Sprechstunde: Tag und Nacht!


Der bessere Weg zu einem neuen Leben

Kapitel 11

Sprechstunde: Tag und Nacht!

Ellen Gould White

 

Gott redet zu uns durch die Schöpfung, durch sein Wort, durch seine Führung und das Wirken seines Geistes. Aber das alles nützt nichts, wenn wir darauf nicht reagieren.

Wir wissen, wie schwer es ist, zu jemandem Kontakt zu finden, der weder zuhören noch reden will. In bezug auf das Verhältnis zwischen Gott und Mensch ist es ähnlich. Es genügt nicht, daß Gott redet; wir müssen zuhören und ihm unser Herz öffnen.

Um unseres geistlichen Lebens und des Glaubens willen brauchen wir eine enge Beziehung zu Gott.

Sein Dasein bejahen, sich zu ihm hingezogen fühlen oder über seine Barmherzigkeit und Güte staunen, ist nicht das, was die Bibel unter „Gemeinschaft mit Gott“ versteht. Wenn wir die wollen, müssen wir auch von unserer Seite her mit Gott im Gespräch bleiben.

 

Das biblische Wort dafür heißt:

Beten.

Wer betet, öffnet sich Gott wie einem Freund. Nicht, daß wir ihm erzählen müßten, wie es um uns steht und was wir brauchen; das weiß er eher und besser als wir selbst.

Beten heißt, Gott in unserem Denken, Fühlen und Wollen Platz einzuräumen und alles, was uns bewegt, mit ihm zu besprechen.

Im Gebet kommt nicht Gott uns näher, sondern wir bewegen uns auf ihn zu. Als Christus auf Erden lebte, lehrte er seine Jünger, wie sie beten sollten.

Er forderte sie auf, Gott täglich ihre Bitten vorzutragen und alle Sorgen bei ihm abzuladen.

Die Verheißung, daß er ihre Gebete erhören wird, gilt auch uns. Jesus war ein Mann des Gebets.

Obwohl er wie kein anderer von Satan angefochten wurde, nahm er auch noch unsere Not und Schwachheit auf sich und wurde unser Helfer und Fürsprecher. Die Kraft dazu holte er sich von Gott im Gebet.

 

Manche meinen, für Jesus sei das alles nicht so schwer gewesen, da er als Gottessohn über all den Dingen stand.

Wer so denkt, irrt! Gewiß, Christus war der Sohn Gottes, aber als Mensch war er zugleich auch einer von uns. Darum geht es, wenn die Bibel sagt, daß er „versucht worden ist in allem wie wir, und blieb doch ohne Sünde“. Hebräer 4,15.

 

Was heißt das: „versucht wie wir“?

Aus der vollkommenen Welt Gottes kommend, mußte sich Christus gegen die Sünde wehren wie jeder andere Mensch. Keine Versuchung blieb ihm erspart, kein Abgrund menschlicher Bosheit, in den er nicht hätte schauen müssen. Aber er widerstand allen Anfechtungen, denn er lebte in ständiger Verbindung mit Gott.

Wenn jemand weiß, wie lebenswichtig das Gebet ist, dann Jesus. Und wenn er, der Gottessohn, nicht auf das Gebet verzichten konnte, wieviel mehr haben wir als schwache, sündige Menschen es nötig!

Der himmlische Vater hält für uns Segen in Fülle bereit. Wir dürfen aus dem Brunnen seiner Gnade schöpfen und aus der Quelle seiner Liebe trinken. Warum reden wir da so wenig mit ihm?

Sollten wir nicht viel öfter mit Gott über unsere Bedürfnisse und Erwartungen, unsere Freuden und Kümmernisse, über unsere Schuld und die Sehnsucht nach Vergebung sprechen?

Er ist doch unser Vater! Er freut sich, wenn wir vertrauensvoll wie Kinder zu ihm kommen. Er ist bereit, uns mehr zu geben, als wir bitten und begreifen können.

 

Aber wir glauben und beten zu wenig.

Was müssen die Engel im Himmel über uns hilflose, der Versuchung ausgesetzte Menschen denken, wenn sich Gott uns in unendlicher Liebe zuwendet?

Ihnen ist es eine Freude, sich vor Gott anbetend zu beugen und in seiner Nähe zu sein. Gemeinschaft mit dem Schöpfer ist ihr höchstes Glück. Aber seine irdischen Kinder, die seine Hilfe viel dringender brauchten, meinen oft, ohne ihn auskommen zu können.

Wer das Gebet vernachlässigt, riskiert, daß sich sein Leben durch die Sünde wieder verfinstert. Schon die geringsten Versuchungen bringen ihn zu Fall, weil er die Kraft Gottes nicht mehr betend in Anspruch nimmt. Eigentlich ist es unverständlich, daß sich gläubige Menschen immer wieder vom Beten abhalten lassen.

Sie wissen doch, daß das Gebet der Schlüssel ist, mit dem sich die Türen zu den „himmlischen Schatzkammern“ öffnen lassen. Wer das Gebet nicht mehr pflegt, setzt die Verbindung zu Gott aufs Spiel.

Er muß sich nicht wundern, daß ihm die Kraft zum Widerstand gegen die Sünde fehlt und er nach und nach vom Weg Gottes abkommt. Genau das wünscht sich Satan.

Deshalb läßt er nichts unversucht, unser Gebetsleben zu stören. Wer sich an Gott wendet, erwartet, daß der HERR auf sein Beten reagiert. Das geschieht auch. Allerdings müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, ehe Gott unsere Gebete beantworten kann. Wichtig ist zunächst, daß der Mensch erkennt, wie sehr er Gottes Hilfe braucht.

Durch den Mund des Propheten Jesaja hat Gott verheißen:

„Wie ich strömenden Regen über das durstige Land ausgieße, so gieße ich meinen Lebensgeist über dich aus, damit du wachsen und gedeihen kannst.“

Jesaja 44,3.

 

Wer nach Gerechtigkeit hungert und dürstet und sich nach Gott sehnt, darf gewiß sein, daß sein Verlangen gestillt wird. Das Herz muß sich aber zuerst dem Einfluß des heiligen Geistes öffnen; sonst kann es Gottes Segnungen nicht empfangen.

Unsere Not mag so groß sein, daß sie förmlich nach Gottes Eingreifen schreit; dennoch erwartet der HERR, daß wir ihn konkret um Hilfe bitten. Für Jesus hieß die Reihenfolge:

„Bittet, und ihr werdet bekommen!“

Matthäus 7,7.

 

Wenn wir Sünde in unserem Leben erkennen, aber nicht aufgeben wollen, kann uns Gott nicht erhören. Das Gebet eines reuigen und zerschlagenen Herzens dagegen wird immer von ihm angenommen. Wenn das erkannte Unrecht bereinigt ist, können wir gewiß sein, daß Gott unseren Bitten Gehör schenkt.

Manche Christen meinen, sich Gottes Gnade durch gute Werke sichern zu können.

Das ist ein Irrtum!

Unsere Errettung hängt nicht von unserer Leistung ab, sondern von dem, was Christus für uns getan hat. Sein Blut macht uns vor Gott rein, nicht unser Tun— wie bedeutungsvoll und ehrenhaft es auch sein mag. Es kommt also nicht darauf an, wie wir Erlösung und Rechtfertigung erlangen möchten, sondern zu welchen Bedingungen Gott sie gewährt.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für wirksames Beten ist der Glaube. „Wer zu Gott kommen will, muß sich darauf verlassen, daß Gott lebt und die belohnt, die ihn suchen.“

Hebräer 11,6.

 

Jesus sagte zu seinen Jüngern:

„Wenn ihr Gott um etwas bittet und darauf vertraut, daß die Bitte erfüllt wird, dann wird sie auch erfüllt.“

Markus 11,24.

 

Ob das wahr ist, können wir nur erfahren, wenn wir Gott beim Wort nehmen! Erstaunlich übrigens, daß Christus an dieser Stelle keinerlei Einschränkungen macht.

Es ist, als wollte er sagen: Auf Gott könnt ihr euch voll und ganz verlassen! Mag sein, daß unsere Bitten nicht unmittelbar erhört werden, aber wir dürfen gewiß sein, daß Gott uns hört und zur richtigen Zeit antwortet. Manchmal tut er allerdings gut daran, nicht sofort auf unsere Wünsche einzugehen.

Wer hätte nicht schon erlebt, daß er voreilig und kurzsichtig um etwas gebetet hat, aber später froh war, daß Gott die Bitte nicht erfüllt hat. Gebete „erhören“ heißt nicht, daß der HERR genau das tun muß, worum wir bitten, sondern lediglich, daß die Probleme gelöst werden, mit denen wir zu ihm kommen.

Und mitunter hat Gott da seine eigenen Methoden; zumindest weiß er besser als wir, was für uns und andere gut ist. Deshalb gibt er uns manchmal nicht das, worum wir bitten, sondern das, worum wir bitten würden, wenn wir die Dinge mit seinen Augen sehen könnten.

Wenn also nicht geschieht, was wir erwartet und worum wir gebetet haben, sollten wir nicht an seiner Liebe zweifeln, sondern trotzdem an Jesu Zusage festhalten.

 

Zur rechten Zeit wird Gott uns erhören, und wir werden die Segnungen empfangen, die wir am nötigsten brauchen.

Gott ist zu weise, um Fehler zu begehen, und zu gut, als daß er dem Aufrichtigen auch nur etwas vorenthielte, was zu seinem Besten dient. Deshalb vertraue ihm auch dann, wenn keine Antwort auf deine Gebete in Sicht ist.

Verlaß dich auf die Verheißung:

„Bittet, so wird euch gegeben!“

Matthäus 7,7.

 

Wenn wir dem Zweifel und der Sorge Raum geben oder gar versuchen, schwerwiegende Probleme ohne Gott zu lösen, geraten wir nur noch tiefer in Schwierigkeiten.

Kommen wir aber vertrauensvoll zu ihm und sagen dem HERRN, was uns bedrückt, dann läßt er uns nicht allein, sondern hilft uns, die Probleme zu bewältigen. Wer betet, „schaltet“ damit eine direkte Verbindung zum allmächtigen Gott.

Mag sein, daß man trotz des Gebets nicht das Gefühl hat, Gott höre wirklich zu und reagiere entsprechend.

Aber was sind schon Gefühle gegen die Zusage Jesu:

„Bittet, so wird euch gegeben!“

 

Wer Gnade und Segen von Gott erbittet, muß selbst Liebe üben und Vergebung gewähren.Wie können wir bitten: „Vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern“ (Matthäus 6,12) und doch unversöhnlich sein?

Und wie können wir erwarten, daß Gott mit unserer Schuld anders umgeht als wir mit den Verfehlungen unserer Mitmenschen?

Zum Gespräch mit Gott gehört auch Beständigkeit. Wenn wir im Glauben wachsen und Erfahrungen machen wollen, müssen wir „unermüdlich im Gebet“ (Römer 12,12) sein.

Im Kolosserbrief rät der Apostel Paulus:

„Laßt nicht nach im Beten und werdet nicht müde, Gott zu danken!“ Kolosser 4,2.

Petrus fordert die Gläubigen auf:

„Bleibt besonnen und nüchtern, damit ihr beten könnt.“

1.Petrus 4,7.

Paulus ermutigt die Christen in Philippi:

„Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an Gott und bringt eure Bitten vor ihn. Tut es mit Dank für das Gute, das er euch schon erwiesen hat.“

Philipper 4,6.

Im Brief des Judas heißt es:

„Betet in der Kraft des heiligen Geistes! Verscherzt nicht die Liebe Gottes.“

Judas 20-21.

 

Wenn von „anhaltendem Gebet“ die Rede ist, geht es um eine dauerhafte Verbindung mit Gott, im Gegensatz zu gelegentlichem Beten oder zur bloßen religiösen Pflichtübung.

Wir sollten uns durch nichts vom Gespräch mit Gott abhalten lassen. Nutze jede Gelegenheit, dorthin zu gehen, wo das Gebet gepflegt wird. Ob uns wirklich etwas an der Gemeinschaft mit Gott liegt, zeigt sich auch daran, daß wir Gebetsgemeinschaft mit anderen suchen.

Zum Leben einer christlichen Familie gehört, daß in ihr gemeinsam gebetet wird.

Doch das Gebet im Familienkreis kann das persönliche Gespräch mit Gott nicht ersetzen. Es genügt nicht, sich gemeinsam mit anderen vor dem himmlischen Vater zu beugen, denn geistliches Leben erwächst nicht zuletzt aus dem Stillewerden des einzelnen vor Gott. Deshalb sorge für Zeiten, in denen du ganz allein vor deinen Gott trittst.

Kein Ohr sollte hören, was du mit ihm zu besprechen hast. Im persönlichen Gebet bist du frei von Hemmungen und Ablenkung und kannst dem HERRN auch das sagen, was sonst unausgesprochen bliebe.

Solche Begegnungen festigen deine Verbindung zu Gott und geben dir die nötige Kraft für die Auseinandersetzung mit den Mächten der Finsternis. Satan kann keinen überwinden, der sich auf Gott verläßt.

Keine Zeit, kein Ort ist ungeeignet, unsere Bitten vor Gott zu bringen. Nichts sollte uns davon abhalten, mit Gott zu reden. Selbst im Gedränge der Straßen oder bei unseren alltäglichen Aufgaben können wir ihn anrufen und um seine Führung bitten.

Wer will, findet überall Gelegenheit, sich Gott zuzuwenden. Sogar wenn jemand gezwungen ist, sich in einer gottfeindlichen oder fragwürdigen Umgebung zu bewegen, braucht er deren Geist nicht in sich aufzunehmen. Gerade in solchen Situationen sollte er darum bitten, daß der HERR allen unheiligen Einflüssen wehrt und ihn die reine Luft des Himmels atmen läßt.

Wer sein Herz für Gott geöffnet hält, wird trotz widriger Umstände in einer geheiligten Atmosphäre leben. Wir brauchen eine klare Vorstellung von Jesus und ein besseres Verständnis für den Wert des ewigen Lebens. Wenn wir wollen, daß uns seine Heiligkeit erfüllt, müssen wir den HERRN darum bitten, uns das Verständnis für die himmlischen Dinge zu öffnen. Nur wenn wir Herz und Hände für Gottes Gaben auftun, werden wir sie empfangen.

 

Wir können Gott innerlich so nahe kommen, daß sich unsere Gedanken immer zuerst ihm zuwenden, wenn wir in Schwierigkeiten geraten.

All unsere Sorgen und Kümmernisse können wir zu ihm bringen, ohne befürchten zu müssen, ihm damit lästig zu werden. Und wenn wir uns freuen oder glücklich sind, dürfen wir ihm das erst recht sagen.

Alles, was uns betrifft, sei es Freude oder Leid, berührt auch Gott. Nichts, was unserem Frieden dienen kann, ist für ihn zu gering, daß er nicht darauf achtete.

Kein Kapitel unserer Lebensgeschichte, das er nicht lesen könnte; keine Lebenssituation, die sich mit seiner Hilfe nicht meistern ließe. Kein Schaden kann uns treffen, keine Angst uns quälen, keine Freude uns beglücken, kein Seufzer sich unserem Herzen entringen, ohne daß unser himmlischer Vater davon betroffen wäre und sich darum kümmerte. Deshalb jubelte der Psalmdichter:

„Er heilt alle, deren Herz zerrissen ist, und verbindet ihre Wunden.“

Psalm 147,3.

Das Verhältnis zwischen Gott und dem Gläubigen ist so persönlich und stark, als ob nur diesem einen seine Fürsorge gelte und er seinen Sohn allein für ihn in den Tod gegeben habe.

 

Jesus sagt:

„Dann werdet ihr unter Berufung auf mich bitten. Ich sage nicht, daß ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater liebt euch.“

Johannes 16,26.

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt ... Was ihr vom Vater unter Berufung auf mich erbittet, wird er euch geben.“

Johannes 15,16.

 

In Jesu Namen beten ist aber mehr, als nur seinen Namen am Anfang oder am Ende eines Gebetes zu erwähnen. Es bedeutet, im Geiste Jesu beten, sich an seine Verheißung halten, seiner Gnade vertrauen und in seinem Sinne handeln.

Gott erwartet nicht, daß wir uns wie Einsiedler von der Welt zurückziehen, weil wir meinen, ihn nur so richtig anbeten zu können.

Vielmehr will er, daß wir uns am Leben Jesu orientieren. Christus nutzte jede Möglichkeit, mit Gott in Verbindung zu treten, ob er nun allein auf einem Berg war oder viele Menschen um sich hatte.

Wer nur beten will und sonst nichts tut, wird bald aufhören zu beten, oder seine Gebete werden zur bloßen Form.

Wenn sich ein Mensch vom Leben der Gesellschaft zurückzieht und die Pflichten und Lasten des Christseins nicht auf sich nimmt, wird er bald nichts mehr haben, worum er den HERRN bitten kann. Nichts spornt ihn zum Gebet an; seine Bitten werden selbstsüchtig.

Er ist gar nicht mehr fähig, für die Nöte seiner Mitmenschen oder um Kraft zur Mitarbeit beim Bau des Reiches Gottes zu beten.

Wenn es um den Dienst für Gott geht, brauchen wir die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen.

Wer sie meidet, schadet sich selbst am meisten. Der heiligende Einfluß des Wortes Gottes wird geringer, weil man die biblischen Botschaften nur noch aus dem eigenen Blickwinkel sieht.

Das geistliche Leben verkümmert, und das Verständnis für die Mitmenschen geht mehr und mehr verloren.

Gott will nicht, daß wir zu frommen Einzelgängern werden. Unsere Aufgabe ist vielmehr, mitmenschliche Kontakte zu suchen und zu pflegen. Denn nur so finden wir Zugang zu anderen Menschen und können glaubwürdige Zeugen für Jesu sein.

 

Wenn Christen zusammenkommen, sollten sie miteinander über Gottes Liebe und sein Erlösungswerk sprechen. Wer mit Gott lebt, wird auch Erfahrungen mit ihm machen.

Und wer Gott im Alltag begegnet, möchte darüber reden. Das macht Mut und stärkt den eigenen Glauben sowie den anderer. Je mehr wir über Jesus nachdenken und von ihm sprechen, um so weniger werden wir uns mit uns selbst beschäftigen.

Wer sich dagegen ständig um sich selbst dreht, spürt kaum etwas von der Nähe Gottes. Wenn wir es uns zur Gewohnheit machen, Gott für jeden Beweis seiner Fürsorge zu danken, können wir ihn gar nicht aus den Augen verlieren.

Das setzt natürlich voraus, daß wir seine Güte überhaupt wahrnehmen. Wir sprechen viel von alltäglichen Dingen, weil sie uns nahe liegen; wir reden von unseren Angehörigen, weil wir sie lieben und Freud und Leid mit ihnen teilen.

Dabei haben wir viel mehr Grund, Gott zu lieben, als unsere Freunde. Es sollte deshalb für uns selbstverständlich sein, zuerst an ihn zu denken, von seiner Güte zu sprechen und seine Macht zu preisen.

Die Gaben, mit denen er uns beschenkt, sollten uns nicht so in Anspruch nehmen, daß wir darüber den Geber vergessen. Gott ist wichtiger als alle Gaben. Das müssen sich auch Christen immer wieder sagen lassen, um nicht über dem Vorläufigen das Eigentliche zu vergessen.

In den Psalmen heißt es:

„Nun sollen sie dem HERRN für seine Güte danken, ihn preisen für die wunderbare Rettung.“

Psalm 107,8.

 

Es ist wichtig, daß unsere Gebete nicht nur aus Bitten bestehen.

Die Gefahr ist groß, daß wir Gott mehr an das erinnern, was wir von ihm erwarten, als daß wir ihm für das danken, was er uns täglich schenkt. Wir sollten uns in unseren Gebeten davor hüten, daß die Bitten den Dank verdrängen.

Einst gebot der HERR den Israeliten, wenn sie zum Gottesdienst zusammenkamen:

„Dort sollt ihr vor dem Heiligtum des HERRN, eures Gottes, das Opfermahl halten. Feiert es zusammen mit euren Familien und genießt voll Freude, was eure Arbeit euch durch Gottes Segen eingebracht hat.“

5.Mose 12,7.

 

Gott will, daß sich seine Kinder an den Früchten ihrer Arbeit erfreuen. Es entspricht keineswegs seiner Absicht, wenn Christen mit gequälter Miene herumlaufen.

Aber wir sollten bei alledem nicht vergessen, daß Erfolg und Segen zusammengehören und Freude mit Dank gepaart sein muß. Gott ist ein mitfühlender, barmherziger Vater.

Unsern Dienst für ihn sollten wir darum nicht als erdrückende Last ansehen. Es sollte uns vielmehr eine Freude sein, ihn anzubeten und in seinem Werk mitzuhelfen. Für Menschen, die wir lieben, ist uns ja auch kein Weg zu weit und keine Stunde zu spät, wenn es gilt, ihnen Gutes zu tun.

Warum sollten wir uns Gott gegenüber anders verhalten? Er ist unser bester Freund und erwartet, daß wir ihm gern dienen.

Alle, die ihn anbeten, sollten sich seiner Liebe und Fürsorge gewiß sein. Das schenkt ihnen Freude bei allen Aufgaben im Alltag und zugleich die Kraft, ehrlich und treu zu handeln. Wir wollen uns unter das Kreuz stellen. Die Bibel sagt wiederholt, daß wir „mit Christus gekreuzigt“ sind. Laßt uns mehr daran denken und darüber reden.

Wenn wir nämlich begriffen haben, was das bedeutet, werden wir uns dem, der sich für uns ans Kreuz schlagen ließ, vorbehaltlos anvertrauen. Im Lobpreis kommen wir dem Himmel am nächsten. Dort wird Gott mit Gesang und Musik verherrlicht.

In dem Maße, wie wir ihm unsere Dankbarkeit darbringen, wird unsere Anbetung dem Lobpreis im Himmel immer ähnlicher. „Dank ist die Opfergabe, mit der man mich ehrt“ (Psalm 50,23), heißt es.

Deshalb laßt uns mit ehrfurchtsvoller Freude vor unseren Schöpfer hintreten, mit „Dank und Lobgesang“.

Jesaja 51,3.

 

Gottes Briefträger

Das Wort „Engel“ ist abgeleitet vom griechischen angelos und bezeichnet einen Boten, jemanden also, der im Auftrag eines anderen Nachrichten oder Befehle übermittelt.

Dabei tritt die Person des Überbringers ganz in den Hintergrund. Die Botschaft ist wichtiger als der Bote.

Es ist also nicht verwunderlich, daß die Bibel fast nichts über die Engel an sich mitteilt (Wesen, Aussehen, Sprache usw.), sondern lediglich von ihrer Aufgabe spricht. Engel sind Bindeglieder zwischen Himmel und Erde.

Sie dienen Gott und den Menschen (Hebräer 1,14) und nehmen sich besonders der Schutzlosen und Benachteiligten an. Matthäus 18,10.

 

Einsteigen!

An den Niagarafällen bewundert eine Menschenmenge einen Artisten, der auf einem Seil über den Wasserwogen gewagte Kunststücke zeigt. Eben schiebt er eine Karre voller Steine über den Abgrund. Die Leute sind begeistert.

Als der Applaus nachläßt, fragt der Künstler einen jungen Mann:

„Glauben Sie, daß ich auch einen Menschen in der Schubkarre über die Wasserfälle fahren kann?“

„Aber sicher!“ antwortet der Zuschauer überzeugt.

„Dann steigen Sie ein! Ich fahre Sie hinüber!“

Der junge Mann wehrt erschrocken ab:

„Nein! Ohne mich!“

Viele Menschen „glauben“ in dem Sinne, daß sie etwas für wahrscheinlich oder für möglich halten.

Aber wenn die Bibel von „glauben“ spricht, ist mehr als nur das verstandesmäßige Für-wahr-Halten gemeint. Ob jemand an Christus glaubt, zeigt sich daran, daß er ihm rückhaltlos vertraut und sich ihm ohne Bedenken anvertraut.

 

Gedeckte Schecks

Wenn ich bei der Bank einen Scheck einreiche, bekomme ich nur dann Geld, wenn der Scheck gedeckt ist, d. h. wenn genügend Geld auf dem Konto ist.

Wenn wir uns im Gebet an die „himmlische Bank“ wenden, um Kraft, Hilfe, Orientierung oder Antwort zu holen, dürfen wir wissen:

Gottes „Schecks“ sind immer gedeckt, sein Konto ist unerschöpflich.

Im Namen Jesu bitten heißt, bei Gott die „Schecks“ seiner Verheißungen einzureichen.

Mit Beten ist freilich mehr als nur Bitten gemeint. Wenn wir jedoch Gott um etwas bitten, dann ehren wir ihn, wenn wir uns nicht auf eigene Leistungen berufen, sondern auf das, was sein Sohn für uns vollbracht hat.

 

Zum Nachdenken

—Was trägt dazu bei, „Gemeinschaft mit Gott“ zu pflegen?

—In welchen Situationen habe ich erlebt, wie sich durch das Gebet „Türen“ öffneten— im Himmel und auf Erden?

—Woran mag es liegen, wenn Gott unsere Gebete nicht sofort erhört oder anders, als wir es erwartet haben?

—Welcher Art Erfahrungen habe ich mit dem Gebet in der Gruppe bzw. im Familienkreis gemacht?

—Wie ist das Verhältnis zwischen Bitten und Danken in meinem Gebet?

 

Www.bibel-aktuell.org

 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

Bücher von Ellen Gould White als PDF

http://www.jesus-christus-erloesungsweg-zum-ewigen-leben.de/buecher-von-ellen-g-white.php


Kommentare

Noch keine Einträge vorhanden.



Flag Counter