Artikel aktualisiert am 27.02.2021
Sünde beherrscht die Welt und das Maß ist bald voll!

Sünde beherrscht die Welt und das Maß ist bald voll!

Unmoral nimmt in der ganzen Welt überhand!

„Wascht euch, reinigt euch, tut eure bösen Taten aus meinen Augen, laßt ab vom Bösen. Lernet Gutes tun.“ Jesaja 1,16.17.

Unwissenheit, Vergnügungssucht, sündige Gewohnheiten, die Körper, Seele und Geist zerstören, füllen die Welt mit „Aussatz“ im Bereich der Sittlichkeit; eine tödliche Malaria auf sittlichem Gebiet vernichtet Tausende und Abertausende. — The Adventist Home 329.

Viele sind in der Sünde heruntergekommen. Viele sind in Not. Leiden, Mangel, Unglauben und Schwermut bedrängen sie. Krankheiten aller Art quälen sie, sowohl körperliche als auch seelische. Sie sehnen sich danach, einen Trost in ihrer Not zu finden. Satan bringt sie in Versuchung, diesen Trost in verschiedenen Lüsten und Vergnügungen zu suchen, die in den Ruin und in den Tod führen. Er bietet ihnen die Früchte Sodoms an, die sich auf ihren Lippen in Asche verwandeln werden. — Evangelism 569.

Ein schreckliches Bild vom Zustand der Welt wurde mir gezeigt. Unmoral nimmt an allen Orten überhand. Zügellosigkeit ist die besondere Sünde dieses Zeitalters. Nie zuvor hat das Laster sein entstelltes Haupt so frech erhoben wie jetzt … Die Bosheit, die vorherrscht, ist nicht nur auf Ungläubige und Spötter beschränkt. Ich wünschte, es wäre so! Aber nein. Viele Männer und viele Frauen, die sich zum christlichen Glauben bekennen, machen sich darin schuldig. Einige sogar, die behaupten, nach Seinem Kommen Ausschau zu halten, sind nicht besser auf dieses Ereignis vorbereitet als Satan selbst. Sie reinigen sich nicht von aller Befleckung. Sie haben ihren Begierden so lange gedient, daß es ihnen etwas ganz Natürliches ist, unreine Gedanken und eine verdorbene Phantasie zu haben. Es ist ihnen ebenso unmöglich, ihr Denken auf reinen und heiligen Themen verweilen zu lassen, als es unmöglich wäre, den Lauf des Niagara-Falles umzukehren und seine Wasser bergauf zu schicken … Jeder Christ wird lernen müssen, seine Leidenschaften zu zügeln und sich von Grundsätzen leiten zu lassen …

Wenn Lüsternheit, Befleckung, Ehebruch, Verbrechen und Mord unter denen an der Tagesordnung sind, die die Wahrheit nicht kennen und sich weigern sich von den Grundsätzen des Wortes Gottes leiten zu lassen, wie wichtig ist es dann, daß die Menschen, die vorgebliche Nachfolger Christi sind und in enger Verbindung zu Gott und den Engeln leben, ihnen einen besseren und edleren Weg zeigen. Wie wichtig, daß sie durch Selbstbeherrschung und Tugendhaftigkeit in scharfem Gegensatz zu der anderen Gruppe stehen, die von rauhen Leidenschaften beherrscht werden! — The Adventist Home 328.329.“
Ellen G. White, Maranatha – Der Herr kommt, S. 24

Fast die ganze Welt vergnügt sich und schläft!

„Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und hält seine Kleider, daß er nicht bloß wandle und man nicht seine Schande sehe. Offenbarung 16,15.

Der böse Knecht sagt sich: „Mein Herr kommt noch lange nicht.“ Er sagt nicht, daß Christus nicht zurückkommen werde. Er verhöhnt den Gedanken an seine Wiederkunft nicht. Doch in seinem Herzen, durch seine Taten und Worte erklärt er, das Kommen des Herrn habe sich verzögert. Er vertreibt aus dem Denken anderer die Überzeugung, der Herr komme bald. Sein Einfluß führt Menschen zu anmaßender, sorgloser Verzögerung … Er verbindet sich mit der Welt … Das ist eine schreckliche Anpassung. Mit der Welt zusammen wird er in der Falle gefangen …

„Wenn du … nicht wachen wirst, werde ich kommen wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde.“ Offenbarung 3,3. Die Wiederkunft Christi wird die falschen Lehrer überraschen. Sie sagen nämlich: „Es ist Friede, es hat keine Gefahr.“ Wie die Priester und Lehrer vor dem Fall Jerusalems streben sie für die Gemeinde irdischen Wohlstand und Ehre an. Sie legen die Zeichen der Zeit als darauf hinweisend aus. Doch was sagt das inspirierende Wort? „Dann wird sie das Verderben schnell überfallen.“ 1.Thessalonicher 5,3. Über alle Erdenbewohner, über alle, die diese Welt zu ihrer Heimat machen, wird der Tag Gottes als ein Fallstrick kommen …

Die Welt, von Gewalt und gottlosem Vergnügen erfüllt, schläft tief, schläft in fleischlicher Sicherheit. Die Menschen schieben das Kommen des Herrn weit von sich weg. Sie lachen über Warnrufe. Es wird stolz geprahlt: Es bleibt alles, „wie es von Anfang der Schöpfung gewesen ist.“ „Es soll morgen sein wie heute und noch viel herrlicher.“ 2.Petrus 3,4; Jesaja 56,12. Wir werden immer tiefer in die Vergnügungssucht hineingehen. Doch Christus sagt: „Siehe, ich komme wie ein Dieb.“ Offenbarung 16,15.

Genau dann, wenn die Welt spöttisch fragt: „Wo ist sein verheißendes Kommen?“ werden sich die Zeichen erfüllen. Während sie rufen: „Friede, es hat keine Gefahr!“ überfallt sie das Verderben schnell. Während der Spötter, der die Wahrheit verwirft, anmaßend geworden ist, während die verschiedenen Gelderwerbs-Tätigkeiten routinemäßig und ohne Rücksicht auf Grundsätze weitergehen, während der Student sich eifrig um die Vergrößerung seines Wissens über alles und jedes bemüht, nur nicht über seine Bibel, dann kommt Christus wie ein Dieb. — The Desire of Ages 635.“
Ellen G. White, Maranatha – Der Herr kommt, S. 28-29

Der Becher der Ungerechtigkeit auf Erden ist bald voll!

„Schon bald wird der Augenblick da sein, wo die Missetat der Übertreter ihr Höchstmaß erreicht hat. Gott gibt den Völkern eine bestimmte Zeit der Bewährung. Er schenkt ihnen Licht und Beweise. Werden diese angenommen, so werden sie dadurch errettet. Verwerfen sie aber das Licht wie die Juden, wird Unwille und Strafe über sie kommen.

Lehnen die Menschen die Wohltaten ab und wählen die Finsternis statt des Lichtes, dann werden sie die Folgen ihrer Entscheidung zu tragen haben. „Denn siehe, der HERR wird ausgehen von seinem Ort, heimzusuchen die Bosheit der Einwohner des Landes über sie, daß das Land wird offenbaren ihr Blut und nicht weiter verhehlen, die darin erwürgt sind.“ Die bekenntlich christliche Welt gerät, wie die jüdische Nation, von einer Sünde in die andere. Sie verwirft Warnung für Warnung und wendet sich menschlichen Fabeln zu, statt darauf zu achten, was der HERR sagt.

Der Zorn des HERRN wird bald ausbrechen, und seine Gerichte werden über jene kommen, die die Sünden der Erdbewohner zur Zeit Noahs wiederholen. Diejenigen, deren Herzen fest zum Bösen entschlossen sind, wie es bei den Einwohnern Sodoms der Fall war, werden wie jene damals vernichtet. Die Tatsache, daß Gott lange Geduld hatte und ihnen Barmherzigkeit erwies, die Tatsache, daß sich seine Gerichte lange Zeit verzögert haben, wird die Strafe nicht geringer ausfallen lassen, wenn sie erfolgt. — Manuskript 145.“
Ellen G. White, Der Bibelkommentar, S. 194

Gottes Gerichte ziehen jetzt schon übers Land!

„Die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde.“ Lukas 21,26.

Ach, daß Gottes Volk eine Ahnung von der bevorstehenden Zerstörung tausender Großstädte hätte, die jetzt dem Götzendienst fast restlos hingegeben sind! … Vor kurzem wurde mir eine sehr eindrucksvolle Szene gezeigt. Ich sah einen ungeheuer großen Feuerball, der auf einige schöne Häuser fiel und sie sofort zerstörte. Ich hörte, wie jemand sagte: „Wir wußten, daß die Gerichte Gottes über die Erde hereinbrechen würden. Aber wir wußten nicht, daß sie schon so schnell kommen würden.“

Andere sagten: „Ihr wußtet es? Warum habt ihr es uns dann nicht gesagt? Wir haben es nicht gewußt.“ Überall hörte ich solche Worte … Bald werden sich unter den Nationen furchtbare Nöte erheben — Nöte, die bis zum Kommen Jesu nicht aufhören werden. Wie nie zuvor haben wir es nötig, uns zusammenzuschließen, indem wir Ihm dienen, der Seinen Thron im Himmel vorbereitet hat und dessen Königreich über alle regiert. Gott hat sein Volk nicht verlassen, und unsere Kraft liegt darin, daß wir ihn nicht verlassen.

Gottes Gerichte sind im Land. Die Kriege und die Kriegsgerüchte, die Zerstörung durch Feuer und Wasserfluten sagen deutlich, daß die Zeit der Trübsal, die sich bis zum Ende noch steigern wird, sehr nahe bevorsteht. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Die Welt ist vom Kriegsgeist aufgerührt. Die Prophezeiungen des 11. Kapitels des Buches Daniel haben ihre endgültige Erfüllung fast erreicht. …

Am letzten Freitagmorgen, wurde mir, kurz bevor ich aufwachte, eine höchst eindrückliche Szene vorgestellt. Ich meinte aus dem Schlaf zu erwachen, doch war ich nicht zu Hause. Vom Fenster aus konnte ich eine schreckliche Feuersbrunst beobachten. Große Feuerbälle stürzten auf Häuser. Von diesen Feuerbällen schossen brennende Pfeile in alle Richtungen davon. Es war unmöglich, die vielen Brände unter Kontrolle zu bringen. Es wurden viele Ortschaften zerstört. Der Schrecken der Leute war unbeschreiblich. — Welfare Ministry 136.137.

Mit den großen Städten der verschiedenen Länder wird streng umgegangen werden. Und doch werden sie nicht bis zum äußersten Grad des Zornes Gottes heimgesucht, denn einige Seelen werden sich noch von den Täuschungen des Feindes losreißen, umdenken und sich bekehren, während die breite Masse sich Zorn aufhäuft auf den Tag des Zorns. — Evangelism 27.“
Ellen G. White, Maranatha – Der Herr kommt, S. 22

Die Gerichte Gottes werden immer offenkundiger!

„Je mehr die Zeit verstreicht, desto mehr wird es offenkundig, daß Gottes Gerichte über die Welt gehen. In Feuersbrünsten, Sturmfluten und Erdbeben warnt er die Bewohner der Erde vor seinem baldigen Kommen. Es naht die Zeit, da die Geschichte dieser Welt in die große Krise mündet und das Walten Gottes mit Spannung und unaussprechlicher Besorgnis beobachtet wird. Rasch werden dann die Gerichte Gottes — Feuerbrünste, Wasserkatastrophen, Erdbeben, dazu Kriege und Blutvergießen — einander folgen.

Ach, daß die Menschen doch die Zeit ihrer Heimsuchung erkennten! Noch gibt es viele, die bis heute nichts von dem Wahrheitsprüfstein dieser Zeit gehört haben, und viele, an denen der Geist Gottes arbeitet. Die Zeit der Strafgerichte Gottes ist die Gnadenzeit für solche, die noch keine Gelegenheit hatten, die Wahrheit kennenzulernen. Der HERR wird Rücksicht auf sie nehmen. Sein Herz voller Barmherzigkeit ist bewegt und seine Hand noch ausgestreckt, zu retten, wohingegen sich die Tür vor denen schließt, die nicht eintreten wollen.

Gott beweist seine Gnade in seiner Langmut. Er hält mit seinen Gerichten zurück und wartet, bis alle die letzte Warnungsbotschaft gehört haben.“
Ellen G. White, Aus der Schatzkammer der Zeugnisse — Band 3 – 1975, S. 327

Das Ende ist nahe, die Gnadenzeit geht bald zu Ende!

„„Suchet den HERRN, alle ihr Elenden im Lande, die ihr seine Rechte haltet! Suchet Gerechtigkeit, suchet Demut! Vielleicht könnt ihr euch bergen am Tag des Zorns des HERRN!“ Zephanja 2,3.

Es bietet sich kein traurigeres Schauspiel, als wenn die Menschen, die durch das Blut Christi erkauft worden sind …, die Botschaften, die ihnen im Evangelium so gnädiglich gesandt wurden, ins Lächerliche ziehen, und die Göttlichkeit Christi leugnen und sich dabei auf ihren beschränkten Verstand verlassen und auf Argumente, denen jede Grundlage fehlt. Wenn sie durch Leiden geprüft werden, wenn sie dem Tod ins Auge schauen müssen, werden all diese Trugschlüsse, an die sie sich gehängt haben, wie Rauhreif im Sonnenschein dahin schmelzen.

Wie schrecklich ist es, am Sarg eines Menschen zu stehen, der die Rufe der göttlichen Gnade zurückgewiesen hat! Wie furchtbar, sagen zu müssen: Hier ist ein verlorenes Leben! Hier ist einer, der das höchste Ziel und unsterbliches Leben hätte bekommen können. Doch er hat sein Leben Satan übergeben, wurde in leeren, menschlichen Philosophien gefangen und ein Spielzeug des Bösen! Die Hoffnung des Christen ist ein Anker für die Seele, zuverlässig und fest, gibt Zugang zu dem, was „hinter dem Vorhang“ ist, wo Christus als Vorläufer für uns hineingegangen ist. Jeder einzelne muß sich persönlich auf die großen Ereignisse, die uns bevorstehen, vorbereiten.

Die Jugendlichen sollten Gott noch ernsthafter suchen. Der Sturm zieht auf, und wir müssen uns auf sein Wüten vorbereiten, indem wir Gott gegenüber eine reumütige Gesinnung haben und unserem Herrn Jesus Christus vertrauen. Der Herr wird sich aufmachen, um die Erde schrecklich zu erschüttern. Wir werden überall Not und Trübsal sehen. Tausende von Schiffen werden in die Tiefen des Meeres gewirbelt werden. Ganze Flotten werden untergehen; Menschenleben werden zu Millionen geopfert. Unerwartete Feuersbrünste werden ausbrechen und durch keine menschliche Anstrengung gelöscht werden können. Die Paläste der Erde werden in dem Tosen der Flammen weggewischt werden. Eisenbahnunglücke werden immer häufiger werden; auf den großen Reiserouten wird es ohne Vorwarnung zu Durcheinander, zu Zusammenstößen und zum Tod ohne Warnung kommen. Das Ende ist nahe, die Gnadenzeit geht zu Ende. Ach, laßt uns Gott suchen, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist! Der Prophet sagt: „Suchet den HERRN, alle ihr Elenden im Lande, die ihr seine Rechte haltet. Suchet Gerechtigkeit, suchet Demut. Vielleicht könnt ihr euch bergen am Tag des Zorns des HERRN.“ — Messages to Young People 88-90.“
Ellen G. White, Maranatha – Der Herr kommt, S. 30-31

Suche jetzt, bevor die Welt hungern und dürsten wird!

„Die Plagen fielen auf die Bewohner der Erde! Einige klagten Gott an und verfluchten ihn; andere eilten zum Volk Gottes, um darüber belehrt zu werden, wie sie seinen Gerichten entkommen könnten. Aber die Heiligen hatten nichts für sie. Die letzte Träne für Sünder war geflossen, das letzte ringende Gebet gesprochen, die letzte Last getragen und die letzte Warnung gegeben. Die liebliche Gnadenstimme lud sie nicht mehr ein zu kommen. Als die Heiligen und der ganze Himmel an ihrem Seelenheil interessiert waren, hatten sie kein Interesse dafür gehabt. Leben und Tod waren ihnen vorgelegt worden; manche sehnten sich nach dem Leben, machten jedoch keine Anstrengung, es zu erlangen. Sie hatten das Leben nicht gewählt. Jetzt war kein sühnendes Blut mehr da, die Schuldigen zu reinigen, kein mitleidiger Heiland, der für sie bat und rief: „Schone, schone den Sünder noch ein wenig länger.“ Der ganze Himmel hatte sich mit Jesus vereinigt, als sie die furchtbaren Worte vernommen hatten: „Es ist geschehen. Es ist vollbracht.“ Johannes 19,30.

Der Erlösungsplan war ausgeführt worden; doch nur wenige hatten ihn angenommen. Als nun die liebliche Stimme der Gnade verhallte, ergriffen Furcht und Schrecken die Gottlosen. Schrecklich deutlich vernahmen sie die Worte: „Zu spät, zu spät!“ Die Menschen, die das Wort Gottes nicht geschätzt hatten, liefen nun hin und her, von einem Meer zum andern, von Mitternacht gegen Morgen, um das Wort Gottes zu suchen. Der Engel sagte: „Sie werden‘s nicht finden. Es ist ein Hunger im Land; nicht ein Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hören. Amos 8,11. Was würden sie nicht alles geben für ein Wort der Anerkennung von Gott; aber nein, sie müssen hungern und dürsten. Tag für Tag haben sie die Seligkeit mißachtet, haben irdische Reichtümer und weltliche Vergnügungen mehr geschätzt als himmlische Schätze oder Angebote. Sie haben Jesus verworfen und die Heiligen verachtet. Wer unrein ist, muß für immer unrein bleiben.“
Ellen G. White, Frühe Schriften, S. 294-295

Wirst du die Herrlichkeit Jesu ertragen und leben?

„Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer eines Schmelzers und wie die Lauge der Wäscher.“ Maleachi 3,2.

Wegen seiner Sündhaftigkeit war es dem Volk Israel verboten, sich dem Berg zu nähern, auf den Gott binnen kurzem herabkommen wollte, um sein Gesetz zu verkünden. Sie sollten nicht von der strahlenden Herrlichkeit seiner Gegenwart verzehrt werden. Wenn solche Bekundungen von Gottes Macht den Ort der Verkündigung seines Gesetzes gekennzeichnet haben, wie schrecklich muß sein Gericht sein, wenn er kommt, um die Übertretung dieser heiligen Gebote zu bestrafen. Wie werden Menschen, die seine Autorität mit Füßen getreten haben, am Tag der endgültigen Vergeltung seine Herrlichkeit ertragen können? …

Als die Gegenwart Gottes sich auf dem Sinai zeigte, war die Herrlichkeit des HERRN wie ein verzehrendes Feuer … Aber wenn Christus mit seinen heiligen Engeln in Herrlichkeit kommt, wird die ganze Erde von dem schrecklichen Licht seiner Gegenwart erleuchtet und entflammt werden …

Seit der Erschaffung des Menschen war eine solche Bekundung göttlicher Macht nicht mehr beobachtet worden, wie zur Zeit der Gesetzesverkündigung am Sinai. Mitten aus den schreckenerregendsten Erschütterungen der Natur war die Stimme Gottes wie eine Posaune aus der Wolke zu hören. Vom Fuß bis zum Gipfel bebte der Berg und die Scharen der Israeliten lagen bleich und zitternd vor Furcht mit dem Gesicht auf der Erde. Er, dessen Stimme damals die Erde erschütterte, erklärte: „Noch einmal werde ich nicht nur die Erde bewegen, sondern auch den Himmel.“ …

Als Mose aus der Gegenwart Gottes auf dem Berg zurückkam, wo er die Tafeln des Zeugnisses bekommen hatte, konnten die schuldbeladenen Israeliten das Licht, das sein Antlitz erleuchtete, nicht ertragen. Wieviel weniger können Gesetzesübertreter auf den Sohn Gottes schauen, wenn er in der Herrlichkeit seines Vaters erscheinen wird, umgeben von allen himmlischen Heerscharen, um das Gericht über alle zu vollziehen, die sein Gesetz übertreten und seine Versöhnung ausgeschlagen haben …

Mitten im Sturm des Gottesgerichtes werden jedoch die Kinder Gottes keinen Grund zur Furcht haben. „Der Herr wird die Hoffnung seines Volkes sein, die Kraft der Kinder Israel.“ Der Tag, der den Übertretern des göttlichen Gesetzes Schrecken und Vernichtung bringt, wird den Gehorsamen „unaussprechliche Freude und eine Fülle der Herrlichkeit“ bedeuten. — Patriarchs and Prophets 339-341.“
Ellen G. White, Maranatha – Der Herr kommt, S. 33

Gott wird die Erde verwüsten und unbewohnbar machen!

„„Ihre Sünden reichen bis in den Himmel, und Gott denkt an ihren Frevel … In welchem Kelch sie eingeschenkt hat, schenket ihr zwiefältig ein. Wieviel sie sich herrlich gemacht und ihren Mutwillen gehabt hat, so viel schenket ihr Qual und Leid ein! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich sitze als Königin und bin keine Witwe, und Leid werde ich nicht sehen. Darum werden ihre Plagen auf einen Tag kommen: Tod, Leid und Hunger; mit Feuer wird sie verbrannt werden; denn stark ist Gott der Herr, der sie richten wird. Und es werden sie beweinen und sie beklagen die Könige auf Erden, die mit ihr gehurt und Mutwillen getrieben haben, wenn sie sehen werden den Rauch von ihrem Brand; und werden von ferne stehen vor Furcht ihrer Qual und sprechen: Weh, weh, die große Stadt Babylon, die starke Stadt! In einer Stunde ist dein Gericht gekommen.“ Offenbarung 18,5-10.

„Die Kaufleute auf Erden sind reich geworden von ihrer großen Wollust“ und „werden von Ferne stehen vor Furcht ihrer Qual, weinen und klagen und sagen: Weh, weh, die große Stadt, die bekleidet war mit köstlicher Leinwand und Purpur und Scharlach und übergoldet war mit Gold und Edelgestein und Perlen! denn in einer Stunde ist verwüstet solcher Reichtum.“ Offenbarung 18,3.15-17. Derart sind die Gerichte, die am Tage der Heimsuchung durch den Zorn Gottes die Stadt Babylon treffen. Sie hat das Maß ihrer Ungerechtigkeit gefüllt, ihre Zeit ist gekommen, sie ist reif für die Zerstörung. 

Wenn die Stimme Gottes die Gefangenschaft seines Volkes wendet, wird es ein schreckliches Erwachen für jene sein, die im Kampfe des Lebens alles verloren haben. Während der Gnadenzeit waren sie durch Satans Täuschungen verblendet und rechtfertigten ihren sündhaften Lebenswandel. Die Reichen brüsteten sich mit ihrer Überlegenheit vor den weniger Begünstigten, obgleich sie ihre Reichtümer erworben hatten, indem sie das Gesetz Gottes übertraten. Sie hatten es unterlassen, die Hungrigen zu speisen, die Nackten zu kleiden, gerecht zu handeln und Barmherzigkeit zu lieben. Sie hatten versucht, sich selbst zu erheben und die Huldigung ihrer Mitmenschen zu erlangen.

Nun sind sie alles dessen, was sie groß machte, beraubt, sind mittellos und wehrlos. Sie sehen mit Schrecken auf die Vernichtung der Götzen, die sie ihrem Schöpfer vorzogen. Sie haben ihre Seelen für irdische Reichtümer und Freuden verkauft und nicht danach getrachtet, reich zu werden in Gott. Die Folge: ihr Leben ist ein Fehlschlag; ihre Vergnügungen sind in Bitternis verwandelt, ihre Schätze in Fäulnis. Der Gewinn eines ganzen Lebens wird in einem einzigen Augenblick hinweggerafft. Sie bejammern die Zerstörung ihrer Häuser, die Zerteilung ihrer Gold- und Silberschätze. Doch ihre Klagen verstummen vor Furcht, daß sie selbst mit ihren Götzen umkommen müssen.

Die Gottlosen werden mit Reue erfüllt, nicht wegen ihrer sündhaften Vernachlässigung Gottes und ihrer Mitmenschen, sondern weil Gott gesiegt hat. Sie beklagen diese Folgen, aber bereuen nicht ihre Gottlosigkeit. Falls sie es könnten, würden sie kein Mittel unversucht lassen zu siegen. Die Welt sieht gerade jene Menschen, die sie verspottet und verlachte und die sie ausrotten wollte, ohne Schaden durch Pestilenz, Stürme und Erdbeben gehen. Der den Übertretern seines Gesetzes als ein verzehrendes Feuer erscheint, ist seinem Volk eine sichere Hütte.

Der Prediger, der die Wahrheit preisgab, um Menschengunst zu gewinnen, erkennt jetzt den Charakter und den Einfluß seiner Lehren. Es wird offenbar, daß ihm ein allwissendes Auge gefolgt war, als er auf der Kanzel stand, in den Straßen ging oder unter den verschiedenen Lebensumständen mit den Menschen in Berührung kam. Jede Erregung der Seele, jede geschriebene Zeile, jedes gesprochene Wort, jede Tat, die Menschen in falsche Zuversicht wiegte, war ein ausgestreuter Same, und in den elenden, verlorenen Seelen um sich herum erblickt er nun die Ernte.

Der Herr sagt: Sie „trösten mein Volk in ihrem Unglück, daß sie es gering achten sollen, und sagen: ‚Friede! Friede!‘, und ist doch nicht Friede“. „Daß ihr das Herz der Gerechten fälschlich betrübet, die ich nicht betrübt habe, und habt gestärkt die Hände der Gottlosen, daß sie sich von ihrem bösen Wesen nicht bekehren, damit sie lebendig möchten bleiben.“ Jeremia 8,11; Hesekiel 13,22.

„Weh euch Hirten, die ihr die Herde meiner Weide umbringet und zerstreuet! … Siehe, ich will euch heimsuchen um eures bösen Wesens willen.“ „Heulet nun, ihr Hirten, und schreiet, wälzet euch in der Asche, ihr Gewaltigen über die Herde: denn die Zeit ist hier, daß ihr geschlachtet … werdet … Und die Hirten werden nicht fliehen können, und die Gewaltigen über die Herde werden nicht entrinnen können.“ Jeremia 23,1.2; Jeremia 25,34.35.

Prediger und Volk sehen, daß sie nicht das richtige Verhältnis zu Gott aufrechterhielten. Sie erkennen, daß sie sich gegen den Urheber des vollkommen gerechten und rechtschaffenen Gesetzes empört hatten. Ihre Mißachtung der göttlichen Vorschriften gab tausende Male Ursache zum Bösen, zu Zwietracht, Haß und Ungerechtigkeit, bis die Erde ein weites Feld des Streites, ein Sumpf der Verderbnis wurde. Solch ein Anblick liegt jetzt vor denen, welche die Wahrheit verwarfen und den Irrtum pflegten.

Keine Sprache vermag die Sehnsucht auszudrücken, die die Ungehorsamen und Treulosen nach dem empfinden, was sie für immer verloren haben; dem ewigen Leben. Menschen, die von der Welt wegen ihrer Gaben und Beredsamkeit verehrt wurden, sehen nun diese Dinge in ihrem wahren Licht. Sie erkennen, was sie durch Übertretung verwirkt haben, und sie werfen sich denen zu Füßen, deren Treue sie verachtet und verspottet haben, und bekennen, daß Gott sie geliebt habe.

Das Volk sieht, daß es hintergangen worden ist. Einer klagt den andern an, daß er ihn ins Verderben geführt habe; alle aber verdammen aufs bitterste die Prediger. Untreue Hirten haben angenehme Dinge geweissagt, haben ihre Zuhörer dazu verleitet, Gottes Gesetz beiseitezusetzen und die zu verfolgen, die es heilighalten wollten. In ihrer Verzweiflung bekennen sie jetzt vor der Welt ihr betrügerisches Werk. Die Menge wird mit Raserei erfüllt.

Wir sind verloren! schreit sie, und ihr seid die Ursache unseres Untergangs. Und sie wendet sich gegen die falschen Hirten. Gerade jene, die sie am meisten bewunderten, werden die furchtbarsten Verwünschungen über sie aussprechen. Dieselben Hände, die sie einst mit Lorbeer krönten, werden sich erheben, sie zu vernichten. Die Schwerter, die das Volk Gottes erschlagen sollten, werden nun dessen Feinde umbringen. Überall herrschen Streit und Blutvergießen.

Sein „Hall“ wird „erschallen … bis an der Welt Ende. Der Herr hat zu rechten mit den Heiden und will mit allem Fleisch Gericht halten; die Gottlosen wird er dem Schwert übergeben“. Jeremia 25,30.31. Sechstausend Jahre hat der große Kampf gedauert. Der Sohn Gottes und seine himmlischen Boten haben gegen die Macht des Bösen gestritten, um die Menschenkinder zu warnen, zu erleuchten und zu retten. Nun haben alle ihre Entscheidung getroffen; die Gottlosen haben sich ganz mit Satan vereint im Kampf gegen Gott. Für Gott ist die Zeit gekommen, die Autorität seines mit Füßen getretenen Gesetzes zu rechtfertigen. Der Streit herrscht jetzt nicht allein mit Satan, sondern auch mit Menschen. „Der Herr hat zu rechten mit den Heiden“, „die Gottlosen wird er dem Schwert übergeben“. 

Das Zeichen der Befreiung ist denen aufgedrückt worden, „so da seufzen und jammern über alle Greuel, so … geschehen“. Nun geht der Todesengel aus, der in dem Gesicht Hesekiels durch die mit mörderischen Waffen versehenen Männer dargestellt wird, die den Auftrag erhalten: „Erwürget Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Weiber, alles tot; aber die das Zeichen an sich haben, derer sollt ihr keinen anrühren. Fanget aber an an meinem Heiligtum!“ Der Prophet sagt: „Und sie fingen an, an den alten Leuten, so vor dem Hause waren.“ Hesekiel 9,1-6. Das Vernichtungswerk beginnt bei denen, die vorgaben, die geistlichen Hüter des Volkes zu sein. Die falschen Wächter sind die ersten, die fallen sollen. Keiner wird bemitleidet, keiner verschont. Männer, Weiber, Jungfrauen und Kindlein kommen miteinander um.

„Der Herr wird ausgehen von seinem Ort, heimzusuchen die Bosheit der Einwohner des Landes über sie … die darin erwürgt sind.“ Jesaja 26,21. „Und das wird die Plage sein, womit der Herr plagen wird alle Völker, so wider Jerusalem gestritten haben: ihr Fleisch wird verwesen, dieweil sie noch auf ihren Füßen stehen, und ihre Augen werden in den Löchern verwesen und ihre Zunge im Mund verwesen. Zu der Zeit wird der Herr ein großes Getümmel unter ihnen anrichten, daß einer wird den andern bei der Hand fassen und seine Hand wider des andern Hand erheben.“ Sacharja 14,12.13. In dem wilden Kampfe ihrer eigenen grimmigen Leidenschaften und durch das Schrecken verbreitende Ausgießen des unvermischten Zornes Gottes fallen die gottlosen Bewohner der Erde: Priester, Oberste und das Volk, reich und arm, hoch und niedrig. „Da werden die Erschlagenen des Herrn zu derselben Zeit liegen von einem Ende der Erde bis ans andere Ende; die werden nicht beklagt noch aufgehoben noch begraben werden.“ Jeremia 25,33.

Bei der Wiederkunft Christi werden die Gottlosen von der ganzen Erde vertilgt, verzehrt von dem Geist seines Mundes und vernichtet durch den Glanz seiner Herrlichkeit. Christus führt sein Volk zu der Stadt Gottes, und die Erde wird unbewohnt sein. „Siehe, der Herr macht das Land leer und wüst und wirft um, was darin ist, und zerstreut seine Einwohner … Das Land wird leer und beraubt sein; denn der Herr hat solches geredet …; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und lassen fahren den ewigen Bund. Darum frißt der Fluch das Land; denn sie verschulden‘s, die darin wohnen. Darum verdorren die Einwohner des Landes.“ Jesaja 24,1.3.5.6.

Die ganze Welt sieht aus wie eine öde Wüste. Ruinen der von dem Erdbeben zerstörten Städte und Dörfer, entwurzelte Bäume, rauhe, vom Meer ausgestoßene oder aus der Erde herausgeworfene Felsen liegen auf der Oberfläche verstreut, während gähnende Abgründe die Stätten kennzeichnen, wo die Berge aus ihren Grundfesten gerissen wurden.

Jetzt findet das Ereignis statt, auf das die letzte feierliche Handlung des Versöhnungstages hinwies. Nachdem der Dienst im Allerheiligsten vollendet und die Sünden Israels kraft des Opferblutes aus dem Heiligtum entfernt worden waren, wurde der Sündenbock lebend vor den Herrn gebracht, und im Beisein des Volkes bekannte der Hohepriester „auf ihn alle Missetat der Kinder Israel und alle ihre Übertretung in allen ihren Sünden“ und legte sie dem lebenden Bock auf das Haupt. 3.Mose 16,21. Auf die gleiche Weise werden, wenn das Versöhnungswerk im himmlischen Heiligtum vollendet ist, in der Gegenwart Gottes und der heiligen Engel und der Schar der Erlösten die Sünden des Volkes Gottes auf Satan gelegt; er wird all des Bösen schuldig erklärt werden, das er veranlaßt hat. Und wie der lebende Bock in eine unbewohnte Gegend gejagt wurde, so wird Satan auf die verwüstete Erde verbannt werden, in eine unbewohnt, öde Wildnis.

Christus sagt Satans Verbannung sowie das Chaos und die Verödung, die dann auf der Erde herrschen sollen voraus und erklärt, dieser Zustand würde tausend Jahre lang bestehen. Nach der Schilderung der Ereignisse bei der Wiederkunft des Herrn und bei dem Untergang der Gottlosen fährt der Schreiber der Offenbarung fort: „Ich sah einen Engel vom Himmel fahren, der hatte den Schlüssel zum Abgrund und eine große Kette in seiner Hand. Und er griff den Drachen, die alte Schlange, welche ist der Teufel und Satan, und band ihn tausend Jahre und warf ihn in den Abgrund und verschloß ihn und versiegelte obendarauf, daß er nicht mehr verführen sollte die Heiden, bis daß vollendet würden tausend Jahre; und darnach muß er los werden eine kleine Zeit.“ Offenbarung 20,1-3.

Daß der Ausdruck „Abgrund“ die Erde in einem Zustand der Verwirrung und der Finsternis bezeichnet, erhellt aus andern Schriftstellen. Über den Zustand der Erde „am Anfang“ sagt der biblische Bericht: „Die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe.“ 1.Mose 1,2.1 Die Weissagung lehrt uns, daß die Erde wenigstens teilweise in diesen Zustand zurückversetzt werden wird. Im Hinblick auf den großen Tag Gottes erklärt der Prophet Jeremia: „Ich schaute das Land (Grundtext: die Erde) an, siehe, das war wüst und öde, und den Himmel, und er war finster. Ich sah die Berge an, und siehe, die bebten, und alle Hügel zitterten. Ich sah, und siehe, da war kein Mensch, und alle Vögel unter dem Himmel waren weggeflogen. Ich sah, und siehe, das Gefilde war eine Wüste; und alle Städte darin waren zerbrochen.“ Jeremia 4,23-26.

Diese Einöde soll tausend Jahre lang die Heimat Satans mit seinen bösen Engeln sein. Auf die Erde beschränkt, wird er keinen Zugang zu andern Welten haben, um die zu versuchen und zu belästigen, die nie gefallen sind. In diesem Sinne ist er gebunden; niemand ist zurückgeblieben, an dem er seine Macht auslassen könnte. Er ist gänzlich von seinem betrügerischen und verderbenbringenden Werk abgeschnitten, das so viele Jahrhunderte lang seine einzige Freude gewesen ist.

Der Prophet Jesaja ruft im Hinblick auf die Zeit des Sturzes Satans aus: „Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie bist du zur Erde gefällt, der du die Heiden schwächtest! Gedachtest du doch in deinem Herzen: ‚Ich will in den Himmel steigen und meinen Stuhl über die Sterne Gottes erhöhen; ich will … gleich sein dem Allerhöchsten.‘ Ja, zur Hölle fährst du, zur tiefsten Grube. Wer dich sieht, wird dich schauen und betrachten [und sagen]: ‚Ist das der Mann, der die Welt zittern und die Königreiche beben machte? der den Erdboden zur Wüste machte und die Städte darin zerbrach und gab seine Gefangenen nicht los?‘“ Jesaja 14,12-17.

Sechstausend Jahre lang ließ Satans empörerische Handlungsweise „die Welt zittern“. Er ist es, „der den Erdboden zur Wüste machte und die Städte darin zerbrach“. Und er „gab seine Gefangenen nicht los“. Sechstausend Jahre hat sein Gefängnis das Volk Gottes aufgenommen, und er hätte es auf ewig gefangengehalten, doch Christus hat die Fesseln gesprengt und den Gefangenen zur Freiheit verholfen.

Selbst die Gottlosen befinden sich jetzt außerhalb der Macht Satans; und er kann allein mit seinen bösen Engeln die Wirkung des Fluches wahrnehmen, den die Sünde über die Erde brachte. „Alle Könige der Heiden miteinander liegen doch mit Ehren, ein jeglicher in seinem Hause [im Grabe]; du aber bist verworfen fern von deinem Grabe wie ein verachteter Zweig, bedeckt von Erschlagenen, die mit dem Schwert erstochen sind, die hinunterfahren zu den Steinen der Grube … Du wirst nicht wie jene begraben werden, denn du hast dein Land verderbt und dein Volk erschlagen.“ Jesaja 14,18-20.

Tausend Jahre lang wird Satan auf der verwüsteten Erde umherwandern, um die Folgen seiner Empörung gegen Gottes Gesetz zu betrachten. Während dieser Zeit sind seine Qualen unermeßlich groß. Seit seinem Fall hat seine rastlose Tätigkeit das Nachdenken verbannt; aber nun, seiner Macht entblößt, bleibt ihm nur noch übrig, über seine Rolle nachzudenken, die er gespielt hat, seit er sich zuerst gegen die Herrschaft des Himmels empörte. Mit Zittern und Schrecken sieht er der furchtbaren Zukunft entgegen, da er für sein abgrundböses Tun leiden und für die Sünden, die er verursacht, bestraft werden muß.

Dem Volke Gottes wird das Gebundensein Satans Freude und Frohlocken bringen. Der Prophet sagt: „Zu der Zeit, wenn dir der Herr Ruhe geben wird von deinem Jammer und Leid und von dem harten Dienst, darin du gewesen bist, so wirst du ein solch Lied anheben wider den König zu Babel [der hier den Satan vorstellt] und sagen: Wie ist‘s mit dem Dränger so gar aus … der Herr hat die Rute der Gottlosen zerbrochen, die Rute der Herrscher, welche die Völker schlug im Grimm ohne Aufhören und mit Wüten herrschte über die Heiden und verfolgte ohne Barmherzigkeit.“ Jesaja 14,3-6. 

Während der tausend Jahre zwischen der ersten und der zweiten Auferstehung findet das Gericht über die Gottlosen statt. Der Apostel Paulus bezeichnet dieses Gericht als ein Ereignis, das der Wiederkunft Christi folgt: „Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr komme, welcher auch wird ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist, und den Rat der Herzen offenbaren.“ 1.Korinther 4,5. Daniel erklärt, daß, als der Alte kam, „das Gericht gegeben wurde den Heiligen des Höchsten“. Daniel 7,22 (Lange und Grundtext).

Um diese Zeit herrschen die Gerechten als Könige und Priester Gottes. Johannes erklärt in der Offenbarung: „Und ich sah Stühle, und sie setzten sich darauf, und ihnen ward gegeben das Gericht … Sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.“ Offenbarung 20,4.6. Zu dieser Zeit werden, wie Paulus vorausgesagt hat, „die Heiligen die Welt richten“. 1.Korinther 6,2. Mit Christus richten die Gerechten die Gottlosen, indem sie deren Taten mit dem Gesetzbuch, der Bibel, vergleichen und jeden Fall nach den zu Lebzeiten geschehenen Werken entscheiden. Dann wird ihnen die Strafe, die sie erleiden müssen, nach ihren Werken zugemessen und ihrem Namen gegenüber in das Buch des Todes eingetragen.

Auch Satan und die bösen Engel werden von Christus und seinem Volk gerichtet. Paulus sagt: „Wisset ihr nicht, daß wir über die Engel richten werden?“ 1.Korinther 6,3. Und Judas erklärt: „Die Engel, die ihr Fürstentum nicht bewahrten, sondern verließen ihre Behausung, hat er behalten zum Gericht des großen Tages mit ewigen Banden in der Finsternis.“ Judas 6.

Am Ende der tausend Jahre wird die zweite Auferstehung stattfinden. Dann werden die Gottlosen vom Tode auferweckt werden und vor Gott zur Vollstreckung des geschriebenen Urteils erscheinen. So heißt es in der Offenbarung, nachdem die Auferstehung der Gerechten beschrieben wurde, weiter: „Die andern Toten aber wurden nicht wieder lebendig, bis daß tausend Jahre vollendet wurden.“ Offenbarung 20,5. Und Jesaja erklärt hinsichtlich der Gottlosen, „daß sie versammelt werden als Gefangene in die Grube und verschlossen werden im Kerker und nach langer Zeit wieder heimgesucht werden“. Jesaja 24,22.“
Ellen G. White, Der große Kampf (1973), S. 645-652

Die Welt erwartet weltweite Bekehrung und ein irdisches Millennium.

„Die Kirchen unserer Zeit streben nach weltweiter Erlösung, und sie wollen das Licht der Prophezeiungen nicht sehen, die Zeichen ihrer Erfüllung nicht akzeptieren, die beweisen, daß Christus bald kommen wird — genauso wie damals die Juden in Verbindung mit seinem ersten Kommen. Sie hielten nach einer weltlichen und triumphalen Herrschaft des Messias in Jerusalem Ausschau. Auch in unserer Zeit erwarten Menschen, die dem Namen nach Christen sind, den zeitlichen Wohlstand der Kirche, die Bekehrung der ganzen Welt und die Freuden eines irdischen Millenniums. — The Review and Herald, 24. Dezember 1872.“
Ellen G. White, Maranatha – Der Herr kommt, S. 12

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