Licht durch Finsternis



Der dritte Irrtum!


Es wiederholt sich jetzt zum dritten mal, das sich Menschen auf das, was mit Jesus zusammenhängt, irren.

Die meisten Menschen, die sich Christen nennen, hoffen auf etwas falsches, darauf, Jesus würde ein tausendjähriges Friedensreich auf der Erde errichten bei seiner zweiten Wiederkunft.

Dabei steht klar und deutlich geschrieben, das Jesus gar nicht auf die Erde kommen wird!

Aus diesem Grunde, weil sie keine Liebe zur Wahrheit haben, nicht an Hand der Heiligen Schrift selber prüfen, werden sie zu Grunde gehen, für immer verloren gehen!




Weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben!


Denket ihr nicht mehr daran, daß ich euch solches sagte, als ich noch bei euch war?

Und nun wisset ihr ja, was noch aufhält, daß er geoffenbart werde zu seiner Zeit.

Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon an der Arbeit, nur muß der, welcher jetzt aufhält, erst aus dem Wege geschafft werden; und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, welchen der Herr Jesus durch den Geist seines Mundes aufreiben, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft vernichten wird, und aller Verführung der Ungerechtigkeit unter denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können.

Darum sendet ihnen Gott kräftigen Irrtum, daß sie der Lüge glauben, damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen an der Ungerechtigkeit gehabt haben.


2.Thessalonicher 2:5-12


Das Tausendjährige Friedensreich auf Erden ist eine der vielen Lügen Satans!

 

Gibt es ein Tausendjähriges Friedensreich auf Erden?

Was sagt die Bibel?

http://www.jesus-christus-erloesungsweg-zum-ewigen-leben.de/tausendjaehriges-friedensreich-auf-erden.php

 



Der große Kampf

zwischen Licht und Finsternis

Kapitel 19:

Licht durch Finsternis



Das Werk Gottes auf Erden zeigt durch alle Jahrhunderte hindurch in jeder großen Reformation oder religiösen Bewegung eine auffallende Gleichartigkeit.

Die Grundzüge des Handelns Gottes mit den Menschen sind stets die gleichen.

Die wichtigsten Bewegungen der Gegenwart haben ihre Parallelen in denen der Vergangenheit, und die Erfahrungen der Gemeinde früherer Zeiten bieten wertvolle Lehren für unsere heutige Zeit.


Daß Gott durch seinen heiligen Geist seine Diener auf Erden in ganz besonderer Weise in den großen Bewegungen zur Weiterführung des Heilswerkes lenkt, lehrt die Bibel mit aller Deutlichkeit.

Menschen sind Werkzeuge in Gottes Hand; er bedient sich ihrer, um seine Absichten der Gnade und der Barmherzigkeit auszuführen.

Jeder hat seine Aufgabe; jedem ist ein Maß an Erkenntnis verliehen, das den Erfordernissen seiner Zeit entspricht und hinreicht, ihn zur Durchführung des Werkes zu befähigen, das Gott ihm auferlegt hat.

Aber kein Mensch, wie sehr er auch vom Himmel geehrt werden mag, hat den großen Erlösungsplan völlig verstanden oder auch nur die göttliche Absicht in dem Werk für seine Zeit erkannt.

Die Menschen verstehen nicht restlos, was Gott durch die Aufgabe, die er ihnen auferlegt, ausführen möchte; sie begreifen die Botschaft, die sie in seinem Namen verkündigen, nicht in ihrer ganzen Tragweite.



„Meinst du, daß du wissest, was Gott weiß, und wollest es so vollkommen treffen wie der Allmächtige?“

„Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR; sondern soviel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege und meine Gedanken denn eure Gedanken.“ „Ich bin Gott, und keiner mehr, ein Gott, desgleichen nirgend ist, der ich verkündige zuvor, was hernach kommen soll, und vorlängst, ehe denn es geschieht.“ Hiob 11,7; Jesaja 55,8.9; Jesaja 46,9.10.



Selbst die Propheten, die durch die besondere Erleuchtung des Geistes begünstigt worden waren, erfaßten die Bedeutung der ihnen anvertrauten Offenbarungen nur zum Teil. Der Sinn sollte nach und nach entfaltet werden, je nachdem das Volk Gottes die darin enthaltenen Belehrungen benötigen würde.

Petrus schrieb von der durch das Evangelium offenbarten Erlösung und sagte:

„Nach dieser Seligkeit haben gesucht und geforscht die Propheten, die von der Gnade geweissagt haben, so auf euch kommen sollte, und haben geforscht, auf welche und welcherlei Zeit deutete der Geist Christi, der in ihnen war und zuvor bezeugt hat die Leiden, die über Christum kommen sollten, und die Herrlichkeit darnach; welchen es offenbart ist. Denn sie haben‘s nicht sich selbst, sondern uns dargetan.“ 1.Petrus 1,10 12.



Obgleich es den Propheten nicht gegeben war, die ihnen offenbarten Dinge völlig zu verstehen, suchten sie doch ernsthaft alle Erkenntnis zu gewinnen, die ihnen zu gewähren Gott für gut befand.

Sie suchten und forschten, auf welche und welcherlei Zeit der Geist Christi deutete, der in ihnen war. Welch eine Lehre für die Kinder Gottes im christlichen Zeitalter, zu deren Nutzen diese Weissagungen den Dienern Gottes gegeben wurden! Nicht für sie selbst, sondern für uns wurden sie gegeben.

Schaut diese heiligen Männer Gottes an, die in den ihnen gegebenen Offenbarungen für die noch nicht geborenen Geschlechter gesucht und geforscht haben. Stellt ihren heiligen Eifer der sorgenlosen Gleichgültigkeit gegenüber, mit der die Bevorzugten späterer Jahrhunderte diese Gabe des Himmels behandelten.

Welch ein Vorwurf für die bequeme, weltliebende Gleichgültigkeit, die sich mit der Erklärung zufrieden gibt, die Weissagungen seien nicht zu verstehen!



Obwohl der beschränkte menschliche Verstand unzulänglich ist, den Rat des Ewigen zu erforschen oder das Ende seiner Absichten völlig zu verstehen, so liegt es doch häufig an einem Irrtum oder einer Vernachlässigung seitens der Menschen, daß sie die Botschaften vom Himmel so unklar erfassen.

Häufig sind die Gemüter, sogar die der Knechte Gottes, durch menschliche Anschauungen, Satzungen und falsche Lehren so verblendet, daß sie die großen Gedanken, die er in seinem Wort offenbart hat, nur teilweise begreifen können.

So verhielt es sich mit den Jüngern Christi, selbst als der Heiland bei ihnen war.

Ihr Verständnis war durchdrungen von den volkstümlichen Begriffen vom Messias, die in ihm einen weltlichen Fürsten sahen, der Israel zu einer weltumspannenden Großmacht emporbringen sollte, und sie konnten die Bedeutung seiner Worte, die seine Leiden und seinen Tod voraussagten, nicht begreifen.

Christus selbst hatte sie mit der Botschaft hinaus gesandt:

„Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ Markus 1,15.

Diese Botschaft gründete sich auf Daniel 9.



Der Engel hatte einst erklärt, daß die neunundsechzig Wochen bis auf Christus, den Fürsten, reichen sollten; und mit großen Hoffnungen und freudigen Erwartungen blickten die Jünger vorwärts auf die Errichtung des messianischen Reiches in Jerusalem, das die ganze Erde beherrschen sollte.

Sie predigten die ihnen von Christus anvertraute Botschaft, obgleich sie ihren Sinn mißverstanden.

Während sich ihre Verkündigung auf Daniel 9,25 stützte, übersahen sie, daß, nach dem nächsten Vers des gleichen Kapitels, der Gesalbte ausgerottet werden sollte.

Von ihrer frühesten Jugend an hing ihr Herz an der vorausempfundenen Herrlichkeit eines irdischen Reiches.

Dadurch befanden sie sich, was sowohl die prophetischen Angaben als auch die Worte Christi betrifft, in einem Zustand geistiger Blindheit.

Sie erfüllten ihre Pflicht, indem sie der jüdischen Nation die Einladung der Barmherzigkeit anboten, und dann, gerade zu der Zeit, als sie erwarteten, daß ihr Herr den Thron Davids einnehmen werde, sahen sie ihn wie einen Übeltäter ergriffen, gegeißelt, verspottet, verurteilt und an das Kreuz von Golgatha geschlagen.

Welche Verzweiflung und seelischen Qualen marterte die Herzen der Jünger während der Tage, da ihr Herr im Grabe schlief!

Christus war zur vorhergesagten Zeit und auf die in der Weissagung angedeutete Art und Weise gekommen.

Das Zeugnis der Schrift war in jeder Einzelheit seines Lehramtes erfüllt worden.

Er hatte die Botschaft des Heils verkündigt, und „seine Rede war gewaltig“ gewesen. Lukas 4,32.



Seine Zuhörer hatten es an ihren Herzen erfahren, daß sie göttlichem Geist entstammte.

Das Wort und der Geist Gottes bestätigten die göttliche Sendung seines Sohnes.

Die Jünger hingen noch immer mit unveränderter Hingabe an ihrem geliebten Meister; und doch waren ihre Gemüter in Ungewißheit und Zweifel gehüllt.

In ihrer Seelenangst dachten sie nicht an die Worte Christi, die auf seine Leiden und auf seinen Tod hinwiesen.

Wäre Jesus von Nazareth der wahre Messias gewesen, würden sie dann auf solche Weise in Täuschung und Schmerz gestürzt worden sein?

Diese Frage quälte ihre Seelen, als der Heiland während der hoffnungslosen Stunden jenes Sabbats, der zwischen seinem Tode und seiner Auferstehung lag, im Grabe ruhte.

Obgleich die Nacht der Sorgen finster über diese Nachfolger Christi hereinbrach, waren sie doch nicht verlassen.

Der Prophet sagte:

„So ich im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht ... er wird mich ans Licht bringen, daß ich meine Lust an seiner Gnade sehe.“

„Denn auch Finsternis nicht finster ist bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag, Finsternis ist wie das Licht.“

Gott hatte gesagt:

„Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis.“

„Aber die Blinden will ich auf dem Wege leiten, den sie nicht wissen; ich will sie führen auf den Steigen, die sie nicht kennen; ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerichte zur Ebene. Solches will ich ihnen tun und sie nicht verlassen.“ Micha 7,8.9; Psalm 139,12; Psalm 112,4; Jesaja 42,16.



Die Verkündigung, die die Jünger im Namen des Herrn hinausgetragen hatten, war in jeder Hinsicht richtig, und die Ereignisse, auf die sie verwiesen, spielten sich gerade zu der Zeit ab.

„Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen!“ Markus 1,15. war ihre Botschaft gewesen.

Beim Ablauf der Zeit, der neunundsechzig Wochen aus Daniel 9, die bis auf den Messias, den Gesalbten, reichen sollten, hatte Christus nach seiner Taufe durch Johannes im Jordan die Salbung des heiligen Geistes empfangen.

Und das Himmelreich, das sie als herbeigekommen erklärt hatten, wurde beim Tode Christi aufgerichtet.

Dies Reich war nicht, wie man sie gelehrt hatte, ein irdisches Reich; auch war es nicht das zukünftige unvergängliche Reich, das erst aufgerichtet werden wird, wenn „das Reich, Gewalt und Macht unter dem ganzen Himmel wird dem heiligen Volk des Höchsten gegeben werden, des Reich ewig ist“, und alle Gewalt ihm dienen und gehorchen wird. Daniel 7,27.



In der Bibel werden mit dem Ausdruck „Himmelreich“ sowohl das Reich der Gnade wie das Reich der Herrlichkeit bezeichnet.

Das Reich der Gnade wird uns von Paulus im Hebräerbrief vor Augen geführt.

Nach dem Hinweis auf Christus, den barmherzigen Fürsprecher, der sich unserer Schwachheit annimmt, fährt der Apostel fort:

„Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl, auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden.“ Hebräer 4,16.


Der Gnadenstuhl oder Gnadenthron vergegenwärtigt das Gnadenreich, denn das Vorhandensein eines Thrones setzt das Bestehen eines Reiches voraus.

In vielen seiner Gleichnisse wendet Christus den Ausdruck „das Himmelreich“ an, um das Werk der göttlichen Gnade an den Herzen der Menschen zu bezeichnen.

So vergegenwärtigt der Stuhl der Herrlichkeit das Reich der Herrlichkeit; und auf dieses Reich beziehen sich die Worte des Heilandes:

„Wenn aber des Menschen Sohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle heiligen Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit, und werden vor ihm alle Völker versammelt werden.“ Matthäus 25,31.32.



Dieses Reich liegt noch in der Zukunft, es wird erst bei der Wiederkunft Christi aufgerichtet werden.


Das Reich der Gnade wurde unmittelbar nach dem Sündenfall eingesetzt, als ein Plan zur Erlösung des schuldigen Menschengeschlechts entstand.

Es offenbarte sich damals in der Absicht und in der Verheißung Gottes, und durch den Glauben konnten die Menschen seine Untertanen werden.

Tatsächlich wurde es jedoch erst beim Tode Christi aufgerichtet.

Noch nach dem Antritt seiner irdischen Mission hätte sich der Heiland, ermattet von der Hartnäckigkeit und Undankbarkeit der Menschen, dem auf Golgatha darzubringenden Opfer entziehen können.


In Gethsemane zitterte der Leidenskelch in seiner Hand.

Selbst da noch hätte er den Blutschweiß von seiner Stirn wischen und das schuldige Geschlecht in seiner Sünde zugrunde gehen lassen können.

Dann aber wäre die Erlösung für den gefallenen Menschen unmöglich geworden. Doch als der Heiland sein Leben hingab und mit seinem letzten Atemzug ausrief:

„Es ist vollbracht!“ (Johannes 19,30), da war die Durchführung des Erlösungsplanes gesichert.

Die dem sündigen Paar in Eden gegebene Verheißung des Heils war bestätigt.

Das Reich der Gnade, das zuvor in der Verheißung Gottes bestanden hatte, war nun aufgerichtet.

Somit gereichte der Tod Christi, gerade das Ereignis, das die Jünger als den gänzlichen Untergang ihrer Hoffnung betrachtet hatten, dazu, diese für ewig zu gründen.

Während der Tod Jesu sie grausam enttäuscht hatte, bedeutete er doch den höchsten Beweis, daß ihr Glaube richtig gewesen war.

Das Ereignis, das sie mit Trauer und Verzweiflung erfüllt hatte, öffnete jedem Kind Adams die Tür der Hoffnung.

Im Tode Jesu gipfelt das zukünftige Leben und die ewige Glückseligkeit der Gottgetreuen aller Zeitalter.



Absichten voll unendlicher Barmherzigkeit gingen gerade durch die Enttäuschung der Jünger in Erfüllung.

Während ihre Herzen von der göttlichen Anmut und von der Macht der Lehre dessen, der da redete, wie noch nie ein Mensch geredet (Johannes 7,46) hatte, gewonnen worden waren, zeigte es sich, daß mit dem reinen Gold ihrer Liebe zu Jesus doch noch die wertlose Schlacke weltlichen Stolzes und selbstsüchtigen Ehrgeizes vermengt war.

Noch im oberen Saal, wo alles für das Essen des Passahlammes vorbereitet stand, in jener feierlichen Stunde, da der Meister schon in den Schatten Gethsemanes trat, „erhob sich ... ein Zank unter ihnen, welcher unter ihnen sollte für den Größten gehalten werden“. Lukas 22,24.



Ihnen schwebte das Bild des Thrones, der Krone und der Herrlichkeit vor Augen, während doch die Schmach und Seelenangst im Garten Gethsemane, das Richthaus und das Kreuz auf Golgatha vor ihnen lagen.

Der Stolz ihres Herzens, ihr Verlangen nach weltlichem Ruhm verleitete sie, hartnäckig an den falschen Lehren ihrer Zeit festzuhalten und die Worte des Heilandes, welche die wahre Beschaffenheit seines Reiches beschrieben und auf seine Leiden und seinen Tod hinwiesen, unbeachtet zu lassen.

Und diese Irrtümer führten zu der schweren aber notwendigen Prüfung, die zu ihrer Besserung zugelassen wurde.

Obgleich die Jünger den Sinn ihrer Botschaft verkehrt aufgefaßt hatten und sie ihre Erwartungen nicht verwirklicht sahen, so hatten sie doch die ihnen von Gott aufgetragene Warnung verkündigt, und der Herr wollte ihren Glauben belohnen und ihren Gehorsam ehren.

Ihnen sollte das Werk anvertraut werden, das herrliche Evangelium von ihrem auferstandenen Herrn unter allen Völkern zu verbreiten.

Um sie darauf vorzubereiten, mußten sie durch die ihnen so bitter erscheinende Erfahrung hindurchgehen.

Nach seiner Auferstehung erschien Jesus seinen Jüngern auf dem Wege nach Emmaus und „fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von ihm gesagt waren“. Lukas 24,27.



Die Herzen der Jünger wurden bewegt.

Ihr Glaube entbrannte.

Sie wurden „wiedergeboren ... zu einer lebendigen Hoffnung“ (1.Petrus 1,3), noch ehe sich Jesus ihnen zu erkennen gab.

Es lag in seiner Absicht, ihren Verstand zu erleuchten und ihren Glauben auf das feste prophetische Wort zu gründen.

Er wünschte, daß die Wahrheit in ihren Herzen fest Wurzel faßte, nicht nur weil sie von seinem persönlichen Zeugnis unterstützt war, sondern auch um des untrüglichen Beweises willen, der in den Symbolen und Schattenbildern des Zeremonialgesetzes sowie in den Weissagungen des Alten Testaments lag.

Es war für die Nachfolger Christi notwendig, einen verständigen Glauben zu haben, nicht nur um ihrer selbst willen, sondern auch, um der Welt die Erkenntnis Christi verkündigen zu können.

Für den allerersten Schritt im Weitergeben dieser Erkenntnis verwies Jesus die Jünger auf Mose und die Propheten.

In der Weise zeugte der auferstandene Heiland von dem Wert und der Wichtigkeit der alttestamentlichen Schriften.

Welch eine Veränderung ging in den Herzen der Jünger vor, als sie noch einmal in das geliebte Antlitz ihres Meisters blickten! Lukas 24,32.



In einem vollkommeneren und vollständigeren Sinn als je zuvor hatten sie den „gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben“. Johannes 1,45.



Ungewißheit, Angst und Verzweiflung wichen vollkommener Zuversicht und felsenfestem Glauben.

So war es nicht verwunderlich, daß sie nach seiner Auferstehung „waren allewege im Tempel, priesen und lobten Gott“. Lukas 24,53.



Das Volk, das nur von des Heilandes schmachvollem Tode wußte, erwartete in ihren Mienen einen Ausdruck von Trauer, Verwirrung und Enttäuschung zu finden; statt dessen sah es Freude und Siegesgefühl.

Welch eine Vorbereitung hatten diese Jünger für die ihnen bevorstehende Aufgabe empfangen!

Sie waren durch die schwerste Prüfung hindurchgegangen, die sie treffen konnte, und hatten gesehen, daß das Wort Gottes sieghaft in Erfüllung ging, als nach menschlichem Urteil alles verloren war.

Was vermochte ihren Glauben hinfort zu erschüttern oder ihre glühende Liebe zu dämpfen?

In ihren bittersten Ängsten hatten sie „einen starken Trost“, eine Hoffnung, „einen sichern und festen Anker“ der Seele. Hebräer 6,18.19.



Sie waren Zeugen der Weisheit und Macht Gottes gewesen und wußten „gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur“ sie zu scheiden vermochte „von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn“.

„In dem allem“, sagten sie, „überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebt hat.“ Römer 8,38.39.37.


„Aber des HERRN Wort bleibt in Ewigkeit.“

„Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten Gottes und vertritt uns.“ 1.Petrus 1,25; Römer 8,34.


Der HERR sagt:

„Mein Volk soll nicht mehr zu Schanden werden.“

„Den Abend lang währt das Weinen, aber des Morgens ist Freude.“ Joel 2,26; Psalm 30,6.



Hätten die Jünger ihre gegenwärtige Hoffnung wohl gegen die Hoffnung ihrer früheren Jüngerschaft tauschen mögen, als sie den Heiland an seinem Auferstehungstag trafen und ihre Herzen brannten, während sie seinen Worten lauschten?

Was ging in ihnen vor, als sie auf Haupt, Hände und Füße blickten, die um ihretwillen verwundet worden waren?

Welche Gedanken erfüllten sie, als Jesus sie vor seiner Himmelfahrt gen Bethanien führte, segnend seine Hände erhob und ihnen gebot:

„Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur“, und dann hinzusetzte, „denn siehe, ich bin bei euch alle Tage“? Markus 16,15; Matthäus 28,20.



Wo war nur ihre Angst vor dem Weg, der sie durch Opfer und Martertod führen sollte, als am Tage der Pfingsten der verheißene Tröster herabkam, ihnen die Kraft aus der Höhe vermittelte und die Gläubigen sich der Gegenwart ihres aufgefahrenen Herrn bewußt wurden?

Ob die Jünger angesichts aller dieser Erfahrungen wohl das Amt des Evangeliums seiner Gnade und „die Krone der Gerechtigkeit“ (2.Timotheus 4,8), die sie bei seinem Erscheinen empfangen sollten, gegen die Herrlichkeit eines irdischen Thrones hätten vertauschen wollen?

Der „aber, der überschwenglich tun kann über alles, das wir bitten oder verstehen“, hatte ihnen mit der Gemeinschaft seiner Leiden auch die Gemeinschaft seiner Freude verliehen, der Freude, „viel Kinder ... zur Herrlichkeit“ zu führen; es ist eine unaussprechliche Freude, „eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit“, und „unsre Trübsal, die zeitlich und leicht“, ist ihr gegenüber, wie Paulus sagt, „nicht wert“. Epheser 3,20; Hebräer 2,10; 2.Korinther 4,17; Römer 8,18.



Die Erfahrung der Jünger, die beim ersten Kommen Christi „das Evangelium vom Reich“ verkündigten, hat ihr Gegenstück in der Erfahrung derer, die die Botschaft seiner Wiederkunft verbreiteten.

Gleichwie die Jünger hinausgingen und predigten

„Die Zeit ist erfüllet, das Reich Gottes ist herbeigekommen“, so verkündigten Miller und seine Mitarbeiter, daß der längste und letzte prophetische Zeitabschnitt, den die Bibel erwähnt, fast abgelaufen sei, daß das Gericht unmittelbar bevorstände und das ewige Reich bald anbrechen würde. Die Predigt der Jünger gründete sich hinsichtlich der Zeit auf die siebzig Wochen in Daniel 9.



Die von Miller und seinen Gefährten verbreitete Botschaft kündete den Ablauf der zweitausenddreihundert Tage an, von denen die siebzig Wochen einen Teil bilden. Mithin hatte die Predigt sowohl der Jünger als auch Millers die Erfüllung je eines Teiles derselben prophetischen Zeitspanne zu ihrer festen Grundlage.

Gleich den ersten Jüngern verstanden William Miller und seine Freunde selbst nicht völlig die Tragweite der Botschaft, die sie verkündigten.

Lange in der Kirche genährte Irrtümer hinderten sie, zur richtigen Auslegung einer wichtigen Seite der Weissagung zu gelangen.

Obgleich sie die Botschaft predigten, die Gott ihnen zur Verkündigung an die Welt anvertraut hatte, wurden sie dennoch durch eine falsche Auffassung ihrer Bedeutung enttäuscht.



Bei der Erklärung von Daniel 8,14:

„Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen um sind, dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden“, teilte Miller die allgemein herrschende Ansicht, daß die Erde das Heiligtum sei.

Er glaubte, daß die Weihe des Heiligtums, die Läuterung der Erde durch Feuer, am Tage der Wiederkunft des Herrn stattfände.

Als er fand, daß der Ablauf der zweitausenddreihundert Tage bestimmt angegeben worden war, schloß er daraus, daß dies die Zeit der Wiederkunft offenbare.

Sein Irrtum entstand dadurch, daß er bezüglich des Heiligtums die volkstümliche Ansicht annahm.



Im Schattendienst, der ein Hinweis auf das Opfer und die Priesterschaft war, bildete die Reinigung (Weihe) des Heiligtums den letzten Dienst, der vom Hohenpriester in der jährlichen Amtsführung ausgeübt wurde.

Es war dies das abschließende Werk der Versöhnung, ein Wegschaffen oder Abtun der Sünde von Israel, und versinnbildete das Schlußwerk im Amte unseres Hohenpriesters im Himmel, wobei er die Sünden seines Volkes, die in den himmlischen Büchern verzeichnet stehen, hinwegnimmt oder austilgt.

Dieser Dienst schließt eine Untersuchung, einen Gerichtsprozeß ein, der der Wiederkunft Christi in den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit unmittelbar voraufgeht; denn wenn er erscheint, ist jeder Fall schon entschieden worden.

Jesus sagt: „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, zu geben einem jeglichen, wie seine Werke sein werden.“ Offenbarung 22,12.



Dieses Gericht vor der Wiederkunft wird in der ersten Engelsbotschaft von Offenbarung 14,7 angekündigt: „Fürchtet Gott und gebet ihm die Ehre; denn die Zeit seines Gerichts ist gekommen!“


Alle, die diese Warnung verkündigten, gaben die richtige Botschaft zur rechten Zeit. Doch wie die ersten Jünger auf Grund der Weissagung in Daniel 9 erklärten:

„Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen“ und dennoch nicht erkannten, daß der Tod des Messias in der gleichen Schriftstelle angekündigt wurde, so predigten auch Miller und seine Mitarbeiter die auf Daniel 8,14 und Offenbarung 14,7 beruhende Botschaft, ohne zu erkennen, daß in Offenbarung 14 noch andere Botschaften dargelegt waren, die ebenfalls vor der Wiederkunft Christi verkündigt werden sollten.



Wie sich die Jünger über das Reich getäuscht hatten, das am Ende der siebzig Wochen aufgerichtet werden sollte, so befanden sich die Adventisten bezüglich des Ereignisses, das für das Ende der zweitausenddreihundert Tage verheißen war, im Irrtum.

Beide Male war es eine Annahme oder vielmehr ein Festhalten an den volkstümlichen Irrtümern, das den Sinn für die Wahrheit verdunkelte.

Jünger wie Adventisten erfüllten den Willen Gottes indem sie die Botschaft predigten, die verkündigt werden sollte; beide Gruppen wurden infolge ihrer verkehrten Auffassung von der Botschaft Gottes enttäuscht.

Dennoch erreichte Gott seine wohltätige Absicht, und er ließ es zu, daß die Gerichtswarnung auf die erwähnte Weise verkündigt wurde.


Der große Tag stand nahe bevor, und in Gottes Vorsehung wurden die Menschen bezüglich einer bestimmten Zeit geprüft, um ihnen zu offenbaren, was in ihren Herzen war.

Die Botschaft war zur Prüfung und Reinigung der Gemeinden bestimmt.

Diese sollten dahin gebracht werden, zu erkennen, ob ihre Herzen auf diese Welt oder auf Christus und den Himmel gerichtet waren.

Sie gaben vor, den Heiland zu lieben; nun sollten sie ihre Liebe beweisen.

Waren sie bereit, ihre weltlichen Hoffnungen und ehrgeizigen Pläne fahren zu lassen und mit Freuden die Ankunft ihres Herrn zu erwarten?

Die Botschaft sollte sie befähigen, ihren wahren geistlichen Zustand zu erkennen; sie war in Gnaden gesandt worden, um sie anzuspornen, den HERRN reuig und demütig zu suchen.



Auch die Fehlrechnung, die sie verkündigten, obgleich sie die Folge ihrer eigenen verkehrten Auffassung der Botschaft war, sollte zum Besten gewendet werden.

Sie stellte die Herzen derer, die vorgegeben hatten, die Warnung anzunehmen, auf die Probe.

Würden sie angesichts ihrer Enttäuschung ihre Erfahrung aufgeben und ihr Vertrauen auf das Wort Gottes wegwerfen?

Oder würden sie demütig und unter Gebet zu entdecken suchen, wo sie die Weissagung falsch verstanden hatten?

Wie viele hatten aus Furcht, aus blindem Antrieb und in Erregung gehandelt?

Wie viele waren halbherzig und ungläubig?

Tausende bekannten, die Erscheinung des Herrn liebzuhaben.

Würden sie unter dem Spott und der Schmach der Welt, unter der Verzögerung und Enttäuschung den Glauben verleugnen?

Würden sie, weil sie Gottes Handlungsweise mit ihnen nicht gleich verstehen konnten, Wahrheiten beiseite setzen, die auf den sehr klaren Aussagen seines Wortes beruhten?



Diese Probe sollte die Standhaftigkeit derer offenbaren, die im Glauben gehorsam gewesen waren gegen das, was sie als Lehre des Wortes Gottes angenommen hatten. Diese Erfahrung war wie keine andere bestimmt, ihnen die Gefahren zu zeigen, die damit verknüpft sind, wenn Theorien und Auslegungen der Menschen angenommen werden, statt die Bibel sich selbst erklären zu lassen.

In den Kindern des Glaubens würden die aus ihrem Irrtum hervorgehenden Schwierigkeiten und Sorgen die nötige Besserung wirken; sie würden zu einem gründlicheren Studium des prophetischen Wortes veranlaßt werden und lernen, die Grundlagen ihres Glaubens sorgfältiger zu prüfen und alles Unbiblische, wie verbreitet es auch in der Christenheit sein mochte, zu verwerfen.


Diese Gläubigen sollten wie die ersten Jünger über das, was sie in der Stunde der Prüfung nicht verstanden, später aufgeklärt werden.


Sähen sie „das Ende des Herrn“ (Jakobus 5,11), dann wüßten sie, daß sich seine Liebesabsichten ihnen gegenüber trotz der Schwierigkeiten, die sich aus ihren Irrtümern ergaben, erfüllt hatten.

Sie erkennten durch eine segenbringende Erfahrung, daß der HERR „barmherzig und ein Erbarmer“ ist; daß alle seine Wege „sind eitel Güte und Wahrheit denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten“. Psalm 25,10.



Www.bibel-aktuell.org


Der große Kampf

zwischen Licht und Finsternis

Kapitel 19:

Licht durch Finsternis

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

Bücher von Ellen Gould White als PDF

http://www.jesus-christus-erloesungsweg-zum-ewigen-leben.de/buecher-von-ellen-g-white.php


Kommentare

Noch keine Einträge vorhanden.



Flag Counter