Wie ist das mit der Wiederherstellung Israels?


von Wolfgang Schneider

Viele Christen heute kommen im Zusammenhang mit der Rückkehr Christi auf das Thema Wiederherstellung Israels zu sprechen. Oft wird dabei die Frage gestellt: "Muß nicht vor dem Kommen des Herrn Israel erst wiederhergestellt werden?" Was kann man hierauf antworten?

Da sich die Fragesteller mit dem Begriff "Israel" meist deutlich auf einen nationalen Staat Israel beziehen, ist meine Antwort ein klares: "Nein!" Wenn die Frage gar auf den modernen Staat Israel abzielt, dann lautet meine Antwort ebenfalls klar und deutlich: "Nein!"

Der nach dem 2. Weltkrieg gegründete moderne Staat Israel hat nichts mit dem biblischen Israel, noch der Erfüllung biblischer Weissagungen bzgl. eines zukünftigen Reiches Israel zu tun. Wie kann man da sicher sein? Glauben nicht viele, ja fast die gesamte evangelikale Christenheit heutzutage, daß mit der Errichtung des Staates Israel die Endzeit angebrochen ist und die Rückkehr der Juden nach Israel das unmittelbar bevorstehende Kommen Christi anzeigt? Ja, viele Christen heute glauben das; aber eine Sache ist nicht wahr, nur weil viele Leute daran glauben. Wie können wir also sicher sein, daß der moderne Staat Israel biblisch gesehen keine Bedeutung hat, was die Erfüllung biblischer Weissagungen angeht?

Man könnte zunächst ausführlich die historischen Beweise erörtern, die eindeutig belegen, daß das biblische Judentum im Jahre 70 n.Chr. in der Zerstörung Jerusalems und des Tempels sein Ende fand. Ohne die danach nicht mehr existenten Aufzeichnungen über die Abstammungslinien, die im Tempel aufbewahrt wurden, ist es niemandem heute überhaupt möglich zu beweisen, daß sie von der Abstammung her Jude sind und zum Volks Israel gehören. Selbst jüdische Quellen bezeugen diesen Sachverhalt und verweisen darauf, daß Juden heute nicht von der Abstammung her, sondern von ihrer Religionszugehörigkeit und Tradition her als Juden eingeordnet werden und sich selbst als Juden verstehen. Solch eine Beweisführung würde mehr Zeit und Platz beanspruchen, als wir in dieser kleinen Studie verfügbar haben. Es gibt jedoch noch eine wesentlich einfachere Beweisführung, um zu zeigen, daß der heutige Staat Israel nichts mit biblischer Prophezeiung zu tun hat.

 

In 2. Mose 34 lesen wir, was Gott dem Mose verheißt, als der Alte Bund gegeben wurde. Alle Männer aus dem Volk sollten jedes Jahr nach Jerusalem reisen, um dort die Feste des Herrn zu halten. Das würde für einige bedeuten, daß sie längere Zeit von ihren Familien und ihrem Besitz fern sein würden. Gott hatte das einkalkuliert und verheißen: "Denn ich werde die Heiden vor dir ausstoßen und dein Gebiet weit machen, und niemand soll dein Land begehren, während du dreimal im Jahr hinaufgehst, um vor dem HERRN, deinem Gott, zu erscheinen." (2Mo 34,24). Wie steht es nun damit nach der Wiederherstellung des Staates Israel?

Wir sollten auch beachten, daß die Gründung des modernen Staates Israel auf politische Maßnahmen einiger Länder und der Vereinten Nationen zurückgeht, nicht aber auf biblische Prophezeiung. Eine Rückkehr in ihr Land und eine Wiederherstellung Israels war biblisch immer nur unter einer Bedingung von Gott verheißen worden: Nur dann, wenn sie in der Fremde bereuten, sich wieder zu YHWH bekehrten und Ihm gehorchten, würde Er dafür sorgen, daß sie wieder in ihr Land zurückkehren konnten. Sie hatten Gott nicht gehorcht, und Er hatte sich folglich von ihnen geschieden. Es gab jedoch einen kleinen gläubigen Rest Israels, diese waren aber von dem wahren Israel Gottes, den Gläubigen von Adam und Eva an. Wie steht es in dieser Hinsicht mit den Juden, die seit 1948 nach Israel zurückgekehrt sind? Viele, ja im Grunde die meisten von ihnen, sind Atheisten. Der Staat Israel behandelt die an Christus Gläubigen mit Verachtung und Verfolgung, und die Zahl der Christen, wie auch der sogenannten "messianischen" Juden, die an den kommenden Messias Jesus glauben, ist eher sehr gering. Gott hat niemals verheißen, daß Israel mit solcher Gesinnung ins Land zurückkehren könnte.

 

Gott hatte verheißen, daß Er Israel beschützen würde, damit sie während der Feste, als die Männer in Jerusalem weilten, nicht angegriffen würden. Nur, was geschah vor Beginn des 'Yom Kippur' Krieges im Jahre 1973? Die Juden waren in Jerusalem zu ihrem höchsten Festtag versammelt und sie wurden angegriffen, entgegen Gottes Verheißung fielen die Feinde über sie her.

Was ergibt sich aus dieser Situation? Wenn wir uns an Gottes Verheißung an Mose erinnern, wie Er während der jährlichen Feste für Sein Volk sorgen und sie beschützen würde, und dann die Ereignisse am großen Versöhnungstag ('Yom Kippur') von 1973 in unsere Überlegungen einbeziehen, ergeben sich im Grunde nur zwei Möglichkeiten als Antwort: (1) Gott war nicht treu und hielt Seine Verheißung an Israel nicht ein, oder (2) die Juden in Israel, welche heute von so vielen als Gottes Volks Israel bezeichnet werden, sind gar nicht Sein Bundesvolk! Antwort (1) ist undenkbar, denn Gott ist treu und Er hält Seine Verheißungen ein und Er ist kein Lügner! Somit bleibt lediglich die logische Folgerung in Antwort (2) -- das moderne Israel ist nicht das wahre Bundesvolk Gottes, das wahre Israel.

Gott hat einen gläubigen Rest Israels bewahrt in den letzten Tagen des Alten Bundes. Er verhieß ihnen, daß sie durch eine große Trübsal hindurch gerettet würden und das Himmelreich, das Reich Gottes, erlangen würden. Ihr Weg dahin war der gleiche Weg, wie er seit dem 1. Jhdt n.Chr. auch den Heiden offen steht:

Durch Glauben an den Messias (Christus) Jesus können sowohl Juden als auch Heiden gerettet werden und das ewige Heil erlangen und so das wahre Israel Gottes sein. Gott hat in Christus das wiederhergestellt, was verloren gegangen war und Er hat nun den Menschen mit sich selbst versöhnt, so daß allen, die an Christus glauben, der Weg zum ewigen Heil und ins Reich Gottes bereitet ist.

 

Wie Christus selbst bezeugte, ist sein Reich nicht von dieser Welt. Diejenigen, die heute auf eine irdische Herrschaft Christi und die Wiederherstellung eines irdischen, politischen Reiches Israel warten, sind im Grunde dem gleichen Irrtum erlegen, der den Juden zur Zeit Jesu im 1. Jhdt n.Chr. zum Verhängnis wurde: Sie hofften auf ein irdisches Reich Israel und auf einen Messias, der ein politischer Befreier und Herrscher sein sollte. Diese Hoffnung aber war nicht die biblisch offenbarte wahre Hoffnung, sondern eine auf falschem Verständnis der Schrift beruhende falsche irdische Hoffnung war, und so wurden sie in ihrer Hoffnung enttäuscht.

Möge Gott uns die Augen des Herzens erleuchten und wahre Einsicht in Sein wunderbares Wort geben, damit wir die Wahrheit erkennen und uns an Seinem Erlösungsplan in Christus erfreuen können.

 

Quelle:

http://www.bibelcenter.de/bibel/studien/d-std118.php

 

www.bibel-aktuell.org

 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!


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