Lehrt die Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten immer schon die Dreieinigkeit?



Lehrt die Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten immer schon die Dreieinigkeit?


 

„Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die theologischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte vor Augen halten. Manches davon erscheint heute so selbstverständlich, dass viele nicht ahnen, dass Adventisten früher einmal anders dachten und glaubten.“1

Diese Worte stammen von Rolf J. Pöhler, Professor der adventistischen Hochschule Friedensau. Auch der bekannte und anerkannte adventistische Historiker und emeritierte Professor G.R. Knight an der Andrews Universität, der zwar einerseits die Trinitätslehre in der STA-Kirche förderte, andererseits aber recht ehrlich Auskunft über die Hintergründe gibt, schreibt:

„Viele Adventisten sind wahrscheinlich noch nie auf den Gedanken gekommen, dass sich die Glaubenslehren der Gemeinschaft im Laufe der Zeit verändert haben. Die meisten gehen wohl davon aus, dass die Gründer der Adventbewegung dasselbe glaubten wie die Adventisten des 21. Jahrhunderts.“2

 

Weiter schreibt Knight:

Die meisten Pioniere der Adventbewegung könnten heute nicht Mitglied einer Adventgemeinde werden, jedenfalls nicht, wenn sie zuvor allen 28 Glaubensüberzeugungen der Gemeinschaft zustimmen müssten.Sie würden beispielsweise den Punkt 2. „Die Dreieinigkeit“, ablehnen… Unsere Glaubensväter und –mütter hätten auch Schwierigkeiten mit der Glaubensüberzeugung Nummer 4. „Der Sohn“.. Dort heißt es nämlich, dass Jesus Christus auch „ewig wahrer Gott“ war … Auch glaubten die meisten leitenden Brüder nicht, dass der Heilige Geist eine Person ist. (Punkt 5)“3

 

William G. Johnsson, Redakteur des Adventist Review, erklärt:

„Der adventistische Glaube hat sich über die Jahre hin verändert unter der Wucht der ‚gegenwärtigen Wahrheit‘. Am erschreckendsten ist die Lehre bezüglich Jesu Christi, unseres Herrn und Heilandes. Ebenso hatten auchdie frühen Adventisten im Allgemeinen nicht das trinitarische Verständnis Gottes, welches nun heute ein Teil unserer Glaubenspunkte ist. Selbst heute stimmen einige dem nicht zu.“4

 

Auch Lexika aus dem 19. Jahrhundert lassen erkennen, dass die Lehre der Dreieinigkeit damals nicht Bestandteil der STA gewesen ist. Im Meyers Konversations-Lexikon von 1898ist unter dem Begriff „Adventisten“ zu lesen:

„ … Die Seventh Day Adventists <deutsch: Siebenten-Tags-Adventisten> (Sabbatarier, Sabbatisten), welche den jüdischen Sabbat feiern, die Dreieinigkeit leugnenund streng mäßig leben, treiben durch Wanderlehrer auch in Europa, besonders in der Schweiz, starke Propaganda. (Organ: „Herold der Wahrheit“). Vgl. Dresbach, Protestantische Sekten der Gegenwart (Barmen 1888).“


Brockhaus Konversationslexikon von1892:

„Adventisten: … Seventh Day Advenstists (A. des siebenten Tages) oder Sabbatarier (Sabbatisten) nennen sich diejenigen, die den jüdischen Sabbat feiern, die Dreieinigkeit leugnenund sich strenger Mäßigkeit befleißigen. Sie traten zuerst 1844 in Washington auf und haben seit 1875 ein Predigerseminar. Man zählt ihrer 30 000. Ihre Wanderlehrer treiben auch in Europa, besonders in der Schweiz eine lebhafte Propaganda, die durch Verbreitung von Traktaten, Büchern und durch ihre Zeitschrift ‚Herold der Wahrheit‘ unterstützt wird.“

 

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James White, Mitbegründer der STA, schrieb 1868:

„Jesus betete, dass seine Jünger eins sein mögen, wie er eins mit dem Vater war. Er betete nicht um einen Jünger mit zwölf Köpfen, sondern dass zwölf Jünger eins sind in ihrem Ziel und in ihren Bemühungen um die Sache ihres Meisters. Ebenso sind auch nicht der Vater und der Sohn Teile des ‚drei – einen Gottes‘, sie sind zwei verschiedene Wesen, aber einig (eins) in der Absicht und der Ausführung der Erlösung.“5

Die damaligen Siebenten-Tags-Adventisten, haben alles – soweit sie Erkenntnis erlangten – was nicht biblisch ist, abgelehnt. Sie standen sogar den sog. „Glaubenspunkten“ im Sinne einer autoritären Lehre, an die sich die Gemeindeglieder zu halten haben, skeptisch gegenüber. Sie formulierten lediglich eine Zusammenfassung ihres Glaubens für Außenstehende, damit diese sich über die STA ein Bild machen konnten. In der Zeitschrift „Signs of the Times" von 1872 ist dokumentiert, was die Siebenten-Tags Adventisten zu jener Zeit glaubten, und wie sie diese schriftliche Zusammenfassung verstanden:

„Indem wir der Öffentlichkeit diese Synopse unseres Glaubens zugänglich machen, möchten wir ausdrücklich so verstanden werden, dass wir außer der Bibel keine Gemeindedisziplin, kein Glaubensbekenntnis und keine Glaubensartikel anerkennen.Wir behaupten nicht, dass dies unter unserem Volk irgendeine Autorität hat, oder zur Bewahrung der Einheit und zur Errichtung eines Glaubenssystems unter uns gedacht ist. Es ist vielmehr eine kurze Zusammenfassung dessen, was in großer Übereinstimmung von uns geglaubt wird.Wir stehen oft vor der Tatsache, dass wir Anfragen beantworten oder falsche Ansichten, die über uns im Umlauf sind, korrigieren müssen. Auch wollen wir die falschen Eindrücke derer beseitigen, die nicht die Möglichkeit hatten, sich mit unserem Glauben und unserer Praxis vertraut zu machen. Es ist unsere einzige Absicht, die Ansprüche solcher Situationen zu befriedigen.
Wir als Siebenten- Tags-Adventisten wünschen uns ganz einfach, dass unsere Haltung verstanden wird. … [wir möchten] die Aufmerksamkeit des Lesers auf die folgenden Stellungnahmen lenken, welche eine bündige Aussage der wichtigeren Eigenschaften unseres Glaubens bilden.

Die Gottheit

I. Es ist ein Gott, ein persönliches geistiges Wesen, der Schöpfer aller Dinge, allmächtig, allwissend und ewig, unendlich in Weisheit, Heiligkeit, Gerechtigkeit, Güte, Wahrheit und Gnade; unveränderlich und überall gegenwärtig durch seinen Stellvertreter, den heiligen Geist (Psalm 139,7)

II. Es ist ein Herr, Jesus Christus und Sohn des ewigen Vaters– durch den Gott alles erschaffen hat und durch den alles besteht; er hat sich genommen die Natur der Nachkommenschaft Abraham, für die Erlösung unserer gefallenen Rasse; er lebte unter den Menschen, voller Gnade und Wahrheit, lebte uns zum Vorbild, starb für unsere Sünden, wurde von den Toten auferweckt zu unserer Rechtfertigung und fuhr gen Himmel, um unser alleiniger Vermittler im himmlischen Heiligtum zu sein, wo er mit seinem Blut Versöhnung bewirkt für unsere Sünden; die Versöhnung, die seit seinem Tod am Kreuz – welcher nur die Opferung darstellt – der letzte Teil seines priesterlichen Dienstes ist, entsprechend dem Beispiel der levitischen Priesterschaft, welcher nur ein Schatten des Dienstes unseres Herrn im Himmel war. (siehe 3. Mose 16; Hebräer 8,4.5;9,6.7ff.)

III. Die heiligen Schriften des Alten und Neuen Testaments …6

Aus diesen Punkten wollte man jedoch keine Gemeindedisziplin machen oder Glaubenspunkte aufstellen. Diese Punkte wurden aus dem Grund zusammengeschrieben, um die Anfragen Andersgläubiger zu beantworten oder falsche Ansichten über die STA zu berichtigen. bei Gründung der STA 1861 gab es kein dogmatisches Glaubensbekenntnis. John N. Loughborough, Mitbegründer der STA, sprach sich mit folgenden Worten gegen ein Glaubensbekenntnis aus:

„Der erste Schritt auf dem Weg des Abfalls besteht darin, ein Credo zu entwerfen, das uns vorschreibt, was wir glauben sollen. Der zweite Schritt besteht darin, dieses Credo zu einem Prüfstein der Glaubensüberzeugung zu machen. Der dritte Schritt, der bald darauf folgt, besteht darin, Gemeindeglieder an diesem Credo zu messen, der vierte, jene als Häretiker zu verurteilen, die nicht daran glauben und der fünfte besteht schließlich darin, dass man mit der Verfolgung der Häretiker beginnt. Ich plädiere dafür, dass wir uns nicht den Kirchen um uns herum in unverbürgter Weise angleichen.“7

 

John N. Loughborough sprach sich ebenfalls entschieden gegen die Trinität aus. Seine Worte lauten:

„Es gibt viele Einwände, doch wir möchten uns nur auf die drei wichtigsten beschränken:
1. Sie [die Dreieinigkeit] ist mit dem gewöhnlichen Verstand unvereinbar.
2.Sie ist mit der Schrift unvereinbar. Das Wort Trinität erscheint nirgends in der Schrift. Hauptsächlich wird der Text 1. Johannes 5,7 angeführt, welcher ein Einschub ist. Clarke sagt: ‚Von einhundertdreizehn Manuskripten fehlt der Text in einhundertzwölf. Er erscheint in keinem Manuskript vor dem zehnten Jahrhundert. Und das erste Mal, wo der Text im Griechischen erscheint, ist es nur eine griechische Übersetzung der Beschlüsse des Konzils von Lateran, das 1215 stattfand.
3.Ihr Ursprung ist heidnisch und erdichtet. Anstatt uns auf die Schrift hinzuweisen, um die Trinität zu beweisen, werden wir auf den Dreizack der Perser hingewiesen. […] Die Trinitätslehre wurde ungefähr zur gleichen Zeit in die Kirche hineingebracht wie die Bilderanbetung und das Halten des Tages der Sonne, sie ist aber nur eine Neuformulierung der persischen Lehre. Nach ihrer Einführung vergingen ungefähr dreihundert Jahre, bis die Lehre zu dem gemacht wurde, was sie heute ist. Sie wurde um 325 eingeführt …In Spanien wurde sie 589 angenommen, in England 596 und in Afrika 534.“
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Zum Vergleich nun eine Gegenüberstellung der Glaubensüberzeugungen hinsichtlich der Punkte über den Gott der Siebenten-Tags-Adventisten von 1872 und aus den 28 Glaubenspunkten der STA, Stand 2013 (Auszug)9:


!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!



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