Reinigung des Heiligtums in Daniel 8,14



Gedanken über das Buch Daniel

Kapitel 9:

Reinigung des Heiligtums in Daniel 8,14

 


 


A Das Heiligtum ist in zweifacher Hinsicht verunreinigt


 

1. Wenn Sünde begangen wurde und in den himmlischen Büchern verzeichnet steht. 3.Mose 20,3; 4.Mose 19,13; Jeremia 32,34; Hesekiel 5,11; 23,38; 43,7-8.


2. Wenn man die Sünde bekennt, wird sie auf das himmlische Heiligtum übertragen. 3.Mose 10,17; 3.Mose 4-5.


 


Die Sündentat verunreinigt die Seele und die himmlischen Bücher

Jeden Tag lernen wir Gutes oder Böses.

Jeder Gedanke, den wir hegen, jeder befriedigte Trieb hinterläßt seinen Eindruck in uns.

Was für ein Bericht doch in den himmlischen Büchern eingetragen wird: Unfreundliche Blicke und Worte, die wie eine Natter beißen und stechen!

Und dies ist nicht nur der Bericht eines Tages im Jahr, sondern so geht‘s tagaus tagein.

Wenn doch diese Familien bedenken würden, daß Engel Gottes den Charakter gewissermaßen fotografieren, ebenso genau, wie ein Künstler die menschlichen Gesichtszüge festhält, und daß wir aufgrund dieser Aufzeichnungen gerichtet werden sollen! — The Review and Herald, 2. Februar 1886.


Jeder Fehler, jeder Irrtum, für wie unbedeutend wir ihn auch ansehen mögen, hinterläßt in diesem Leben eine Narbe und in den himmlischen Büchern einen Flecken. — Our High Calling 227.



Vergebung kann die Aufzeichnungen nicht löschen

Jeder unreine Gedanke befleckt die Seele, schwächt den Sinn für Anstand und wirkt dahin, die Eindrücke des heiligen Geistes auszulöschen.

Er macht das geistliche Sehvermögen verschwommen, so daß die Menschen Gott nicht sehen können.

Der HERRkann dem reumütigen Sünder vergeben, und er tut es auch, trotz Vergebung jedoch ist die Seele beschädigt. The Desire of Ages 302.


Nun kann es sein, daß ihr umkehrt.

Aber selbst wenn über eure Namen ‚Vergebung‘ vermerkt wird, werdet ihr doch furchtbaren Verlust davontragen, denn die Narben, die ihr euren Seelen zugefügt habt, werden bleiben. — Testimonies to Ministers and Gospel Workers 447.


Eine verkehrte Handlung hinterläßt durch häufige Wiederholung in den Sinnen des Täters einen bleibenden Eindruck, wie auch in den Sinnen derer, die mit ihm in irgendeiner Beziehung, es sei geistlich oder weltlich, zu tun haben. — Child Guidance 201.


Diejenigen, die in diesen Dingen [Vergnügungen] die Führung übernehmen, fügen Gottes Werk einen Schandfleck zu, der nicht so leicht entfernt werden kann.

Sie verwunden ihre eigene Seele und werden ihr Leben lang die Narben davontragen. Der Übeltäter mag seine Sünde einsehen und sie bereuen.

Gott mag ihm vergeben; das Unterscheidungsvermögen aber, das stets wach und hellhörig gehalten werden sollte, um zwischen Heiligem und Gewöhnlichem zu unterscheiden, ist in großem Maße zerstört. — Testimonies for the Church VIII, 66.


Jeder Christ wird einen schweren Kampf mit verkehrten Gewohnheiten zu kämpfen haben.

Er muß seinen Unglauben, seine Charakterentartung und Neigung zur Selbstsucht besiegen.

Sein lang anhaltender Widerstand gegen Licht, Warnungen und Aufrufe hat ein Malzeichen in seinem Leben hinterlassen; und obwohl Gott ihm vergeben hat, empfindet er, daß er sich selbst nicht vergeben kann. — The Review and Herald, 13. Januar 1891.


Er mag bekehrt sein, er mag die Ungerechtigkeit gegen seinen Nächsten einsehen und soweit möglich wiedergutmachen: die Narben eines verwundeten Gewissens jedoch werden immer bleiben. — S.D.A. Bible Commentary III, 1158.


Unsere Gedanken sollten streng im Zaum gehalten werden, denn ein einziger unreiner Gedanke macht einen tiefen Eindruck auf die Seele.

Ein böser Gedanke hinterläßt einen bösen Abdruck im Geist. — Messages to Young People 144.



Übertragung der Schuld

Der wichtigste Teil des täglichen Gottesdienstes war das Opfer, das um einzelner Personen willen dargebracht wurde.

Der reuige Sünder brachte das Opfertier an die Tür der Stiftshütte.

Er legte die Hand auf dessen Haupt, bekannte seine Sünden und übertrug sie damit bildlich von sich auf das unschuldige Tier.

Dann schlachtete er es eigenhändig.

Der Priester trug das Blut ins Heilige und sprengte es vor den Vorhang, hinter dem die Lade mit dem Gesetz stand, das der Sünder übertreten hatte.

Mit diesem feierlichen Brauch wurde nun die Sünde bildlich auf das Heiligtum übertragen.

In anderen Fällen wurde das Blut nicht hineingebracht, dann aber mußte der Priester das Fleisch essen.

Das hatte Mose den Söhnen Aarons geboten, als er sagte:

„Der HERRhat es (das Sündopfer) euch gegeben, daß ihr die Schuld der Gemeinde wegnehmen und sie vor ihm entsühnen sollt.“ 3.Mose 10,17.


Beide Zeremonien versinnbildeten die Übertragung der Sünde von dem Bußfertigen auf das Heiligtum.

So geschah es Tag für Tag das ganze Jahr hindurch.

Aber Israels Sünden, die so auf das Heiligtum übertragen wurden, verunreinigten die heiligen Stätten.

Darum bedurfte es eines besonderen Dienstes, um diese Sünden zu entfernen.

Mit der Darbringung von Blut bestätigte der Sünder die Autorität des Gesetzes.

Er bekannte sich seiner Übertretung schuldig und bewies zugleich den Glauben an den, der die Sünde der Welt wegnehmen sollte; aber er war noch nicht völlig vom Fluch des Gesetzes befreit. — Patriarchen und Propheten 331-333; Patriarchs and Prophets 354-356; vgl. Der große Kampf 419-424.



B Die Reinigung des Heiligtums hat mit der Aufzeichnung und Schuld der Sünde zu tun. Das Blut des Sündopfers löschte die Aufzeichnung aus, und der Sündenbock trug die Schuld hinweg, nachdem die Versöhnung vollzogen worden war — 3.Mose 16


Der Bock für den HERRNlöschte die Sünde aus

Das Blut Christi sollte den reuigen Sünder von der Verurteilung durchs Gesetz befreien, aber die Sünde nicht tilgen.

Sie würde im Heiligtum verzeichnet stehen bis zur endgültigen Versöhnung.

So nahm auch im Schattendienst das Blut des Sündopfers die Sünde wohl von dem, der bereute, hinweg, aber sie blieb bis zur Versöhnung im Heiligtum.

Am großen Tage der endgültigen Belohnung werden die Toten „nach dem, was geschrieben steht in den Büchern, nach ihren Werken“, gerichtet. Offenbarung 20,12.


Dann werden aufgrund des sühnenden Blutes Christi die Sünden aller aufrichtig Bereuenden aus den Büchern des Himmels gelöscht.

So wird das Heiligtum von den verzeichneten Sünden befreit beziehungsweise gereinigt.

Im Vorbild wurde dieses große Versöhnungswerk, das heißt die Tilgung der Sünden, durch die Gottesdienste am Versöhnungstag dargestellt.

Dabei ging es um die Reinigung des irdischen Heiligtums, das durch die Entfernung der Sünden, durch die es verunreinigt worden war, kraft des Blutes vom Sündopfer vollzogen wurde.

Wie bei der endgültigen Versöhnung die Sünden der wirklich Reumütigen aus den Büchern des Himmels getilgt werden sollen, um nie wieder ins Gedächtnis zurückgerufen zu werden, so wurden sie beim Schattendienst in die Wüste hinausgetragen und für immer von der Gemeinde genommen. — Patriarchen und Propheten 334-335; Patriarchs and Prophets 357-358.



Der Bock für Asasel trug die Schuld solcher Sünden hinweg, die bereits durch den Bock für den HERRNausgelöscht worden waren

Am Versöhnungstage dagegen ging der Hohepriester nach einem Opfer für die Gemeinde mit dem Blut in das Allerheiligste und sprengte es auf den Gnadenstuhl über den Gesetzestafeln.

So wurde der Anspruch des Gesetzes, dassdas Leben des Sünders forderte, abgegolten.

Dann nahm der Hohepriester in seiner Eigenschaft als Mittler die Sünden auf sich und trug mit sich die Last der Schuld Israels, wenn er das Heiligtum verließ.

An der Tür der Stiftshütte legte er seine Hände auf den Bock für Asasel und bekannte über ihm „alle Missetat der Kinder Israel und alle ihre Übertretungen, mit denen sie sich versündigt“ hatten, und legte „sie dem Bock auf den Kopf“. 3.Mose 16,21f.


Nun erst, nachdem der mit diesen Sünden beladene Bock fortgebracht worden war, sah man diese als für immer vom Volke getrennt an.

So war der Dienst beschaffen nach „dem Abbilde und Schatten des Himmlischen“. Hebräer 8,5. — Patriarchen und Propheten 333; Patriarchs and Prophets 356.



Dieser Asasel, der die Sünden Israels trug, wurde weggeführt, „in die Wüste“ (3.Mose 16,22); ebenso wird Satan, die Schuld aller Sünden tragend, zu denen er Gottes Volk verführte, tausend Jahre lang auf der Erde, die dann wüst und leer sein wird, gebannt sein und zuletzt die volle Strafe für die Sünde in dem Feuer erleiden, das alle Gottlosen vernichten wird. — Der große Kampf 485; vgl. The Great Controversy 485-486.



Denn die Sünden derer, die durch das Blut Jesu erlöst sind, werden am Ende auf den Urheber der Sünde zurückfallen und er wird ihre Strafe erleiden müssen, während diejenigen, die das Heil durch Jesum nicht annehmen, selbst die Strafe ihrer Sünde erleiden müssen. — Erfahrungen und Gesichte 168; vgl. Early Writings 178.



C Die Reinigung des himmlischen Heiligtums und die endgültige Reinigung des Herzens


Weil die himmlischen Bücher das fotografische Abbild der Aufzeichnung im Geist eines Menschen sind (Der große Kampf 486), hat die Reinigung der himmlischen Bücher auch eine Einwirkung auf den Geist des Gläubigen. Die Sünden werden in Verbindung mit dem Spätregen ausgelöscht.

Das Untersuchungsgericht und die Austilgung der Sünden muß vor der Wiederkunft des Herrn vollendet werden.

Da die Toten gerichtet werden sollen nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, ist es unmöglich, daß die Sünden der Menschen vor Ablauf des Gerichts, das ihr Lebenswerk untersucht, ausgetilgt werden können.

Der Apostel Petrus sagt deutlich, daß die Sünden der Gläubigen ausgetilgt werden sollen, „auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Angesichte des HERRN, wenn er senden wird den, der euch jetzt zuvor gepredigt wird, Jesus Christus“. Apostelgeschichte 3,20.


Wenn das Untersuchungsgericht zu Ende geht, wird Christus kommen und sein Lohn mit Ihm, einem jeglichen zu geben, wie seine Werke sein werden. — Der große Kampf 484-485; The Great Controversy 485.



Die Sünden werden aus dem Geist der wahrhaft Reumütigen ausgelöscht

Hätte Jakob nicht zuvor seine Sünde, die Erlangung der Erstgeburt durch Betrug, bereut, so würde Gott sein Gebet nicht erhört und sein Leben gnädig bewahrt haben. Ebenso würden auch die Kinder Gottes überwältigt werden, wenn in der trübseligen Zeit, da sie von Angst und Schrecken gepeinigt sind, noch nicht bekannte Sünden vor ihnen auftauchen; Verzweiflung würde ihren Glauben ersticken, und sie könnten kein Vertrauen haben, bei Gott um Errettung zu bitten.

Aber während sie sich des tiefen Gefühls ihrer Unwürdigkeit bewußt sind, haben sie keine verborgenen Fehler zu enthüllen.

Ihre Sünden sind schon vorher beurteilt und ausgetilgt worden, und sie gedenken ihrer nicht mehr. — Der große Kampf; The Great Controversy 620.


Diejenigen, die eine Vorbereitung auf den Tag des HERRNhinausgeschoben haben, können sie weder in der Zeit der Trübsal noch in irgendeiner zukünftigen Zeitperiode erlangen.

Die Gerechten werden in ihren ernsten, verzweifelten Schreien um Errettung nicht ablassen.

Sie können sich nicht an bestimmte Sünden erinnern, in ihrem ganzen Leben aber können sie nur wenig Gutes sehen.

Ihre Sünden waren ins Gericht vorausgegangen und sind vergeben worden.

Ihre Sünden sind ins Land der Vergessenheit hin weggetragen worden, und sie können sich nicht an sie erinnern.

Sichere Vernichtung bedroht sie, aber wie Jakob werden sie es nicht dulden, daß ihr Glaube schwach wird, nur weil ihre Gebete nicht sofort erhört werden.

Obwohl sie des Hungers Pein spüren, werden sie ihr Flehen nicht abbrechen.

Sie ergreifen die Kraft Gottes, wie Jakob den Engel ergriff, und die Rede ihrer Seele lautet:

„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“


Die Heiligen siegen schließlich wie Jakob und werden durch Gottes Stimme wunderbar errettet. — Spiritual Gifts III, 134-135; The Spirit of Prophecy I, 124; The Signs of the Times, 27. November 1879.



Im Gericht werden die Schuldflecken vom Herzen weggenommen

Gold und Silber werden an jenem Tage kein ausreichendes Loskaufmittel sein; nichts außer den Verdiensten des Blutes Christi wird ausreichen, die Schuldflecken von den Herzen der Menschen wegzuwaschen. — The Review and Herald, 13. Mai 1890; vgl. Zusammenhang von Daniel 7.



Wir müssen uns auf jene Reinigung des Seelentempels vorbereiten

Ernsthaft und feierlich sollten wir uns auf die Reinigung des Seelentempels vorbereiten und daran denken, daß wir der Welt, den Engeln und den Menschen ein Schauspiel sind.

Wird dies Werk gründlich verrichtet, reinigt es das Herz von aller Unreinigkeit, allem Streit und Wunsch nach Oberherrschaft. — Manuskript 14, 1901; siehe Zusammenhang von Daniel 12.


Dieses große Werk fällt mit dem Spätregen zusammen

Der Spätregen, der zum Herbstende fällt, läßt das Getreide ausreifen und bereitet es für die Ernte vor.

Der HERrbenutzt diese Naturabläufe, um das Werk des heiligen Geistes darzustellen. So wie Tau und Regen gegeben sind, um zunächst die Saat keimen zu lassen und dann, um die Ernte zur Reife zu bringen, so wird auch der heilige Geist gegeben, um den Vorgang des geistlichen Wachstums von einem Stadium zum andern voranzubringen.

Das Ausreifen des Getreides stellt die Vollendung des Gnadenwerkes Gottes in der Seele dar.

Durch die Kraft des heiligen Geistes soll das Bild Gottes im Charakter vervollkommnet werden.

Wir müssen gänzlich in das Ebenbild Christi verwandelt werden. — Testimonies to Ministers and Gospel Workers 506; siehe den vollständigen Zusammenhang von Offenbarung 18.

 


 


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Kapitel 9

Reinigung des Heiligtums in Daniel 8,14

 

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

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