Ratschläge über die Darstellung des Verhältnisses von Glauben und Werken


Glaube und Werke

Kapitel 18

 

Ratschläge über die Darstellung des Verhältnisses von Glauben und Werken

 

Ich besuchte die Versammlung einer großen Gemeinde. In meinem Traum sah ich, wie du das Thema der zugerechneten Gerechtigkeit Christi durch den Glauben darlegtest. Mehrfach hast du betont, dass die Werke nichts seien und es keinerlei Bedingungen gäbe. Durch deine Darstellung wurden einige Gemüter verwirrt und erhielten nicht das richtige Verständnis in Bezug auf Glaube und Werke. Deshalb habe ich mich entschlossen, dir zu schreiben. Du betonst diese Sache zu sehr.

Es gibt Bedingungen, unter denen wir Rechtfertigung und Heiligung und die Gerechtigkeit Christi erlangen. Ich weiß, was du meinst, aber du hinterlässt bei vielen einen falschen Eindruck. Während einerseits gute Werke keinen einzigen Menschen retten werden, kann andererseits auch niemand ohne gute Werke gerettet werden. Gott rettet uns unter einer Gesetzmäßigkeit: Wir müssen bitten, wenn wir empfangen wollen, suchen, wenn wir finden wollen, und anklopfen, wenn uns die Tür aufgetan werden soll.

Siehe Matthäus 7,7.8.

Christus ist bereit, „vollständig und für immer alle retten, die sich durch ihn an Gott wenden“. Hebräer 7,25

Er lädt alle ein, zu ihm zu kommen, und verspricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Johannes 6,37. In Wirklichkeit siehst du die Dinge genauso wie ich, doch legst du sie so dar, dass deine Aussagen die Gemüter verwirren. Zuerst machst du radikale Aussagen über die Werke. Wenn dann Fragen über dieses Thema an dich gestellt werden, kannst du anderen nicht die korrekten Prinzipien erläutern, weil du in deinem Denken selbst nicht genügend Klarheit darüber besitzt und deine Aussagen nicht mit deinen eigenen Prinzipien und deinem Glauben in Übereinstimmung bringen kannst. Der junge Mann kam zu Jesus und fragte ihn: „Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?“ Markus 10,17.

Jesus antwortete: „Willst du zum Leben eingehen, so halte die Gebote.“ Auf die Rückfrage „Welche?“ nannte er ihm mehrere. Der junge Mann sagte zu ihm: „Das habe ich alles gehalten; was fehlt mir noch?“ Jesus antwortete ihm: „Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib‘s den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm und folge mir nach!“ Dies sind Bedingungen und die Bibel ist voll von Bedingungen. „Als der Jüngling das Wort hörte, ging er betrübt davon; denn er hatte viele Güter.“

Matthäus 19,17-22.

 

Punkte, die zu beachten sind

Wenn du also sagst, es gäbe keine Bedingungen und einige Äußerungen sehr allgemein machst, belastest du die Gemüter und einige können keine klare Linie in deinen Darlegungen erkennen. Sie sehen nicht, wie sie deine Äußerungen mit den klaren Aussagen des Wortes Gottes in Übereinstimmung bringen können. Achte auf diese Punkte.

Diese starken Beteuerungen bezüglich der Werke stärken niemals unsere Position; sie schwächen sie vielmehr, denn viele werden dich als einen Extremisten ansehen und ihnen werden die wertvollen Lehren entgehen, die du ihnen gerade zu den Themen vermitteln könntest, über die sie etwas erfahren müssten. Mein Bruder, es fällt dem Verstand sehr schwer, diese Sache zu verstehen. Verwirre deshalb niemanden durch Gedanken, die nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmen. Denke bitte daran, dass trotz der Lehren Jesu viele seiner Jünger beklagenswert unwissend waren.

Als aber der heilige Geist, den Jesus verheißen hatte, auf sie kam, machte er sogar den schwankenden Petrus zu einem Verfechter des Glaubens, welche Umwandlung in seinem Charakter! Lege niemals auch nur einen Kieselstein in den Weg eines Menschen, über den dieser dann wegen seines schwachen Glaubens straucheln könnte, indem du Dinge übertrieben darstellst. Sei stets folgerichtig, ruhig, tief gehend und gründlich.

Sei in keiner Weise extrem, sondern bleibe mit deinen Füßen auf festem Grund. Unser wunderbarer Erlöser hat gesagt: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist‘s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ Johannes 14,21. Das ist der wahre Test: ob wir die Worte Christi befolgen. Darin beweist sich die Liebe eines Menschen zu Jesus. Wer seinen Willen tut, der zeigt es der Welt auf praktische Weise durch die Früchte, die im Gehorsam, in der Reinheit und in einem geheiligten Charakter zum Ausdruck kommen. Mein Bruder, wandle in aller Sorgfalt mit Gott! Aber denke daran, dass einige Menschen dich genau beobachten, die hoffen, dass du über das Ziel hinausschießt, strauchelst und fällst.

Wenn du dich aber in Demut eng an Jesus hältst, ist alles gut. In der Schule Christi gibt es keine Abschlusszeugnisse. Wir sollen beständig dazulernen und wachsen. Petrus ermahnt uns: „Setzt deshalb alles daran, dass aus eurem Glauben sittliche Bewährung erwächst, aus der sittlichen Bewährung Erkenntnis, aus der Erkenntnis Selbstbeherrschung, aus der Selbstbeherrschung Standhaftigkeit, aus der Standhaftigkeit echte Frömmigkeit, aus der Frömmigkeit Liebe zu den Glaubensgeschwistern, aus der Liebe zu den Glaubensgeschwistern Liebe zu allen Menschen.“ 2.Petrus 1,5-7

Durch ständigen Eifer werden wir, immer mehr hinzufügen und so unsere „Berufung und Erwählung festmachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr nicht straucheln, und so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.“ V. 10.11.

Ellen Gould White

 

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Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

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