Beitrag zuletzt aktualisiert am 31.07.2021
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Wie soll man die heilige Schrift studieren?

Dem Himmel die Leitung überlassen.

„Das Prophetenwort muß sich erfüllen. Der HERR sagt: „Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des HERRN.“ Es wird jemand in dem Geist und in der Kraft Elias kommen, und wenn er erscheint, werden die Menschen sagen: „Du bist zu ernst, du legst die Schrift nicht richtig aus. Ich will dich lehren, welche Botschaft du bringen mußt.“

Es gibt viele, die nicht zwischen Gottes und der Menschen Werk unterscheiden können. Ich werde die Wahrheit verkündigen, wie Gott sie mir gegeben hat. Und ich sage jetzt: Wenn ihr fortfahrt, Fehler zu finden und einen Widerspruchsgeist zu hegen, werdet ihr niemals die Wahrheit erkennen. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.“

Sie waren nicht in der Verfassung, heilige und ewige Dinge zu würdigen; aber Jesus verhieß, den Tröster zu senden, der sie alle Dinge lehren und ihnen alles ins Gedächtnis zurückrufen würde, was er zu ihnen gesagt hatte. Brüder, wir dürfen unser Vertrauen nicht auf Menschen setzen. „So lasset nun ab von dem Menschen, der Odem in der Nase hat; denn für was ist er zu achten?“ Eure hilflose Seele muß sich an Jesum klammern.

Warum sollten wir vom Wasser der Ebene trinken, wenn es eine Quelle in den Bergen gibt? Laßt uns die Wasser der Ebene aufgeben; laßt uns von den höheren Quellen trinken. Wenn es einen Wahrheitspunkt gibt, den ihr nicht versteht, mit dem ihr nicht übereinstimmen könnt, dann beginnt zu forschen, vergleicht Schriftstelle mit Schriftstelle, senkt den Schaft tief in den Minenschacht des Wortes Gottes.

Ihr müßt euch und eure Meinung auf Gottes Altar legen, eure vorgefaßten Meinungen aufgeben und euch vom Geist des Himmels in alle Wahrheit leiten lassen. — The Review and Herald, 18. Februar 1890.“
Ellen G. White, Zeugnisse für Prediger und Evangeliumsarbeiter (1989), S. 410-411

„Wenn wir aber ein kleines Licht von uns weisen, weil wir nicht sofort alles klar sehen, wird es unserem himmlischen Führer mißfallen, und wir werden im Dunkeln gelassen werden. Wenn wir uns aber des Lichtes annehmen, sobald es uns nach des Herrn Willen zuteil wird, wird er das Licht mehren, und unsere Seelen werden sich an den Wahrheiten weiden, die aus der Heiligen Schrift hervorleuchten.“
James White, Ein Wort an die kleine Herde (1999), S. 21

Das Wort mit heiliger Ehrfurcht öffnen, als trätet ihr vor Gott.

„Einfach im Glauben annehmen — Gott will, dass der Mensch seine Verstandeskräfte übt; das Suchen in der Schrift wird den Geist so stärken und heben wie kein anderes Studium. Es ist die beste geistige und geistliche Übung für das menschliche Denken. Doch müssen wir uns davor hüten, den Verstand zum Abgott zu machen, weil ja auch er der Unzulänglichkeit und Schwachheit des Menschen unterworfen ist.

Soll die Schrift nicht für unser Verständnis verhüllt sein, sodass wir nicht einmal die einfachsten Wahrheiten fassen können, dann müssen wir den schlichten Glauben eines kleinen Kindes haben, das zum Lernen willig ist, und müssen um den Beistand des Heiligen Geistes flehen. Es sollte uns mit Demut erfüllen, wenn wir die Macht und die Weisheit Gottes, aber auch unsere Unfähigkeit erkennen, seine Größe zu fassen; wir sollten sein Wort mit derselben heiligen Ehrfurcht öffnen, als träten wir in seine persönliche Nähe.

Wenn wir an die Bibel herantreten, muss unser Denken eine uns überlegene Autorität anerkennen, und Herz und Sinn müssen sich vor dem großen ICH BIN beugen. Aus der Schatzkammer der Zeugnisse II, 278.279 (1889).“
Ellen G. White, Intellekt, Charakter und Persönlichkeit — Band 1 (2001), S. 86

Sei nicht zu stolz deine gewonnene Erkenntnis loszulassen!

„Satan sieht es nicht gern, daß wir uns mit Gottes Wort befassen. Deshalb nutzt er jede Gelegenheit, uns die Heilige Schrift zu verleiden. Gelingt ihm das nicht, versucht er wenigstens, uns in die Irre zu führen. Mancher ist stolz auf die gewonnene Erkenntnis oder wird gar überheblich. Ein anderer ist ungeduldig oder enttäuscht, wenn er nicht jede Stelle der Heiligen Schrift zu seiner Zufriedenheit erklären kann.

Es kränkt ihn, zugeben zu müssen, daß er den Sinn mancher Bibeltexte nicht versteht. Andererseits ist er nicht gewillt, geduldig zu warten, bis Gott ihn die Wahrheit erkennen läßt. So beginnt er an dem zu zweifeln, was er nicht versteht. Manche Zweifel haben ihre Ursache auch darin, daß religiöse Lehren als Botschaft der Bibel ausgegeben werden, obwohl sie im Widerspruch zur Heiligen Schrift stehen.

Das hat bei vielen Verwirrung ausgelöst und manchen regelrecht in den Zweifel getrieben. Das darf man freilich nicht der Heiligen Schrift anlasten, sondern muß diejenigen dafür verantwortlich machen, die Gottes Wort falsch ausgelegt oder gar bewußt verdreht haben. Wäre es uns möglich, Gott und sein Wirken uneingeschränkt zu verstehen, dann gäbe es kein tieferes Eindringen in die Wahrheit, kein Wachstum in der Erkenntnis, keine Entfaltung von Verstand und Gemüt.

Gott wäre dann nicht mehr der Allerhöchste, und die Menschen kämen über eine bestimmte Grenze der Erkenntnis und des Wissens nicht hinaus. Laßt uns Gott dafür danken, daß er es anders bestimmt hat, und uns bis zum Ende unseres Lebens im Glauben und in der Erkenntnis wachsen läßt. Denn „in ihm sind alle Schätze der göttlichen Weisheit verborgen“. Kolosser 2,3.

Und bis in alle Ewigkeit werden wir damit zu tun haben, diese Schätze zu heben. Beginnen sollen wir damit allerdings jetzt und hier. Es kann auch ein Zeichen von Gleichgültigkeit oder geistlicher Trägheit sein, wenn man sich stets damit beruhigt: Im Reich Gottes werden wir es erfahren!“
Ellen G. White, Der bessere Weg zu einem neuen Leben (1995), S. 91-92

Sorgfältig die heilige Schrift studieren, bringt Geist und Leben!

„Dieses Buch (Offenbarung) verlangt ein genaues, betendes Studium, damit es nicht nach den Vorstellungen der Menschen ausgelegt und dem heiligen Wort des Herrn, das uns in seinen Symbolen und Figuren so viel bedeutet, eine falsche Deutung gegeben wird.

Es gibt so vieles, was wir positiv verstehen müssen, damit wir unsere Vorgehensweise so gestalten können, daß wir die Plagen, die über die Welt kommen, nicht erhalten. In der Offenbarung werden die tiefen Dinge Gottes dargestellt. Diejenigen, deren Herzen Gott vollkommen geheiligt sind, werden durch das Teleskop des Glaubens in die Nähe gebracht werden, um unbezahlbare Edelsteine zu sehen.

Und während sie die Wahrheit in die Praxis umsetzen, werden die noch tieferen Geheimnisse in die Seele eingeprägt. Diejenigen, die so geehrt werden, sollen anderen mitteilen, was sie erhalten haben. Und während sie dies tun, machen Engel den Eindruck auf die Herzen.

Alle, die das Wort Gottes verstehen, werden erkennen, daß die Dinge von geringer Bedeutung, die in der Vergangenheit ihre Zeit in Anspruch genommen und ihre Kraft verbraucht haben, ihnen eine Erfahrung und Erkenntnis genommen haben, die sie hätten erlangen können, wenn sie den Glauben nicht durch Egoismus getrübt hätten. Hätten sie dies getan, hätten sie das Ergebnis des Besitzes jenes Glaubens verstanden, der durch Liebe wirkt und die Seele reinigt.

Niemand soll denken, weil er die Bedeutung jedes Symbols in der Offenbarung nicht erklären kann, daß es für ihn nicht von Nutzen ist, dieses Buch mit tiefer ernsthafter Sehnsucht und intensivem Wunsch zu durchsuchen um die Bedeutung der darin enthaltenen Wahrheiten zu erkennen.

Derjenige, der diese Geheimnisse Johannes offenbart hat, kann und wird dem fleißigen Wahrheitssucher einen Vorgeschmack auf die himmlischen Dinge geben, die einst Wirklichkeit werden sollen. Reicher Segen wird auf denjenigen kommen, „der da liest und die da hören die Worte der Weissagung und bewahrt, was darin geschrieben ist.“ (Offenbarung 1:3)“ – Brief 16, 1900, S. 2+3 – An F. E. Belden, 27. Januar 1900″
Ellen G. White, Manuscript Releases, Vol. 1 (1981), S. 39-40

Wie sollte man die heilige Schrift studieren?

„Wie müssen wir in der Schrift forschen, um zu verstehen, was sie lehrt? Gottes Wort sollte mit  demütigem Herzen und einem gelehrigen, andächtigen Geist studiert werden. Laßt uns nicht denken wie die Juden, daß unsere eigenen Meinungen und Auffassungen unfehlbar sind. Auch sollten wir nicht die Ansicht der Päpstlichen hegen, daß bestimmte Personen die einzigen Hüter von Wahrheit und Erkenntnis sind.

Sie hegen die Meinung, daß die Menschen nicht das Recht haben, die Schrift für sich selbst zu erforschen, sondern anzuhalten sind, die Erklärungen der Kirchenväter anzunehmen. Wir sollten die Bibel auch nicht studieren mit der Absicht, unsere vorgefaßten Meinungen bestätigt zu finden, sondern zu lernen, was Gott gesagt hat. Einige haben befürchtet, wenn sie auch nur in einem geringfügigen Punkt zugeben, sich geirrt zu haben, andere Gemüter veranlaßt würden, die ganze Theorie der Wahrheit in Frage zu stellen.

Deshalb empfanden sie, daß Forschen nicht erlaubt werden sollte, da es zu Meinungsverschiedenheit und Uneinigkeit führen werde. Sollte dies das Resultat des Studiums sein, dann je eher desto besser. Wenn solche da sind, deren Glaube an Gottes Wort einer schriftgemäßen Untersuchung nicht standhält, je eher sie offenbar werden, desto besser, denn dann ist der Weg geöffnet, ihnen ihren Irrtum zu zeigen.

Wir dürfen nicht meinen, daß eine einmal bezogene Stellung, eine einmal vertretene Meinung nicht und unter keinen Umständen aufgegeben werden darf. Nur einer ist unfehlbar — Er, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Wer dem Vorurteil gestattet, sein Herz gegen die Annahme der Wahrheit zu verschließen, kann nicht von Gott erleuchtet werden. Wenn eine Ansicht über die Schrift vorgetragen wird, fragen viele nicht: Ist es Wahrheit und im Einklang mit Gottes Wort? sondern: Wer vertritt diese Meinung?

Und wenn der Verteidiger der betreffenden Ansicht nicht nach ihrem Geschmack ist, verwerfen sie dieselbe. Sie sind mit ihren eigenen Anschauungen so vollauf zufrieden, daß sie die Beweise der Schrift nicht mit dem Wunsch, zu lernen, untersuchen wollen. Sie weigern sich, Interesse zu zeigen, denn ihr Vorurteil hindert sie daran. Der Herr wirkt oftmals, wo wir es am wenigsten erwarten.

Er versetzt uns in Erstaunen, indem er seine Macht durch Werkzeuge seiner Wahl offenbart und an den Männern vorübergeht, von denen wir das Licht erwarteten. Gott wünscht, daß wir die Wahrheit um ihrer selbst willen annehmen, eben weil es die Wahrheit ist. Die Auslegung der Bibel darf nicht den Meinungen der Menschen angepaßt werden, ganz gleich, wie lange sie diese Meinungen für richtig angesehen haben.

Wir sollten die Ansichten solcher, die die Schrift erklären, nicht als Gottes Stimme betrachten, denn sie sind gleich uns irrende Sterbliche. Gott hat sowohl uns wie ihnen Verstandeskräfte gegeben. Wir sollten die Bibel zu ihrem eigenen Ausleger machen.

Sorgfalt im Vorbringen neuer Ansichten

Alle sollten vorsichtig sein, neue Ansichten betreffs der Schrift vorzubringen, ehe sie diese Punkte nicht gründlich studiert haben und gut vorbereitet sind, sie an Hand der Bibel zu beweisen. Bringt nichts, das zu Meinungsverschiedenheiten führt, es sei denn, Gott gibt dadurch eine besondere Botschaft für diese Zeit.

Aber hütet euch davor, die Wahrheit zu verwerfen. Die große Gefahr unseres Volkes war immer, sich auf Menschen zu verlassen und Fleisch zu ihrem Arm zu machen. Die nicht die Gewohnheit hatten, die Schrift für sich selbst zu erforschen oder den Beweis zu erwägen, setzen Vertrauen in die leitenden Männer und nehmen die Entscheidungen an, die sie treffen. Dadurch verwerfen viele gerade die Botschaften, die Gott seinem Volk sendet, wenn diese leitenden Brüder sie nicht annehmen.

Niemand sollte für sich den Anspruch erheben, daß er alles Licht besitzt, das für Gottes Volk bestimmt ist. Der Herr wird dies nicht dulden. Er hat gesagt: „Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen.“ Selbst wenn alle unsere leitenden Brüder Licht und Wahrheit zurückweisen würden, bliebe diese Tür geöffnet. Der Herr wird Männer erwecken, die dem Volk die Botschaft für diese Zeit bringen werden.

Die Wahrheit wird bestehen

Die Wahrheit ist von ewigem Bestand. Der Kampf mit dem Irrtum wird nur ihre Kraft offenbaren. Wir sollten uns niemals weigern, die Schrift mit jenen zusammen zu erforschen, von denen wir annehmen können, daß sie aufrichtig nach Wahrheit suchen.

Gesetzt der Fall, ein Bruder hegt eine Ansicht, die der deinigen widerspricht, und er käme zu dir mit der Bitte, dich mit ihm niederzusetzen und jenen Punkt der Schrift zu untersuchen, — wäre es da wohl angebracht, aufzustehen und von Vorurteil erfüllt, seine Ansichten zu verdammen, während du dich weigerst, ihm aufrichtiges Gehör zu schenken?

Der einzig richtige Weg wäre der, als Christen miteinander niederzusitzen und die vorgebrachte Stellung im Lichte des Wortes Gottes zu studieren, dass die Wahrheit offenbaren und den Irrtum entlarven wird. Seine Ansichten lächerlich zu machen, würde nicht im geringsten seine Stellung schwächen, wenn sie falsch wäre, noch deine Stellung stärken, wenn sie richtig ist.

Wenn die Säulen unseres Glaubens der Prüfung durch eine Untersuchung nicht standhalten können, ist es höchste Zeit, daß wir es wissen. Es darf kein pharisäischer Geist unter uns geduldet werden.

Die Schrift mit Ehrfurcht erforschen

Wir sollten die Bibel mit Ehrfurcht studieren und wissen, daß wir uns in Gottes Gegenwart befinden. Alle Leichtfertigkeit sollte beiseite gelegt werden. Während einige Teile des Wortes leicht verständlich sind, kann die Bedeutung anderer Teile nicht sofort verstanden werden. Diese erfordern geduldiges Studium, Nachsinnen und ernstes Gebet. Jeder Schüler sollte, bevor er die Schrift öffnet, um die Erleuchtung des Heiligen Geistes bitten, und er wird ihm nach der Verheißung gegeben werden.

Der Geist, mit welchem ihr an die Untersuchung der Schrift herangeht, entscheidet über die Natur des Helfers, der euch zur Seite steht. Engel aus der Welt des Lichts werden bei denen sein, die demütigen Herzens nach göttlicher Leitung trachten. Aber wenn die Bibel ohne Ehrfurcht, mit einem Gefühl der Selbstgenügsamkeit und mit einem Herzen voller Vorurteil geöffnet wird, ist Satan euch zur Seite und wird die klaren Darlegungen des Wortes Gottes in einem falschen Licht erscheinen lassen.

Es gibt einige, die jenen, die nicht ihrer Meinung sind, leichtsinnig und mit beißendem Spott, ja mit offenem Hohn begegnen. Andere führen ein Aufgebot von Einwänden ins Feld, wenn eine neue Ansicht vorgetragen wird. Wenn diese Einwände durch die Schrift deutlich widerlegt sind, nehmen sie den vorgebrachten Beweis trotzdem nicht an. Sie lassen sich nicht überzeugen. Ihr Streitgespräch zielte nicht darauf ab, die Wahrheit ans Licht zu bringen, sondern sollte nur die Gemüter anderer verwirren.

Einige haben es als Beweis von Verstandesschärfe und Überlegenheit betrachtet, Gemüter betreffs der Wahrheit in Verlegenheit zu bringen. Sie bedienen sich spitzfindiger Argumente und des Wortspiels und sichern sich einen Vorteil, indem sie Fragen stellen. Wenn ihre Fragen der Wahrheit entsprechend beantwortet sind, springen sie auf einen andern Gegenstand über und bringen einen neuen Punkt zur Sprache, um dadurch der Anerkennung der Wahrheit aus dem Wege zu gehen.

Wir sollten uns hüten, den Geist zu hegen, der die Juden beherrschte. Sie wollten nicht von Christo lernen, weil seine Erklärungen der Schrift nicht mit ihren Ansichten übereinstimmten. Deshalb lauerten sie ihm überall auf und „suchten, ob sie etwas erjagen könnten aus seinem Munde, daß sie eine Sache wider ihn hätten.“

Laßt uns nicht die furchtbare Anklage über uns bringen, die in den Worten des Heilandes zum Ausdruck kommt: „Weh euch Schriftgelehrten! denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr kommt nicht hinein und wehret denen, die hinein wollen.“

In Einfachheit und Glauben

Es erfordert keine große Gelehrsamkeit oder Fähigkeit, Fragen zu stellen, die schwer zu beantworten sind. Ein Kind mag Fragen stellen, die die klügsten Männer in Verlegenheit bringt. Laßt uns keinen solchen Wortkampf führen. In der heutigen Zeit herrscht der gleiche Unglauben wie in den Tagen Christi. Heute wie damals führt der Wunsch nach Beförderung und Menschenlob das Volk von der Einfachheit wahrer Gottseligkeit hinweg. Kein Stolz ist so gefährlich wie Stolz auf geistlichem Gebiet.

Junge Männer sollten die Schrift für sich selbst erforschen. Sie sollten nicht denken, daß es genügt, wenn jene, die an Erfahrung älter sind, die Wahrheit herausfinden und daß die Jüngeren sie von ihnen als etwas, das Autorität besitzt, annehmen können. Die Juden gingen als Nation zugrunde, weil sie von den Obersten, Priestern und Ältesten von der Bibelwahrheit weggeführt wurden. Hätten sie Jesu Unterweisungen beachtet und die Schrift für sich selbst erforscht, wären sie vor dem Untergang bewahrt geblieben.

Junge Männer in unseren Reihen achten darauf, mit welchem Geist die Prediger ans Studium der Schrift herangehen, ob sie einen gelehrigen Geist offenbaren und demütig genug sind, Beweise anzuerkennen und Licht von den Boten anzunehmen, die Gott nach seiner Wahl sendet. Wir müssen die Wahrheit für uns selbst erforschen. Wir sollten es niemand anders überlassen, für uns zu denken. Ganz gleich, wer es ist oder welche Stellung er innehaben mag, wir sollten uns keinen Menschen zum Prüfstein machen.

Wir sollten miteinander beraten und einander untertan sein; aber gleichzeitig sollten wir die uns von Gott gegebenen Fähigkeiten nutzen, um zu erkennen, was Wahrheit ist. Jeder von uns braucht göttliche Erleuchtung von Gott. Wir alle müssen persönlich einen Charakter entwickeln, der am Tage Gottes einer Prüfung standhalten kann. Wir sollten uns nicht auf unsere Meinung versteifen und denken, daß niemand das Recht habe, sich einzumischen.

Wenn ein Lehrpunkt, den du nicht verstehst, zur Sprache kommt, geh vor Gott auf deine Knie, damit du die Wahrheit verstehen mögest und nicht als jemand erfunden werdest, der, wie einst die Juden, gegen Gott streitet. Während wir die Menschen warnen sollten, nichts als nur die Wahrheit anzunehmen, sollten wir sie auch davor warnen, ihre Seelen zu gefährden, indem sie die Botschaften des Lichts verwerfen.

Sie sollten vielmehr durch ernsthaftes Studium des Wortes Gottes aus der Finsternis herauskommen. … Wenn ein Bruder Irrtum lehrt, sollten die Männer in verantwortlichen Stellungen es wissen; und wenn er Wahrheit lehrt, sollten sie sich auf seine Seite stellen. Wir alle sollten wissen, was unter uns gelehrt wird; denn wenn es Wahrheit ist, brauchen wir es. Der Sabbatschullehrer sollte es wissen und jeder Schüler der Sabbatschule sollte es verstehen. Wir sind Gott verpflichtet, zu verstehen, was er uns sendet.

Er hat uns einen Maßstab in die Hand gegeben, nach dem wir jede Lehre prüfen sollen — „Ja, nach dem Gesetz und Zeugnis! Werden sie das nicht sagen, so werden sie die Morgenröte nicht haben.“ Aber wenn die Lehre dieser Prüfung standhält, seid nicht so von Vorurteil erfüllt, daß ihr einen Punkt nicht anerkennen wollt, nur weil er nicht mit euren Ansichten übereinstimmt. Es ist keinem Verstand möglich, alle Reichhaltigkeit und Größe auch nur einer göttlichen Verheißung zu ergründen.

Jemand sieht die Herrlichkeit von einem Gesichtspunkt aus, ein anderer die Schönheit und Anmut von dem seinen, und die Seele wird mit himmlischem Licht erfüllt. Wenn wir alle Herrlichkeit sehen könnten, wäre es zu viel für unsern Geist. Aber wir können weit größere Offenbarungen von Gottes reichen Verheißungen ertragen, als deren wir uns jetzt erfreuen. Es macht mein Herz traurig, wenn ich daran denke, daß wir die Fülle der Segnungen, die für uns vorgesehen ist, aus den Augen verlieren.

Wir geben uns mit augenblicklichen Blitzen geistlicher Erleuchtung zufrieden, während wir doch Tag für Tag im Lichte seiner Gegenwart wandeln könnten. Liebe Brüder, betet wie nie zuvor, daß die Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit das Wort erleuchten möchten, damit ihr imstande seid, seine wahre Bedeutung zu erfassen. Jesus bat, daß seine Jünger durch die Wahrheit — das göttliche Wort — geheiligt werden möchten.

Wie ernstlich sollten wir deshalb darum bitten, daß er, der da „erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit“, dessen Amt darin besteht, Gottes Volk an alles zu erinnern und es in alle Wahrheit zu leiten, bei uns sein möchte, während wir sein heiliges Wort studieren. Gott möchte, daß wir uns auf ihn anstatt auf Menschen verlassen. Er wünscht uns ein neues Herz, und er möchte uns Offenbarungen des Lichts vom Throne Gottes geben. — The Review and Herald, 18. Februar 1890.“
Ellen G. White, Zeugnisse für Prediger und Evangeliumsarbeiter (1989), S. 86-92

Wie die aus Beröa die heilige Schrift studieren.

„Paulus stieß in Beröa auf Juden, die willig waren, die von ihm verkündigte Wahrheit zu prüfen. Darüber berichtet Lukas: „Diese aber waren besser als die zu Thessalonich; die nahmen das Wort auf ganz willig und forschten täglich in der Schrift, ob sich‘s so verhielte. So glaubten nun viele von ihnen, auch nicht wenige von den angesehenen Frauen und Männern unter den Griechen.“ Apostelgeschichte 17,11.12.

Die Beröaner waren nicht in Vorurteilen befangen. Sie waren bereit, die von den Aposteln gepredigten Glaubenslehren zu untersuchen. Nicht aus Neugierde forschten sie in der Bibel, sondern um zu erfahren, was in ihr über den verheißenen Messias geschrieben stand.

Täglich lasen sie in den heiligen Schriften, und wenn sie dabei Schriftstelle mit Schriftstelle verglichen, standen ihnen Engel Gottes zur Seite, erleuchteten ihr Verständnis und machten ihre Herzen empfänglich. Überall, wo die Wahrheiten des Evangeliums verkündigt werden, werden alle, die ernsthaft das Rechte zu tun wünschen, veranlaßt, sorgfältig in der Schrift zu suchen.

Würden diejenigen, denen in den letzten Tagen der Geschichte dieser Erde die sichtenden Wahrheiten verkündigt werden, wie die Beröaner täglich in der Schrift forschen und die ihnen übermittelten Botschaften mit dem Worte Gottes vergleichen, gäbe es heute eine große Zahl derer, die dem Gesetz Gottes treu sind. Nun aber sind es nur verhältnismäßig wenige. Sobald biblische Lehren dargeboten werden, die nicht volkstümlich sind, weigern sich viele, sie zu untersuchen.

Zwar können sie die eindeutigen Lehren der Schrift nicht widerlegen; dennoch bekunden sie einen starken Widerwillen, die ihnen vorgelegten Beweise zu prüfen. Manche meinen, daß selbst dann, wenn diese Lehren wirklich der Wahrheit entsprächen, es für sie nicht so sehr darauf ankäme, das neue Licht anzunehmen oder nicht anzunehmen. So halten sie sich an angenehme Fabeln, die der Feind benutzt, um Menschen irrezuführen.

Ihre Sinne werden verblendet und sie selbst vom Himmel getrennt. Alle werden nach dem Licht gerichtet werden, das sie empfangen haben. Der Herr sendet seine Botschafter mit einer Botschaft des Heils hinaus und macht die, die sie hören, dafür verantwortlich, wie sie mit den Worten seiner Diener umgehen. Die aufrichtigen Wahrheitssucher werden die gehörten Lehren sorgfältig im Licht des Wortes Gottes prüfen.“
Ellen G. White, Das Wirken der Apostel (1976), S. 181-182

Passe das Wort nicht dir an, sondern passe dich dem Wort an!

„Lege Deine vorgefassten Meinungen und Deine ererbten und gehegten Vorstellungen vor der Tür zum Untersuchungssaal ab. Du wirst nie zur Wahrheit gelangen, wenn du die Heiligen Schriften nur durchforschst, um deine eigenen Vorstellungen zu rechtfertigen. Lasse diese an der Tür und nimm nur Dein gebrochenes Herz mit, um zu hören, was Gott dir zu sagen hat …

Nimm dein Glaubensbekenntnis nicht mit zur Bibel und lies das Wort nicht im Lichte deiner vorgefertigten Meinung. Versuche nicht, alles mit deinem Glaubensbekenntnis in Übereinstimmung zu bringen. Durchsuche das Wort gründlich und bete mit einem Geist, der frei ist von Vorurteilen. Wenn du beim Lesen überzeugt wirst, dass deine höchst geschätzten Vorstellungen nicht im Einklang mit dem Wort sind, versuche nicht, das Wort deiner Meinung anzupassen.

Passe deine Vorstellung dem Wort an. Lasse nicht zu, dass das, was du in der Vergangenheit geglaubt oder praktiziert hast, deinen Verstand kontrolliert. Öffne die Augen deines Geistes, um wundersame Dinge im Gesetz zu erkennen. Finde heraus, was geschrieben steht, und gründe dann deine Füße auf den ewigen Felsen.“
Ellen G. White, Manuscript Releases, Vol. 3 (1990), S. 330

Die heilige Schrift muss der Maßstab jeder Lehre und des wahren Glaubens sein!

„Das Wort Gottes deckt alle Irrtümer auf; an ihm müssen wir alles messen, was wir glauben. Die Bibel muss der Maßstab für jede Lehre und Glaubenspraxis sein … Wir dürfen nie die Meinung eines anderen übernehmen, ohne sie mit der Heiligen Schrift verglichen zu haben. Sie ist göttliche Autorität, die in Glaubensdingen alles überragt. Das Wort des lebendigen Gottes muss alle Streitigkeiten entscheiden.

Wenn Menschen Gottes Worte der Wahrheit mit eigener Klugheit vermengen und damit die scharf angreifen, mit denen sie Auseinandersetzungen haben, dann offenbaren sie, dass sie keine heilige Ehrfurcht vor Gottes inspiriertem Wort haben. Sie vermischen das Menschliche mit dem Göttlichen, das Gewöhnliche mit dem Heiligen und werten Gottes Wort ab.“
Ellen G. White, Brief an die Delegierten der Generalkonferenzversammlung, 5. August 1888

„Gottes Wort ist der unbeirrbare Maßstab. … Alle sollten ihren Standort anhand der Schrift prüfen und jeden Punkt der als Wahrheit ausgerufen wird, am geoffenbarten Wort Gottes nachweisen. (Brief 12, 1890)“
Ellen G. White, Evangelisation (1980), S. 244

„Je mehr wir die Verheißungen des Wortes Gottes betrachten, desto herrlicher werden sie für uns. Je besser wir sie ausleben, desto tiefer wird unser Verständnis dafür werden. Unser Standpunkt und unser Glaube gründen sich auf die Bibel. Niemals wünschen wir, dass einer die Zeugnisse über die Bibel stellt. (Manuskript 7, 1894)“
Ellen G. White, Evangelisation (1980), S. 244

Wenn Gottes Wort studiert, verstanden und befolgt wird, wird ein helles Licht in die Welt reflektiert werden; neue Wahrheiten, empfangen und befolgt, werden uns in starken Banden an Jesus binden. Die Bibel, und die Bibel allein, soll unser Glaubensbekenntnis sein, das einzige Band der Vereinigung; alle, die sich vor diesem heiligen Wort beugen, werden in Harmonie sein. Unsere eigenen Ansichten und Ideen dürfen unsere Bemühungen nicht beherrschen. Der Mensch ist fehlbar, aber Gottes Wort ist unfehlbar.

Anstatt miteinander zu hadern, sollen die Menschen den Herrn preisen. Lasst uns allen Widerständen begegnen, wie es unser Meister tat, indem er sagte: „Es steht geschrieben.“ Lasst uns das Banner hochhalten, auf dem geschrieben steht: „Die Bibel ist unsere Regel des Glaubens und der Disziplin.“
Ellen White, The Review and Herald, 15. December 1885, mit DeepL übersetzt

„Haltet die Wahrheit hoch; verherrlicht die Wahrheit; sagt immer: „Es steht geschrieben.“ (Brief 175, 1904)“
Ellen G. White, Evangelisation (1980), S. 566

„Wir müssen das Wort unseres Gottes selbst sorgsam hüten, damit wir nicht von dem trügerischen Wirken derer infiziert werden, die den Glauben verlassen haben. Wir müssen ihrem Geist und Einfluß mit derselben Waffe Widerstand leisten, die unser Herr benutzte, als er von dem Fürsten der Finsternis angegriffen wurde: „Es steht geschrieben.“ Wir sollten es lernen, Gottes Wort weise anzuwenden.

Die Ermutigung dazu lautet: „Befleißige dich, Gott dich zu erzeigen als einen rechtschaffenen und unsträflichen Arbeiter, der da recht teile das Wort der Wahrheit.“ Er muß hart arbeiten und braucht ernstes Gebet und Glauben, um den umstrickenden Irrlehren falscher Lehrer und Verführer begegnen zu können, denn „in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen.“ (Review and Herald, 10. Januar 1888)“
Ellen G. White, Evangelisation (1980), S. 567

„Jesus wies Satan in allen Versuchungen mit den Worten der heiligen Schrift ab. So sollten auch die Nachfolger Christi, wenn der Versucher sie angreift, sich mit der Bibel verteidigen. Mit demütigem, vertrauendem Geist und ausgerüstet mit den Waffen, die uns Gottes Wort gibt, kann der Christ allen Scharen der Finsternis widerstehen.

Wenn wir die Bibel zu unserem Führer machen, brauchen wir niemals von Satan getäuscht zu werden. Der Prophet sagt: „Hin zur Weisung und zur Offenbarung! Wenn sie nicht nach diesem Wort sprechen, dann gibt es für sie keine Morgenröte.“ (Jes. 8,20)“
Ellen G. White, Das Leben Jesu Christi (1887), S. 74

Nur anhand der heiligen Schrift erkennst du, ob du in Wahrheit, in Christus bist.

„Wenn die Botschaft der Wahrheit Seelen mit besonderer Kraft ergreift, regt Satan seine Helfer an, einen Streit über geringfügige Fragen vom Zaune zu brechen, und sucht auf diese Weise die Aufmerksamkeit von dem wirklichen Geschehen abzulenken. So wie ein gutes Werk begonnen wird, sind Krittler bereit, über Äußerlichkeiten und Förmlichkeiten zu streiten, um die Gemüter von den lebendigen Wahrheiten abzubringen.

Wenn es den Anschein hat, als ob Gott auf besondere Weise für sein Volk wirken will, sollte dieses sich nicht verleiten lassen, auf Streitfragen einzugehen, die der Seele nur zum Verderben gereichen können. Die wichtigsten Fragen für uns sind: Habe ich den seligmachenden Glauben an den Sohn Gottes? Lebe ich mein Leben in Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes?

„Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht glaubt, der wird das Leben nicht sehen.“ Johannes 3,36. „Und an dem merken wir, daß wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten.“ 1.Johannes 2,3.“
Ellen G. White, Das Leben Jesu (1973), S. 386

„Diejenigen, die Gottes ganze Rüstung anlegen und jeden Tag etwas Zeit dem Nachdenken, dem Gebet und dem Studium der Schrift widmen, werden mit dem Himmel verbunden sein und einen rettenden, umgestaltenden Einfluß auf ihre Umgebung ausüben. Sie werden sich erhebender Gedanken, edler Bestrebungen und klaren Verständnisses der Wahrheit und ihrer Pflicht vor Gott, erfreuen. Sie werden ein inniges Verlangen nach Reinheit, nach Licht, nach Liebe und allen Gnadengaben der himmlischen Geburt verspüren.

Ihre ernsten Gebete werden bis hinter den Vorhang dringen. Diese Klasse wird eine heilige Kühnheit besitzen, in die Gegenwart des Unendlichen zu treten. Sie werden sicher sein, daß das Licht und die Herrlichkeiten des Himmels ihnen gehören. Durch diese innige Bekanntschaft mit Gott werden sie geläutert, erhöht und veredelt. Das alles gehört zu den Vorrechten wahrer Christen.“
Ellen G. White, Zeugnisse für die Gemeinde — Band 5 (2002), S. 121

Lebe das geschriebene Leben, damit auch durch dich das geschriebene Leben lebt!

Lebe die Wahrheit, damit die Wahrheit auch durch dich lebt!

Denn es steht geschrieben:

Wer an mich glaubt (wie die Schrift sagt), aus seinem Leibe werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Johannes 7:38 

Der Geist ist es, der lebendig macht, das Fleisch nützt gar nichts. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben. Johannes 6:63 

… Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, Johannes 8:31

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