloser und gesetzloser, deshalb nimmt all das Böse, all die Kriege, all die Verwüstungen, all die Vernichtungen, immer mehr zu.“
Botschaft an das Volk Gottes – Nicht Gott, sondern ihr lasst Gottlosigkeit zu!

Satan blendet die Menschen bis zum Ende der Gnade und in den letzten sieben Plagen!

Es steht geschrieben:

Ist aber unser Evangelium verhüllt, so ist es bei denen verhüllt, die verloren gehen; in welchen der Gott dieser Welt die Sinne der Ungläubigen verblendet hat, daß ihnen nicht aufleuchte das helle Licht des Evangeliums von der Herrlichkeit Christi, welcher Gottes Ebenbild ist. 2.Korinther 4:3-4

Satan setzt alles daran, die Menschen zu blenden und in der Finsternis zu halten. Jeder, der Gott, unseren himmlischen Vater vom Herzen sucht, wird ihn auch finden. (5.Mose 4:29, Jeremia 29:13-14) Jeder, der sich aufrichtig auf die Suche macht und Gott unterstellt, seinen Willen tut, der wird beschützt und sehend.

Welchen Plan verfolgt Satan?

Ellen G. White bekam es von unserem himmlischen Vater offenbart:

„Während sich das Volk Gottes den Gefahren der letzten Tage nähert, berät sich Satan ernsthaft mit seinen Engel für den erfolgreichsten Plan um deren Glauben zu stürzen. …

Der Große Versucher sagt: „… Haltet den Geist des Volkes in Finsternis bis das Werk beendet ist und wir werden uns der Welt als auch der Kirche sicher sein können!“ …

Wenn das Volk diese Warnungen liest und daran glaubt, besteht nur geringe Hoffnung, sie zu überwinden. Doch wenn wir ihre Aufmerksamkeit von diesen Warnungen ablenken können, werden sie in Unwissenheit bleiben über unsere Macht und List und sie werden letztendlich in unseren Reihen verbleiben. Gott wird es nicht erlauben, dass sein Wort straflos geschmäht wird. Wenn wir die Seelen für eine gewisse Zeit verführen können, wird Gottes Gnade zurückgezogen werden und er wird sie unserer vollkommenen Kontrolle überlassen.

„Wir müssen Verwirrung und Zwiespalt verursachen. Wir müssen die Sorge für deren eigene Seelen zerstören und sie dazu bringen, einander zu kritisieren, zu richten, zu beschuldigen und zu verurteilen, und Selbstsucht und Feindschaft zu erhalten. Wegen dieser Sünden verbannte uns Gott vor seinem Angesicht und alle, welche unserem Beispiel folgen, werden ein ähnliches Schicksal erleiden.““
Ellen G. White, Der große Kampf (1884), S. 207-209

Satans Plan ist, den Geist des Volkes so lange in der Finsternis zu halten, bis Gottes Werk und Gottes Gnade zu Ende sind. Mehr dazu im folgenden Beitrag:

Was bedeutet das?

Satan und die abgefallenen Engel (Boten) werden die Menschen so lange täuschen, blenden, verführen, sie in die weltlichen Kirchen, Freikirchen und Religionen locken und derer Glauben durch falsche Träume, Visionen, Erscheinungen, Predigten, Wunder, süße und sanfte Worte (Jesaja 30:9-14, Jeremia 7:8-11) und Lieder unterstützen, bis die Gnade Gottes beendet ist. Mit dem Ende der Gnade Gottes ziehen sich Gott und sein Sohn zurück – außer von den Geretteten –, dadurch erhalten Satan und die abgefallenen Engel (Boten) Macht über all die Gesetzlosen und Gottlosen und bringen die letzten sieben Plagen über sie.

Satans Plan ist, die Menschen so lange in der Finsternis zu halten, bis die Gnade Gottes zu Ende ist, damit sie kein ewiges Leben erhalten!

Im folgenden Beitrag darfst du mehr erfahren:
Wie und wann endet die Gnade Gottes?

Die letzten sieben Plagen beginnen, wenn die Gnade Gottes endet.

Gesetzlose werden ihren falschen Hirten doppelt vergelten!

Wenn über jeden Menschen gerichtet wurde und jeder Fall zum Leben oder zum Tode entschieden wurde, endet Gottes Gnade und es besteht keine Hoffnung mehr für irgendeinen Menschen zur Rettung. Dann haben Satan und die abgefallenen Engel (Boten) ihren Plan umgesetzt und ihr Ziel erreicht, so viele Menschen wie möglich mit in den ewigen Tod zu reißen.

Da die Gnade Gottes zu Ende ist und sie ihr Ziel erreicht haben, brauchen sie das Volk auch nicht mehr vor ihrem wahren Zustand zu blenden und da sie sich über das Leid der Menschen erfreuen, werden sie aufhören, die verlorenen Menschen zu blenden (2.Korinther 4:3-4), damit sie bitter erkennen, dass sie die letzten sieben Plagen und nicht ewiges Leben empfangen.

Dann werden sehr, sehr viele Menschen erkennen, wie man sie betrog, belog und täuschte, sie nicht gerettet, sondern verloren sind und kein ewiges Leben, sondern den ewigen Tod erhalten. Dann erst wird ihnen klar, dass sie, wie der Teufel, den ewigen Tod erhalten, weshalb sie sich dann, wie der Teufel, voller Hass und Rache – da sie, ebenso wie der Teufel, nichts mehr zu verlieren haben – gegen ihre Verführer und falschen Hirten wenden.

Es steht geschrieben:

6 Vergeltet ihr, wie auch sie euch vergolten hat, und gebet ihr das Zwiefache nach ihren Werken; in den Becher, welchen sie euch eingeschenkt hat, schenket ihr doppelt ein! 7 In dem Maße, wie sie sich selbst verherrlichte und Wollust trieb, gebet ihr nun Pein und Leid! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne als Königin und bin keine Witwe und werde kein Leid sehen. 8 Darum werden an einem Tage ihre Plagen kommen, Tod und Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden; denn stark ist Gott, JHWH, der sie richtet. Offenbarung 18:6-8

Himmlischer Vater sagt uns sehr klar im Vers 6, vergeltet ihr – der Hure Babylon –, wie auch sie euch vergolten hat, und gebet ihr das Zwiefache nach ihren Werken; in den Becher, welchen sie euch eingeschenkt hat, schenket ihr doppelt ein! Also werden sie das Doppelte an Strafe erhalten, wie sie dem Volk austeilten.

Was bedeutet das?

Die Hure Babylon lästerte Gott und seinen Sohn, änderte Gottes Gesetz, führte Kreuzzüge, zwang, verfolgte, quälte, täuschte, verfälschte, log, verbot, betrog, verführte, klagte an, verurteilte, verbrannte, mordete, tötete und vergoss das Blut der Heiligen.

Was wird sie dann wohl zweifach empfangen?

Also werden sie das Doppelte vom Volke an Strafe erhalten, wie sie dem Volk austeilten. In Vers 7 sagt unser himmlischer Vater: „In dem Maße, wie sie sich selbst verherrlichte und Wollust trieb, gebet ihr nun Pein und Leid!“ Im Vers 8 heißt es weiter: „Darum werden an einem Tage ihre Plagen kommen, Tod und Leid und Hunger, und sie wird mit Feuer verbrannt werden“. Was bedeutet das? Sie werden sie vernichten!

Gott straft seine Feinde durch seine Feinde. Das heißt, Gott straft böse Menschen durch böse Menschen, denn sie sind Gottes Feinde. (3.Mose 26:25, Richter 2:14, 2.Könige 21:14, Jeremia 21:7, 34:20, Klagelieder 2:7)

Wie die Verlorenen handeln werden, wenn sie erkennen, dass sie verloren sind, wurde uns auch durch die Prophetin Ellen G. White gegeben:

„Kirchenmitglieder, die Gottes Wort erkannt hatten und überzeugt waren, die aber für ihr Seelenheil das Vertrauen in ihre Pastoren gesetzt haben, werden an jenem Tag feststellen müssen, daß kein anderer Mensch das Lösegeld für ihre Verfehlungen bezahlen kann. Ein furchtbarer Schrei wird zu hören sein: „Ich bin verloren, für immer verloren.“ Die Menschen würden am liebsten ihre Geistlichen in Stücke reißen, die Irrtümer gepredigt und die Wahrheit verdammt haben. The S.D.A. Bible Commentary IV, 1157 (1900).

Alle gemeinsam überschütten ihre Geistlichen mit bittersten Vorwürfen. Untreue Hirten haben Angenehmes vorausgesagt, haben ihre Hörer dazu verleitet, Gottes Gebote als nichtig anzusehen und die zu verfolgen, die sie heilighalten wollen. In ihrer Verzweiflung bekennen diese Lehrer jetzt vor der Welt ihr trügerisches Wirken. Die Menge schreit zornig: „Wir sind verloren, und ihr seid schuld an unserem Untergang“. Dann fallen sie über die falschen Hirten her. Gerade jene, die sie so sehr verehrten, werden nun schreckliche Flüche über sie ausstoßen. Dieselben Hände, die sie einst mit Auszeichnungen bedachten, werden sich erheben, um sie zu vernichten. Die Waffen, mit denen die Gläubigen vernichtet werden sollten, werden nun deren Feinde töten. The Great Controversy 655.656 (1911).

Wir erkennen, daß die Gemeinde — des Herrn Heiligtum — die erste sein wird, die den Zorn Gottes zu spüren bekommt. Die alten Leute [Hesekiel 9,6], denen Gott große Erkenntnis gegeben hatte und die Wächter der geistlichen Belange des Volkes sein sollten, hatten das in sie gesetzte Vermächtnis verraten. Testimonies for the Church 211 (1882).

Durch falsche Hirten wird Gottes Wort unwirksam gemacht … Ihr Tun wird bald auf sie zurückfallen. Dann wird man die Ereignisse wahrnehmen, die in Offenbarung 18 beschrieben sind, wenn das Gericht Gottes über das symbolische Babylon kommen wird.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 198-199

„Viele Gottlose waren sehr in Zorn, als sie die Plagen erleiden mußten. Es war eine Szene furchtbarer Qual. Eltern machten ihren Kindern bittere Vorwürfe und die Kinder den Eltern, Brüder ihren Schwestern und Schwestern ihren Brüdern. Lautes Wehklagen wurde überall vernommen: „Du warst es, der mich davon zurückhielt, die Wahrheit anzunehmen, die mich vor dieser schrecklichen Stunde bewahrt hätte.“ Die Leute wandten sich mit bitterem Haß gegen ihre Prediger, machten ihnen Vorwürfe und sagten: „Ihr habt uns nicht gewarnt. Ihr habt uns gesagt, daß die ganze Welt bekehrt werden würde, und habt Friede, Friede gerufen, um jede Furcht, die aufkam, zu unterdrücken. Ihr habt uns nichts von dieser Stunde gesagt. Und jene, die uns davor warnten, habt ihr Fanatiker und böse Menschen genannt, die uns nur ins Verderben stürzen wollten.“ Aber ich sah, daß die Prediger dem Zorn Gottes nicht entkamen. Ihre Leiden waren zehnmal größer als die ihres Volkes.“
Ellen G. White, Frühe Schriften von Ellen G. White (1999), S. 295

Wie die Verlorenen handeln werden, sagt uns auch unser himmlischer Vater in seinen neusten Botschaften an das Volk Gottes:

„Wenn ich mir die Religionen anschaue, die ihren Willen tun, aber meinen missachten, die ihre Gebote aufstellen und halten, aber meine zur Seite legen, wenn ich dies alles sehe, überkommt mich ein Gräuel. Sie leben, was sie wollen, aber nicht, was ich will. Sie tun, was ihnen gefällt, aber nicht das, was mir gefällt und was ich möchte. Sie haben mein Gesetz zu Boden getreten, sie haben meine Gebote niedergestreckt, abgeändert und verfälscht, stellen ihre auf, machen sich zu Gott, machen meinen geliebten Sohn zu Gott, machen ihre Tage zum Heiligtum, ihre Rituale und Bräuche heiligen und achten sie höher als mich. Aber durch diese werden sie auch genauso umkommen. Sie werden durch diese umkommen und alle, die ihnen folgen. Und die, die ihnen gefolgt sind, wenn die Tage kommen und sie erkennen werden, wem sie vertraut haben, dann werden sie sich über sie stürzen, ihnen doppelt einschenken und sie töten. …

Dieser eine, wahre, alleinige, allmächtige Gott, Gott und HERR JHWH, spricht in diesem Moment zu dir. Sinne um, kehre um, komme zu mir und mach Frieden mit mir durch meinen Sohn Jesus. Glaube, wie es geschrieben steht, komme zu mir und bitte mich um Vergebung im Namen meines Sohnes Jesus.

Seid gesegnet und Friede sei mit euch.

Amen“
Botschaft an das Volk Gottes – Meine Tochter, mein Israel.

Satan sagt uns in seinem Plan auch, wie man seine Macht brechen kann. Der ehemalige Engelsfürst sagt: „Wenn das Volk diese Warnungen liest und daran glaubt, besteht nur geringe Hoffnung, sie zu überwinden.“ Der ehemalige Engelsfürst sagt uns klar und deutlich, wenn das Volk die Warnungen Gottes und Jesu liest und daran glaubt, besteht nur geringe Hoffnung für ihn, diese Menschen zu überwinden.

Also ist die Annahme der Warnung Gottes überlebenswichtig!

Viele werden die Wahrheit, während der sieben Plagen, suchen, aber nicht mehr finden!

Wenn die Gnade Gottes zu Ende ist und die letzten sieben Plagen beginnen zu fallen, werden sehr viele Menschen erkennen, dass sie zu den Verlorenen gehören. Dann werden einige von diesen Menschen anfangen, die rettende Wahrheit zu suchen, zum Volk Gottes gehen und sie um Licht bitten. Doch dann ist es zu spät.

Es steht geschrieben:

 Siehe, es kommen Tage, spricht Gott, JHWH, da ich einen Hunger senden werde ins Land, nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern darnach, das Wort JHWHs zu hören; da wird man hin und her wanken von einem Meer zum andern und herumziehen vom Norden bis zum Osten, um das Wort JHWHs zu suchen, und wird es doch nicht finden. Amos 8:11-12

Ellen G. White bekam von unserem himmlischen Vater Folgendes:

„An jenem Tage werden viele den Schutz der göttlichen Gnade begehren, die sie bis dahin verachtet haben. „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr Herr, daß ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, zu hören; daß sie hin und her von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen umlaufen und des Herrn Wort suchen, und doch nicht finden werden.“ Amos 8,11.22.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 621-622

„Die Plagen fielen auf die Bewohner der Erde. Einige klagten Gott an und verfluchten ihn; andere eilten zum Volk Gottes, um darüber belehrt zu werden, wie sie seinen Gerichten entkommen könnten. Aber die Heiligen hatten nichts für sie. Die letzte Träne für Sünder war geflossen, das letzte ringende Gebet gesprochen, die letzte Last getragen und die letzte Warnung gegeben. Die liebliche Gnadenstimme lud sie nicht mehr ein zu kommen. Als die Heiligen und der ganze Himmel an ihrem Seelenheil interessiert waren, hatten sie kein Interesse dafür gehabt. Leben und Tod waren ihnen vorgelegt worden; manche sehnten sich nach dem Leben, machten jedoch keine Anstrengung, es zu erlangen. Sie hatten das Leben nicht gewählt. Jetzt war kein sühnendes Blut mehr da, die Schuldigen zu reinigen, kein mitleidiger Heiland, der für sie bat und rief: „Schone, schone den Sünder noch ein wenig länger.“ Der ganze Himmel hatte sich mit Jesus vereinigt, als sie die furchtbaren Worte vernommen hatten: „Es ist geschehen. Es ist vollbracht.“ Johannes 19,30. Der Erlösungsplan war ausgeführt worden; doch nur wenige hatten ihn angenommen. Als nun die liebliche Stimme der Gnade verhallte, ergriffen Furcht und Schrecken die Gottlosen. Schrecklich deutlich vernahmen sie die Worte: „Zu spät, zu spät!“

Die Menschen, die das Wort Gottes nicht geschätzt hatten, liefen nun hin und her, von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen, um das Wort Gottes zu suchen. Der Engel sagte: „Sie werden‘s nicht finden. Es ist ein Hunger im Land; nicht ein Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören. Amos 8,11. Was würden sie nicht alles geben für ein Wort der Anerkennung von Gott; aber nein, sie müssen hungern und dürsten. Tag für Tag haben sie die Seligkeit mißachtet, haben irdische Reichtümer und weltliche Vergnügungen mehr geschätzt als himmlische Schätze oder Angebote. Sie haben Jesus verworfen und die Heiligen verachtet. Wer unrein ist, muß für immer unrein bleiben.““
Ellen G. White, Frühe Schriften von Ellen G. White (1999), S. 294-295

Suche die Wahrheit, geliebter Mensch, tue es von ganzem Herzen, denn du bist zu wertvoll und teuer erkauft!

Die letzten sieben Plagen bezeugen die Macht Gottes über seine Schöpfung.

Wie Gott durch das stolze Ägypten ging, so wird himmlischer Vater auch in den letzten Tagen durch die ganze Erde gehen und seine Macht offenbaren, die über jeder menschlichen Autorität und Größe steht.

Lesen wir nun, was unser geliebter himmlischer Vater seiner geliebten Prophetin, Ellen G. White, dazu gab:

„Indem der Herr die Kinder Israel aus Ägypten führte, offenbarte er wiederum seine Macht und seine Barmherzigkeit. Seine wunderbaren Taten bei ihrer Erlösung aus der Knechtschaft und sein Verfahren mit ihnen während ihrer Reisen in der Wüste geschah nicht nur ihretwegen. Sie sollten den sie umgebenden Völkern als Anschauungsunterricht dienen. Der Herr offenbarte sich als ein Gott, der höher ist, als alle menschliche Autorität und menschliche Größe. Die Zeichen und Wunder, die er für sein Volk wirkte, offenbarten seine Macht über die Natur und über die Größten von denen, welche die Natur anbeteten. Gott ging durch das stolze Ägypten, wie er in den letzten Tagen durch die ganze Erde gehen wird. Mittels Feuer und Sturm, Erdbeben und Tod erlöste der große „Ich bin“ (2.Mose 3,14, EB) sein von den Ägyptern geknechtetes Volk.“
Ellen G. White, Christi Gleichnisse (1911), S. 218

Das Geschehen in Ägypten und in der Wüste galt nicht nur den Hebräern, sondern es dient allen Völkern als Anschauungsunterricht, um sie auf Gott aufmerksam zu machen.

„Es ist die mäßigende Kraft Gottes, die verhindert, daß die Menschen völlig unter die Herrschaft Satans geraten. Die Ungehorsamen und die Undankbaren haben allen Grund, Gott für seine Gnade und Langmut dankbar zu sein, weil er die grausame, boshafte Macht des Bösen im Zaum hält. Überschreiten aber die Menschen die Grenzen der göttlichen Nachsicht, dann wird jene Einschränkung aufgehoben. Gott tritt dem Sünder nicht als Scharfrichter gegenüber, sondern er überläßt jene, die seine Gnade verwerfen, sich selbst, damit sie ernten, was sie gesät haben. Jeder verworfene Lichtstrahl, jede verschmähte oder unbeachtete Warnung, jede geduldete Leidenschaft, jede Übertretung des Gesetzes Gottes ist eine Saat, die ihre bestimmte Ernte hervorbringen wird. Der Geist Gottes wird sich schließlich von dem Sünder, der sich ihm beharrlich widersetzt, zurückziehen, und dann bleibt dem Betreffenden weder die Kraft, die bösen Leidenschaften der Seele zu beherrschen, noch der Schutz, der ihn vor der Bosheit und Feindschaft Satans bewahrt. Die Zerstörung Jerusalems ist eine furchtbare und ernste Warnung an alle, die das Anerbieten der göttlichen Gnade geringachten und den Mahnrufen der Barmherzigkeit Gottes widerstehen. Niemals wurde ein entscheidenderes Zeugnis für den Abscheu Gottes gegenüber der Sünde und für die sichere Bestrafung der Schuldigen gegeben.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 38

„Durch eigensinnige Verwerfung der göttlichen Liebe und Gnade hatten die Juden den Schutz Gottes verwirkt, so daß Satan sie nach seinem Willen beherrschen konnte. Die schrecklichen Grausamkeiten, die bei der Zerstörung Jerusalems verübt worden waren, kennzeichnen Satans rachsüchtige Macht über jene, die sich seiner verderbenbringenden Herrschaft unterstellen.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 37-38

Wenn die letzten sieben Plagen ausgegossen werden, dann ist es nicht der himmlische Vater, der es tut, sondern Satan und sein Heer.

Diese Erkenntnis ist wahrlich, wahrlich, äußerst wichtig für dich, geliebter Leser!

Denn Satan nutzt deine Unwissenheit sofort aus – denn er ist ein scharfer Beobachter und er vergisst nicht – und wendet sie durch Zweifel, Misstrauen und Hass gnadenlos gegen deinen himmlischen Vater aus, um dich auf diesem Weg von deinem himmlischen Vater sowie seinem geliebten Sohn Jeschua zu trennen. Wenn also Hass in dir aufsteigen sollte, gegen deinen liebevollen Schöpfer und dessen liebevollen Sohn, dann sei dir gewiss: Satan und seine Dämonen sind in deiner Nähe.

Was passiert auf der Erde nach den letzten sieben Plagen?

Manche Menschen dieser Welt verkünden, wenn Jesus wiederkommt, wird er das 1000-jährige Reich auf Erden aufrichten. Spricht die heilige Schrift aber tatsächlich vom 1000-jährigen Reich auf Erden? Unser himmlischer Vater offenbarte uns die Wahrheit in der heiligen Schrift.

Da die Menschen die heilige Schrift jedoch nicht beachten, wie sie es sollten, unser himmlischer Vater sie aber liebt und sich ewiges Leben für sie wünscht, sandte er kleineres Licht, damit dieses Licht die Menschen dieser Welt zum größeren Licht namens heilige Schrift führt.

Lesen wir nun, was unser geliebter himmlischer Vater seiner geliebten Prophetin, Ellen G. White, dazu gab:

„Meine Aufmerksamkeit wurde wieder auf die Erde gelenkt. Die Gottlosen waren vernichtet worden. Ihre Leichname lagen auf der Erde. Der Zorn Gottes hatte in den letzten sieben Plagen die Bewohner der Erde heimgesucht, daß sie ihre Zungen vor Schmerzen zerbissen und Gott fluchten. Der Zorn Gottes hatte sich hauptsächlich gegen die falschen Hirten gerichtet. Ihre Augen waren ihnen bei lebendigem Leib in ihren Höhlen und ihre Zungen in ihrem Mund verzehrt worden. Nachdem die Heiligen durch die Stimme Gottes befreit worden waren, wandte sich die gottlose Menge in ihrem Zorn gegeneinander. Die Erde schien mit Blut überschwemmt zu sein. Leichname lagen von einem Ende der Erde bis zum andern.

Die Erde glich einer Wüste. Städte und Dörfer, die vom Erdbeben zerstört worden waren, lagen verwüstet. Berge waren aus ihren Örtern bewegt worden und hatten riesige Aushöhlungen zurückgelassen. Zerklüftete Felsen, die vom Meer ausgeworfen oder aus der Erde selbst herausgerissen worden waren, lagen zerstreut über die ganze Erdoberfläche. Große Bäume waren entwurzelt worden und lagen verstreut umher. Dies soll tausend Jahre hindurch die Heimat Satans und seiner bösen Engel sein. Auf diesen Ort beschränkt, kann er auf der zerklüfteten Erdoberfläche auf und ab wandern und die Auswirkungen seiner Rebellion gegen Gottes Gesetz betrachten. Tausend Jahre lang kann er die Früchte des Fluches, den er heraufbeschworen hat, genießen. Er wird nur auf die Erde beschränkt sein und nicht das Recht haben, zu anderen Planeten zu gehen und die, die nicht gefallen sind, zu versuchen und zu belästigen. Während dieser Zeit leidet Satan sehr viel. Seit seinem Fall hat er seine bösen Charakterzüge fortwährend ausgelebt. Dann wird er aber seiner Kraft beraubt sein und Gelegenheit haben, über die Rolle, die er seit seinem Fall gespielt hat, nachzudenken. Mit Zittern und Schrecken wird er in die furchtbare Zukunft blicken, wenn er für alles Böse, das er getan hat, leiden muß und für alle Sünden, die er verursacht hat, bestraft wird.“
Ellen G. White, Frühe Schriften von Ellen G. White (1999), S. 304

Kann das 1000-jährige Friedensreich auf der Erde stattfinden, wenn die von den letzten sieben Plagen vernichtete Erde für 1000 Jahre die Heimat Satans und der abgefallenen Engel (Boten) sein wird?

NEIN

Passend dazu folgende Beiträge:
Wiederkunft Jesu und 1000 Jahre weiter!
1000-jähriges Reich – im Himmel oder auf der Erde?

Der Herr Jesus, unser himmlischer Bruder, sagt in seiner neusten Botschaft an das Volk Gottes durch seinen Boten Folgendes:

„Mein geliebter Herr sagte ganz klar: Ich gehe dorthin, zu meinem Vater und werde für jeden von euch eine Wohnung bereiten und wenn ich dies getan habe, werde ich wiederkommen und werde euch zu mir nehmen. Zu mir heißt, dorthin, wo der Herr herkommt, aus dem Reich seines Vaters. Wenn der Herr kommt, wird der Herr kein Friedensreich aufrichten, denn dieser Lug und Trug, auf den ihr wartet, auf den warteten schon damals diejenigen, als der Herr kam. Selbst sie sagten zu ihm, Herr, richte dein Reich auf und der Herr sagte: Mein Königreich ist nicht von dieser Welt.

Warum glaubt ihr, dass das Reich, das Königreich des Herrn, von dieser Welt ist, wenn er selbst sagt, dass dem nicht so sei? Warum sagt ihr, dass der Herr euch umerziehen wird, wenn wir so sein müssen, wie der Herr ist, eher er kommt, so wie es geschrieben steht? Warum glaubt ihr, dass ihr in dieser Welt so bleiben dürft, wenn der Herr kommt und erst dann, wenn der Herr kam, euch umerziehen wird, wenn der Herr uns zu sich nimmt, damit wir dort mit ihm wandeln können, in dem Charakter, den wir gebildet haben, eher er kam? Warum glaubt ihr an all die Lügen, wenn der Herr selbst sagte: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, niemand kommt in das Reich Gottes, wenn er nicht von neuem geboren wird.

Es steht sehr klar geschrieben, wenn die große Trübsal kommt, wird diese große Trübsal so sein, wie sie nie war und nie wieder sein wird. Wenn sie nie wieder so sein wird, warum glaubt ihr, dass danach noch etwas kommt? Denn, wenn sie nie wieder sein wird, wird es danach genauso sein – wenn diese Trübsal zu Ende geht – wie die Erde war, ehe sie erschaffen worden ist.

Ihr seid sehr töricht, wenn ihr an die Lügen der Welt glaubt, ihr seid sehr töricht, wenn ihr denen glaubt, die in den Kirchen und Religionen lehren, obwohl der Herr sagte: Die Schrift ist es, die von mir zeugt. Warum sucht ihr nach dem ewigen Leben irgendwo, wo es kein ewiges Leben gibt? Es gibt kein ewiges Leben in der Kirche, es gibt kein ewiges Leben in der Welt, sondern in der Schrift. Eure Religionen weichen von der Schrift ab und sind abgefallen. Ihr werdet durch einen Abfall kein ewiges Leben erlangen, sondern den ewigen Tod. Man erzählt euch nicht, dass ihr Sünder seid, man erzählt euch nicht, dass ihr lügt und betrügt, Ehe brecht, mordet und Meineidige seid, weil diejenigen, die es euch nicht sagen, selbst solche sind wie ihr. Sie werden euch nicht aufzeigen, was sie selbst nicht sehen können. Sie werden euch nicht erzählen, was sie selbst nicht können.

Warum versteht ihr nicht, wenn geschrieben steht, wer in Christus geboren wurde, ist eine neue Kreatur, eine neue Schöpfung? Warum sucht ihr immer wieder nach Ausreden, um euch nicht ändern zu müssen? Warum sucht ihr nach irgendetwas, um eures zu verteidigen, nur damit ihr nicht tun müsst, was geschrieben steht? Wie könnt ihr euch Kinder Gottes nennen, wenn ihr ausschlagt und verleugnet, was geschrieben steht?

Ihr richtet euch, mit eurem falschen Glauben, zu Grunde. Ihr verspottet den himmlischen Vater und seinen Sohn Jesus, ihr entheiligt die himmlische Familie, ihr entehrt sie und doch nennt ihr euch gerecht, obwohl ihr ungerecht seid. Denn Gerechtigkeit kennt keine Sünde, Gerechtigkeit liebt das Gesetz und trägt es im Herzen. Ihr wisst, dass geschrieben steht, dass Sünde Gesetzesübertretung ist und der Sold der Sünde ist der Tod, genau dieser Lohn, den der Herr Jesus einem jeden bringt, wenn er nicht tut und glaubt, was geschrieben steht.“
Botschaft an das Volk Gottes – Wer noch sündigt, wird die Wiederkunft Jesu nicht überleben!

Wie kann sich das Volk auf die große Trübsal vorbereiten?

Das ewige und heilige Wort Gottes, die ewige und heilige Wahrheit sagt:

Weil du das Wort meiner Geduld bewahrt hast, will auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird, zu versuchen, die auf Erden wohnen. Offenbarung 3:10

Lesen wir nun, was unser geliebter himmlischer Vater seiner geliebten Prophetin, Ellen G. White, dazu gab:

„Viele werden ihre gegenwärtigen Pflichten nicht wahrnehmen und sich ihres Lebens in Ruhe und Frieden und der Segnungen der Gegenwart nicht erfreuen, weil sie sich wegen der zukünftigen Ereignisse schon heute zersorgen. Das heißt nichts anderes, als die Zeit der Trübsal vorwegzunehmen. Für diese „vorgezogene“ trübselige Zeit werden wir keine Gnade empfangen. Selected Messages III, 383.384 (1884).

Gottes Kinder werden eine Zeit der Trübsal erleben, aber wir sollen ihnen das nicht ständig vor Augen halten. Dadurch sorgen wir nur dafür, daß sie unnötigerweise schon jetzt eine Zeit der Trübsal durchmachen. Es wird auch zu einer Sichtung unter Gottes Volk kommen, aber das ist nicht die Botschaft, die heute in die Gemeinden getragen werden soll.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 21

Glauben = Gott vertrauen üben!

Glauben heißt, Gott vertrauen, sich darauf verlassen, dass er uns liebt und weiß, was zu unserem Besten dient.“
Ellen G. White, Das Gebet (2010), S. 60

„Die Gegenwart des Vaters umgab Christum und nichts konnte ihm begegnen, als was die unendliche Liebe zum Segen der Welt zuließ. Hier war seine Quelle des Trostes und sie ist es auch für uns. Wer mit dem Geiste Christi erfüllt ist, bleibt in Christo. Was auch über ihn kommt, kommt von dem Heiland, der ihn mit seiner Gegenwart umgibt. Ohne des Herrn Willen kann nichts ihn berühren. Alle unsere Leiden und Kümmernisse, all unsere Versuchungen und Prüfungen, all unsere Traurigkeit und Trübsale, all unsere Verfolgungen und Entbehrungen, kurz, alle Dinge dienen zu unserem Besten. Alle Erfahrungen und Umstände sind Gottes Arbeitsleute, durch welche uns Gutes gebracht wird.“
Ellen G. White, In den Fußspuren des großen Arztes (1919), S. 396

„Die uns bevorstehende Zeit der Trübsal und Angst wird einen Glauben erfordern, der Mühsal, Verzug und Hunger erdulden kann, einen Glauben, der nicht wankt, wenn er auch schwer geprüft wird. Die Gnadenzeit wird allen gewährt, um sich auf jene Tage vorzubereiten. Jakob siegte, weil er ausdauernd und entschlossen war. Sein Sieg ist ein Beweis von der Kraft anhaltenden Gebets. Alle, die sich wie er auf die Verheißungen Gottes stützen und ebenso ernst und standhaft sind, wie er es war, werden gleich ihm Erfolg haben. Wer aber nicht willens ist, sich selbst zu verleugnen, vor Gott Reue zu zeigen und lange und ernstlich zu beten, wird seinen Segen nicht erlangen. Mit Gott ringen — wie wenige wissen, was das ist! Wie wenige Seelen haben mit heftigem Verlangen vor Gott ausgeharrt, bis jede Kraft aufs äußerste angespannt war! Wie wenige halten sich in unerschütterlichem Glauben an die Verheißungen Gottes, wenn die Wogen der Verzweiflung, die keine Sprache beschreiben kann, über den Bittenden hereinbrechen!

Die jetzt nur wenig Glauben üben, sind in der größten Gefahr, der Macht satanischer Täuschungen und dem Gewissenszwang zu unterliegen. Und selbst wenn sie die Prüfung überstehen, werden sie in der trübseligen Zeit in tieferen Jammer und größere Angst geraten, weil sie es nie gewohnt waren, auf Gott zu vertrauen. Die Lehren des Glaubens, die sie vernachlässigt haben, werden sie unter einem schrecklichen Druck der Entmutigung lernen müssen.

Wir sollten uns nun mit dem Wesen Gottes vertraut machen, indem wir seine Verheißungen erproben. Engel berichten jedes Gebet, das ernst und aufrichtig ist. Wir sollten eher die selbstsüchtigen Befriedigungen aufgeben, als die Gemeinschaft mit Gott vernachlässigen. Die tiefste Armut, die größte Selbstverleugnung mit Gott sind besser als Reichtümer, Ehrungen, Bequemlichkeit und Freundschaft ohne ihn. Wir müssen uns Zeit nehmen zum Gebet. Lassen wir unsere Gemüter von weltlichen Angelegenheiten in Anspruch nehmen, so gibt Gott uns vielleicht dazu die Zeit, indem er uns unsere Götzen, die in Reichtum, in Häusern oder fruchtbaren Ländereien bestehen, wegnimmt. …

Eine trübselige Zeit, wie nie zuvor gewesen ist, wird bald über uns hereinbrechen. Wir werden dann einer Erfahrung bedürfen, die wir jetzt nicht besitzen und die zu erstreben viele zu träge sind. Es geschieht oft, daß die Trübsal in der Vorstellung viel größer erscheint als sie in Wirklichkeit ist; dies ist aber nicht der Fall bei den uns bevorstehenden entscheidenden Prüfungen. Die lebhafteste Vorstellung kann die Größe der Feuerprobe nicht ermessen. In jener Zeit der Prüfung muß jeder für sich selbst vor Gott stehen. Wenngleich Noah, Daniel und Hiob im Lande wären, „so wahr ich lebe, spricht der Herr Herr, würden sie weder Söhne noch Töchter, sondern allein ihre eigene Seele durch ihre Gerechtigkeit erretten.“ Hesekiel 14,20.

Während unser großer Hoherpriester jetzt die Versöhnung für uns vollbringt, sollten wir versuchen in Christus vollkommen zu werden. Nicht mit einem Gedanken gab unser Heiland der Macht der Versuchung nach. Satan findet in menschlichen Herzen diesen oder jenen Makel, den er sich zunutze macht; manche sündhafte Neigung wird gepflegt, durch die seine Versuchungen ihre Macht behaupten. Christus aber erklärte von sich: „Es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir.“ Johannes 14,30. Satan vermochte nichts im Herzen des Sohnes Gottes zu finden, das ihm hätte helfen können, den Sieg davonzutragen. Christus hatte seines Vaters Gebote gehalten, und es war keine Sünde in ihm, deren sich Satan zu seinem Vorteil hätte bedienen können. Dies ist der Zustand, der jenen eigen sein muß, die in der trübseligen Zeit bestehen sollen.

Schon in diesem Leben müssen wir uns durch den Glauben an das versöhnende Blut Christi von der Sünde trennen. Unser mächtiger Heiland lädt uns ein, uns ihm anzuschließen, unsere Schwäche mit seiner Kraft, unsere Unwissenheit mit seiner Weisheit, unsere Unwürdigkeit mit seinem Verdienst zu verbinden. Gottes Vorsehung ist die Schule, in der wir die Sanftmut und Demut Jesu lernen sollen. Der Herr stellt uns stets das wahre Lebensziel vor Augen, nicht aber den Weg, den wir wählen möchten, der uns leichter und angenehmer erscheint. Es bleibt uns anheimgestellt, vereint mit den Kräften zu wirken, die der Himmel einsetzt, um unsere Charaktere nach dem göttlichen Vorbild zu gestalten. Niemand kann diese Aufgabe vernachlässigen oder aufschieben, ohne seine Seele in furchtbarer Weise zu gefährden.

Der Apostel Johannes hörte in einem Gesicht eine laute Stimme im Himmel, die ausrief: „Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer! denn der Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, daß er wenig Zeit hat.“ Offenbarung 12,12. Schrecklich sind die Ereignisse, die diesen Ausruf der himmlischen Stimme veranlassen. Der Zorn Satans nimmt zu, je weniger er Zeit hat. Seine Täuschungen und Zerstörungen erreichen ihren Höhepunkt in der trübseligen Zeit.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 614-616

Wie entkommt man den letzten sieben Plagen?

Das wurde uns von unserem geliebten himmlischen Vater durch seine geliebte Prophetin, Ellen G. White, gegeben:

„Dann wurden meine Augen von der Herrlichkeit abgewendet, und ich wurde auf die „Übrigen“ auf der Erde verwiesen. Der Engel sagte zu ihnen: „Wollt ihr den sieben letzten Plagen entkommen? Wollt ihr in die Herrlichkeit eingehen und alles ererben, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben, und willig sein, für ihn zu leiden? Wenn ihr das wollt, so müßt ihr sterben, damit ihr leben könnt. Macht euch bereit, macht euch bereit, macht euch bereit! Ihr müßt besser vorbereitet sein, als ihr es jetzt seid, denn ‚des Herrn Tag kommt, grausam, zornig, grimmig, das Land zu verstören und die Sünder daraus zu vertilgen‘. Opfert alles dem Herrn, legt alles auf seinen Altar — euch selbst, euer Eigentum und alles — als ein lebendiges Opfer. Es kostet alles, um in die Herrlichkeit einzugehen. Sammelt euch selbst Schätze im Himmel, wo sie kein Dieb erreichen, noch Rost zerstören kann. Ihr müßt hier Teilhaber der Leiden Christi sein, wenn ihr später an seiner Herrlichkeit teilhaben wollt.““
Ellen G. White, Frühe Schriften von Ellen G. White (1999), S. 86

Mit den Worten „Wenn ja, dann müsst ihr sterben, damit ihr leben könnt“ ist nicht der körperliche Tod gemeint.

Der Herr Jesus sagt und es steht geschrieben:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, so bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, so bringt es viele Frucht. Wer seine Seele liebt, der wird sie verlieren; wer aber seine Seele in dieser Welt haßt, wird sie zum ewigen Leben bewahren. Johannes 12:24-25

Durch seine Prophetin offenbart es der Herr Jesus noch detaillierter:

„Mit dieser Wahrheit verbindet der Herr die Lehre von der Selbstaufopferung, die alle lernen sollten: „Wer sein Leben liebhat, der wird‘s verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wird‘s erhalten zum ewigen Leben.“ Johannes 12,25. Jeder, der als Mitarbeiter Christi Frucht bringen will, muß erst in die Erde fallen und „sterben“; das Leben muß in die Ackerfurche der Weltnot geworfen werden, und Selbstliebe und Eigensucht müssen absterben. Das Gesetz der Selbstaufopferung ist das Gesetz der Selbsterhaltung. Der Landmann erhält sein Korn, indem er es fortwirft und der Erde anvertraut; so ist es auch im menschlichen Leben. Geben heißt leben! Das Leben, das erhalten bleibt, ist das Leben, welches freiwillig in den Dienst Gottes und der Menschen gestellt wird. Wer um Christi willen sein Leben in dieser Welt opfert, wird es für das ewige Leben bewahren.

Das eigennützige Leben gleicht dem Korn, das gegessen wird; es verschwindet, aber es vermehrt sich nicht. Ein Mensch mag dauernd für sich schaffen und sammeln; er mag für sich planen und denken — sein Leben wird vergehen und wird ihm nichts gebracht haben. Das Gesetz des Sich-selbst-Dienens ist im geistlichen Leben das Gesetz der Selbstvernichtung.

„Wer mir dienen will“, sagte Jesus, „der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.“ Johannes 12,26. Alle, die mit dem Herrn das Kreuz der Hingabe getragen haben, werden auch an seiner Herrlichkeit teilhaben. Es war des Heilandes Freude in seiner Erniedrigung und in seinem Schmerz, daß seine Jünger mit ihm verherrlicht würden. Sie sind die Frucht seiner Selbstaufopferung. Die Bekundung seines Wesens und seines Geistes im Leben der Jünger ist sein Lohn und wird in Ewigkeit seine Freude sein. Diese Freude teilen sie mit ihm, wenn sich die Frucht ihrer Arbeit und ihres Opfers im Leben und in den Herzen anderer zeigt. Sie sind des Herrn Mitarbeiter, und Gott wird sie ehren, wie er seinen Sohn ehrt.“
Ellen G. White, Das Leben Jesu (1973), S. 614-615

Das Gleiche sagt der Herr Jesus auch in seiner Botschaft an das Volk Gottes:

Wer leben will, der muss sterben, damit er leben kann. Wer leben will, dessen Ich muss sterben, der muss aufgeben, was er liebt, was der Welt ist. Wer leben will, der muss sterben, damit er leben kann. Denn nur, wer um meinetwillen stirbt, der wird sein Leben finden. Doch wer sein Leben in der Welt fand und das Leben, das in seinem Herzen frohlockt und der Welt dient, liebt, der wird sein Leben verlieren. Denn nur wer um meinetwillen, wer für mich und meinen Vater und für das Evangelium sein Leben verlor, der wird es wiedererhalten, in diesem und im nächsten Äon.

Nur derjenige, der alles ließ und damit bezeugt, dass er meinen Vater und mich mehr liebt als sich selbst, als das, was ihm lieb ist, als das, was er im Herzen trug, mehr als seine Frau, seine Eltern, seine Kinder und sein Hab und Gut. Nur der, der sein Leben verliert, für mich und für meinen Vater, nur der, der aus Liebe für mich und meinen Vater stirbt, wird leben. Denn wer in Seinem, was er liebt, was aus der Welt kommt, lebt, wird sterben, doch wer für mich in eurer Welt stirbt und was er liebte lässt, der wird für meinen Vater und für mich leben.

Dieser ist von den Toten zu den Lebendigen übergetreten, dies durch meinen Geist. Denn ihr könnt aus euch heraus nichts vollbringen, denn wenn ihr dies tun könntet, würdet ihr euch rühmen und einer würde den anderen übertreffen wollen. Doch damit dies nicht geschieht und weil ihr es aus euch heraus nicht könnt, weil ihr euch nicht retten könnt, weil ihr durch euren Abfall zu tief gesunken seid und was das Gesetz fordert, nicht vollbringen könnt, tut mein Geist in euch dies alles, damit ihr sterben könnt, um zu leben.

Denn nur der, der mir folgt, der lebt und der, der der Welt folgt, der ist tot. Dieser muss erst sterben, damit er durch mich leben kann. Sterbt, sterbt, wenn ihr leben wollt und lebt, lebt in eurem Leben, dem Leben der Welt, wenn ihr sterben wollt.

Seid gesegnet und Friede sei mit euch.

Amen
Botschaft an das Volk Gottes – Sterbt, wenn ihr leben wollt!

Du wirst geliebt, bist wertvoll und teuer erkauft, deshalb lasse dein Ich sterben, damit du das Ewige erhältst!

Unser himmlischer Bruder Jesus sagte und es steht geschrieben:

Wer an mich glaubt (wie die Schrift sagt), aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Johannes 7:38

Ihr erforschet die Schriften, weil ihr meinet, darin das ewige Leben zu haben; und sie sind es, die von mir zeugen. Johannes 5:39 

… Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, Johannes 8:31 

Bleibet in mir, und ich bleibe in euch! Gleichwie das Rebschoß von sich selbst keine Frucht bringen kann, wenn es nicht am Weinstock bleibt, also auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibet. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben; wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie das Rebschoß und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen. Wenn ihr in mir bleibet und meine Worte in euch bleiben, möget ihr bitten, was ihr wollt, so wird es euch widerfahren. Dadurch wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringet und meine Jünger werdet. Johannes 15:4-8

Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Johannes 17:17

Lesen wir nun, was unser geliebter himmlischer Vater seiner geliebten Prophetin, Ellen G. White, dazu gab:

„Bald wird der Zorn Gottes wie ein Schlag aus heiterem Himmel hereinbrechen, und wenn er damit beginnt, die Übertreter zu strafen, wird es bis zum Ende keine Pause mehr geben. Der Sturm des göttlichen Zornes braut sich zusammen, und nur solche werden ihm standhalten, die durch die Wahrheit in der Liebe Gottes geheiligt sind. Sie werden mit Christus in Gott verborgen, bis die Zerstörung vorübergegangen ist.“
Ellen G. White, Maranatha – Der Herr kommt (1999), S. 205

„Um uns durch die Fährnisse dieser finsteren Welt den Weg zum Himmel zu führen, wurde uns ein besonderes Buch gegeben. Es sagt uns, wie wir dem Zorn Gottes entrinnen können. Es spricht von Christi Leiden für uns, von dem großen Opfer, das er darbrachte, damit wir gerettet würden und uns in Ewigkeit der Gegenwart Gottes erfreuen können. Wenn manche, die die Wahrheit in unserem Lande — einem Land voller Erkenntnis — vernommen haben, schließlich zurückbleiben, tragen sie selbst die Verantwortung dafür: sie werden keine Entschuldigung finden. Das Wort Gottes sagt uns, was wir tun müssen, um vollkommene Christen zu werden und den sieben letzten Plagen zu entgehen. Aber jene hatten kein Interesse am Studium des Wortes Gottes und ließen sich durch andere Dinge ablenken. Sie trieben Abgötterei, vernachlässigten und mißachteten das heilige Wort Gottes. Viele, die sich Christen nennen, haben Gott nicht ernst genommen. Wenn sein heiliges Wort sie jedoch am Jüngsten Tag richten wird, werden sie zu leicht befunden werden. Das Wort, das sie um nichtssagender Erzählungen willen beiseite gesetzt haben, entscheidet nun ihr Leben. Ihre Beweggründe, Worte und Werke sowie die Art und Weise, wie sie ihre Zeit nutzten, werden mit dem geschriebenen Wort Gottes verglichen; und wenn sie dann diesem Maßstab nicht entsprochen haben, wird ihr Urteil für immer gefällt sein.“
Ellen G. White, Aus der Schatzkammer der Zeugnisse – Band 1 (1975), S. 31-32

Gott hat uns sein heiliges Wort gegeben, damit es alle erforschen können, um den Weg zum ewigen Leben kennenzulernen. Wenn sich alle Menschen den Heilsbedingungen unterwürfen, die im Worte Gottes niedergelegt sind, brauchte niemand diesen Weg zu verfehlen. Sie alle haben nicht nur Gelegenheit, sich ein Wesen anzueignen, das der Gnade des ewigen Lebens entspricht, sondern sie werden auch in der Lage sein, sich für Leben oder Tod zu entscheiden. Der Mensch wird sich nach seiner Erkenntnis verantworten müssen. Seine Unwissenheit und Irrtümer werden nicht angerechnet, wenn das Licht nicht zu ihm gebracht worden ist. Es gilt nicht als Sünde, etwas nicht angenommen zu haben, was man nicht wußte. Ehe Jesus das Allerheiligste verläßt, werden alle Menschen geprüft werden. Diese Zeit endet, wenn die Fürsprache für Sünder abgeschlossen ist und die Kleider der Rache angelegt werden.

Viele vertreten die Auffassung, daß noch eine Gnadenzeit gewährt sei, nachdem Jesus seine hohepriesterliche Aufgabe im Allerheiligsten beendet hat. Das ist jedoch eine Spitzfindigkeit Satans. Gott prüft und erprobt die Welt auf Grund der Erkenntnis, die er ihr nach seinem Wohlgefallen vor dem Kommen Christi verleiht. In dieser Zeit wird sich entscheiden, wer das Leben oder den Tod verdient. Doch die Gnadenzeit für jene Menschen, die ein sündiges Leben der Vorbereitung auf das ewige Heil vorgezogen haben, schließt, wenn Christi Dienst unmittelbar vor seinem Erscheinen aufhört.

Wer das weltliche Leben liebt, fleischlichen Sinnes ist und Gott feindlich gegenübersteht, sollte sich nicht der Hoffnung hingeben, daß noch nach dem Erscheinen des Heilandes in den Wolken des Himmels eine Gnadenfrist zugebilligt würde. Das fleischliche Herz, das sich weder fügen noch unterordnen will, wird durch diese verlockende Meinung irregeleitet werden. Viele werden sich in Sicherheit wiegen und sich weiterhin gegen Gott empören sowie sich mit der völlig unbegründeten Hoffnung trösten, daß es dann Zeit und Gelegenheit geben wird, zu der sie ihre Sünden bereuen und die Wahrheit annehmen können, die sie jetzt nicht annehmen wollen, weil sie ihren natürlichen Neigungen und Wünschen widerspricht und sie außerdem nichts für sie übrighaben. Wenn sie jedoch nichts mehr zu verlieren haben, glauben sie, daß nun ihre Zeit gekommen sei, die Erlösung anzunehmen.

Die Heilige Schrift enthält manche schwer verständlichen Aussagen, die nach den Worten Petri von den Unwissenden und Leichtfertigen zu ihrem eigenen Unheil verdreht werden. Es mag stimmen, daß wir in diesem Leben nicht imstande sein werden, den Sinn jeder Schriftstelle zu erhellen; es gibt jedoch keine heilswichtigen Punkte der Botschaft Gottes, die in Dunkel gehüllt sind. Wenn nach Gottes Vorsehung für die Welt die Zeit kommen wird, wo es heißt, die Bewährungsprobe in der Wahrheit Gottes zu bestehen, dann schenkt der Geist Gottes dem Menschen die Erkenntnis, um die Schrift sogar unter Fasten und Beten zu durchforschen, bis Glied auf Glied offenbar geworden und zu einer vollkommenen Kette verbunden ist. Jede Tatsache, die sich unmittelbar auf das Heil der Menschen bezieht, wird so einprägsam dargelegt, daß es niemand nötig hat, zu irren oder in Unwissenheit zu leben.“
Ellen G. White, Aus der Schatzkammer der Zeugnisse – Band 1 (1975), S. 286-287

Die Zerstörung Jerusalems ist eine furchtbare und ernste Warnung an alle, die die letzte Gnadenbotschaft verwerfen!

„Vom Gipfel des Ölberges herab schaute Jesus auf Jerusalem. Lieblich und friedvoll breitete sich die Landschaft vor ihm aus. Es war die Zeit des Passahfestes, und aus allen Ländern hatten sich die Kinder Jakobs versammelt, um dies große Nationalfest zu feiern. Inmitten von Gärten, Weinbergen und grünen, mit Zelten der Pilger übersäten Abhängen erhoben sich die terrassenförmig abgestuften Hügel, die stattlichen Paläste und massiven Bollwerke der Hauptstadt Israels. Die Tochter Zion schien in ihrem Stolz zu sagen: „Ich sitze als Königin …, und Leid werde ich nicht sehen.“ Offenbarung 8,7. Sie war so anmutig und wähnte sich der Gunst des Himmels sicher wie ehedem, als der königliche Sänger ausrief: „Schön ragt, empor der Berg Zion, des sich das ganze Land tröstet; … die Stadt des großen Königs.“ Psalm 48,3. Unmittelbar vor ihm lagen die prächtigen Gebäude des Tempels. Die Strahlen der sinkenden Sonne ließen das schneeige Eis seiner marmornen Mauern aufblitzen und leuchteten von dem goldenen Tor, dem Turm und der Zinne wider. In vollendeter Schönheit stand Zion da, der Stolz der jüdischen Nation. Welches Kind Israels konnte dieses Bild ohne Freude und Bewunderung betrachten! Doch Jesus dachte an etwas ganz anderes. „Als er nahe hinzukam, sah er die Stadt an und weinte über sie.“ Lukas 19,41.

In der allgemeinen Freude des triumphierenden Einzuges, während Palmzweige ihm entgegenwehten, fröhliche Hosiannarufe von den Hügeln widerhallten und Tausende von Stimmen ihn zum König ausriefen, überwältigte den Welterlöser ein plötzlicher und geheimnisvoller Schmerz. Der Sohn Gottes, der Verheißene Israels, dessen Macht den Tod besiegt und seine Gefangenen aus den Gräbern hervorgerufen hatte, weinte — keine Tränen gewöhnlichen Wehs, sondern Tränen eines unaussprechlichen, seelischen Schmerzes.

Christi Tränen flossen nicht um seinetwillen, obgleich er genau wußte, wohin sein Weg ihn führte. Vor ihm lag Gethsemane, der Schauplatz seines bevorstehenden Leidens. Das Schaftor, durch das seit Jahrhunderten die Schlachtopfer geführt worden waren, und das sich auch vor ihm auftun sollte, wenn er wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt würde, war ebenfalls zu sehen. Jesaja 53,7. Nicht weit davon lag Golgatha, die Stätte der Kreuzigung. Auf den Pfad, den er bald zu betreten hatte, mußten die Schatten tiefer Finsternis fallen, da Christus seine Seele zu einem Sühnopfer für die Sünde geben sollte. Doch es war nicht der Anblick dieser Schauplätze, der in dieser Stunde allgemeiner Fröhlichkeit Schatten auf ihn warf. Keinerlei Ahnungen von seiner eigenen übermenschlichen Angst trübten das selbstlose Gemüt. Er beweinte das Los der Tausende in Jerusalem, die Blindheit und Unbußfertigkeit derer, die zu segnen und zu retten er gekommen war.

„Wenn doch auch du erkenntest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient! Aber nun ist‘s vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen, dich belagern und an allen Orten ängsten; und werden dich schleifen und keinen Stein auf dem andern lassen, darum daß du nicht erkannt hast die Zeit, darin du heimgesucht bist.“ Lukas 19,42-44.

Die Geschichte der besonderen Gunst und Fürsorge Gottes, die er seit über tausend Jahren dem auserwählten Volk bekundet hatte, lag offen vor den Blicken Jesu. Dort erhob sich der Berg Morija, auf dem der Sohn der Verheißung, ein ergebenes Opfer, auf dem Altar gebunden worden war (1.Mose 22,9) — ein Sinnbild des Opferweges des Sohnes Gottes. Dort war der Bund des Segens, die glorreiche messianische Verheißung, dem Vater der Gläubigen bestätigt worden. 1.Mose 22,16-18. Dort hatten die gen Himmel aufsteigenden Flammen des Opfers auf der Tenne Ornans das Schwert des Würgeengels abgewandt (1.Chronik 21) — ein passendes Symbol von des Heilandes Opfer für die schuldigen Menschen. Jerusalem war von Gott vor der ganzen Erde geehrt worden. Der Herr hatte „Zion erwählt“, er hatte „Lust, daselbst zu wohnen“. Psalm 132,13. Dort hatten die heiligen Propheten jahrhundertelang ihre Warnungsbotschaften verkündigt. Die Priester hatten ihre Rauchnäpfe geschwungen, und der Weihrauch war mit den Gebeten der Frommen zu Gott aufgestiegen. Auf diesem Berg hatte man täglich das Blut der geopferten Lämmer, die auf das Lamm Gottes hinwiesen, dargebracht. Dort hatte der Herr in der Wolke der Herrlichkeit über dem Gnadenstuhl seine Gegenwart offenbart. Dort hatte der Fuß jener geheimnisvollen Leiter geruht, die die Erde mit dem Himmel verband (1.Mose 28,12; Johannes 1,51) — jener Leiter, auf der die Engel Gottes auf- und niederstiegen und die der Welt den Weg in das Allerheiligste öffnete. Hätte Israel als Nation dem Himmel seine Treue bewahrt, so würde Jerusalem, die auserwählte Stadt Gottes, ewig gestanden haben. Jeremia 17,21-25. Aber die Geschichte jenes bevorzugten Volkes war ein Bericht über Abtrünnigkeit und Empörung. Es hatte sich der Gnade des Himmels widersetzt und die ihm gestellte Aufgabe mißachtet.

Die Israeliten „spotteten der Boten Gottes und verachteten seine Worte und äfften seine Propheten“ (2.Chronik 36,15.16), und doch hatte Gott sich ihnen immer noch als der „Herr, Gott, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue“ (2.Mose 34,6) erwiesen. Ungeachtet wiederholter Zurückweisungen war ihnen immer wieder seine Gnade nachgegangen. Mit mehr als väterlicher, mitleidsvoller Liebe für das Kind seiner Fürsorge sandte Gott „zu ihnen durch seine Boten früh und immerfort; denn er schonte seines Volks und seiner Wohnung“. 2.Chronik 36,15. Nachdem alle Ermahnungen, Bitten und Zurechtweisungen erfolglos geblieben waren, sandte er ihnen die beste Gabe des Himmels, ja, er schüttete den ganzen Himmel in jener einen Gabe über sie aus.

Der Sohn Gottes selbst wurde gesandt, um die unbußfertige Stadt zur Umkehr zu bewegen. War es doch Christus, der Israel als einen guten Weinstock aus Ägypten geholt hatte. Psalm 80,9. Seine eigene Hand hatte die Heiden vor ihm her ausgetrieben. Den Weinstock pflanzt er „an einen fetten Ort“. In seiner Fürsorge baute er einen Zaun um ihn herum und sandte seine Knechte aus seinen Weinstock zu pflegen. „Was wollte man doch mehr tun an meinem Weinberge, daß ich nicht getan habe?“, ruft er aus. Doch als er „wartete, daß er Tauben brächte“, hat er „Herlinge gebracht“. Jesaja 5,1-4. Dennoch kam er mit einer noch immer sehnsüchtigen Hoffnung auf Fruchtbarkeit persönlich in seinen Weinberg, damit dieser, wenn möglich, vor dem Verderben bewahrt bliebe. Er lockerte die Erde um den Weinstock herum; er beschnitt und pflegte ihn. Unermüdlich wahren seine Bemühungen, diesen mit eigenen Händen gepflanzten Weinstock zu retten.

Drei Jahre lang war der Herr des Lichts und der Herrlichkeit unter seinem Volk ein- und ausgegangen. Er war umhergezogen und hatte wohlgetan und gesund gemacht alle, die vom Teufel überwältigt waren; er hatte die zerstoßenen Herzen geheilt, die Gefangenen befreit, die Blinden sehend gemacht. Er hieß die Lahmen gehen und die Tauben hören, er reinigte die Aussätzigen, weckte die Toten auf und verkündigte den Armen das Evangelium. Apostelgeschichte 10,38; Lukas 4,18; Matthäus 11,5. Allen Menschen ohne Unterschied galt die gnadenreiche Einladung: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Matthäus 11,28.

Obgleich ihm Gutes mit Bösem und Liebe mit Haß belohnt wurde (Psalm 109,5), war er doch unverwandt seiner Mission der Barmherzigkeit nachgegangen. Nie waren die Menschen abgewiesen worden, die seine Gnade gesucht hatten. Selbst ein heimatloser Wanderer, dessen tägliches Teil Schmach und Entbehrung hieß, hatte er gelebt, um den Bedürftigen zu dienen, das Leid der Menschen zu lindern und Seelen zur Annahme der Gabe des Lebens zu bewegen. Wenn sich auch die Wogen der Gnade an widerspenstigen Herzen brachen, sie kehrten mit einer noch stärkeren Flut mitleidsvoller, unaussprechlicher Liebe zurück. Aber Israel hatte sich von seinem besten Freund und einzigen Helfer abgewandt, hatte die Mahnungen seiner Liebe verachtet, seine Ratschläge verschmäht, seine Warnungen verlacht.

Die Stunde der Hoffnung und der Gnade neigte sich dem Ende zu; die Schale des lange zurückgehaltenen Zornes Gottes war nahezu gefüllt. Die nunmehr unheildrohende Wolke, die sich in den Jahren des Abfalls und der Empörung gebildet hatte, war im Begriff, sich über ein schuldiges Volk zu entladen. Der allein sie vor dem bevorstehenden Schicksal hätte bewahren können, war verachtet, mißhandelt, verworfen worden und sollte bald gekreuzigt werden. Christi Kreuzestod auf Golgatha würde Israels Zeit als einer von Gott begünstigten und gesegneten Nation beenden. Der Verlust auch nur einer Seele ist ein Unglück, das unendlich schwerer wiegt als die Vorteile und Reichtümer der Welt. Als Christus auf Jerusalem blickte, sah er das Schicksal einer ganzen Stadt, einer ganzen Nation vor seinem inneren Auge abrollen — jener Stadt, jener Nation, die einst die Auserwählte Gottes, sein ausschließliches Eigentum gewesen war.

Propheten hatten über den Abfall der Kinder Israel und über die schrecklichen Verwüstungen, die ihre Sünden heraufbeschworen, geweint. Jeremia wünschte, daß seine Augen Tränenquellen wären, um Tag und Nacht die Erschlagenen der Tochter seines Volkes und des Herrn Herde, die gefangengenommenen worden war, beweinen zu können. Jeremia 8,23; Jeremia 13,17. Welchen Schmerz muß da Christus empfunden haben, dessen prophetischer Blick nicht Jahre, sondern ganze Zeitalter umfaßte! Er sah den Würgeengel mit dem gegen die Stadt erhobenen Schwert, die so lange Wohnstätte des Höchsten gewesen war. Von der Spitze des Ölberges, von derselben Stelle, die später von Titus und seinem Heer besetzt wurde, schaute er über das Tal auf die heiligen Höfe und Säulenhallen, und vor seinem tränenumflorten Auge tauchte eine schreckliche Vision auf: die Stadtmauern waren von einem feindlichen Heer umzingelt. Er hörte das Stampfen der sich sammelnden Horden, vernahm die Stimme der in der belagerten Stadt nach Brot schreienden Mütter und Kinder. Er sah ihren heiligen, prächtigen Tempel, die Paläste und Türme den Flammen preisgegeben, und dort, wo diese Bauwerke sich einst erhoben, schaute er nur einen rauchenden Trümmerhaufen.

Den Zeitenfluß überblickend, sah er das Bundesvolk in alle Länder zerstreut wie Schiffbrüchige an einem öden Strand. In der irdischen Vergeltung, die sich anschickte, seine Kinder heimzusuchen, sah er die ersten Tropfen aus jener Zornesschale, die sie beim Gericht bis zur Neige leeren müssen. Sein göttliches Erbarmen und seine mitleidsvolle Liebe fanden ihren Ausdruck in den klagenden Worten: „Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!“ Matthäus 23,37. Oh, hättest, du, das vor allen andern bevorzugte Volk, die Zeit deiner Heimsuchung und das, was zu deinem Frieden diente, erkannt! Ich habe den Engel des Gerichts aufgehalten, ich habe dich zur Buße gerufen, aber umsonst. Nicht nur Knechte, Boten und Propheten hast du abgewiesen, auch den Heiligen Israels, deinen Erlöser, hast du verworfen. Wenn du vernichtet wirst, so bist du allein dafür verantwortlich. „Ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben haben möchtet.“ Johannes 5,40.

Christus sah in Jerusalem ein Sinnbild der in Unglauben und Empörung verhärteten Welt, die dem vergeltenden Gericht Gottes entgegen eilt. Die Leiden eines gefallenen Geschlechtes bedrückten seine Seele, und seinen Lippen entrang sich jener außerordentlich bittere Aufschrei. Er sah im menschlichen Elend, in Tränen und Blut die Spuren der Sünde, sein Herz wurde von unendlichem Mitleid mit den Bedrängten und Leidenden auf dieser Erde bewegt; er sehnte sich danach, ihnen allen Erleichterung zu verschaffen. Aber selbst seine Hand konnte nicht die Flut menschlichen Elends abwenden; denn nur wenige würden die Quelle ihrer einzigen Hilfe suchen. Er war bereit, in den Tod zu gehen, um ihnen die Erlösung zu ermöglichen; aber nur wenige kämen zu ihm, um das Leben zu ererben.

Die Majestät des Himmels in Tränen! Der Sohn des ewigen Gottes niedergebeugt von Seelenangst! Dieser Anblick setzte den ganzen Himmel in Erstaunen. Jene Szene offenbart uns die überaus große Verderbtheit der Sünde; sie zeigt, welch eine schwere Aufgabe es selbst für die göttliche Allmacht ist, die Schuldigen von den Folgen der Übertretung des Gesetzes zu retten. Auf das letzte Geschlecht herabblickend, sah Jesus die Welt von einer Täuschung befallen, ähnlich der, die zur Zerstörung Jerusalems führen sollte. Die große Sünde der Juden war die Verwerfung Christi; das große Vergehen der christlichen Welt wäre die Verwerfung des Gesetzes Gottes, der Grundlage seiner Regierung im Himmel und auf Erden. Die Gebote des Herrn würden verachtet und verworfen werden. Millionen Menschen in den Banden der Sünden, Sklaven Satans, verurteilt, den ewigen Tod zu erleiden, würden sich in den Tagen ihrer Heimsuchung weigern, auf die Worte der Wahrheit zu lauschen. Schreckliche Blindheit; seltsame Verblendung!

Als Christus zwei Tage vor dem Passahfest zum letztenmal den Tempel verließ, wo er die Scheinheiligkeit der jüdischen Obersten bloßgestellt hatte, ging er abermals mit seinen Jüngern nach dem Ölberg und setzte sich mit ihnen auf einen grasbewachsenen Abhang, von dem man die Stadt gut überblicken konnte. Noch einmal schaute er auf ihre Mauern, Türme und Paläste; noch einmal betrachtete er den Tempel in seiner blendenden Pracht, dieses Diadem der Schönheit, das den heiligen Berg krönte.

1000 Jahre zuvor war die Güte Gottes gegenüber Israel von dem Psalmisten gepriesen worden, weil er ihr heiliges Haus zu seiner Wohnstätte gemacht hatte: „Zu Salem ist sein Gezelt, und seine Wohnung zu Zion.“ Er „erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, welchen er liebte, und baute sein Heiligtum hoch, wie die Erde, die ewiglich fest stehen soll“. Psalm 76,3; Psalm 78,68.69. Der erste Tempel war in der Glanzzeit der Geschichte Israels errichtet worden. Große Vorräte an Schätzen hatte einst zu diesen Zweck König David angesammelt. Die Baupläne waren durch göttliche Eingebung entworfen worden. 1.Chronik 28,12.19. Salomo, der weiseste der Herrscher Israels, hatte das Werk vollendet. Dieser Tempel war das herrlichste Gebäude, das die Welt je gesehen hatte, doch der Herr erklärte durch den Propheten Haggai betreffs des zweiten Tempels: „Es soll die Herrlichkeit dieses letzten Hauses größer werden, denn des ersten gewesen ist.“ „Ja, alle Heiden will ich bewegen. Da soll dann kommen aller Heiden Bestes; und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der Herr Zebaoth.“ Haggai 2,9.7.

Nach der Zerstörung des Tempels durch Nebukadnezar wurde er von 520 bis 560 v. Chr. wieder erbaut von einem Volk, daß aus einer ein Menschenleben währenden Gefangenschaft in ein verwüstetes und nahezu verlassenes Land zurückgekehrt war. Darunter befanden sich bejahrte Männer, die die Herrlichkeit des salomonischen Tempels gesehen hatten und nun bei der Grundsteinlegung des neuen Gebäudes weinten, daß es so sehr hinter dem ersten zurückstehen müsse. Das damals herrschende Gefühl wird von dem Propheten eindringlich beschrieben: „Wer ist unter euch übriggeblieben, der dies Haus in seiner vorigen Herrlichkeit gesehen hat? und wie seht ihr‘s nun an? Ist‘s nicht also, es dünkt euch nichts zu sein?“ Haggai 2,3; Esra 3,12. Dann wurde die Verheißung gegeben, daß die Herrlichkeit dieses letzten Hauses größer sein sollte denn die des vorigen.

Der zweite Tempel erreichte jedoch weder die Großartigkeit des ersten, noch wurde er durch jene sichtbaren Zeichen der göttlichen Gegenwart geheiligt, die dem ersten Tempel eigen waren. Keine übernatürliche Macht offenbarte sich bei seiner Einweihung; die Wolke der Herrlichkeit erfüllte nicht das neuerrichtete Heiligtum; kein Feuer fiel vom Himmel hernieder, um das Opfer auf dem Altar zu verzehren. Die Herrlichkeit Gottes thronte nicht mehr zwischen den Cherubim im Allerheiligsten; die Bundeslade, der Gnadenstuhl und die Gesetzestafeln wurden nicht darin gefunden. Keine Stimme erscholl vom Himmel, um dem fragenden Priester den Willen des Höchsten kundzutun.

Jahrhundertelang versuchten die Juden vergebens zu zeigen, inwiefern jene durch Haggai ausgesprochene Verheißung Gottes erfüllt worden war. Stolz und Unglauben verblendeten jedoch ihren Geist, so daß sie die wahre Bedeutung der Worte des Propheten nicht verstehen konnten. Der zweite Tempel wurde nicht durch die Wolke der Herrlichkeit des Herrn geehrt, sondern durch die lebendige Gegenwart des Einen, in dem die Fülle der Gottheit leibhaftig wohnte … offenbart im Fleisch. Als der Mann von Nazareth in den heiligen Vorhöfen lehrte und heilte, war er tatsächlich als „aller Heiden Bestes“ zu seinem Tempel gekommen. Durch die Gegenwart Christi, und nur dadurch, übertraf der zweite Tempel die Herrlichkeit des ersten. Aber Israel stieß die angebotene Gabe des Himmels von sich. Mit dem demütigen Lehrer, der an jenem Tage durch das goldene Tor hinausging, wich die Herrlichkeit für immer vom Tempel, und damit waren die Worte des Heilandes schon erfüllt: „Siehe euer Haus soll euch wüst gelassen werden.“ Matthäus 23,38.

Die Jünger waren bei Jesu Prophezeiung von der Zerstörung des Tempels mit Scheu und Staunen erfüllt worden, und sie wünschten, daß er ihnen die Bedeutung seiner Worte erläuterte. Reichtum, Arbeit und Baukunst waren über 40 Jahre lang in freigebiger Weise zur Verherrlichung des Tempels eingesetzt worden. Herodes der Große hatte dafür sowohl römischen Reichtum als auch jüdische Schätze dafür aufgewandt, und sogar der römische Kaiser hatte ihn mit seinen Geschenken bereichert. Massive Blöcke weißen Marmors von geradezu unwahrscheinlicher Größe, zu diesem Zweck aus Rom herbeigeschafft, bildeten einen Teil seines Baues; und darauf lenkten die Jünger die Aufmerksamkeit ihres Meisters, als sie sagten: „Meister, siehe, welche Steine und welch ein Bau ist das!“ Markus 13,1.

Auf diese Worte gab Jesus die erste und bestürzende Erwiderung: „Wahrlich ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde.“ Matthäus 24,2.

Die Jünger verbanden mit der Zerstörung Jerusalems die Ereignisse der persönlichen Wiederkunft Christi in zeitlicher Herrlichkeit, um den Thron des Weltreiches einzunehmen, die unbußfertigen Juden zu strafen und das römische Joch zu zerbrechen. Der Herr hatte ihnen gesagt, daß er wiederkommen werde; deshalb richteten sich ihre Gedanken bei der Erwähnung der göttlichen Strafgerichte über Jerusalem auf jene Wiederkunft. Und als sie auf dem Ölberg um den Heiland versammelt waren, fragten sie ihn: „Sage uns, wann wird das geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und des Endes der Welt?“ Matthäus 24,3.

Die Zukunft war den Jüngern barmherzigerweise verhüllt. Hätten sie zu jener Zeit die zwei furchtbaren Tatsachen — des Heilandes Leiden und Tod sowie die Zerstörung ihrer Stadt und des Tempels — völlig verstanden, so wären sie von Entsetzen überwältigt worden. Christus gab ihnen einen Umriß der wichtigsten Ereignisse, die vor dem Ende der Zeit eintreten sollen. Seine Worte wurden damals nicht völlig begriffen; aber ihr Sinn sollte enthüllt werden, sobald sein Volk der darin gegebenen Belehrung bedurfte. Die von ihm ausgesprochene Prophezeiung galt einem doppelten Geschehen: sie bezog sich auf die Zerstörung Jerusalems, und gleichzeitig schilderte sie die Schrecken des Jüngsten Tages.

Jesus erzählte den lauschenden Jüngern von den Strafgerichten, die über das abtrünnige Israel kommen würden, und sprach besonders von der vergeltenden Heimsuchung, die es wegen der Verwerfung und Kreuzigung des Messias ereilen sollte. Untrügliche Zeichen würden dem furchtbaren Ende vorausgehen. Die gefürchtete Stunde bräche schnell und unerwartet herein. Der Heiland warnte seine Nachfolger: „Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung (davon gesagt ist durch den Propheten Daniel), daß er steht an der heiligen Stätte (wer das liest, der merke darauf!), alsdann fliehe auf die Berge, wer im jüdischen Lande ist.“ Matthäus 24,15.16; Lukas 21,20. Wenn die Römer ihre Standarten mit den heidnischen Symbolen auf den heiligen Boden, der sich auch auf einige hundert Meter Landes außerhalb der Stadtmauern erstreckte, aufgepflanzt hätten, dann sollten sich die Nachfolger Christi durch die Flucht retten. Sobald das Warnungszeichen sichtbar würde, dürften alle, die entrinnen wollen, nicht zögern; im ganzen Land Judäa wie in Jerusalem selbst müßte man dem Zeichen der Flucht sofort gehorchen. Wer gerade auf dem Dache wäre, dürfte nicht ins Haus gehen, selbst nicht um seine wertvollsten Schätze zu retten. Wer auf dem Feld oder im Weinberg arbeitete, sollte sich nicht die Zeit nehmen, wegen des Oberkleides, das er wegen der Hitze des Tages abgelegt hatte, zurückzukehren. Sie dürften keinen Augenblick zögern, wenn sie nicht bei der allgemeinen Zerstörung mit zugrunde gehen wollten.

Während der Regierungszeit des Herodes war Jerusalem nicht nur bedeutend verschönert worden, sondern durch die Errichtung von Türmen und Mauern und Festungswerken war die von Natur schon geschützte Stadt, wie es schien, uneinnehmbar geworden. Wer zu dieser Zeit öffentlich ihre Zerstörung vorhergesagt hätte, wäre wie einst Noah ein verrückter Schwarzseher genannt worden. Christus hatte jedoch gesagt: „Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Matthäus 24,35. Weil die Kinder Israel gesündigt hatten, war Jerusalem Gottes Zorn angedroht worden. Ihr hartnäckiger Unglaube besiegelte ihr Schicksal.

Der Herr hatte durch den Propheten Micha erklärt: „So höret doch dies, ihr Häupter im Hause Jakob und ihr Fürsten im Hause Israel, die ihr das Recht verschmähet und alles, was aufrichtig ist, verkehret; die ihr Zion mit Blut bauet und Jerusalem mit Unrecht: Ihre Häupter richten um Geschenke, ihre Priester lehren um Lohn, und ihre Propheten wahrsagen um Geld, verlassen sich auf den Herrn und sprechen: Ist nicht der Herr unter uns? Es kann kein Unglück über uns kommen.“ Micha 3,9-11.

Diese Worte schildern genau die verderbten und selbstgerechten Einwohner Jerusalems. Während sie behaupteten, die Vorschriften des Gesetzes Gottes streng zu beachten, übertraten sie alle seine Grundsätze. Sie haßten Christus, weil seine Reinheit und Heiligkeit ihre Bosheit offenbarte. Sie klagten ihn an, die Ursache all des Unglücks zu sein, das infolge ihrer Sünden sie bedrängte. Obwohl sie wußten, daß er sündlos war, erklärten sie für die Sicherheit ihrer Nation seinen Tod als notwendig. „Lassen wir ihn also“, sagten die jüdischen Obersten, „so werden sie also an ihn glauben; so kommen dann die Römer und nehmen uns Land und Leute.“ Wenn Christus geopfert würde, könnten sie noch einmal ein starkes, einiges Volk werden, so urteilten sie und stimmten der Entscheidung ihres Hohenpriesters zu, daß es besser sei, „ein Mensch sterbe … denn daß das ganze Volk verderbe“. Johannes 11,48.50.

Auf diese Weise hatten die führenden Juden „Zion mit Blut … und Jerusalem mit Unrecht“ gebaut, und während sie ihren Heiland töteten, weil er ihre Sünden getadelt hatte, war ihre Selbstgerechtigkeit so groß, daß sie sich als das begnadete Volk Gottes betrachteten und vom Herrn erwarteten, er werde sie von ihren Feinden befreien. „Darum“, fuhr der Prophet fort, „wird Zion um euretwillen wie ein Acker gepflügt werden, und Jerusalem wird zum Steinhaufen werden und der Berg des Tempels zu einer Höhe wilden Gestrüpps.“ Micha 3,10.12.

Nachdem das Schicksal Jerusalems von Christus selbst verkündet worden war, hielt der Herr seine Strafgerichte über Stadt und Volk fast 40 Jahre zurück. Bewundernswert war die Langmut Gottes gegen jene, die sein Evangelium verworfen und seinen Sohn gemordet hatten. Das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum zeigt uns das Verhalten Gottes gegenüber dem jüdischen Volk. Das Gebot war ausgegangen: „Haue ihn ab! was hindert er das Land?“ Lukas 13,7. Aber die göttliche Gnade verschonte das Volk noch eine letzte Zeit. Es gab noch viele Juden, denen der Charakter und das Werk Christi unbekannt waren; die Kinder hatten nicht die günstigen Gelegenheiten gehabt und nicht das Licht empfangen, das ihre Eltern zurückgewiesen hatten. Durch die Predigt der Apostel und ihrer Glaubensgefährten wollte Gott auch ihnen das Licht scheinen lassen; sie durften erkennen, wie die Prophezeiung nicht nur durch die Geburt und das Leben Christi, sondern auch durch seinen Tod und seine Auferstehung erfüllt worden war. Die Kinder wurden nicht um der Sünden ihrer Eltern willen verurteilt; sobald sie aber trotz der Kenntnis alles Lichtes, das ihren Eltern gegeben worden war, das hinzugekommene, ihnen selbst gewährte Licht verwarfen, wurden sie Teilhaber der Sünden ihrer Eltern und füllten das Maß ihrer Missetat.

Gottes Langmut gegen Jerusalem bestärkte die Juden nur in ihrer hartnäckigen Unbußfertigkeit. In ihrem Haß und in ihrer Grausamkeit gegen die Jünger Jesu verwarfen sie das letzte Anerbieten der Gnade. Daraufhin entzog Gott ihnen seinen Schutz; er beschränkte die Macht Satans und seiner Engel nicht länger, und die jüdische Nation wurde der Herrschaft des Führers überlassen, den sie sich erwählt hatte. Ihre Kinder verschmähten die Gnade Christi, die sie befähigt hätte, ihre bösen Triebe zu unterdrücken, und diese bekamen nun die Oberhand. Satan erweckte die heftigsten und niedrigsten Leidenschaften der Seele. Die Menschen handelten ohne Überlegung; sie waren von Sinnen, nur noch erfüllt von Begierde und blinder Wut. Sie wurden satanisch in ihrer Grausamkeit. In der Familie wie unter dem Volk, unter den höchsten wie unter den niedrigsten Klassen herrschten Argwohn, Neid, Haß, Streit, Empörung, Mord. Nirgends war Sicherheit zu finden. Freunde und Verwandte verrieten einander. Eltern erschlugen ihre Kinder und Kinder ihre Eltern. Die Führer des Volkes hatten nicht die Kraft sich selbst zu beherrschen. Ungezügelte Leidenschaften machten sie zu Tyrannen. Die Juden hatten ein falsches Zeugnis angenommen, um den unschuldigen Gottessohn zu verurteilen. Jetzt machten falsche Anklagen ihr eigenes Leben unsicher. Durch ihre Handlungen hatten sie lange genug zu erkennen gegeben: „Lasset den Heiligen Israels aufhören bei uns!“ Jesaja 30,11. Nun war ihr Wunsch erfüllt; Gottes Furcht beunruhigte sie nicht länger. Satan stand an der Spitze der Nation, und er beherrschte die höchste zivile und religiöse Obrigkeit.

Die Führer der Gegenparteien vereinigten sich zeitweise, um ihre unglücklichen Opfer zu plündern und zu martern, und dann fielen sie übereinander her und mordeten ohne Gnade. Selbst die Heiligkeit des Tempels konnte ihre schreckliche Grausamkeit nicht zügeln. Die Anbetenden wurden vor dem Altar niedergemetzelt und das Heiligtum durch die Leichname der Erschlagenen verunreinigt. Dennoch erklärten die Anstifter dieses höllischen Werkes in ihrer blinden und gotteslästerlichen Vermessenheit öffentlich, daß sie nicht fürchteten, Jerusalem könnte zerstört werden; denn es sei Gottes eigene Stadt. Um ihre Macht zu stärken, bestachen sie falsche Propheten, die, selbst als die römischen Legionen bereits den Tempel belagerten, verkündigen mußten, daß das Volk der Befreiung durch Gott harren solle. Bis zum Ende hielt die Menge an dem Glauben fest, daß sich der Allerhöchste zur Vernichtung der Gegner ins Mittel legen werde. Israel aber hatte die göttliche Hilfe verschmäht und war nun den Feinden schutzlos preisgegeben. Unglückliches Jerusalem! Durch innere Zwistigkeiten zerrissen, die Straßen vom Blut seiner Söhne gefärbt, die sich gegenseitig erwürgten, während fremde Heere seine Festungswerke niederwarfen und seine Krieger erschlugen, so erfüllten sich buchstäblich alle Weissagungen Christi über die Zerstörung Jerusalems. Das jüdische Volk mußte die Wahrheit der Warnungsbotschaften Christi am eigenen Leibe erfahren: „Mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden.“ Matthäus 7,2.

Als Vorboten des Unglücks und Untergangs erschienen Zeichen und Wunder. Mitten in der Nacht schwebte ein unnatürliches Licht über Tempel und Altar. Die Abendwolken glichen in ihren Umrissen sich zum Kampfe sammelnden Kriegern und Streitwagen. Die nachts im Heiligtum dienenden Priester wurden durch geheimnisvolle Töne erschreckt; die Erde erbebte, und einen Chor von Stimmen hörte man sagen: „Lasset uns von hinnen gehen!“ Das große östliche Tor, das so schwer war, daß es von 20 Männern nur mit Mühe geschlossen werden konnte und dessen ungeheure eiserne Riegel tief in der Steinschwelle befestigt waren, tat sich um Mitternacht von selbst auf.

Sieben Jahre lang ging ein Mann durch die Straßen Jerusalems und verkündigte den der Stadt drohenden Untergang. Tag und Nacht sang er das wilde Trauerlied: „Stimme von Morgen, Stimme von Abend, Stimme von den vier Winden, Stimme über Jerusalem und den Tempel, Stimme über den Bräutigam und die Braut, Stimme über das ganze Volk.“ Dies seltsame Wesen wurde eingekerkert und gegeißelt; aber keine Klage kam über seine Lippen. Auf Schmähungen und Mißhandlungen antwortete er nur: „Wehe, wehe Jerusalem! Wehe, wehe der Stadt, dem Volk und dem Tempel!“ Dieser Warnungsruf hörte nicht auf, bis der Mann bei der Belagerung, die er vorhergesagt hatte, getötet wurde.

Nicht ein Christ kam bei der Zerstörung Jerusalems ums Leben. Christus hatte seine Jünger gewarnt, und alle, die seinen Worten glaubten, warteten auf das verheißende Zeichen. „Wenn ihr aber sehen werdet Jerusalem belagert mit einem Heer,“ sagte Jesus, „so merket, daß herbeigekommen ist seine Verwüstung. Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe auf das Gebirge, und wer drinnen ist, der weiche heraus.“ Lukas 21,20.21. Nachdem die Römer unter Cestius die Stadt eingeschlossen hatten, hoben sie unerwartet die Belagerung auf, gerade zu einer Zeit, als alles für den Erfolg eines sofortigen Angriffs sprach. Die Belagerten, die an einem erfolgreichen Widerstand zweifelten, waren im Begriff, sich zu ergeben, als der römische Feldherr ohne ersichtlichen Grund plötzlich seine Streitkraft zurückzog. Gottes gnädige Vorsehung gestaltete die Ereignisse zum Besten seines Volkes. Das war das verheißene Zeichen für die wartenden Christen. Nun wurde allen, die der Warnung des Heilandes Folge leisten wollten, dazu Gelegenheit geboten, und zwar konnten nach Gottes Willen weder die Juden noch die Römer die Flucht der Christen verhindern. Nach dem Rückzug des Cestius machten die Juden einen Ausfall aus Jerusalem und verfolgten das sich zurückziehende Heer, und während beider Streitkräfte auf diese Weise völlig in Anspruch genommen waren, verließen die Christen die Stadt. Um diese Zeit war auch das Land von Feinden frei, die hätten versuchen können, sie aufzuhalten. Zur Zeit der Belagerung waren die Juden in Jerusalem versammelt, um das Laubhüttenfest zu feiern, und dadurch hatten die Christen im ganzen Land die Möglichkeit, sich unbehelligt in Sicherheit zu bringen. Ohne Zögern flohen sie nach einem sicheren Ort — nach der Stadt Pella im Lande Peräa, jenseits des Jordans.

Die jüdischen Streiter, die Cestius und sein Heer verfolgten, warfen sich mit solcher Wut auf dessen Nachhut, daß ihr vollständige Vernichtung drohte. Nur unter großen Schwierigkeiten gelang es den Römern, sich zurückzuziehen. Die Juden blieben nahezu ohne Verluste und kehrten mit ihrer Beute triumphierend nach Jerusalem zurück. Doch dieser scheinbare Erfolg brachte ihnen nur Unheil. Er beseelte sie mit einem außerordentlich hartnäckigen Widerstandsgeist gegen die Römer, wodurch schnell unaussprechliches Weh über die verurteilte Stadt hereinbrach.

Schrecklich war das Unglück, das über Jerusalem kam, als Titus die Belagerung wieder aufnahm. Die Stadt wurde zur Zeit des Passahfestes umlagert, als Millionen Juden in ihren Mauern weilten. Die Lebensmittelvorräte, die, sorgfältig aufbewahrt, jahrelang für die Bewohner ausgereicht hätten, waren schon durch die Mißgunst und der Rache der streitenden Parteien zerstört worden, und jetzt erlitten sie alle Schrecken der Hungersnot. Ein Maß Weizen wurde für ein Talent verkauft. Die Hungerqualen waren so schrecklich, daß manche an dem Leder ihrer Gürtel, an ihren Sandalen und an den Bezügen ihrer Schilde nagten. Viele Bewohner schlichen zur Nachtzeit aus der Stadt, um wilde Kräuter zu sammeln, die außerhalb der Stadtmauern wuchsen, obwohl etliche ergriffen und unter grausamen Martern getötet wurden, während man anderen, die wohlbehalten zurückgekehrt waren, die Kräuter wegnahm, die sie unter so großen Gefahren gesammelt hatten. Die unmenschlichsten Qualen wurden von den Machthabern auferlegt, um den vom Mangel Bedrückten die letzten spärlichen Vorräte, die sie möglicherweise verborgen hatten, abzuzwingen. Nicht selten begingen diese Grausamkeiten wohlgenährte Menschen, die nur danach trachteten einen Lebensmittelvorrat für die Zukunft aufzuspeichern.

Tausende starben an Hunger und Seuchen. Die natürlichen Bande der Liebe schienen zerstört zu sein. Der Mann beraubte seine Frau und die Frau ihren Mann. Man sah Kinder, die den greisen Eltern das Brot vom Munde wegrissen. Der Frage des Propheten: „Kann auch ein Weib ihres Kindleins vergessen?“ Jesaja 49,15. wurde innerhalb der Mauern jener verurteilten Stadt die Antwort zuteil: „Es haben die barmherzigsten Weiber ihre Kinder selbst müssen kochen, daß sie zu essen hätten in dem Jammer der Tochter meines Volkes.“ Klagelieder 4,10. Wiederum erfüllte sich die warnende Weissagung, die vierzehn Jahrhunderte zuvor gegeben worden war: „Ein Weib unter euch, das zuvor zärtlich und in Üppigkeit gelebt hat, daß sie nicht versucht hat, ihre Fußsohle auf die Erde zu setzen, vor Zärtlichkeit und Wohlleben, die wird dem Manne in ihren Armen und ihrem Sohne und ihrer Tochter nicht gönnen die Nachgeburt, … dazu ihre Söhne, die sie geboren hat; denn sie werden sie vor Mangel an allem heimlich essen in der Angst und Not, womit dich dein Feind bedrängen wird in deinen Toren.“ 5.Mose 28,56.57.

Die römischen Anführer versuchten, die Juden mit Schrecken zu erfüllen und dadurch zur Übergabe zu bewegen. Israeliten, die sich ihrer Gefangennahme widersetzten, wurden gegeißelt, gefoltert und vor der Stadtmauer gekreuzigt. Hunderte erlitten täglich auf diese Weise den Tod, und dieses grauenvolle Werk setzte man so lange fort, bis im Tal Josaphat und auf Golgatha soviel Kreuze aufgerichtet waren, daß kaum Raum blieb, sich zwischen ihnen zu bewegen. Schrecklich erfüllte sich die frevelhafte, vor dem Richterstuhl des Pilatus ausgesprochene Verwünschung: „Sein Blut komme über uns und über unsre Kinder!“ Matthäus 27,25.

Titus hätte der Schreckensszene gern ein Ende gemacht und damit der Stadt Jerusalem das volle Maß ihres Gerichtes erspart. Entsetzen packte ihn, als er die Leichname der Erschlagenen haufenweise in den Tälern liegen sah. Wie überwältigt schaute er vom Gipfel des Ölberges auf den herrlichen Tempel und gab Befehl, nicht einen Stein davon zu berühren. Ehe er daranging, diese Stätte einzunehmen, beschwor er die jüdischen Führer in einem ernsten Aufruf, ihn nicht zu zwingen die heilige Stätte mit Blut zu entweihen. Wenn sie herauskommen und an irgendeinem andern Ort kämpfen wollten, so sollte kein Römer die Heiligkeit des Tempels verletzen. Josephus gar forderte sie mit höchst beredten Worten auf, den Widerstand einzustellen und sich selbst, ihre Stadt und die Stätte der Anbetung zu retten. Aber seine Worte wurden mit bitteren Verwünschungen beantwortet. Wurfspieße schleuderte man nach ihm, ihrem letzten menschlichen Vermittler, als er vor ihnen stand, um mit ihnen zu verhandeln. Die Juden hatten die Bitten des Sohnes Gottes verworfen, und nun machten die ernsten Vorstellungen und flehentlichen Bitten sie nur um so entschiedener, bis zum letzten Widerstand zu leisten. Die Bemühungen des Titus, den Tempel zu retten, waren vergeblich. Ein Größerer als er hatte erklärt, daß nicht ein Stein auf dem andern bleiben sollte.

Die blinde Hartnäckigkeit der führenden Juden und die verabscheuungswürdigen Verbrechen, die in der belagerten Stadt verübt wurden, erweckten bei den Römern Entsetzen und Entrüstung, und endlich beschloß Titus, den Tempel im Sturm zu nehmen, ihn aber, wenn möglich, vor der Zerstörung zu bewahren. Seine Befehle wurden jedoch mißachtet. Als er sich abends in sein Zelt zurückgezogen hatte, unternahmen die Juden einen Ausfall aus dem Tempel und griffen die Soldaten draußen an. Im Handgemenge wurde von einem Soldaten ein Feuerbrand durch die Öffnung der Halle geschleudert, und unmittelbar darauf standen die mit Zedernholz getäfelten Räume des heiligen Gebäudes in Flammen. Titus eilte mit seinen Obersten und Legionären herbei und befahl den Soldaten, die Flammen zu löschen. Seine Worte blieben unbeachtet. In ihrer Wut schleuderten die Legionäre Feuerbrände in die an den Tempel stoßenden Gemächer und metzelten viele, die dort Zuflucht gesucht hatten, mit dem Schwert nieder. Das Blut floß gleich Wasser die Tempelstufen hinunter. Tausende und aber Tausende von Juden kamen um. Das Schlachtgetöse wurde übertönt von dem Ruf: „Ikabod!“, das heißt die Herrlichkeit ist dahin.

„Titus war es unmöglich, der Wut der Soldaten Einhalt zu gebieten; er trat mit seinen Offizieren ein und besichtigte das Innere des heiligen Gebäudes. Der Glanz erregte ihre Bewunderung, und da die Flammen noch nicht bis zum Heiligtum vorgedrungen waren, unternahm er einen letzten Versuch, es zu retten. Er sprang hervor und forderte die Mannschaften auf, das Umsichgreifen der Feuersbrunst zu verhindern. Der Hauptmann Liberalis versuchte mit seinem Stab Gehorsam zu erzwingen; doch selbst die Achtung vor ihrem Feldherrn verging vor der rasenden Feindseligkeit gegen die Juden, der heftigen Aufregung des Kampfes und der unersättlichen Beutegier. Die Soldaten sahen alles um sich herum von Gold blitzen, das in dem wilden Lodern der Flammen einen blendenden Glanz ausstrahlte; sie wähnten unermeßliche Schätze im Heiligtum aufgespeichert. Unbemerkt warf ein Soldat eine brennende Fackel zwischen die Angeln der Tür, und im Nu stand das ganze Gebäude in Flammen. Die dichten Rauchschwaden und das Feuer zwangen die Offiziere, sich zurückzuziehen und das herrliche Gebäude seinem Schicksal zu überlassen.

War es schon für die Römer ein erschreckendes Schauspiel, wie mögen es erst die Juden empfunden haben! Die ganze Höhe, die die Stadt weit überragte, erschien wie ein feuerspeiender Berg. Ein Gebäude nach dem andern stürzte mit furchtbarem Krachen zusammen und wurde von dem feurigen Abgrund verschlungen. Die Dächer aus Zedernholz glichen einem Feuermeer, die vergoldeten Zinnen glänzten wie flammende Feuerzungen, die Türme der Tore schossen Flammengarben und Rauchsäulen empor. Die benachbarten Hügel waren erleuchtet; gespenstisch wirkende Zuschauergruppen verfolgten in fürchterlicher Angst die fortschreitende Zerstörung; auf den Mauern und Höhen der oberen Stadt drängte sich Kopf an Kopf. Manche waren bleich vor Angst und Verzweiflung, andere blickten düster, in ohnmächtiger Rache. Die Rufe der hin und her eilenden römischen Soldaten, das Heulen der Aufständischen, die in den Flammen umkamen, vermischten sich mit dem Brüllen der Feuersbrunst und dem donnernden Krachen des stürzenden Gebälks. Das Echo antwortete von den Bergen und ließ die Schreckensrufe des Volkes auf den Höhen widerhallen; entlang der Wälle erscholl Angstgeschrei und Wehklagen; Menschen, die von der Hungersnot erschöpft im Sterben lagen, rafften alle Kraft zusammen, um einen letzten Schrei der Angst und der Verlassenheit auszustoßen. Das Blutbad im Innern war noch schrecklicher als der Anblick von außen. Männer und Frauen, alt und jung, Aufrührer und Priester, Kämpfende und um Gnade Flehende wurden unterschiedslos niedergemetzelt. Die Anzahl der Erwürgten überstieg die der Würger. Die Legionäre mußten über Berge von Toten hinwegsteigen, um ihr Vertilgungswerk fortsetzen zu können.“

Nach der Zerstörung des Tempels fiel bald die ganze Stadt in die Hände der Römer. Die Obersten der Juden gaben ihre uneinnehmbar scheinenden Türme auf, und Titus fand sie alle verlassen. Staunend blickte er auf sie und erklärte, daß Gott sie in seine Hände gegeben habe; denn keine Kriegsmaschine, wie gewaltig sie auch sein mochte, hätte jene staunenswerten Festungsmauern bezwingen können. Sowohl die Stadt als auch der Tempel wurden bis auf die Grundmauern geschleift, und der Boden, auf dem das heilige Gebäude gestanden hatte, wurde „wie ein Acker gepflügt“. Jeremia 6,18. Während der Belagerung und bei dem darauffolgenden Gemetzel kamen über eine Million Menschen ums Leben; die Überlebenden wurden in die Gefangenschaft geführt, als Sklaven verkauft, nach Rom geschleppt, um den Triumph des Eroberers zu zieren, sie wurden in den Amphitheatern den wilden Tieren vorgeworfen oder als heimatlose Wanderer über die ganze Erde zerstreut.

Die Juden hatten sich selbst die Fesseln geschmiedet, sich selbst den Becher der Rache gefüllt. In der vollständigen Vernichtung, die ihnen als Nation widerfuhr, und in all dem Weh, das ihnen in die Diaspora (Zerstreuung) nachfolgte, ernteten sie nur, was sie mit eigenen Händen gesät hatten. Ein Prophet schrieb einst: „Israel, du bringst dich in Unglück! … denn du bist gefallen um deiner Missetat willen.“ Hosea 13,9; Hosea 14,2. Ihre Leiden werden oft als eine Strafe hingestellt, mit der sie auf direkten Befehl Gottes heimgesucht wurden. Auf diese Weise sucht der große Betrüger sein eigenes Werk zu verbergen. Durch eigensinnige Verwerfung der göttlichen Liebe und Gnade hatten die Juden den Schutz Gottes verwirkt, so daß Satan sie nach seinem Willen beherrschen konnte. Die schrecklichen Grausamkeiten, die bei der Zerstörung Jerusalems verübt worden waren, kennzeichnen Satans rachsüchtige Macht über jene, die sich seiner verderbenbringenden Herrschaft unterstellen.

Wir können nicht ermessen, wieviel wir Christus für den Frieden und Schutz schuldig sind, deren wir uns erfreuen. Es ist die mäßigende Kraft Gottes, die verhindert, daß die Menschen völlig unter die Herrschaft Satans geraten. Die Ungehorsamen und die Undankbaren haben allen Grund, Gott für seine Gnade und Langmut dankbar zu sein, weil er die grausame, boshafte Macht des Bösen im Zaum hält. Überschreiten aber die Menschen die Grenzen der göttlichen Nachsicht, dann wird jene Einschränkung aufgehoben. Gott tritt dem Sünder nicht als Scharfrichter gegenüber, sondern er überläßt jene, die seine Gnade verwerfen, sich selbst, damit sie ernten, was sie gesät haben. Jeder verworfene Lichtstrahl, jede verschmähte oder unbeachtete Warnung, jede geduldete Leidenschaft, jede Übertretung des Gesetzes Gottes ist eine Saat, die ihre bestimmte Ernte hervorbringen wird. Der Geist Gottes wird sich schließlich von dem Sünder, der sich ihm beharrlich widersetzt, zurückziehen, und dann bleibt dem Betreffenden weder die Kraft, die bösen Leidenschaften der Seele zu beherrschen, noch der Schutz, der ihn vor der Bosheit und Feindschaft Satans bewahrt. Die Zerstörung Jerusalems ist eine furchtbare und ernste Warnung an alle, die das Anerbieten der göttlichen Gnade geringachten und den Mahnrufen der Barmherzigkeit Gottes widerstehen. Niemals wurde ein entscheidenderes Zeugnis für den Abscheu Gottes gegenüber der Sünde und für die sichere Bestrafung der Schuldigen gegeben.

Die Weissagung des Heilandes, die die göttliche Heimsuchung Jerusalems ankündigte, wird noch eine andere Erfüllung finden, von der jene schreckliche Verwüstung nur ein schwacher Abglanz ist. In dem Schicksal der auserwählten Stadt können wir das Los einer Welt sehen, die Gottes Barmherzigkeit von sich gewiesen und sein Gesetz mit Füßen getreten hat. Grauenhaft sind die Berichte des menschlichen Elends, das die Erde während der langen Jahrhunderte des Verbrechens erlebte. Das Herz wird beklommen und der Geist verzagt, wenn wir über diese Dinge nachdenken. Schrecklich waren die Folgen, als die Macht des Himmels verworfen wurde. Doch ein noch furchtbareres Bild wird uns in den Offenbarungen über die Zukunft enthüllt. Die Berichte der Vergangenheit — die lange Reihe von Aufständen, Kämpfen und Revolutionen, alle Kriege „mit Ungestüm … und die blutigen Kleider“ (Jesaja 9,4) —, was sind sie im Vergleich zu den Schrecken jenes Tages, an dem der mäßigend wirkende Geist Gottes den Gottlosen gänzlich entzogen und nicht länger die Ausbrüche menschlicher Leidenschaften und satanischer Wut zügeln wird! Dann wird die Welt wie niemals zuvor die entsetzlichen Folgen der Herrschaft Satans erkennen.

An jenem Tage aber wird, wie zur Zeit der Zerstörung Jerusalems, Gottes Volk errettet werden, „ein jeglicher, der geschrieben ist unter die Lebendigen“. Jesaja 4,3. Christus hat vorhergesagt, daß er wiederkommen will, um seine Getreuen um sich zu sammeln: „Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird senden seine Engel mit hellen Posaunen, und sie werden sammeln seine Auserwählten von den vier Winden, von dem einen Ende des Himmels zu dem andern.“ Matthäus 24,30.31. Dann werden alle, die dem Evangelium nicht gehorchten, „mit dem Geist seines Mundes“ umgebracht und „durch die Erscheinung seiner Zukunft“ vernichtet werden. 2.Thessalonicher 2,8. Gleichwie einst Israel, so bringen auch die Gottlosen sich selbst um; sie fallen infolge ihrer Übertretungen. Durch ein sündenreiches Leben haben sie so wenig Gemeinschaft mit Gott, und ihr Wesen ist durch das Böse so verderbt und entwürdigt worden, daß die Offenbarung seiner Herrlichkeit für sie zu einem verzehrenden Feuer werden wird.

Hüteten sich die Menschen doch davor, die ihnen in Christi Worten gegebenen Lehren geringzuschätzen. Gleichwie er seine Jünger vor der Zerstörung Jerusalems warnte, indem er ihnen ein Zeichen des herannahenden Untergangs nannte, damit sie fliehen könnten, ebenso hat er die Welt vor dem Tag der endgültigen Vernichtung gewarnt und ihr Zeichen seines Nahens gegeben, damit alle, die dem zukünftigen Zorn entrinnen wollen, ihm auch entrinnen können. Jesus erklärt: „Es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen; und auf Erden wird den Leuten bange sein.“ Lukas 21,25; Matthäus 24,29; Markus 13,24-26; Offenbarung 6,12-17. Wer diese Vorboten seines Kommens sieht, soll wissen „daß es Nahe vor der Tür ist“. „So wachet nun!“ lauten seine mahnenden Worte. Matthäus 24,33; Markus 13,35. Alle, die auf diese Stimme achten, sollen nicht in Finsternis bleiben, damit jener Tag sie nicht unvorbereitet überfalle; aber über alle, die nicht wachen wollen, wird der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht.

Die Welt ist jetzt nicht geneigter, die Warnungsbotschaften für diese Zeit anzunehmen, als damals die Juden, die sich der Botschaft unseres Heilandes über Jerusalem widersetzten. Mag er kommen, wann er will — der Tag des Herrn wird die Gottlosen unvorbereitet finden. Wenn das Leben seinen gewöhnlichen Gang geht, wenn die Menschheit von Vergnügungen, Geschäften, Handel und Gelderwerb in Anspruch genommen ist. Wenn religiöse Führer den Fortschritt und die Aufklärung der Welt verherrlichen, wenn das Volk in falsche Sicherheit gewiegt ist —, dann wird, wie ein Dieb sich um Mitternacht in die unbewachte Behausung einschleicht, das plötzliche Verderben die Sorglosen und Bösewichte überfallen, und sie werden keine Gelegenheit mehr haben, dem Verhängnis zu entfliehen. 1.Thessalonicher 5,2-5.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 20-40

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