Liebe zu Gott, ist die 10 Gebote zu halte! (1.Johannes 5:3)

Heiligung und die 10 Gebote Gottes!

Denn ich bin JHWH, euer Gott; darum sollt ihr euch heiligen und sollt heilig sein, denn ich bin heilig; 3.Mose 11:44

So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut! Römer 7:12

Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit. Johannes 17:17 

„Wahre Heiligung ist Übereinstimmung mit Gott, Einheit mit ihm im Charakter, die wir durch Gehorsam gegen die Grundsätze, welche eine Abschrift seines Charakters sind, erlangen. Der Sabbat ist das Zeichen des Gehorsams. Wer von Herzen dem vierten Gebot gehorcht, wird dem ganzen Gesetz gehorsam sein; er wird durch Gehorsam geheiligt.“
Ellen G. White, Zeugnisse für die Gemeinden Band 6, S. 351-352

Der Maßstab wahrer Heiligung

„Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.“ 1.Thessalonicher 5,23.

Heiligung wird nur im Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes erlangt. Viele, die Gottes Gesetz absichtlich mit Füßen treten, beanspruchen, heilige Herzen und ein geheiligtes Leben zu besitzen. Aber sie haben keine Erkenntnis Gottes oder seines Gesetzes, die sie erlöst. Sie stehen in den Reihen des großen Rebellen, der mit dem Gesetz Gottes — der Grundlage der göttlichen Herrschaft im Himmel und auf Erden — auf Kriegsfuß steht. Diese Menschen vollbringen dasselbe Werk wie ihr Meister, indem sie versuchen, Gottes heiliges Gesetz wirkungslos zu machen. Keinem Gesetzesbrecher kann der Zutritt zum Himmel erlaubt werden; denn er, der einst ein reiner und erhabener schirmender Cherub war (siehe Hesekiel 28,14), wurde hinausgeworfen, weil er sich gegen die Herrschaft Gottes auflehnte.

Bei vielen ist die Heiligung lediglich Selbstgerechtigkeit. Und dennoch beanspruchen sie kühn Jesus als ihren Erlöser und Herrn. Was für eine Verblendung! Wird der Sohn Gottes den Übertreter des väterlichen Gesetzes heiligen, wo er [doch auf die Erde] kam, um das Gesetz zu erhöhen und zu verherrlichen? Er bezeugt: „Ich [habe] die Gebote meines Vaters gehalten.“ Johannes 15,10 (EB). Gott wird sein Gesetz nicht abschwächen, um dem unvollkommenen Maßstab des Menschen zu entsprechen; und der Mensch kann die Anforderungen dieses heiligen Gesetzes ohne Reue gegenüber Gott und Glauben an unseren Herrn Jesus Christus nicht erfüllen.

„Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.“ 1.Johannes 2,1. Aber Gott hat seinen Sohn nicht einem Leben mit Leiden und Schmach ausgesetzt und einem schändlichen Tod hingegeben, um die Menschen vom Gehorsam gegenüber dem göttlichen Gesetz zu befreien. Die täuschende Macht Satans ist so groß, dass er viele zu der Annahme geführt hat, das Sühnopfer Christi habe keinen wirklichen Wert. Christus starb, weil es für den Übertreter sonst keine Hoffnung gab. Der mag versuchen, in Zukunft Gottes Gesetz zu halten; doch die Schuld, die er in der Vergangenheit auf sich geladen hat, bleibt bestehen, und das Gesetz muss ihn zum Tod verurteilen. Christus kam, um für den Sünder die Schuld zu bezahlen, die er selbst unmöglich bezahlen konnte. So bekam der sündige Mensch durch das sühnende Opfer Christi eine neue Probezeit.

Satans Täuschung

Es ist eine Täuschung Satans, dass durch den Tod Christi die Gnade an die Stelle des Gesetzes getreten sei. Der Tod Jesu hat das Gesetz der Zehn Gebote nicht im Geringsten verändert, aufgehoben oder geschmälert. Die kostbare Gnade, die den Menschen durch das Blut des Erlösers angeboten wird, richtet das Gesetz Gottes auf. Siehe Römer 3,24.25.31. Seit dem Sündenfall des Menschen sind Gottes moralische Herrschaft und seine Gnade untrennbar verbunden. Durch alle Zeitalter gehen sie Hand in Hand. „Gnade und Wahrheit sind sich begegnet, Gerechtigkeit und Frieden haben sich geküsst.“ Psalm 85,11 (EB).

Jesus, unser Stellvertreter, willigte ein, für den Menschen die Strafe für die Übertretung des Gesetzes zu tragen. Er hüllte seine Göttlichkeit in Menschlichkeit und wurde so zum Menschensohn, zum Retter und Erlöser. Allein schon die Tatsache des Todes des geliebten Sohnes Gottes zur Erlösung der Menschen zeigt die Unveränderlichkeit des göttlichen Gesetzes. Wie leicht hätte Gott — vom Standpunkt des Übertreters aus — sein Gesetz abschaffen und damit einen Weg eröffnen können, durch den Menschen hätten gerettet werden und Christus im Himmel bleiben können! Die Lehre, die die Freiheit zur Übertretung des Gesetzes aufgrund der Gnade lehrt, ist eine verhängnisvolle Täuschung. Jeder Übertreter des Gesetzes Gottes ist ein Sünder, und niemand kann geheiligt werden, während er bewusst in Sünde lebt.

Der Sohn Gottes ertrug seine Erniedrigung und die Todesqualen nicht, um den Menschen die Freiheit zur Übertretung des väterlichen Gesetzes zu ermöglichen und sie dennoch mit ihm auf seinem Thron herrschen zu lassen. Siehe Offenbarung 3,21. Er ertrug sie, damit auch der schlimmste Sünder durch Christi Verdienste und die Ausübung von Reue und Glauben Vergebung und die Kraft zu einem Leben des Gehorsams erlangen kann. Der Sünder wird nicht in, sondern von seinen Sünden gerettet. Siehe Matthäus 1,21.

Die Definition von Sünde

Ein Mensch muss zuerst von seiner Sünde überzeugt sein, ehe er das Verlangen hat, zu Christus zu kommen. „Sünde ist die Übertretung des Gesetzes.“ 1.Johannes 3,4 (Zürcher). Paulus schrieb: „Die Sünde erkannte ich nicht außer durchs Gesetz.“ Römer 7,7. Als das Gebot ihn im Gewissen traf, „lebte die Sünde auf; [er] aber starb“. V. 9.10 (EB). Er sah sich vom Gesetz Gottes verurteilt. Der Sünder wird erst von seiner Schuld überzeugt sein, wenn er versteht, was „Sünde“ bedeutet. Jemand kann unmöglich die biblische Heiligung erfahren, solange er meint, wenn er an Christus glaubt, sei es unwichtig, ob er dem Gesetz Gottes gehorcht oder nicht.

Jene, die vorgeben, Gottes Gesetz zu halten, und in ihrem Herzen weiterhin der Sünde frönen, werden vom treuen Zeugen [Christus] verurteilt. Sie beanspruchen, eine reiche Erkenntnis der Wahrheit zu besitzen, befinden sich aber nicht in Übereinstimmung mit ihren heiligen Prinzipien. Die Wahrheit heiligt ihr Leben nicht. Gottes Wort erklärt, dass diejenigen, die bekennen, Gottes Gebote zu halten, deren Leben aber ihrem Glauben widerspricht, blind, elend, arm und nackt sind. Siehe Offenbarung 3,14.17.

Gottes Gesetz ist der Spiegel, der den Menschen genau so reflektiert, wie er ist, und ihm sein exaktes Ebenbild vorhält. Manche werden sich abwenden und dieses Bild vergessen (siehe Jakobus 1,23-25), während andere dem Gesetz beleidigende Attribute geben, als ob dies ihre Charakterfehler verbessern würde. Wieder andere, die vom Gesetz verurteilt werden, werden ihre Übertretungen bereuen und durch den Glauben an die Verdienste Christi ihren christlichen Charakter vervollkommnen.

Verurteilt von dem Licht, das sie verwerfen

In Gottes Augen ist die ganze Welt der Übertretung seines Gesetzes schuldig. Doch dass die große Mehrheit weiterhin das Gesetz übertreten und in Feindschaft zu Gott verharren wird, ist kein Grund dafür, dass niemand sich schuldig bekennen und gehorsam werden sollte. Für einen oberflächlichen Betrachter mögen Menschen, die von Natur aus liebenswert, gebildet und wohlerzogen sind, im Leben vollkommen erscheinen. Doch Gott sagt: „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, der HERR aber sieht das Herz an.“ 1.Samuel 16,7. Wenn die Leben spendenden Wahrheiten des Wortes Gottes, die das Gewissen erreichen, nicht verständnisvoll angenommen und dann ins Leben übertragen werden, kann niemand das Reich Gottes sehen. Manchen gefallen diese Wahrheiten aufgrund ihrer Neuigkeit, akzeptieren sie aber nicht als Wort Gottes. Wer das Licht nicht annimmt, wenn es ihm dargestellt wird, wird von ihm verurteilt werden.

In jeder Gemeinde gibt es unzufriedene Menschen, die nach Erlösung hungern und dürsten. Tag und Nacht fragen sie sich besorgt: Was soll ich tun, um gerettet zu werden? Eifrig lauschen sie den populären Predigten und hoffen zu erfahren, wie sie vor Gott gerechtfertigt werden können. Aber allzu oft hören sie nur eine angenehme Rede oder eine eloquente Verkündigung. In jeder religiösen Versammlung gibt es traurige und enttäuschte Herzen. Der Geistliche erzählt seinen Zuhörern, sie könnten das Gesetz Gottes nicht halten. „Es ist für den Menschen von heute nicht mehr verpflichtend“, sagt er. „Du musst an Christus glauben, er wird dich retten. Glaube nur.“ So lehrt er sie, ihr Gefühl zum Maßstab zu machen, und vermittelt ihnen keinen verständigen Glauben. Jener Geistliche mag behaupten, aufrichtig zu sein, aber er versucht, das geplagte Gewissen mit einer falschen Hoffnung zu beruhigen.

Geistliches Gift unter Zuckerguss

Vielen wird der Eindruck vermittelt, sie seien auf dem Weg zum Himmel, weil sie bekennen, an Christus zu glauben, während sie aber das Gesetz Gottes zurückweisen. Sie werden aber letztendlich feststellen, dass sie sich auf dem Weg in die Verlorenheit statt auf dem Weg in den Himmel befinden. Das geistliche Gift ist mit dem Zuckerguss der [falschen] Lehre der Heiligung überzogen und wird so den Menschen verabreicht. Tausende schlucken es begierig und meinen, sie seien sicher, wenn sie in ihrem Glauben nur aufrichtig seien. Aber Aufrichtigkeit verwandelt Irrtum nicht in Wahrheit. Wenn jemand Gift schluckt im Glauben, es sei nahrhaft, wird ihn seine Aufrichtigkeit nicht vor der Wirkung der Dosis bewahren.

Gott hat uns sein Wort als Führer gegeben. Christus sagte: „Ihr forscht doch in den Heiligen Schriften und seid überzeugt, in ihnen das ewige Leben zu finden — und gerade sie weisen auf mich hin.“ Johannes 5,39 (GNB). Er betete für seine Jünger: „Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.“ Johannes 17,17 (EB). Paulus berichtete: „Anfangs allerdings hatte auch ich gemeint, ich müsste dem Bekenntnis zu Jesus von Nazaret mit allen Mitteln entgegentreten.“ Apostelgeschichte 26,9 (GNB). Aber diese Überzeugung machte sein Handeln nicht richtig. Als er das Evangelium Christi annahm, wurde er zu „einer neuen Kreatur“. 2.Korinther 5,17. Er wurde verändert: Die Wahrheit, die in seine Seele eingepflanzt wurde, gab ihm einen solchen Glauben und solchen Mut als Nachfolger Christi, dass kein Widerstand ihn abbringen und kein Leiden ihn schrecken konnte.

Die Menschen mögen noch so viele Entschuldigungen für ihre Ablehnung des Gesetzes Gottes anführen; am Tag des Gerichts wird keine davon akzeptiert. Die Gott widerstreiten und ihre schuldigen Seelen in der Übertretung bestärken, müssen schon bald dem großen Gesetzgeber Rechenschaft geben, dessen Gesetz sie gebrochen haben. Siehe Jakobus 4,11.12.

Der Tag der göttlichen Vergeltung wird kommen, der Tag seines schrecklichen Zorns. Wer wird am Tage seines Kommens bestehen? Menschen haben ihre Herzen gegen den Geist Gottes verhärtet, aber die Pfeile seines Zorns werden sie dort durchbohren, wo es den Pfeilen der Überzeugungskraft nicht gelang. Gott wird sehr bald aufstehen, um mit dem Sünder zu rechten. Wird der falsche Hirte den Übertreter an jenem Tag beschützen? Wird derjenige entschuldigt werden, der den vielen auf den Weg des Ungehorsams folgte? Werden Popularität oder die Masse jemandem die Schuld nehmen? Diese Fragen sollten sich die Sorglosen und Gleichgültigen stellen und mit sich ausmachen.

Keiner kommt als Gesetzesbrecher hinein

Niemand, der das Licht der Wahrheit hatte, wird die Stadt Gottes als Gesetzesbrecher betreten. Gottes Gesetz bildet die Grundlage für seine Herrschaft auf Erden und im Himmel. Wenn sie sein Gesetz auf Erden wissentlich mit Füßen getreten und verachtet haben, werden sie nicht in den Himmel aufgenommen, um dort das Gleiche zu tun; denn wenn Christus kommt, wird keine Veränderung des Charakters erfolgen.

Die Charakterbildung soll während der Gnadenzeit weitergehen. Jeden Tag werden ihre Taten in den Büchern des Himmels aufgeschrieben, und am großen Tag Gottes werden sie ihre Belohnung „nach ihren Werken“ (Offenbarung 20,12.13) erhalten. Dann wird man sehen, wer den Segen empfängt. „Selig sind, die seine Gebote halten, auf dass sie [Voll-]Macht haben am Holz [d. h. Baum] des Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt.“ Offenbarung 22,14 (Luther 1912).

Wer Gottes Gesetz angreift, kämpft gegen Gott selbst; und viele, die von großer Härte gegen das Volk Gottes, das die Gebote hält, erfüllt sind, rühmen sich am lautesten eines heiligen, sündlosen Lebens. Das kann nur auf eine Weise erklärt werden: Sie haben keinen Spiegel, in dem sie ihre Charakterfehler erkennen können. Weder Josef noch Daniel oder einer der Apostel beanspruchte, sündlos zu sein. Menschen, die Gott ganz nahe standen und lieber ihr Leben geopfert hätten, als bewusst gegen ihn zu sündigen, Menschen, denen Gott sein Licht und seine Kraft verliehen hat, haben sich als Sünder bezeichnet, die seiner großen Gunst unwürdig sind. Sie haben ihre Schwachheit gespürt und — traurig über ihre Sünden — versucht, dem Vorbild Jesu Christi nachzueifern.

Was Gott von den Menschen verlangt

Heutzutage verlangt Gott das Gleiche, was er vom ersten Menschenpaar im Paradies verlangt hat: vollkommenen Gehorsam gegenüber seinen Geboten. Sein Gesetz bleibt zu allen Zeitaltern dasselbe. Der große Maßstab der Gerechtigkeit, wie ihn das Alte Testament darstellt, wird im Neuen nicht geschmälert. Die Aufgabe des Evangeliums besteht nicht darin, den Anspruch des heiligen Gesetzes Gottes herabzusetzen, sondern die Menschen in die Lage zu versetzen, seine Grundsätze zu befolgen.

Der Glaube an Christus, der die Menschen rettet, sieht nicht so aus, wie ihn viele darstellen. „Glaubt nur, glaubt!“, rufen sie, „Glaubt nur an Christus und ihr werdet gerettet. Das ist alles, was ihr zu tun habt.“ Während echter Glaube bei der Erlösung völlig auf Christus vertraut, führt er zur vollkommenen Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes. Der Glaube zeigt sich durch Werke. Und der Apostel Johannes erklärt: „Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht.“ 1.Johannes 2,4.

Es ist [hierbei] nicht sicher, sich auf Gefühle oder Eindrücke zu verlassen, denn sie sind unzuverlässige Führer. Gottes Gesetz ist der einzige korrekte Maßstab der Heiligkeit. Durch dieses Gesetz wird der Charakter beurteilt. Wenn jemand, der Erlösung sucht, fragt: „Was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?“, antworten die modernen [geistlichen] Lehrer: „Nur glauben, dass Jesus dich rettet.“ Aber als Christus diese Frage gestellt wurde, sagte er: „Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du?“ Und als der Fragende antwortete: „Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen … und deinen Nächsten wie dich selbst“, sagte Jesus: „Du hast recht geantwortet; tu das, so wirst du leben.“ Lukas 10,25-29.

Wahre Heiligung wird sich in einer bewussten Achtung für alle Gebote Gottes zeigen, in der sorgfältigen Nutzung jeder Gabe, in einer umsichtigen Konversation und in der Offenbarung der Sanftmut Christi in jeder Handlung.

Rechte und falsche Heiligung

Jesus starb, um „sein Volk von seinen Sünden [zu] erretten“ (Matthäus 1,21, EB); und Erlösung in Christus bedeutet, die Übertretung des Gesetzes Gottes zu beenden und von allen Sünden frei zu werden. Siehe Johannes 8,34.36. Niemand, der von Feindschaft gegen das Gesetz Gottes angetrieben wird, befindet sich in Übereinstimmung mit Christus, der auf Golgatha litt, um das Gesetz vor dem Universum zu rechtfertigen und zu erhöhen.

Jene, die für sich kühn Heiligkeit beanspruchen, beweisen damit, dass sie sich selbst nicht im Licht des Gesetzes sehen; sie sind nicht geistlich erleuchtet und verabscheuen nicht jede Art von Selbstsucht und Stolz. Von ihren mit Sünden befleckten Lippen kommen widersprüchliche Äußerungen wie: „Ich bin heilig. Jesus hat mich gelehrt: Wenn ich das Gesetz halte, falle ich aus der Gnade. Das Gesetz ist ein knechtisches Joch.“ Der Herr sagt: „Selig sind, die seine Gebote halten, auf dass sie [Voll-]Macht haben am Holz [Baum] des Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt.“ Offenbarung 22,14 (Luther 1912). Wir sollten das Wort Gottes sorgfältig studieren, damit wir zu den richtigen Schlüssen kommen und entsprechend handeln, denn dann werden wir dem Wort gehorchen und uns in Übereinstimmung mit dem heiligen Gesetz Gottes befinden.

Weder durchs Gesetz noch im Ungehorsam gerettet

Obwohl wir in Harmonie mit dem Gesetz Gottes sein sollen, werden wir nicht durch die Werke des Gesetzes gerettet, doch wir können auch nicht ohne Gehorsam gerettet werden. Das Gesetz ist der Maßstab, an dem der Charakter beurteilt wird. Doch ohne die erneuernde Gnade Christi können wir die Gebote Gottes überhaupt nicht halten. Jesus allein kann „uns von jeder Sünde reinigen“. 1.Johannes 1,7 (EB). Er rettet uns weder durch das Gesetz noch im Ungehorsam gegenüber dem Gesetz.

Unsere Liebe zu Christus wird der Tiefe unserer Sündenerkenntnis entsprechen (siehe Lukas 7,47), und „durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde“. Römer 3,20. Aber wenn wir uns selbst sehen, lasst uns von uns weg auf Jesus sehen, der sich für uns gab, um uns von aller Bosheit zu erlösen. Nimm durch den Glauben die Verdienste Christi in Anspruch und das reinigende Blut wird wirksam. Je deutlicher uns die Gefahren und Übel bewusst sind, denen wir ausgesetzt waren, um so dankbarer werden wir für die Befreiung durch Christus sein. Das Evangelium Christi gibt den Menschen nicht die Lizenz zur Missachtung des Gesetzes, denn durch dessen Übertretung wurden die Schleusen geöffnet, durch die das Leid in unsere Welt drang.

Heute ist Sünde genauso bösartig wie zur Zeit Adams. Das Evangelium verspricht keinem die Gunst Gottes, der in Verstocktheit das Gesetz bricht. Die Verdorbenheit des menschlichen Herzens, die Schuld der Übertretung, der Untergang der Sünde — all dies wird durch das Kreuz (Pfahl) deutlich gemacht, mit dem Christus uns [zugleich] einen Ausweg eröffnete.

Eine Lehre voller Täuschung

Die Gefahr unserer Zeit ist die Selbstgerechtigkeit; sie trennt die Menschen von Christus. Wer auf seine eigene Gerechtigkeit vertraut, kann nicht verstehen, wie die Erlösung durch Christus kommt. Sie nennen die Sünde Gerechtigkeit und die Gerechtigkeit Sünde. Sie haben keine Vorstellung von der Bösartigkeit der Übertretung und begreifen den Schrecken des Gesetzes nicht, denn sie respektieren den moralischen Maßstab Gottes nicht.

Der Grund, weshalb es in unserer Zeit so viele unechte Bekehrungen gibt, liegt in der geringen Wertschätzung für das Gesetz Gottes. An die Stelle des göttlichen Maßstabs der Gerechtigkeit setzen die Menschen ihren eigenen Maßstab zur Einschätzung des Charakters. Ihre Wahrnehmung ist verdunkelt, sie verbreiten falsche Vorstellungen von der Heiligung der Gläubigen und fördern damit Egoismus, Stolz und Selbstgerechtigkeit. Die von vielen verbreitete Lehre der Heiligung steckt voller Täuschungen, denn sie schmeichelt dem unbekehrten Menschen. Aber die freundlichste Sache, die einem Sünder gepredigt werden kann, ist die Wahrheit vom verbindlichen Anspruch des Gesetzes Gottes. Glaube und Werke müssen Hand in Hand gehen; denn „der Glaube ohne Werke [ist] tot“, weil „er allein bleibt“. Jakobus 2,26 (EB); (V. 17, GNB).

Die Prüfung der Lehre

Der Prophet Jesaja verkündet eine Wahrheit, durch die wir jede Lehre prüfen können. Er sagt: „Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung! Werden sie das nicht sagen, so wird ihnen kein Morgenrot scheinen.“ Jesaja 8,20. Obwohl es auf der Welt viele Irrtümer gibt, besteht doch kein Grund, warum Menschen in der Täuschung verharren müssen. Die Wahrheit ist klar und wenn sie dem Irrtum gegenübergestellt wird, kann man ihren Charakter erkennen. Alle Untertanen der Gnade Gottes können verstehen, was von ihnen gefordert wird.

Durch den Glauben [an Christus] können wir unser Leben mit dem Maßstab der Gerechtigkeit in Übereinstimmung bringen, weil wir uns [durch das Wirken des Geistes] die [verliehene] Gerechtigkeit Christi aneignen können. Im Wort Gottes wird der aufrichtige Sucher nach Wahrheit den Grundsatz für wahre Heiligung finden. Der Apostel sagt: „Wer nun mit Jesus Christus verbunden ist, wird von Gott nicht mehr verurteilt. Denn für ihn gilt nicht länger das Gesetz der Sünde und des Todes. Es ist durch ein neues Gesetz aufgehoben, nämlich durch das Gesetz des Geistes Gottes, der durch Jesus Christus das Leben bringt. Wie ist es dazu gekommen? Das Gesetz konnte uns nicht helfen, so zu leben, wie es Gott gefällt, weil wir, an die Sünde versklavt, zu schwach sind, es zu erfüllen. Deshalb sandte Gott seinen Sohn zu uns. Er wurde Mensch und war wie wir der Macht der Sünde ausgesetzt. An unserer Stelle nahm er Gottes Verurteilung der Sünde auf sich. So erfüllt sich in unserem Leben der Wille Gottes, wie es das Gesetz schon immer verlangt hat; denn jetzt bestimmt Gottes Geist und nicht mehr die sündige menschliche Natur unser Leben. Wer seinen selbstsüchtigen Wünschen folgt, der bleibt seiner sündigen Natur ausgeliefert. Wenn aber Gottes Geist in uns wohnt, wird auch unser Leben von seinem Geist bestimmt. Was unsere alte, sündige Natur will, bringt den Tod. Regiert uns aber Gottes Geist, dann schenkt er uns Frieden und Leben. Von unserem Wesen her lehnen wir Menschen uns gegen Gott auf, weil wir seine Gebote nicht erfüllen und auch gar nicht erfüllen können. Deshalb kann Gott an denen, die so selbstsüchtig leben, kein Gefallen finden. Nun aber seid ihr nicht länger eurem selbstsüchtigen Wesen ausgeliefert, denn Gottes Geist bestimmt euer Leben — schließlich wohnt er ja in euch!“ Römer 8,1-9 (Hfa).

Ellen G. White, Glaube und Werke, S. 25-29.37-38.46-47.86-89

Siehe auch:
Wann ist man heilig?
Liebe zu Gott ist, die 10 Gebote zu halten! (Beitrag)
Liebe zu Gott ist seine 10 Gebote zu halten (Botschaft)
Ist der Herr Jesus das Ende der 10 Gebote?
Christus ist nicht das Ende der 10 Gebote

Möge der himmlische Vater dich heiligen, reinigen, vollkommen und zu guten Werken tüchtig machen. Wir danken unserem himmlischen Vater, im Namen seines wunderbaren Sohnes, Jesus dem Christus. Amen

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