Wer rastet, der rostet


Der bessere Weg zu einem neuen Leben

Kapitel 9

Wer rastet, der rostet

Ellen Gould White

 

Gott ist für das ganze Weltall die Quelle des Lebens, des Lichtes und der Freude. Wie die Sonne Helligkeit und Wärme ausstrahlt und die Quelle frisches Wasser spendet, so überschüttet Gott seine Geschöpfe mit Gnade und Güte.

Wo aber göttliches Leben im Herzen wirksam wird, möchte der Mensch die empfangene Liebe weitergeben. Für Christus war es eine Freude, die in Sünde geratene Menschheit wieder mit Gott zu versöhnen. Dafür opferte er alles, sogar sein Leben.

Das war durchaus nicht selbstverständlich; denn es bedeutete, die Schande des Verbrechertodes und die Qualen der Kreuzigung auf sich zu nehmen. Auch den Engeln Gottes ist sehr am Heil der Menschen gelegen. Eigentlich hätten sie es nicht nötig, sich um uns Sünder zu kümmern, dennoch tun sie es.

Dagegen gibt es genügend hochmütige und selbstsüchtige Menschen, denen es nie in den Sinn käme, sich für einen Sünder einzusetzen. Wenn es ums Verurteilen geht, sind sie schnell bei der Hand, aber vom Helfen und Zurechtbringen halten sie nichts. Gottes Engel dagegen scheuen sich nicht, uns sündigen Menschen zu dienen.

 

Das ist einer der Unterschiede zwischen der himmlischen und der irdischen Welt. Im Himmel herrscht der liebevolle, opferbereite Geist Christi, auf Erden dagegen regieren vielfach Hochmut und Eigennutz.

Deshalb kann für Nachfolger Jesu nicht maßgebend sein, was in dieser Welt gang und gäbe ist, sondern was Gott will.

Wir sind aufgerufen, unser Leben im Geiste Jesu zu führen.

Wenn die Liebe Christi im Herzen eines Menschen wohnt, bleibt das nicht verborgen. Ihren Einfluß sollten alle spüren, die uns begegnen. Liebe zu Jesus zeigt sich in dem Verlangen, so wie er zum Segen und zur Rettung von Menschen beizutragen.

Sie drängt uns, allen Geschöpfen Gottes mit Liebe und Freundlichkeit zu begegnen. Christus hat auf Erden kein ichbezogenes, bequemes Leben geführt. Von der Krippe bis zum Kreuz dachte er immer zuerst an andere. Dabei scheute er weder Arbeit, noch Sorge und Mühe.

Deshalb konnte er von sich sagen:

„Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für alle Menschen hinzugeben.“

Matthäus 20,28.

 

Diesem Ziel ordnete er alles andere unter. Gottes Willen zu tun und sein Werk zu vollenden, war ihm wichtiger als Essen und Trinken. Kein Wunder, daß in einem solchen Leben Ichsucht und Eigennutz keinen Platz hatten.

Wer Christi Gnade erfahren hat, wird alles tun, damit auch andere das Geschenk der Erlösung empfangen. Darüber hinaus wird er sich für das irdische Wohl seiner Mitmenschen einsetzen. Wer selbst zu Jesus gefunden hat, möchte, daß ihn auch andere als Erlöser und Freund annehmen.

Das ist übrigens ein wichtiges Merkmal der Nachfolge Jesu. „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über“ (Matthäus 12,34), hat Jesus gesagt. Das gilt im Guten wie im Bösen.

Wie könnten wir schweigen, wenn Gott uns mit seinen guten Gaben beschenkt! Philippus jedenfalls konnte und wollte es nicht. Als er in Jesus von Nazareth den Messias erkannt hatte, konnte ihn nichts davon abhalten, Freunde und Verwandte zu Christus zu führen.

Und das tat er auf verblüffend einfache Weise:

„Komm mit und überzeuge dich selbst!“ Johannes 1,46.

 

Wir sollen andere nicht zum Glauben überreden und ihnen schon gar nicht das Heil aufnötigen, aber wir können bezeugen, was wir mit Christus erlebt haben und was unserem Leben Halt und Hoffnung gibt. Das wird nicht ohne Wirkung bleiben.

Unzählige Menschen sind deshalb Nachfolger Jesu geworden, weil andere sie aufgefordert haben:

„Komm mit und überzeuge dich selbst!“

Wem daran gelegen ist, anderen Gutes zu tun, der wird selbst reich gesegnet.

Das kann jeder bestätigen, der sich von Gott im Dienst an anderen Menschen hat gebrauchen lassen. Je mehr wir von den empfangenen Gnadengaben weitergeben, desto reicher fließen sie uns aus Gottes Hand zu.

Und ist es nicht Ehre und Freude zugleich, wenn der HERR uns in seinen Dienst nimmt, um andere auf den Weg zum Leben zu bringen? Gewiß hätte Gott die Verkündigung des Evangeliums und alle damit verbundenen Aufgaben den Engeln im Himmel übertragen können. Er hätte auch noch ganz andere Wege gehen können, um seinen Heilsplan zu verwirklichen. Doch in seiner unbegreiflichen Gnade hat er uns dazu auserwählt, mit seinem Sohn und den Engeln zusammenzuwirken, damit wir den Segen, die Freude und den geistlichen Gewinn empfangen, die sich aus solchem selbstlosen Dienst ergeben.

In dem Maße, wie wir bereit sind, mit Jesus Freude und Leid zu teilen, gewinnt unsere Beziehung zu ihm an Qualität und Tiefe.

Was das im einzelnen bedeuten kann, hat Christus selbst gezeigt.

„Er war reich und wurde für euch arm; denn er wollte euch durch seine Armut reich machen.“

2.Korinther 8,9.

 

Es ist schwer zu begreifen und dennoch wahr: Nicht dadurch wird unser Leben reich, daß wir möglichst viel für uns herausschlagen, sondern indem wir von uns wegsehen und tun, wozu wir von Gott berufen sind.

Wer im Auftrag Christi andere Menschen für Gottes Reich zu gewinnen sucht, sehnt sich nach mehr Erfahrungen und nach größerer Erkenntnis der göttlichen Wahrheit.

Er hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit und betet zu Gott, daß sein Glaube gestärkt werde und er tiefer schöpfen kann aus dem Brunnen des Heils. Anfechtungen und Widerstand zerstören seinen Glauben nicht, sondern treiben ihn nur näher zum Wort Gottes und ins Gebet.

Das wiederum läßt die Erkenntnis wachsen und führt zu neuen Erfahrungen mit Gott. Selbstloses Wirken für andere bewahrt vor Oberflächlichkeit, schenkt Beständigkeit und ein liebevolles Wesen, bringt Freude und Glück. Man sehnt sich nach Höherem und verliert sich nicht so leicht im Getriebe des Alltags.

Weil man ein Ziel hat, lassen sich Trägheit und Selbstsucht leichter überwinden. Gott schenkt uns Gnadengaben, damit wir mit ihnen arbeiten. Je mehr wir das tun, desto besser kann er uns gebrauchen. Unsere geistliche Erkenntnis wächst, der Glaube wird stärker und das Gebetsleben intensiver. Im Gefolge der tieferen Beziehung zu Gott wächst durch das Wirken des heiligen Geistes im Herzen des Gläubigen die Übereinstimmung mit dem himmlischen Vater.

Wer sich uneigennützig um das Wohlergehen anderer kümmert, dient damit nicht nur ihnen, sondern auch sich selber.

Auch in geistlicher Hinsicht gilt das Wort: Kraft gewinnt man durch Übung.

Wer meint, er könne sein Glaubensleben dadurch bewahren, daß er lediglich Gottes Gaben annimmt, ohne für Jesus zu

wirken, gleicht einem Menschen, der nur essen, aber nicht arbeiten will. Das führt im physischen wie im geistlichen Bereich zu Rückgang und Verfall.

Wer sich weigert, seine Gliedmaßen zu benutzen, büßt bald völlig die Kraft ein, sie zu gebrauchen. So wird auch ein Christ, der nicht bereit ist, die ihm von Gott gegebenen Fähigkeiten zu nutzen, bald aufhören, geistlich zu wachsen.

Und dann verliert er auch noch das, was er schon besaß. Gott will, daß seine Gemeinde sich für die Rettung von Menschen einsetzt. Deshalb ist es ihre Aufgabe, die Christusbotschaft in alle Welt zu tragen. Daran soll sich jeder Nachfolger Jesu seinen Gaben und Fähigkeiten entsprechend beteiligen. Wer Gottes Liebe im eigenen Leben erfahren hat, schuldet es anderen einfach, diese Liebe weiterzugeben.

 

Gott hat es in unseren Herzen hell werden lassen, aber er erwartet auch, daß wir das empfangene Licht zu Menschen tragen, die noch im Dunkel des Unglaubens und in der Finsternis der Sünde leben.

Hätte die Gemeinde Jesu diese Aufgabe stets ernst genommen, stünden heute Tausende in der Verkündigung des Evangeliums, wo jetzt nur einer zu finden ist. Wer selbst nicht mitarbeiten kann, sollte wenigstens für Gottes Werk beten und es finanziell unterstützen.

Das würde dem Evangelium gerade in den sogenannten christlichen Ländern viele neue Türen öffnen. Manche meinen, Mission habe es vorwiegend mit fernen Ländern zu tun, doch das ist falsch.

Wir brauchen nicht unbedingt die Heimat zu verlassen, um etwas für Christus tun zu können. Der Herr will uns vor allem zu Hause, in der Gemeinde, im Bekanntenkreis und in unserem gesellschaftlichen Umfeld als Zeugen seiner Gnade gebrauchen.

Wir müssen das nur wollen. Christus lebte etwas mehr als drei Jahrzehnte als Mensch auf Erden.

Die meiste Zeit davon arbeitete er in einer kleinen Werkstatt in Nazareth, ohne daß die Menschen, mit denen er in Berührung kam, etwas von seiner Gottessohnschaft wußten.

Als Handwerker erfüllte er seine Aufgaben genauso gewissenhaft, wie er später Kranke heilte, Wunder wirkte und die Botschaft vom Reich Gottes verkündigte.

Deshalb sollten wir unser Handeln nicht davon abhängig machen, ob wir viel oder wenig bewirken können, ob man davon etwas sieht oder nicht, sondern wir sollten tun, was in der jeweiligen Situation nötig und möglich ist.

 

Der Apostel Paulus schreibt:

„Jeder von euch, Brüder, soll an dem Platz bleiben, an dem er war, als Gott ihn rief, und er soll diesen Platz so ausfüllen, wie es Gott gefällt.“

1.Korinther 7,24.

 

Wer ein Geschäft hat, sollte es so führen, daß Gott dadurch geehrt wird. Rechtschaffenheit und Ehrlichkeit sind heutzutage selten geworden. Deshalb sollten sich ihnen Nachfolger Christi um so mehr verpflichtet wissen. Ganz gleich, welche Tätigkeit du ausübst, tue sie so, daß erkennbar wird, daß Gott der HERR deines Lebens ist.

Ein wirksameres Glaubenszeugnis gibt es nicht. Immer wieder trifft man auf Christen, die meinen, sie könnten nichts für Gott tun. Oft heißt es dann: Ich bin nicht so begabt wie die anderen!

Mir fehlen die entsprechenden Voraussetzungen! Wahrscheinlich meinen sie, daß nur außergewöhnlich talentierte Menschen zum Dienst für Gott geeignet sind.

In der Bibel lesen wir davon nichts. Ganz im Gegenteil!

Im Gleichnis vom anvertrauten Geld erzählt Jesus von einem reichen Mann, der eine lange Reise plante:

„Er rief vorher seine Diener zusammen und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Zentner Silbergeld, dem anderen zwei Zentner und dem dritten einen, je nach ihren Fähigkeiten. Dann reiste er ab.“ Matthäus 25,14.15.

 

Offenbar wollte der Herr mit dieser Geschichte dreierlei klarstellen:Wenn Gott Gaben austeilt, übergeht er keinen; die Gaben und Fähigkeiten sind unterschiedlich verteilt; Gott erwartet, daß mit dem anvertrauten Gut gearbeitet wird.

Es kommt nicht darauf an, welche Gaben wir empfangen haben, sondern wie wir mit dem umgehen, was uns anvertraut worden ist. Auch die geringsten Aufgaben sollten wir freudig erfüllen, als dienten wir allein dem Herrn.

Wenn Gottes Liebe in uns wohnt, zeigt sich das in unserem Leben, unabhängig davon, ob wir im Rampenlicht stehen oder nicht. Die Menschen in unserer Umgebung spüren sehr wohl, ob wir mit Gott leben oder nicht. Warte nicht auf große Gelegenheiten oder besondere Befähigungen, ehe du anfängst, für Gott zu arbeiten. Mache dich nicht abhängig vom Urteil anderer, wenn der Herr dich zum Dienst ruft.

Wenn Menschen merken, daß dich der Glaube an Jesus Christus treibt, ihnen zu helfen, bleibt das nicht ohne Wirkung.

Mitunter sind es gerade die schlichten Jünger Jesu, die anderen zum Segen werden.

Es liegt ihnen fern, Aufsehen zu erregen, und sie bilden sich auch nicht ein, etwas Besonderes zu leisten. Wichtig ist nur, daß getan wird, wozu sie sich von Gott berufen wissen.

Oft ist ihnen nicht einmal bewußt, wie sehr sie anderen geholfen haben. Erst am Jüngsten Tag werden sie erstaunt feststellen, wie viel Frucht ihr bescheidener Dienst gebracht hat. Das ist ihnen Lohn genug.

 

Club oder Rettungsstation?

An einer gefährlichen Küste gründeten ein paar mutige Männer eine Rettungsstation, um Schiffbrüchigen helfen zu können.

Durch ihren selbstlosen Einsatz wurden sie überall bekannt. Manche Geretteten unterstützten die Arbeit finanziell, so daß es nicht an Geld fehlte.

Aus der Hütte wurde ein komfortables Haus mit Aufenthalts- und Hobby-Räumen. Man kam nicht nur zum Rettungsdienst zusammen, sondern auch zu gemeinsamen Feiern im Familienkreis. Das Interesse der Männer am eigentlichen Rettungsdienst schwand.

Da genügend Mittel vorhanden waren, kaufte man schnelle Motorboote und heuerte Rettungsmannschaften an.

Aus dem ursprünglichen Rettungsverein war ein nobler Club geworden. Man hatte es nicht mehr nötig, selber hinauszufahren: Der Rettungsdienst wurde an bezahlte „Fachleute“ delegiert.

Bis zu dem Tag, wo er ganz eingestellt wurde, weil er „dem Clubleben hinderlich“ war!

Jesus kam in die Welt, um Gemeinden als Rettungsstationen zu gründen. Wir haben daraus Kirchen und religiöse Clubs gemacht.

Gerettet sein gibt Rettersinn. Rettungsdienst ist nicht delegierbar: Jeder Christ ist ein Zeuge der Erlösung, oder er ist kein Christ, sondern ein Clubmitglied.

 

Jeder wird gebraucht

Das Neue Testament lehrt, daß jedem Christen mindestens eine „Geistesgabe“ anvertraut wird. Damit sind Fähigkeiten gemeint, durch deren Einsatz die Gemeinde zu einer „Rettungsstation“ wird.

Entscheidend ist dabei nicht die „Größe“ der Gabe, sondern die Dienstbereitschaft des einzelnen.

Jeder soll mit der Fähigkeit dienen, die er empfangen hat. Tut er das nicht, so beraubt er sich und der Gemeinde des Segens, den Gott durch ihn vermitteln wollte.

Vier indische Bettler treffen nach einem langen Tag abends zusammen. Jeder hat etwas mitgebracht: der erste eine Handvoll Reis, ein anderer ein Stück Fleisch, der dritte einige schmackhafte Wurzeln, der letzte einen Beutel mit Gewürzen.

Sie beschließen, daraus gemeinsam eine gute Mahlzeit zu bereiten. Wasser wird zum Kochen gebracht, dann tritt jeder hinzu, um seine Gabe in den Topf zu werfen. Schließlich sitzen sie mit geschlossenen Augen in Erwartung einer wohlschmeckenden Suppe.

Jeder bekommt dann auch seinen Anteil: eine Schale heißen Wassers. In der Dunkelheit hatte jeder zurückgehalten, was er empfangen hatte, in der Meinung, es reiche aus, wenn die anderen das Ihre gäben.

 

Zum Nachdenken

—In welchen Situationen meines Lebens habe ich gespürt, daß Engel am Wirken waren?

—Worin besteht der Unterschied zwischen Überreden und Überzeugen? Wodurch wird unser Reden von Christus glaubwürdig?

—Wie wirkt sich der Einsatz für andere auf das eigene Leben und die Beziehung zu Christus aus?

—Welche Gaben und Fähigkeiten könnte ich für die Sache Jesu einsetzen?

 

Www.bibel-aktuell.org

 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!


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