Soll eine Frau ihren Kopf beim Beten bedecken?



Soll eine Frau ihren Kopf beim Beten bedecken?



Hat Gott dies den Menschen geboten?

NEIN!



Wer hat dies den Menschen dann geboten?

Die Welt!



Was sagt Gott von der Welt?


… wisset ihr nicht, daß die Freundschaft mit der Welt Feindschaft gegen Gott ist?

Wer immer der Welt Freund sein will, macht sich zum Feinde Gottes! Jakobus 4:4

Und passet euch nicht diesem Weltlauf an, sondern verändert euer Wesen durch die Erneuerung eures Sinnes, um prüfen zu können, was der Wille Gottes sei, der gute und wohlgefällige und vollkommene. Römer 12:2


 

Was schreibt Paulus also wirklich und was will er mit den folgenden Worten an die Korinther aussagen?


Jedes Weib aber, welches betet und weissagt mit unverhülltem Haupt, schändet ihr Haupt; es ist ein und dasselbe, wie wenn sie geschoren wäre! 1.Korinther 11:5



Doch zuerst stellt sich die Frage, warum Paulus ihnen dies geschrieben hat.

Weil die Gemeinde aus Korinth Paulus einen Brief mit Fragen schrieb.



Nun zu den Fragen, die ihr mir geschrieben habt; … 1.Korinther 7:1



Und welche Antwort gab Paulus der Gemeinde?

Dass die Frau keinen Schleier, also Kopfbedeckung benötigt, weil sie stattdessen von Natur aus ihr Haar trägt.



Dagegen gereicht es einem Weibe zur Ehre, wenn sie langes Haar trägt; denn das Haar ist ihr statt eines Schleiers gegeben. 1.Korinther 11:15



Nun schreibt Paulus im 1.Korinther 11:16 etwas Interessantes und Wichtiges.

Er schreibt, „wir“, also er und die zu ihm Gehörenden, die Gemeinden Gottes, also alle Gemeinden Gottes, haben solche Gewohnheit, also Sitte nicht.

Will aber jemand rechthaberisch sein, so haben wir solche Gewohnheit nicht, die Gemeinden Gottes auch nicht. 1.Korinther 11:16



Wenn also die Gemeinden Gottes solche Gewohnheit nicht hatten, sollte sich jeder, der die Kopfbedeckung beim Beten befürwortet fragen, warum man diese hat.

Warum wollen die, welche sich verhüllen und dadurch ihr Haupt schänden, diese Gewohnheit, die die Gemeinde Gottes nicht hatte und hat, dies zu ihrer Gewohnheit machen und dadurch ihr Haupt schänden und tun, was die Gemeinde Gottes nicht tat und tut?



Was die Worte von Paulus zu bedeuten haben und um besseres Verständnis für diese zu erhalten, kann man anhand der Worte von Harald Weigt leichter erkennen, in denen er dieses Thema sehr gut in seinem Buch „Verstehst du auch, was du liest“ beschrieben hat.

Zuerst beschreibt Harald Weigt, was die Worte möglicher Weise bedeuten.



„Mögliches Missverständnis:

Wenn eine Frau am Gottesdienst teilnimmt, soll sie ihren Kopf bedecken, entweder mit einem Kopftuch oder mit einem Hut. Es ist nicht ganz einsichtig, warum das so sein soll, aber wenn es in der Bibel steht, dann muss es so gemacht werden.“

Harald Weigt, Verstehst du auch, was du liest, S. 197



Jetzt sehen wir uns die Worte an, in denen Harald Weigt aufzeigt, wie Paulus die Gemeinde in Korinth sieht und was er den Korinthern mit seinen Worten vermitteln möchte:

„Paulus sagt in Kapitel 10, Vers 32 und 33, was er den Korinthern vermitteln möchte ,,Erregt keinen Anstoß, weder bei den Juden noch bei den Griechen noch bei der Gemeinde Gottes, so wie auch ich jedermann in allem zu Gefallen lebe und suche nicht, was mir, sondern was vielen dient, damit sie gerettet werden.“ Der Apostel möchte Menschen zu Christus führen. Das ist sein höchstes Ziel; und er stellt fest, dass die Gläubigen in Korinth dieses Ziel nicht verfolgen. Sie gestalten ihr Gemeindeleben so, dass sie ,,Anstoß erregen“ bei Juden und Griechen und auch bei den übrigen christlichen Gemeinden. In Kapitel 11, Vers 16 betont er noch einmal, dass die Korinthergemeinde eine Sitte1 pflegt, die die anderen christlichen Gemeinden nicht haben.“

Harald Weigt, Verstehst du auch, was du liest, S. 197



In den folgenden Worten zeigt Harald Weigt auf, um was es Paulus in seinen Worten an die Gemeinde in Korinth geht und warum er all die Worte in der Heiligen Schrift an sie schrieb:

„Damit sind die einleitenden Texte und der abschließende Text betrachtet worden, zwischen denen Paulus die ganze Problematik um die Kopfbedeckung entfaltet. Bereits jetzt ist deutlich, auf welcher Ebene Paulus hier argumentiert: Es geht um eine synetheia, um Gewohnheit, Sitte, Umgang, nicht aber um ein göttliches Gebot für alle Christinnen zu allen Zeiten.

Bestätigt wird diese Feststellung durch die Argumente, die Paulus nennt:

° Vers 5: Eine Frau ohne Kopfbedeckung ,,schändet ihr Haupt“, d.h. sie bringt ihren Mann in Schande, der nach V. 3 ,,ihr Haupt“ ist. Es geht hier also um verheiratete Frauen.

° Vers 6: Weil abgeschnittenes Haar für die Frau selbst eine Schande ist, soll sie ihren Kopf doch lieber bedecken.

° Vers 13: ,,Urteilt selbst, ob es sich ziemt.“ Hier wird das Empfinden der damaligen Zeit als Maßstab angesprochen.

° Verse 14.15: Die Natur lehrt … dass langes Haar für die Frau eine Ehre ist.

° Vers 16: Es geht um eine Sitte.

Paulus spricht bei seiner Überzeugungsarbeit nicht von einer Sünde und nicht von einem Gebot Gottes. Er appelliert vielmehr an die Einsicht der Frauen im Rahmen damaliger Gepflogenheiten.“

Harald Weigt, Verstehst du auch, was du liest, S. 198



In den nachfolgenden Worten zeigt Harald Weigt auf, warum Paulus Worte an die Gemeinde ergingen und was der Auslöser der Auseinandersetzung in Korinth war:

„Was war der Auslöser der Auseinandersetzung in Korinth? In der dortigen christlichen Gemeinde begegneten sich zwei Kulturen: Die griechischen Frauen gingen ohne Kopfbedeckung zum Gottesdienst, während die Judenchristinnen, aus ihrer Tradition heraus, ihren Kopf bedeckten. Ein Zitat aus dem jiddischen Gewohnheitsrecht, das durch die Schriftgelehrten festgelegt wurde, besagt: ,,Die Halakha [Das durch die Schriftgelehrten festgelegte jiddische Gewohnheitsrecht] verlangte von der jüdischen Frau, dass sie sich außerhalb des Hauses nur mit bedecktem Haupte zeigte. Das Ausgehen mit bloßen Kopf rechnete man der Frau als etwas Schandbares an, sodass ihr Mann sie deshalb entlassen durfte, … in der geordneten Haartracht besteht nach jüdischer Anschauung die Bedeckung des weiblichen Hauptes und zugleich, wenn wir an die Bänder und Schleifen und die kippa [ein Deckchen für den Kopf] denken, die über das Angesicht niederfielen, [auch] die Verhüllung des weiblichen Antlitzes.“1 Diese Kopfbedeckung war gleichzeitig das äußere Kennzeichen, dass eine Frau sich einem Mann als Ehefrau untergeordnet hatte.

Die ,,emanzipierten“ Frauen in Korinth (siehe Seite 194ff.) haben mit dem Ablegen ihrer Kopfbedeckung ihre ,,moderne“ Gesinnung offenbart.

Es geht in Korinth also um zwei Problemkreise, die miteinander verwoben sind: Einmal geht es um die Frage, welche Kopfbedeckung angemessen ist, wenn eine Ehefrau im öffentlichen Gottesdienst erscheint (eine Frage der Gemeindeordnung), und dann geht es darum, in welcher Weise es das Verhältnis zwischen Mann und Frau berührt, wenn eine Ehefrau in der Öffentlichkeit so auftritt (eine Frage der Eheseelsorge).

In diesen Zusammenhang gehört auch Vers 10: ,,Darum soll die Frau eine Macht auf dem Haupt haben um der Engel willen.“ Die Frau soll durch die Kopfbedeckung in der Öffentlichkeit zeigen, dass ihr Ehemann ,,Macht“ über sie hat und sie willig ist, sich ihm unterzuordnen (siehe Seite 203ff.).“

Harald Weigt, Verstehst du auch, was du liest, S. 198-199



Ebenso zeigt Harald Weigt auf, dass es um Streitfragen in der Gemeinde ging, wie Paulus in 1.Korinther 7:1 geschrieben hatte:

„Der Apostel Paulus schlichtet hier eine kulturbedingte Streitfrage, die in der Gemeinde Korinth die Gemüter erhitzte; und er gebraucht Argumente, die in der damaligen Gemeindesituation überzeugten.“

Harald Weigt, Verstehst du auch, was du liest, S. 199



Wer hat nun den Frauen geboten, ihr Haupt zu bedecken, wenn Gott der Frau das Haar anstatt der Kopfbedeckung gab?

Gott oder die Welt?

Die Welt!

Das zeigt Harald Weigt in seinen nächsten Worten ebenso deutlich auf:

„Aus diesen Aussagen ist kein Gebot Gottes abzuleiten, das alle Frauen bis zum heutigen Tag zur Kopfbedeckung im Gottesdienst verpflichtet. Weder im Alten noch im Neuen Testament wird an einer zweiten Stelle eine vergleichbare Situation geschildert, bei der es um die Kopfbedeckung im Gottesdienst ginge.

Sinn des Textes:

Eine Frau, die in der Gemeinde öffentlich auftritt, soll so angemessen gekleidet sein und sich so verhalten, dass ihr Ehemann sich nicht schämen muss und auch das Empfinden der übrigen Gemeindeglieder nicht verletzt wird.“

Harald Weigt, Verstehst du auch, was du liest, S. 200



Möchtest du mehr verstehen und erkennen, dann kannst du das Buch von Harald Weigt „Verstehst du auch, was du liest“ mit der ISBN: 3-8150-1862-5 erwerben.



Gnade sei mit uns, Barmherzigkeit und Friede von Gott, dem Vater, und von Jesus Christus, dem Sohne des Vaters, in Wahrheit und Liebe! 2.Johannes, 1:3



Flag Counter