Beitrag zuletzt aktualisiert am 22.04.2022
Bereit für den Spätregen?

Bereit für den Spätregen?

Es steht geschrieben:

So höre nun, mein Knecht Jakob, und Israel, den ich erwählt habe! So spricht JHWH, der dich gemacht und gebildet und dir von Mutterleib an geholfen hat: Fürchte dich nicht, mein Knecht Jakob, und du Jeschurun, den ich erwählt habe! Denn ich werde Wasser auf das Durstige gießen und Ströme auf das Dürre; ich werde meinen Geist auf deinen Samen gießen und meinen Segen auf deine Sprößlinge; daß sie hervorsprossen so schnell wie das Gras, wie die Weiden an den Wasserbächen. Dieser wird sagen: «Ich bin des JHWH´s!» und jener wird mit dem Namen Jakob benannt werden; ein anderer wird sich mit seiner Hand JHWH verschreiben und mit dem Namen Israel geehrt werden. Jesaja 44:1-5

und laßt uns erkennen, ja, eifrig trachten nach dem Erkennen JHWH´s! Sein Erscheinen ist so sicher wie das Aufgehen der Morgenröte, und er wird zu uns kommen wie ein Regenguß, wie ein Spätregen, der das Land benetzt! Hosea 6:3

Und ihr Kinder Zions, frohlocket und freuet euch über JHWH, euren Gott; denn er hat euch den Frühregen in rechtem Maß gegeben und Regengüsse, Frühregen und Spätregen, am ersten Tage zugesandt. Joel 2:23 

Erbittet von JHWH Regen zur Zeit des Spätregens! JHWH macht Blitze und wird euch Regengüsse geben für jedes Gewächs auf dem Felde! Sacharja 10:1 

Der Spätregen - die Ausgießung der heiligen Geistes!

„Die Zeit ist reif. Jetzt müssen wir damit rechnen, daß der Herr Großes für uns tun wird. Wir dürfen in unserem Bemühen nicht nachlassen und müssen wachsen in der Gnade und Erkenntnis des Herrn. Bevor das Werk vollendet wird und Gottes Volk vollständig versiegelt worden ist, wird der Heilige Geist über uns ausgegossen werden.

Himmlische Engel werden mitten unter uns sein. Jetzt ist die Zeit der Vorbereitung auf den Himmel. Deshalb müssen wir allen Geboten Gottes vollkommenen Gehorsam erweisen. Brief 30, 1907.“
Ellen G. White, Für die Gemeinde geschrieben — Band 1 (2000), S. 113

Was ist das Siegel Gottes?

„Sobald die Gläubigen an ihrer Stirn versiegelt und dadurch für die Zeit der Sichtung vorbereitet sind, wird die Sichtung kommen. Es handelt sich dabei nicht um ein sichtbares Siegel oder Zeichen, sondern um ein Gegründetsein in der Wahrheit, sowohl verstandesmäßig als auch geistlich. Die versiegelten Gläubigen können nicht mehr von Christus getrennt werden. The S.D.A. Bible Commentary IV, 1161 (1902).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 177

„Jeder Gläubige erhält ein Zeichen, genauso wie damals ein Zeichen auf die Türen der hebräischen Häuser in Ägypten gemalt wurde, um sie vor dem großen Verderben zu bewahren. Gott sagt: „Ich gab ihnen auch meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit sie erkannten, daß ich der Herr bin, der sie heiligt.“ Hesekiel 20,12. The S.D.A. Bible Commentary VII, 969 (1900).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

Wer erhält das Siegel Gottes?

Nur die, die die 10 Gebote halten, nicht mehr sündigen und das Bild Jesu vollkommen widerstrahlen, werden den Spätregen und das Zeichen an ihrer Stirn erhalten!

Alle anderen werden leider sterben und an der zweiten Auferstehung teilhaben!

„Der Engel mit dem Schreibzeug hat den Auftrag, ein Zeichen an den Stirnen all derer anzubringen, die von Sünde und Sündern getrennt sind, und der Würgengel folgt diesem Engel nach.“
Ellen G. White, Brief 12 an die Schwester Chapman, 27. Dezember 1886

„Das Siegel des lebendigen Gottes wird denen aufgedrückt, die bewußt den Sabbat des Herrn halten. The S.D.A. Bible Commentary VII, 980 (1897).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

„Wer das Siegel Gottes auf seiner Stirn haben möchte, hat den Sabbat des vierten Gebots zu heiligen. The S.D.A. Bible Commentary VII, 970 (1899).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

Liebe zeigt sich im Gehorsam, und die vollkommene Liebe treibt alle Furcht aus. Wer Gott liebt, trägt das Siegel Gottes auf seiner Stirn und tut die Werke Gottes. Sons and Daughters of God 51 (1894).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178-179

„Nur das vierte Gebot von allen zehn enthält das Siegel des großen Gesetzgebers, des Schöpfers des Universums. Testimonies for the Church VI, 350 (1900).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

„Die Beachtung von Gottes Gedächtnismal, den im Garten Eden eingesetzten Ruhetag, des siebten Tages, ist ein Prüfstein unserer Treue zu Gott. Brief 94, 1900.“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

„Das Siegel des lebendigen Gottes wird denen gegeben, die in ihrem Wesen Christus ähnlich sind. The S.D.A. Bible Commentary VII, 970 (1895).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

„Jene, die das Siegel des lebendigen Gottes empfangen und in der Zeit der Trübsal beschützt werden, müssen das Bild Jesu vollkommen widerstrahlen. Frühe Schriften von Ellen G. White 61 (1851).
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

Das Siegel Gottes wird niemals auf die Stirn eines Unreinen gedrückt, niemals auf die Stirne von Männern oder Frauen, die ehrgeizig sind oder die Welt lieb haben, niemals auf Männer und Frauen, die doppelzüngig oder betrügerischen Herzens sind. Wer dieses Siegel empfängt, wird als Anwärter für den Himmel vor Gott ohne Flecken stehen. Testimonies for the Church V, 216 (1882).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

Keiner von uns wird je das Siegel Gottes erhalten, wenn unsere Charaktere noch Recken und Runzeln aufweisen. Es bleibt uns überlassen, unsere Fehler auszumerzen und den Tempel der Seele von jeglicher Verunreinigung zu säubern. Dann aber wird der Spätregen auf uns fallen wie der Frühregen auf die Jünger zu Pfingsten.“
Ellen G. White, Aus der Schatzkammer der Zeugnisse – Band 2 (1972), S. 71

„Wenn der Erlaß ausgeht und das Siegel aufgedrückt ist, wird ihr Charakter für die Ewigkeit rein und makellos bleiben.“
Ellen G. White, Testimonies for the Church Vol. 5 (1889), S. 194

„Bemühen wir uns mit aller von Gott geschenkten Kraft, den Stand vollendeter Männer und Frauen in Christus zu erreichen? Streben wir nach seiner Fülle, strecken wir uns immer höher und höher, hin zur Vollkommenheit seines Charakters? Wenn Gottes Diener dem nachstreben, werden sie an ihrer Stirn versiegelt werden. Der Engel, der Bericht führt, erklärt dann: „Es ist vollbracht.“ Sie werden vollkommen sein in ihm, der sie geschaffen und erlöst hat. Selected Messages III, 427 (1899).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 178

„Wer sich dem verderblichen Einfluß der Welt und des Bösen erfolgreich widersetzt, wird zu denen gehören, die das Siegel des lebendigen Gottes erhalten. Testimonies to Ministers and Gospel Workers 445 (1886).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 179

„Wir mögen ein bestimmtes Maß des Heiligen Geistes empfangen haben; aber durch Gebet und Glauben müssen wir immer danach trachten, mehr zu erhalten. Es wäre ein großer Fehler, in unserem Bemühen nachzulassen.

Wenn wir nicht vorangehen, wenn wir uns nicht bemühen, beides, den Frühregen und den Spätregen, zu erhalten, werden wir unsere Seelen verlieren und selbst die Verantwortung tragen.“
Ellen G. White, Die Krise vor uns (1996), S. 104-105

„Mir wurde gezeigt: wenn Gottes Volk keine Anstrengung unternimmt sondern nur wartet, daß die Erquickung des Geistes auf sie kommt und ihre Fehler und Irrtümer korrigiert werden; wenn sie sich darauf verlassen, daß sie von Unreinheit des Fleisches und Geistes gereinigt werden, und daß sie dadurch befähigt werden, den lauten Ruf des dritten Engels zu verkündigen, werden sie für zu leicht befunden werden.

Die Erfrischung oder Kraft Gottes kommt nur auf solche herab, die sich selbst darauf vorbereitet haben, indem sie das Werk Gottes verrichten, das er ihnen aufgetragen hat, nämlich sich von aller Verunreingung des Fleisches und Geistes zu reinigen und die Heiligkeit in der Furcht Gottes zu vervollkommnen.“
Ellen G. White, Die Krise vor uns (1996), S. 106

Nicht alle Verkünder der Wahrheit werden das Siegel Gottes an ihren Stirnen erhalten!

„Unter ihnen sind viele, die anderen sogar die Wahrheit bringen und selbst doch nicht das Siegel Gottes an ihren Stirnen erhalten werden. Sie besaßen viel Licht, sie kannten des Meisters Willen, sie verstanden alle Einzelheiten unseres Glaubens, aber sie hatten keine dementsprechenden Werke aufzuweisen. Die mit der Weissagung und den Schätzen göttlicher Weisheit so vertraut waren, hätten ihren Glauben ausleben sollen.

Sie hätten ihren Haushalt so vorbildlich führen müssen, daß sie der Welt durch ein wohlgeordnetes Familienleben den Einfluß der Wahrheit auf das menschliche Herz hätten vorleben können. Ihnen fehlten Eifer und Frömmigkeit, und darum erreichten sie keinen hohen Glaubensstand. So bewirkten sie, daß auch andere mit ihrem Stand zufrieden waren.“
Ellen G. White, Aus der Schatzkammer der Zeugnisse – Band 2 (2005), S. 71

Was bewirkte die Ausgießung des heiligen Geistes am Tage der Pfingsten?

„Als Christus seinen Jüngern den Heiligen Geist verhieß, näherte er sich dem Abschluß seines Dienstes auf Erden. In der klaren Erkenntnis der Sündenlast, die auf ihm als dem Sündenträger ruhen sollte, stand er im Schatten des Kreuzes. Bevor er sich als Sühnopfer hingab, unterrichtete er seine Jünger, welch überaus wichtige und vollkommene Gabe er seinen Nachfolgern verleihen wollte — eine Gabe, die ihnen die unversiegbare Quelle seiner Gnade erschließen sollte.

Er sagte: „Ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch sei ewiglich: den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr aber kennet ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ Johannes 14,16.17. Der Heiland wies auf die Zeit hin, da der Heilige Geist kommen und als sein Stellvertreter ein großes Werk ausrichten sollte. Dem Bösen, das sich seit Jahrhunderten angehäuft hatte, sollte durch die Kraft des Heiligen Geistes widerstanden werden. 

Was bewirkte letztlich die Ausgießung des Heiligen Geistes am Tage der Pfingsten? Die frohe Kunde von einem auferstandenen Heiland wurde in die entlegensten Gebiete der bewohnten Welt gebracht. Als die Jünger das Evangelium von der erlösenden Gnade verkündigten, schlossen sich Herzen der Macht dieser Botschaft auf. Die Gemeinde erlebte, wie ihr von überallher Bekehrte zuströmten.

Abtrünnige wandten sich ihr erneut zu. Sünder vereinten sich mit den Gläubigen, um die kostbare Perle zu suchen. Einige der erbittertsten Gegner des Evangeliums wurden seine Verteidiger. So erfüllte sich die Weissagung: „Zu der Zeit wird der Herr die Bürger Jerusalems beschirmen, und es wird zu dieser Zeit geschehen, daß der Schwache unter ihnen sein wird wie David und das Haus David wie Gott, wie der Engel des Herrn vor ihnen her.“ Sacharja 12,8.

Jeder Christ sah in seinem Bruder eine Offenbarung der göttlichen Liebe und des göttlichen Wohlwollens. Eines war für sie wichtig, nur eines war des Nachstrebens wert: Christi Charakter zu offenbaren und für die Ausbreitung seines Reiches zu wirken. 

„Mit großer Kraft gaben die Apostel Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.“ Apostelgeschichte 4,33. Durch ihre Arbeit wurden der Gemeinde auserwählte Männer hinzugefügt, die das Wort der Wahrheit empfingen und fortan ihr Leben der Aufgabe weihten, andern jene Hoffnung zu vermitteln, die ihre Herzen mit Friede und Freude erfüllte.

Drohungen konnten sie weder daran hindern noch sie einschüchtern. Der Herr sprach durch sie, und wenn sie von Ort zu Ort zogen, predigten sie den Armen das Evangelium und wirkten Wunder der göttlichen Gnade.  So mächtig kann Gott wirken, wenn sich Menschen unter die Herrschaft seines Geistes stellen! Die Verheißung des Heiligen Geistes ist nicht auf ein bestimmtes Zeitalter oder ein bestimmtes Volk beschränkt.

Christus erklärte, daß seine Nachfolger bis ans „Ende“ unter dem Einfluß seines Geistes stehen werden. Von jenem Pfingsttage an bis in die Gegenwart wurde der Tröster denen gesandt, die sich dem Herrn und seinem Dienst hingaben. Zu allen, die Christus als persönlichen Heiland annahmen, kam der Heilige Geist als Ratgeber, Seligmacher, Führer und Gewährsmann.

Je enger die Gläubigen mit Gott wandelten, desto klarer und machtvoller bezeugten sie die Liebe ihres Erlösers und seine rettende Gnade. Die Männer und Frauen, die in den Jahrhunderten der Verfolgungen und Prüfungen in hohem Maße sich der Gegenwart des Heiligen Geistes in ihrem Leben erfreuten, standen als Zeichen und Wunder in der Welt. Vor Engeln und Menschen offenbarten sie die umwandelnde Kraft der erlösenden Liebe.

Alle, die Pfingsten Kraft aus der Höhe empfingen, blieben dadurch nicht vor weiteren Anfechtungen und Versuchungen verschont. Satan, der Feind aller Wahrheit, wollte sie ihrer christlichen Erfahrung berauben und griff sie immer wieder an, wenn sie für Wahrheit und Gerechtigkeit eintraten.

Sie mußten daher mit allen ihnen von Gott verliehenen Kräften danach streben, als Männer und Frauen „zu dem Maße des vollen Wuchses der Fülle des Christus“ (Epheser 4,13, EB) zu gelangen. Täglich beteten sie erneut um die Gnade, der Vollkommenheit immer näher zu kommen. Durch das Wirken des Heiligen Geistes lebten sogar die Schwächsten ihren Glauben an Gott aus und erfuhren dabei, wie sich die ihnen anvertrauten Kräfte mehrten und heilig, rein und edel wurden.

Da sie sich demütig dem Einfluß des Heiligen Geistes hingaben, empfingen sie von der Fülle Gottes und wurden in sein Ebenbild umgewandelt. Der Ablauf der Zeit hat nichts an der Verheißung Christi, den Heiligen Geist als seinen Stellvertreter zu senden, geändert. Es liegt keineswegs an Einschränkungen seitens Gottes, wenn die Reichtümer seiner Gnade nicht erdwärts zu den Menschen fließen.

Wenn die Erfüllung seiner Verheißung nicht so wahrgenommen wird, wie es sein könnte, liegt es daran, daß die Verheißung nicht so geschätzt wird, wie es sein sollte. Wären alle willens dazu, so würden sie auch alle mit dem Geist erfüllt werden. Wo man aber nur wenig über den Mangel an Heiligem Geist nachdenkt, zeigen sich geistliche Dürre, geistliche Finsternis, geistlicher Verfall und geistlicher Tod.

Wo immer minderwertige Dinge die Aufmerksamkeit beanspruchen, wird es an der göttlichen Kraft fehlen, die zum Wachstum und Wohlergehen der Gemeinde nötig ist und die alle anderen Segnungen nach sich zieht. Und das, obwohl sie in unermeßlicher Fülle angeboten wird. Da dies das Mittel ist, durch das wir Kraft empfangen können, warum hungern und dürsten wir dann nicht nach der Gabe des Geistes?

Warum reden wir nicht von ihr, beten wir nicht um sie und predigen wir nicht über sie? Wenn schon Eltern ihren Kindern gute Gaben geben, „wieviel mehr wird der Vater im Himmel den heiligen Geist geben denen“ (Lukas 11,13), die ihm dienen! Jeder Diener des Evangeliums sollte um die tägliche Taufe mit dem Geist Gottes bitten.

Mitarbeiter Christi sollten gruppenweise zusammenkommen und um besondere Hilfe und himmlische Weisheit flehen, damit sie klug zu planen und richtig zu handeln vermögen. Vor allem sollten sie Gott bitten, seine erwählten Boten in den Missionsgebieten mit der reichen Fülle seines Geistes zu taufen.

Die Gegenwart des Heiligen Geistes wird der Wahrheitsverkündigung der Mitarbeiter Gottes eine Macht verleihen, wie sie keine Ehre und Herrlichkeit der Welt zu geben vermag. Wo der geweihte Diener Gottes auch sein mag, der Heilige Geist ist bei ihm. Die an die Jünger gerichteten Worte gelten auch uns. Ihr Tröster ist unser Tröster.

Der Heilige Geist rüstet mit der Kraft aus, die ringende, kämpfende Menschen in jeder Notlage, inmitten des Hasses der Welt aufrecht erhält, und verleiht Erkenntnis der eigenen Fehler und Schwächen. Wenn in Sorge und Leid der Ausblick dunkel und die Zukunft verworren erscheint und wir uns hilflos und einsam fühlen, bringt der Heilige Geist als Antwort auf das Gebet des Glaubens dem Herzen Trost.

Unter außergewöhnlichen Umständen Begeisterung zu zeigen ist keineswegs ein Beweis dafür, daß jemand ein Christ ist.

Heiligkeit ist nicht Verzückung, sondern völlige Übergabe des eigenen Willens an Gott. Heiligkeit bedeutet, von einem jeglichen Wort zu leben, das aus dem Munde Gottes geht; den Willen unseres Vaters im Himmel zu tun; ihm in Anfechtungen und in der Finsternis ebenso wie im Licht zu vertrauen; im Glauben und nicht im Schauen zu wandeln; sich auf Gott in bedingungslosem unerschütterlichem Vertrauen zu verlassen und in seiner Liebe zu ruhen.

Es ist für uns nicht wichtig, genau erklären zu können, was der Heilige Geist ist. Christus sagt, daß er der „Tröster“ ist, „der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht“. Johannes 15,26. Er erklärt ferner deutlich, daß der Heilige Geist bei seinem Werk, Menschen in alle Wahrheit zu leiten, „nicht aus sich selber reden“ wird. Johannes 16,13.

Das Wesen des Heiligen Geistes ist ein Geheimnis. Menschen können es nicht erklären, weil Gott es ihnen nicht offenbart hat. Schwärmerische Menschen mögen Schriftstellen zusammenbringen und auf ihnen einen menschlichen Gedankenbau errichten; aber die Annahme solcher Ansichten vermag die Gemeinde nicht zu stärken. Gegenüber Geheimnissen, die für das menschliche Verständnis zu tief sind, ist Schweigen Gold.

Die Aufgabe des Heiligen Geistes umreißt Christus deutlich mit den Worten: „Wenn derselbe kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit und über das Gericht.“ Johannes 16,8. Der heilige Geist überführt von der Sünde. Wenn der Sünder sich dem belebenden Einfluß des Geistes öffnet, wird er zur Umkehr bewegt, und ihm wird bewußt, wie wichtig es ist, den göttlichen Forderungen zu gehorchen. 

Dem reumütigen Sünder, der nach Gerechtigkeit hungert und dürstet, offenbart der Heilige Geist das Lamm Gottes, „welches der Welt Sünde trägt“. Johannes 1,29. „Derselbe wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er‘s nehmen und euch verkündigen.“ Johannes 16,14. „Aber der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, was ich euch gesagt habe.“ Johannes 14,26.

Der Geist wird als erneuernde Kraft gegeben, die das Heil wirksam machen soll, das durch den Tod unseres Erlösers erworben worden ist. Beständig sucht der Geist die Aufmerksamkeit der Menschen auf das große Opfer zu lenken, das am Kreuz zu Golgatha gebracht wurde, der Welt die Liebe Gottes zu offenbaren und dem von seiner Schuld überführten Sünder die Kostbarkeiten der Heiligen Schrift zu eröffnen.

Hat der Heilige Geist Erkenntnis der Sünde bewirkt und den Maßstab der Gerechtigkeit vorgehalten, zieht er die Neigungen ab von den vergänglichen Dingen dieser Erde und erfüllt das Herz mit dem Verlangen nach Heiligkeit.

„Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen“ (Johannes 16,13), erklärte der Heiland.

Wenn Menschen willig sind, sich formen zu lassen, wird es zu einer Heiligung ihres ganzen Wesens kommen. Was der Heilige Geist von Gott empfängt, wird er ihnen einprägen. Durch seine Macht wird der Lebensweg so klar, daß niemand zu irren braucht. Von Anfang an hat Gott seinen Heiligen Geist dazu benutzt, durch menschliche Werkzeuge seine Absicht mit dem gefallenen Menschengeschlecht zu verwirklichen.

Das zeigte sich bereits im Leben der Patriarchen. Auch der Gemeinde in der Wüste zur Zeit Moses gab Gott seinen „guten Geist, um sie zu unterweisen“. Nehemia 9,20. In den Tagen der Apostel wirkte er durch die Kraft des Heiligen Geistes machtvoll für seine Gemeinde. Dieselbe Kraft die die Erzvater stärkte, Kaleb und Josua Glauben und Mut verlieh und das Werk der Urgemeinde erfolgreich gestaltete, hat Gottes treue Kinder zu allen Zeiten aufrecht erhalten.

In der Kraft des Heiligen Geistes bereiteten die waldensischen Christen in dunkler Zeit der Reformation den Weg. Und eben dieselbe Kraft ließ die Bemühungen edler Männer und Frauen erfolgreich sein, die die Voraussetzung schufen für die heutige Evangeliumsverkündigung und für die Übersetzung der Bibel in die Sprachen und Dialekte aller Völker und Stämme.

Auch heute noch gebraucht Gott seine Gemeinde, um auf Erden seinen Plan kundzutun. Boten des Kreuzes gehen von Stadt zu Stadt und von Land zu Land, um den Weg für das zweite Kommen Christi zu bereiten. Gottes Gesetz wird zur Richtschnur erhoben. Der Geist des Allmächtigen bewegt Menschenherzen, und alle, die sich seinem Einfluß hingeben, werden Zeugen für Gott und seine Wahrheit.

Vielerorts teilen geheiligte Männer und Frauen andern das Licht mit, das ihnen den Weg zur Erlösung durch Christus klargemacht hat. Und da sie, wie jene, die zu Pfingsten mit dem Geist getauft wurden, ihr Licht stets leuchten lassen, empfangen sie immer mehr von der Kraft des Heiligen Geistes. Auf diese Weise soll die Erde von der Herrlichkeit Gottes erleuchtet werden.

Es gibt aber auch Menschen, die nicht weislich jede sich bietende Gelegenheit nutzen, sondern untätig auf eine besondere Zeit geistlicher Erquickung warten, durch die ihre Fähigkeit, andere zu erleuchten, sich beträchtlich vergrößern würde. Sie vernachlässigen die gegenwärtigen Pflichten und Vorrechte und lassen ihr Licht trübe brennen, während sie einer Zeit entgegensehen, in der sie ohne eigene Anstrengung besondere Segnungen empfangen, durch die sie umgewandelt und zum Dienst befähigt werden.

Tatsache ist: Wenn in der Endzeit Gottes Werk auf Erden seinem Abschluß entgegengeht, werden die ernsten Bemühungen geweihter Gläubiger unter der Führung des Heiligen Geistes von Zeichen göttlicher Gunst begleitet sein. Unter dem Bild des Früh- und Spätregens, wie er im Orient zur Saat- bzw. Erntezeit fällt, kündigten die hebräischen Propheten der Gemeinde Gottes in außergewöhnlichem Maß die Gabe geistlicher Gnade an.

Mit der Ausgießung des Geistes in den Tagen der Apostel setzte der Frühregen ein, und das Ergebnis war herrlich. Bis zum Ende der Zeit wird der Heilige Geist in der wahren Gemeinde gegenwärtig bleiben. Aber für die Zeit kurz vor Abschluß der Ernte der Welt wird eine besondere Verleihung geistlicher Gnade verheißen, wodurch die Gemeinde auf das Kommen des Menschensohnes vorbereitet werden soll.

Diese Ausgießung des Geistes wird mit dem Fallen des Spätregens verglichen. Um diese vermehrte Kraft sollen die Christen „den Herrn der Ernte“ (Matthäus 9,38) „zur Zeit des Spätregens“ bitten. Als Antwort „wird der Herr, der die Wolken macht, euch auch Regen genug geben für jedes Gewächs auf dem Felde“. Sacharja 10,1.

„Und ihr, Kinder Zions, freuet euch und seid fröhlich im Herrn, eurem Gott, der euch gnädigen Regen gibt und euch herabsendet Frühregen und Spätregen wie zuvor.“ Joel 2,23. Wenn aber die Glieder der Gemeinde Gottes heute keine lebendige Verbindung mit der Quelle allen geistlichen Wachstums haben, werden sie auch nicht bereit sein zur Zeit der Ernte.

Halten sie jetzt ihre Lampen nicht in Ordnung und am Brennen, wird ihnen auch keine zusätzliche Gnade zuteil, wenn sie ihrer besonders bedürfen. Nur diejenigen, denen ständig neu Gnade zufließt, werden soviel Kraft besitzen, wie sie täglich bedürfen und wie der Einsatz ihrer Fähigkeiten erfordert.

Anstatt auf eine zukünftige Zeit zu schauen, in der sie auf besondere Weise mit geistlicher Kraft für das Werk der Seelenrettung ausgestattet werden, übergeben sie sich Gott täglich, damit er sie zu Gefäßen mache, wie er sie gebrauchen kann. Täglich nützen sie die Gelegenheiten zum Dienst, die sich in ihrer Umgebung bieten.

Täglich zeugen sie für den Meister, wo sie auch sein mögen, sei es im bescheidenen Wirkungskreis daheim oder bei nützlicher Arbeit in der Öffentlichkeit.

Für den Mitarbeiter, der sich dem Herrn geweiht hat, ist es ein wunderbarer Trost zu wissen, daß selbst Christus während seines Erdenlebens seinen Vater täglich um erneuten Zufluß der benötigten Gnade bat. Durch diese Gemeinschaft mit Gott konnte er andere stärken und segnen. Seht, wie der Heiland sich im Gebet vor seinem Vater beugt! Obwohl er Gottes Sohn ist, stärkt er seinen Glauben im Gebet.

Aus der Gemeinschaft mit dem Himmel schöpft er die Kraft, dem Bösen zu widerstehen und den Bedürfnissen seiner Mitmenschen zu dienen. Als älterer Bruder der Menschen kennt er die Not derer, die zwar von Schwachheit umgeben sind und in einer Welt der Sünde und Versuchung leben, ihm aber doch dienen möchten. Er weiß, daß die Boten, die er als tauglich aussenden will, schwache, irrende Menschen sind.

Aber allen, die sich rückhaltlos in seinen Dienst stellen, verspricht er göttliche Hilfe. Sein eigenes Beispiel beweist, daß ernstes, anhaltendes Gebet zu Gott im Glauben — einem Glauben, der zum Bewußtsein völliger Abhängigkeit von Gott und ungeteilter Hingabe an sein Werk führt — den Menschen den Beistand des Heiligen Geistes im Kampf gegen die Sünde zu verschaffen vermag.

Jeder Mitarbeiter, der dem Beispiel Jesu folgt, wird darauf vorbereitet sein, die Kraft zu empfangen und anzuwenden, die der Herr seiner Gemeinde verheißen hat, damit die Ernte der Erde zur Reife kommt. Wenn die Boten des Evangeliums morgens vor dem Herrn knien und ihr Gelübde der Hingabe erneuern, wird er ihnen die Gegenwart seines Geistes und dessen belebende, heiligende Kraft schenken.

Sie werden an die Erfüllung ihrer täglichen Aufgaben gehen in der Gewißheit, daß die unsichtbare Anwesenheit des Heiligen Geistes sie befähigt, „Mitarbeiter Gottes“ zu sein.“
Ellen G. White, Das Wirken der Apostel (1976), S. 39-46

Der Spätregen fällt vor der Versieglung!

„Bevor das Werk vollendet wird und Gottes Volk vollständig versiegelt worden ist, wird der Heilige Geist über uns ausgegossen werden. Himmlische Engel werden mitten unter uns sein. Jetzt ist die Zeit der Vorbereitung auf den Himmel. Deshalb müssen wir allen Geboten Gottes vollkommenen Gehorsam erweisen. Brief 30, 1907.“
Ellen G. White, Für die Gemeinde geschrieben — Band 1 (2000), S. 113

Der Spätregen verursacht den lauten Ruf!

„Ich fragte, wodurch diese große Veränderung bewirkt worden sei. Ein Engel antwortete: „Es ist der Spätregen, die Erquickung von dem Angesicht des HERRN, der laute Ruf der dritten Engelsbotschaft.“
Ellen G. White, Erfahrungen und Gesichte sowie Geistliche Gaben (1951), S. 259

Der Spätregen verursacht Sichtung unter Gottes Volk!

„Am 20. November 1857 wurde mir das Volk Gottes vorgeführt, und ich sah, dass es eine durchgreifende Sichtung erfuhr. Einige, die starken Glaubens waren und qualvolle Schreie aussandten, rangen mit Gott. Ihre Angesichter, bleich und von schrecklicher Angst gezeichnet, spiegelten ihren inneren Kampf wider. Schweißtropfen perlten auf ihren Stirnen, und ihre Gesichter drückten Ernst und Entschlossenheit aus.

Ab und zu leuchtete auf ihrem Antlitz ein Abglanz göttlicher Herrlichkeit, aber sogleich bemächtigte sich ihrer wieder jenes feierlich ernste und doch angstvolle Aussehen. Böse Engel umringten die Gläubigen und hüllten sie in Finsternis, um den Herrn Jesum ihren Blicken zu entziehen. Ihre Augen sollten auf die sie umgebende Finsternis gelenkt werden; sie sollten Gott misstrauen und dann gegen ihn murren.

Nur wenn sie ihre Augen ständig aufwärts richteten, würden sie ihre Sicherheit bewahren können. Engel Gottes wachten über sein Volk. Immer, wenn von den bösen Engeln eine giftige Atmosphäre über diese Geängstigten gebreitet wurde, schwangen die himmlischen Engel unaufhörlich ihre Flügel über ihnen, um die dichte Finsternis zu zerstreuen. Ich sah, dass etliche an diesen qualvollen Kämpfen und Auseinandersetzungen keinen Anteil nahmen.

Sie schienen gleichgültig und unbekümmert zu sein. Sie leisteten der Finsternis keinen Widerstand, die sie wie eine undurchdringliche Wolke einschloss. Die Engel Gottes verließen sie und eilten denen zu Hilfe, die mit all ihren Kräften den bösen Engeln zu widerstehen versuchten und die durch inständiges Anflehen Gottes sich selbst bemühten, etwas zu ihrer Stärkung beizutragen. Die Engel aber verließen alle diejenigen, die keinerlei Anstrengung machten, sich selbst zu helfen, und ich verlor sie aus den Augen.

Wenn die Betenden aber ihr ernstes Rufen fortsetzten, fiel von Zeit zu Zeit ein Lichtstrahl von Gott auf sie, um ihre Herzen zu ermutigen und ihre Angesichter zu erleuchten. Ich fragte nach der Bedeutung der großen Sichtung, die ich gesehen hatte. Ich sah, dass sie durch das rückhaltlose Zeugnis bewirkt wurde, das der treue Zeuge denen zu Laodizea gab. Dieses Zeugnis wird seine Wirkung auf das Herz des Empfängers nicht verfehlen und ihn veranlassen, den Maßstab zu erhöhen und die volle Wahrheit zu verkündigen.

Einige werden dieses genaue Zeugnis nicht ertragen und sich deshalb dagegen erheben. Dies wird eine Sichtung unter Gottes Volk verursachen. Das Zeugnis des treuen Zeugen ist nicht einmal zur Hälfte beachtet worden. Diese ernste Botschaft, von der das Schicksal der Gemeinde abhängt, wurde geringschätzig behandelt, wenn nicht gar völlig missachtet. Dieses Zeugnis muss tiefe Reue schaffen, und alle, die es aufrichtig annehmen, werden ihm gehorchen und dadurch geläutert werden.    

Der Engel sprach: „Merke auf!“ Alsbald hörte ich eine Stimme, die sich wie das Zusammenspiel vieler Musikinstrumente anhörte — voller Lieblichkeit und Harmonie. Dieser Klang übertraf alles, was ich je gehört hatte. Diese Stimme schien mir voller Gnade, Mitgefühl und erhabener, heiliger Freude zu sein. Sie ergriff mein ganzes Wesen. Der Engel sagte: „Schau dich einmal um!“ Daraufhin wurde meine Aufmerksamkeit auf die Gruppe gelenkt, die machtvoll gesichtet worden war.

Ich erblickte diejenigen, die ich zuvor unter unerhörten Qualen hatte weinen und beten sehen. Die Anzahl der Schutzengel um sie hatte sich verdoppelt, dann wurden sie von Kopf bis Fuß mit einer Rüstung angetan. In mustergültiger Ordnung bewegten sie sich entschlossen voran, wie eine Abteilung Soldaten. Auf ihren Angesichtern waren noch die Spuren des überstandenen Kampfes, den sie durchgemacht hatten, zu sehen.

Aber wenn ihre Gesichtszüge auch eben noch die Zeichen schwerer innerer Nöte trugen — jetzt erstrahlten sie im Licht und Glanz des Himmels. Sie hatten den Sieg erlangt, und das erweckte in ihnen tiefste Dankbarkeit und heilige Freude. Die Gruppe war kleiner geworden. Etliche waren ausgesichtet und auf dem Weg zurückgelassen worden.    

„Ich weiß deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest! Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde. Du sprichst: Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts! und weißt nicht, dass du bist elend und jämmerlich, arm, blind und bloß.“ Offenbarung 3,15-17.

Die Sorglosen und Gleichgültigen, die sich nicht mit denen vereinten, die das Seelenheil so hoch einschätzten, dass sie dafür beharrlich eintraten und bis aufs äußerste kämpften, erhielten den Sieg nicht. Sie wurden in der Finsternis zurückgelassen. Ihre Plätze nahmen unmittelbar danach andere ein, die die Wahrheit ergriffen. Noch immer drängten sich die bösen Engel um sie, hatten aber keine Gewalt mehr über sie.   

„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen ergreifet den Harnisch Gottes, auf dass ihr an dem bösen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens.

Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösewichtes; und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen.“ Epheser 6,12-18.

Ich hörte, dass die mit der Waffenrüstung Gottes Bekleideten mit großer Kraft die Wahrheit verkündeten, was seine Wirkung nicht verfehlte. Ich sah die Menschen, die gebunden gewesen waren; einige Frauen durch ihre Männer, manche Kinder durch ihre Eltern. Die Aufrichtigen, die bisher verhindert waren, die Wahrheit zu hören, ergriffen sie jetzt begierig. Jegliche Furcht vor ihren Verwandten war verschwunden.

Allein die Wahrheit ging ihnen über alles; sie war ihnen wertvoller als das Leben. Lange hatten sie nach ihr gehungert und gedürstet. Ich fragte, wodurch diese große Veränderung zustande gekommen sei. Ein Engel antwortete: „Es ist der Spätregen, die Erquickung vom Angesicht des Herrn, der laute Ruf des dritten Engels.“ Eine mächtige Kraft stand diesen Auserwählten zur Seite.

Der Engel sprach zu mir: „Schau dich einmal um.“ Meine Aufmerksamkeit wurde auf die Gottlosen und Ungläubigen gelenkt. Sie befanden sich alle in lebhafter Bewegung. Der Eifer und die Kraft, die das Volk Gottes offenbarte, hatten sie erregt und in Zorn versetzt. Verwirrung herrschte überall.“
Ellen G. White, Zeugnisse für die Gemeinde — Band 1, S. 199-203

Nicht alle empfangen den Spätregen!

„Es wurde mir gezeigt: Wenn die Gläubigen ihrerseits keine Anstrengungen unternehmen, sondern untätig auf die Erquickung warten, die all ihre Schwächen beseitigen und ihre Fehler wieder gut machen soll; wenn sie sich darauf verlassen, daß sie dadurch von ihrer körperlichen und geistigen Verschmutzung gereinigt und darauf vorbereitet werden, in den Ruf des dritten Engels einzustimmen, dann werden sie merken, daß ihnen Entscheidendes mangelt. Testimonies for the Church I, 619 (1867).”
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 159

„Wir dürfen sicher sein, wenn der Heilige Geist ausgegossen wird, daß jene, die den Frühregen nicht erhalten und geschätzt haben, auch den Wert des Spätregens nicht erkennen oder verstehen werden. Testimonies to Ministers and Gospel Workers 399 (1896).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 159

„Nur jene, die entsprechend ihrer Erkenntnis leben, werden größere Erkenntnis erhalten. Wenn wir nicht täglich Fortschritte darin machen, die praktischen christlichen Tugenden beispielhaft vorzuleben, werden wir nichts davon merken, wie sich der Heilige Geist im Spätregen bekundet. Er mag über alle Menschen um uns herum ausgegossen werden, aber wir werden ihn weder erkennen noch erhalten. Testimonies to Ministers and Gospel Workers 507 (1897).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 159

„Diejenigen, die keine bewußten Anstrengungen unternehmen, sondern einfach darauf warten, daß sie der Heilige Geist in Bewegung setzt, werden in der Dunkelheit umkommen. Ihr dürft nicht sitzen bleiben und nichts tun im Werk Gottes. Christian Service 228 (1903).“
Ellen G. White, Christus kommt bald (1996), S. 159

Wer empfängt den Spätregen?

Erlaube mir dir ein Sinnbild darzureichen. Acht Tage nach der Geburt Jesu, brachten Joseph und die Mutter Jesu unseren geliebten himmlischen Bruder Jeschua in den Tempel nach Jerusalem zum Priester.

So steht es geschrieben:

Und als acht Tage vollendet waren, da man das Kind beschneiden mußte, wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er im Mutterleibe empfangen worden war. Lukas 2:21

Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetze Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen, wie im Gesetze des Herrn geschrieben steht: «Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt heißen», und um ein Opfer darzubringen, wie im Gesetze des Herrn geboten ist, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Lukas 2:22-24

Der Priester hielt unseren kleinen himmlischen Bruder Jesus in seinen Armen, aber den verheißenen Messias erkannte er trotz seines Priesteramtes als Gottes Diener und Gläubiger nicht.

Es steht geschrieben:

Und siehe, es war ein Mensch zu Jerusalem, namens Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels; und heiliger Geist war auf ihm. Und er hatte vom heiligen Geist die Zusage empfangen, daß er den Tod nicht sehen werde, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen. Und er kam auf Antrieb des Geistes in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hineinbrachten, um mit ihm zu verfahren nach der Sitte des Gesetzes, da nahm er es auf seine Arme, lobte Gott und sprach: Nun, Herr, entlässest du deinen Diener in Frieden nach deinem Wort! Denn meine Augen haben dein Heil gesehen, welches du angesichts aller Völker bereitet hast, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Verherrlichung deines Volkes Israel! Und sein Vater und seine Mutter verwunderten sich über das, was von ihm gesagt wurde. Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser ist gesetzt zum Fall und zum Auferstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird und dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen, auf daß aus vielen Herzen die Gedanken offenbar werden. Und es war eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamm Asser, die war hochbetagt, nachdem sie mit ihrem Manne sieben Jahre gelebt hatte nach ihrer Jungfrauschaft; und sie war eine Witwe von vierundachtzig Jahren; die wich nicht vom Tempel, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. Auch diese trat zu derselben Stunde hinzu und pries Gott und redete von ihm zu allen, die auf Jerusalems Erlösung warteten. Und nachdem sie alles vollbracht hatten nach dem Gesetze des Herrn, kehrten sie zurück nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth. Lukas 2:25-39

Wie wir anhand Lukas 2:25-39 erfahren dürfen, konnte der gerechte und gottesfürchtige Simeon und die Prophetin Hanna den Messias erkennen.

Warum konnte sie es und der Priester nicht?

Darauf gibt uns unser geliebter himmlischer Vater, durch seine Prophetin Ellen G. White, ebenso die Antwort:

„Maria und Joseph aber waren arm; und als sie mit ihrem Kind kamen, sah der Priester nur ein in einfachste Gewänder gekleidetes Elternpaar aus Galiläa. Nichts an ihrer äußeren Erscheinung erweckte besondere Aufmerksamkeit, zudem brachten sie auch nur die Opfergabe der Armen zum Tempel.

So versah der Priester lediglich die Förmlichkeiten, die ihm sein Amt vorschrieb. Er nahm das Kind auf seine Arme und hielt es vor dem Altar empor; dann gab er es seiner Mutter zurück und trug den Namen „Jesus“ in die Liste der Erstgeborenen ein. Er ahnte nicht, daß das Kindlein, das er eben noch auf seinen Armen gehalten hatte, der Herr des Himmels, der König der Herrlichkeit war. Noch weniger kam ihm der Gedanke, daß dieses Kind es war, von dem Mose geschrieben hatte: „Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern gleichwie mich; den sollt ihr hören in allem, was er euch sagen wird.“ Apostelgeschichte 3,22. Er ahnte auch nicht, daß dieses Knäblein es war, dessen Herrlichkeit schon Mose zu sehen begehrt hatte. Ein Größerer als Mose lag in seinen Armen, und als er den Namen des Kindes in die Liste eintrug, da schrieb er den Namen des Einen nieder, auf dem die ganze jüdische Heilsgeschichte ruhte.

Mit seinem Erscheinen verlor der Opfer- und Gabendienst seine Geltung, fand das Vorbild seine Erfüllung — wich der Schatten dem Wesen. … Der Name des hilflosen Kindes, eingetragen in die Stammesliste Israels, zum Zeichen, daß Er unser Bruder ist, war die Hoffnung der gefallenen Menschheit. Wie jetzt für ihn das Lösegeld gezahlt werden mußte, so wollte er dereinst die Sühne für die Sünden der ganzen Welt auf sich nehmen. Er war der wahre Hohepriester über das Haus Gottes (Hebräer 10,21), das Haupt eines unvergänglichen Priestertums (Hebräer 7,24), der Fürsprecher „zu der Rechten der Majestät in der Höhe“. Hebräer 1,3.

Geistliches kann nur geistlich beurteilt werden. Während der Sohn Gottes im Tempel zu der Aufgabe geweiht wurde, die zu erfüllen er gekommen war, erblickte der Priester in ihm nicht mehr als in irgendeinem anderen Kind. Obgleich er selbst weder etwas Besonderes sah noch fühlte, wurde die Tatsache, daß Gott seinen Sohn in die Welt gab, dennoch wohlbekannt. Diese Gelegenheit durfte nicht vorübergehen, ohne daß Christus erkannt würde. „Siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und derselbe Mensch war fromm und gottesfürchtig und wartete auf den Trost Israels, und der heilige Geist war mit ihm. Und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er solle den Tod nicht sehen, er habe denn zuvor den Christ des Herrn gesehen.“ Lukas 2,25.26.

Als Simeon den Tempel betrat, sah er ein Elternpaar ihren erstgeborenen Sohn dem Priester darreichen. Ihr Aussehen zeugte von Armut; Simeon aber verstand die Ankündigungen des Geistes, und er war tief ergriffen, als er erkannte, daß dieses Kindlein, das jetzt dem Herrn geweiht wurde, der Trost Israels war, den zu sehen er sich gesehnt hatte. Dem erstaunten Priester hingegen erschien Simeon wie von Sinnen. Als Maria das Kind zurückerhalten hatte, nahm Simeon es auf seine Arme und stellte es Gott dar. Dabei überkam ihn eine Freude, wie er sie noch nie zuvor empfunden hatte. Er hielt das Christuskindlein hoch und sprach: „‚Herr, nun lässest du deinen Diener im Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen‘, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht, zu erleuchten die Heiden, und zum Preis deines Volks Israel.“ Lukas 2,29-32.

Der Geist der Weissagung erfüllte diesen Gottesmann, und während Maria und Joseph sich über seine Worte wunderten, segnete er das Paar und sprach zu Maria: „Siehe, dieser wird gesetzt zum Fall und Aufstehen vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird — und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen —, auf daß vieler Herzen Gedanken offenbar werden.“ Lukas 2,34.35.

Auch die Prophetin Hanna kam hinzu und bestätigte Simeons Zeugnis über Jesus. Während Simeon noch redete, erstrahlte ihr Angesicht von dem Glanz der Herrlichkeit Gottes, und sie dankte aus vollem Herzen dafür, daß sie noch Christus, den Herrn, hatte schauen dürfen. Diese demütigen Anbeter hatten nicht vergeblich in den heiligen Schriften geforscht. Die aber Oberste und Priester in Israel waren, wandelten nicht in den Wegen des Herrn, obgleich auch sie die köstlichen Aussprüche der Propheten kannten. Darum vermochten ihre Augen nicht das Licht des Lebens zu schauen.

So ist es noch heute. Es finden Ereignisse statt, auf die der ganze Himmel seine Aufmerksamkeit richtet; aber bei den geistlichen Führern und den Anbetenden im Hause Gottes finden sie kein Verständnis — nicht einmal ihr Auftreten wird beachtet. Man läßt wohl einen historischen Christus gelten, wendet sich aber von dem lebendigen ab. Der Christus, der sowohl durch sein Wort als auch durch die Armen und Leidenden, die um Hilfe flehen, und durch die gerechte Sache, die Armut, Mühsal und Schmach einschließt, zur Selbstverleugnung auffordert, wird heute ebensowenig aufgenommen wie vor zweitausend Jahren.“
Ellen G. White, Das Leben Jesu (1973), S. 38-40

Unser himmlischer Vater sagt uns den Grund der Blindheit und der Erkentnnis.

„Diese demütigen Anbeter hatten nicht vergeblich in den heiligen Schriften geforscht. Die aber Oberste und Priester in Israel waren, wandelten nicht in den Wegen des Herrn, obgleich auch sie die köstlichen Aussprüche der Propheten kannten. Darum vermochten ihre Augen nicht das Licht des Lebens zu schauen.“

Simeon und Hanna wahren gerecht und gottesfürchtig, sie forschten demütig in den heiligen Schriften und wandelten in den Wegen des HERRN JHWH, unseres himmlischen Vaters.

Die Obersten und Priester Israels wandelten nicht in den Wegen des HERRN, obgleich sie die köstlichen Aussprüche der Propheten kannten, sondern ihre Wege, weshalb sie den Messias nicht erkannten und deshalb auch ablehnten und töteten!

Sie sprachen über die Wege Gottes, aber wandelten sie nicht!

Das sagte Jesus ihnen auch und es steht geschrieben:

Da sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern: Die Schriftgelehrten und Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken tut nicht; denn sie sagen es wohl, tun es aber nicht. Matthäus 23:1-3

Jesus sagte klar und unmissverständlich:

Sie sagen es, tun es aber nicht.

Das Gleiche betrifft auch sehr viele Menschen der heutigen Tage.

Deshalb erkennen die Menschen die prophezeiten Ereignisse, die sich vor ihren Augen erfüllten, wie die damaligen Gläubigen, nicht. Nur diejenigen, welche in den Wegen Jesu wandeln, in Wahrheit sind, glauben, wie es die heilige Schrift sagt, Jesu Worte bewahren und in Jesus sind, die 10 Gebote halten und nicht mehr sündigen, werden den Spätregen empfangen.

Nicht die, welche über Jesus reden, vom Glauben an Jesus sprechen, Jesu Lehren verkünden oder mit Wasser getauft wurden, werden den Spätregen empfangen, sondern nur diejenigen, die in den Wegen des Herrn Jesus wandeln und wie Jesus, vollkommen und heilig sind.

Über Jesus reden bedeutet nicht ihm zu glauben und nachzufolgen, seine Wege zu wandeln, in ihm zu sein!

Der Spätregen wird zu dem kommen, der von allem Schmutz gereinigt ist!

„Heute sollt ihr euch selbst Gott übergeben, damit er euch von eurem Ich, eurem Neid, eurer Eifersucht, eurem Argwohn, eurer Streitsucht, überhaupt von allem befreien kann, das ihm Schande macht. Heute sollt ihr euch reinigen lassen, damit ihr bereit seid, den himmlischen Tau und den Spätregen zu empfangen. Denn der Spätregen wird kommen, und Gottes Segen wird jeden erfüllen, der von allem Schmutz gereinigt ist.

Heute ist es unsere Aufgabe, uns ganz und gar Christus anzuvertrauen, damit er uns bereit macht für die Zeit der Erquickung durch die Gegenwart unseres Herrn, bereit für die Taufe mit dem Heiligen Geist. The Review and Herald, 22. März 1892.“
Ellen G. White, Für die Gemeinde geschrieben – Band 1 (2000), S. 195

Den Spätregen werden nur Sieger über jegliche Sünde, über Stolz, Selbstsucht, Liebe zur Welt, jedes falsche Wort und jede unrechte Tat empfangen!

„Ich sah, dass viele die so nötige Vorbereitung versäumen und auf die Zeit der ‘Erquickung’ und den ‘Spätregen’ schauten, die sie bereit machen sollten, am Tage des HERRN zu bestehen und vor Seinem Angesicht zu leben. Oh, wie viele sah ich in der Zeit der Trübsal ohne irgendeinen Schutz. Sie hatten die nötige Vorbereitung vernachlässigt, deshalb konnten sie nicht die Erquickung empfangen, die alle haben müssen, um vor dem Angesicht eines heiligen Gottes zu leben.

Diejenigen, die sich nicht durch die Propheten wollen zurichten lassen, die es versäumten, ihre Seelen zu reinigen, indem sie der ganzen Wahrheit gehorchen, und die ihren Zustand für besser halten, als er wirklich ist, werden zur Zeit, wenn die Plagen kommen, aufwachen und erkennen, dass es nötig war, für den Bau behauen und zugerichtet zu werden. Aber dann wird keine Zeit mehr sein, dies zu tun, und kein Mittler mehr, der ihre Sache vor dem Vater vertritt.

Vor dieser Zeit ist die feierlich ernste Verkündigung ausgegangen: ‘Wer böse ist, der sei fernerhin böse; und wer unrein ist, der sei fernerhin unrein; aber wer fromm ist, der sei fernerhin fromm und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig.’
Ich sah, dass keiner an der Erquickung teilhaben kann, der nicht den Sieg über jegliche Sünde, über Stolz, Selbstsucht, Liebe zur Welt und jedes falsche Wort und jede unrechte Tat erlangt hat.

Wir sollten deshalb immer näher zu dem HERRN kommen und ernstlich danach trachten, diese nötige Vorbereitung zu erlangen, die uns befähigt, im Kampf am Tage des HERRN zu bestehen. Lasst uns daran gedenken, dass Gott heilig ist und dass nur heilige Wesen ewig in Seiner Gegenwart wohnen können.“ EW, 71.2W“
Ellen G. White, Erfahrungen und Gesichte sowie Geistliche Gaben, S. 63-64

„Betet um den Spätregen! „So bittet nun vom HERRN Spätregen, so wird der HERR Gewölk machen und euch Regen genug geben, zu allem Gewächs auf dem Felde.“ Sacharja 10,1. „Und euch herabsendet Frühregen und Spätregen wie zuvor.“ Joel 2,23. Im Orient fällt der Frühregen zur Saatzeit. Er ist notwendig, damit die Saat keimt. Unter der Einwirkung der fruchtbaren Regenschauer gehen die zarten Keimlinge auf.

Der Spätregen, der gegen Ende der Jahreszeit fällt, läßt das Korn ausreifen und bereitet es zum Schnitt vor. Der HERR verwendet diese Naturvorgänge, um das Werk des Heiligen Geistes darzustellen. Wie Tau und Regen zuerst fallen, um die Saat zum Keimen zu bringen und dann die Ernte ausreifen zu lassen, so wird der Heilige Geist verliehen, um den Vorgang des geistlichen Wachstums von einem Abschnitt zum anderen voranzutreiben.

Das Reifen des Getreides stellt die Vollendung des göttlichen Gnadenwerkes in der Seele dar. Durch die Kraft des Heiligen Geistes soll das sittliche Bild Gottes in unserem Charakter vervollkommnet werden. Wir müssen völlig in das Ebenbild Christi verwandelt werden. Der Spätregen, der die Ernte der Welt reifen läßt, stellt die geistliche Gnade dar, welche die Gemeinde auf den kommenden Menschensohn vorbereitet.

Aber wenn zuvor der Frühregen nicht gefallen ist, wird es kein Leben geben: Der grüne Keimling wird nicht aufgehen. Haben die Frühlingsschauer ihr Werk nicht getan, kann der Spätregen keine Saat zur Vollendung bringen. „Denn die Erde bringt von selbst zum ersten das Gras, darnach die Ähren, darnach den vollen Weizen in den Ähren.“ Markus 4,27.

Die christlichen Tugenden müssen sich beständig entwickeln, und die christliche Erfahrung muß beständig fortschreiten. Danach sollten wir mit starkem Verlangen streben, damit wir für die Lehre Christi, unseres Erretters, eine Zierde sind.“
Ellen G. White, Gedanken über das Buch Offenbarung, S. 236-237

Warum wird das Volk Gottes, durch den Spätregen, mit dem heiligen Geist versiegelt?

„Wer jedoch alle Prüfungen besteht und überwindet, ganz gleich für welchen Preis, hat den Rat des treuen Zeugen beachtet, wird den Spätregen empfangen und somit würdig sein für die Aufnahme ins Reich Gottes … Durch Jesus Christus wird sein Volk gereinigt und geläutert werden. Aber erst wenn sich sein Wesen gänzlich in ihnen widerspiegelt, sind sie vollkommen und heilig und sind dann bereit für die Verwandlung. Von einem Christen wird Großes erwartet.“
Ellen G. White, Aus der Schatzkammer der Zeugnisse – Band 1 (1975), S. 70, 118

„Der Spätregen läßt sie wieder aufleben und Kraft gewinnen, damit sie die Zeit der Angst überstehen können. Auf ihren Gesichtern liegt ein Abglanz der Herrlichkeit, die den dritten Engel umgibt.“
Ellen G. White, Aus der Schatzkammer der Zeugnisse – Band 1 (1975), S. 135

„Sobald die dritte Engelsbotschaft abgeschlossen ist, bittet die Gnade Christi nicht länger für die sündigen Bewohner der Erde. Gottes Volk hat seine Aufgabe vollendet; es hat den „Spätregen“, „die Erquickung von dem Angesichte des Herrn“, empfangen und ist auf die bevorstehende schwere Stunde vorbereitet.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 607

„Zu der Zeit wird der ‚Spätregen‘ oder die Erquickung von dem Angesichte des Herrn kommen, um der lauten Stimme des dritten Engels Kraft zu geben und die Heiligen zuzurichten, damit sie zur Zeit der sieben Plagen bestehen können.“
Ellen G. White, Erfahrungen und Gesichte sowie Geistliche Gaben (1951), S. 82

Wie können sich Jünger Jesu auf die Ausgießung des heiligen Geistes, den Spätregen, vorbereiten?

Ernsthaft Beten!

„Wir sollten ebenso ernsthaft um die Ausgießung des Heiligen Geistes bitten, wie die Jünger am Pfingsttage. Wenn sie ihn, den Heiligen Geist, damals benötigten, wir benötigen ihn heute desto mehr … Ohne die Hilfe des Geistes werden unsere Anstrengungen, die göttliche Wahrheit zu verkündigen, vergeblich sein.“
Ellen G. White, The Review and Herald Vol. 73, No. 34, 25. August 1896, p. 533

„Eine Wiederbelebung zu echter Gläubigkeit ist unter uns das größte und dringendste Bedürfnis. Diese Neubelebung zu erlangen, sollte unsere erste Aufgabe sein. Es sollten ernste Anstrengungen gemacht werden, den Segen des HERRN zu erhalten, nicht etwa weil Gott nicht willig wäre, uns seinen Segen zu geben, sondern weil wir nicht darauf vorbereitet sind, ihn zu empfangen.

Unser himmlischer Vater ist williger, seinen Heiligen Geist denen zu geben, die ihn darum bitten, als irdische Eltern bereit sind, ihren Kindern gute Gaben zu geben. Es ist aber unsere Aufgabe, durch Sündenbekenntnis, Demut, Reue und ernstes Gebet die Bedingungen zu erfüllen, unter denen Gott versprochen hat, seinen Segen zu gewähren. Eine Erweckung kann nur als Antwort auf das Gebet erwartet werden.“
Ellen G. White, Ausgewählte Botschaften – Band 1 (1987), 123.

„Wir mögen ein bestimmtes Maß des Heiligen Geistes empfangen haben; aber durch Gebet und Glauben müssen wir immer danach trachten, mehr zu erhalten. Es wäre ein großer Fehler, in unserem Bemühen nachzulassen.

Wenn wir nicht vorangehen, wenn wir uns nicht bemühen, beides, den Frühregen und den Spätregen, zu erhalten, werden wir unsere Seelen verlieren und selbst die Verantwortung tragen.“
Ellen G. White, Die Krise vor uns (1996), S. 104-105

„Das Herz muß von jeder Beschmutzung entleert und gereinigt werden, damit der Heilige Geist dort wohnen kann. Durch Bekennen und Lassen der Sünde, durch ernstes Gebet und persönliche Hingabe an Gott bereiteten sich die Jünger auf die Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten vor. Dasselbe Werk, nur in höherem Maße, muß jetzt verrichtet werden. Dann hätte das menschliche Werkzeug nur um den Segen zu bitten und zu warten, daß der Herr sein Werk an ihm zur Vollendung bringe.

Gott hat ja das Werk begonnen, und er wird es auch zu Ende führen, indem er den Menschen in Jesus Christus vollendet. Wir dürfen jedoch die Gnade, dargestellt durch den Frühregen, nicht vernachlässigen. Nur diejenigen, die das Licht ausleben, das sie haben, werden größeres Licht empfangen.

Wenn wir die aktiven christlichen Tugenden nicht täglich deutlicher demonstrieren, werden wir die Kundgebung des Heiligen Geistes im Spätregen nicht erkennen. Er mag auf Herzen um uns herum fallen, wir aber werden ihn nicht erkennen noch empfangen.“
Ellen G. White, Gedanken über das Buch Offenbarung (1985), S. 237-238

Bist du für den Spätregen vorbereitet?

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