Gottes Lehrbücher


Der bessere Weg zu einem neuen Leben

Kapitel 10

Gottes Lehrbücher

Ellen Gould White

 

Es gibt viele Möglichkeiten, Gott kennenzulernen. Manchem sind die Wunder der Natur ein Beweis für die Existenz des Schöpfers. Er ist beeindruckt von der Allmacht und Liebe Gottes, die sich in der Schöpfung zeigen. Jesus war davon überzeugt, daß sich in den Werken der Schöpfung die Handschrift Gottes offenbarte.

Deshalb benutzte er häufig Bilder und Vergleiche aus der Natur, um die Wahrheit verständlich und seine Botschaft anschaulich zu machen. Er sprach von Blumen, Feldern, Vögeln, Seen oder von den Gesetzmäßigkeiten des Himmels und verband das mit dem Alltag der Zuhörer und mit geistlichen Lehren.

Gott will, daß wir die Schönheit der Natur schätzen lernen und uns an ihr erfreuen. Er selbst liebt das Schöne, denn sonst hätte er unsere Erde nicht so prächtig ausgestattet. Mehr als alles andere gefällt ihm allerdings ein reines Herz und ein geheiligtes Wesen.

Deshalb werden wir an vielen Stellen der Heiligen Schrift aufgefordert, danach zu streben. Wenn der Mensch darauf achten würde, könnte er den Werken Gottes wertvolle Hinweise entnehmen, die sein Vertrauen stärken und ihn Gehorsam lehren.

Von den Sternen, die seit undenklichen Zeiten ihre vorbestimmte Bahn durch das Weltall ziehen, bis zum winzigen Atom folgen alle dem Willen des Schöpfers. Gott kümmert sich um alles und erhält, was er geschaffen hat. Er sorgt für die ungezählten Welten des Alls und denkt zugleich an die Bedürfnisse des Sperlings, der unbekümmert sein Lied singt.

Wenn die Menschen ihrer täglichen Arbeit nachgehen oder sich zum Gebet sammeln, wenn sie sich zur Ruhe legen oder am Morgen aufstehen — über jeden einzelnen wacht der himmlische Vater in seiner Güte und Barmherzigkeit.

Ihm entgeht keine heimlich vergossene Träne, kein Lächeln bleibt unbemerkt. Wenn wir das nur glauben würden, dann schwänden alle unnötigen Sorgen.

Es gäbe weniger Enttäuschungen in unserem Leben, und wir würden vertrauensvoll alle großen und kleinen Nöte in Gottes Hände legen, den diese Last nicht verwirren oder erdrücken kann. Wir könnten uns einer Geborgenheit erfreuen, die uns bislang unbekannt ist. Wenn wir uns an der Schönheit dieser Erde erfreuen, dürfen wir zugleich an die von Gott verheißene zukünftige Welt denken, in der es weder Sünde noch Tod geben wird.

Aber in welch herrlichen Farben wir uns Gottes Reich auch ausmalen mögen, es wird schöner sein als wir es uns jemals vorstellen können. Denn die für uns sichtbare Schöpfung ist nur ein schwacher Abglanz der zukünftigen Herrlichkeit.

Es steht geschrieben: „Was keiner jemals gesehen oder gehört hat, was keiner jemals für möglich gehalten hat, das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.“

1.Korinther 2,9.

 

Dichter und Naturforscher haben viel über die Natur mit ihrer Pflanzen- und Tierwelt zu sagen, aber ein Christ freut sich mehr als jeder andere über die Schönheiten dieser Erde; denn er erkennt in ihnen das Werk seines himmlischen Vaters, dessen Liebe aus jeder Blume, jedem Busch und Baum hervorleuchtet. Niemand kann die Bedeutung der Natur richtig verstehen, wenn er in ihr nicht einen Ausdruck der Liebe Gottes zu uns Menschen sieht.

Gott spricht zu uns durch seine Fürsorge für unseren Leib und unser Leben und durch das Wirken seines Geistes an unserem Herzen. Auch die Erlebnisse im Alltag können uns wichtige Lehren vermitteln, wenn das Herz dafür offen ist.

In den Psalmen heißt es:

„Von seiner Güte lebt die ganze Welt.“

Psalm 33,5.

„Wer klug ist, achtet darauf und wird erkennen, wie der HERR seine Zusagen einlöst.“

Psalm 107,43.

Gott redet zu uns auch durch sein Wort. Darin offenbart sich sein Wesen und wir erfahren mehr über den Erlösungsplan und über sein Handeln an uns Menschen.

In den heiligen Schriften liegt die Geschichte der Patriarchen, Propheten und anderer heiliger Männer aus alter Zeit aufgeschlagen vor uns. Sie waren „schwache Menschen wie wir“, hatten mit Enttäuschungen zu kämpfen und erlagen Versuchungen, aber sie faßten wieder Mut und trugen durch Gottes Gnade den Sieg davon.

Johannes 5,17.

 

Ihr Beispiel soll uns in unserem Streben nach Gerechtigkeit bestärken. Wenn wir von den Erfahrungen lesen, die Gottes Kinder machen durften, von der Erkenntnis, der Liebe und dem Segen, die sie empfingen, wenn wir hören, was sie durch Gottes Gnade vollbrachten, dann mag in uns der Wunsch entstehen, es ihnen in der Kraft Gottes gleichzutun.

Von der Heiligen Schrift sagt Jesus:

„Sie ist‘s, die von mir zeugt“ — und zwar von ihm als dem Schöpfer und Erlöser, auf dem all unsere Hoffnungen ruhen. Überall in den heiligen Schriften finden sich Hinweise auf Christus. Das beginnt auf den ersten Blättern der Bibel mit dem Schöpfungsbericht — denn durch Christus „ist alles geschaffen; nichts ist entstanden ohne ihn“ (Johannes 5,39,)— und reicht bis zu der letzten Verheißung: „Siehe, ich komme bald.“

Johannes 1,3; Offenbarung 22,12.

 

Immer wieder lesen wir von seinen Werken und hören aus den uralten Texten seine Stimme. Wer Christus kennenlernen will, der studiere die Heilige Schrift!

Wenn es dich nach Heil und Frieden dürstet, dann greife zum Wort Gottes. Aus ihm fließt dir „lebendiges Wasser“ zu, das diesen Durst löscht. Sein Wort ist auch das „lebendige Brot vom Himmel“, das deine Seele sättigt. Jesus sagt:

„Ihr habt keinen Anteil am Leben, wenn ihr den Leib des Menschensohns nicht eßt und sein Blut nicht trinkt.“

Johannes 6,53.

Und ergänzend erklärt er:

„Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind vom Geist erfüllt und bringen das ewige Leben.“

Johannes 6,63.

 

Unser Leib lebt von dem, was wir essen und trinken. Dieses Prinzip läßt sich auch auf das geistliche Leben anwenden. Nicht nur der Körper, sondern auch Geist und Seele wollen ernährt sein.

Ob sie gesund oder krank sind, hängt davon ab, womit wir uns beschäftigen. Das Wunder der Erlösung möchten selbst die Engel erforschen.

Es wird einst Gegenstand des Nachdenkens und Inhalt des Lobliedes der Erlösten in der Ewigkeit sein. Sollten wir uns nicht heute schon gründlich damit befassen?

Die Barmherzigkeit und Liebe Jesu, das Opfer, das für uns gebracht wurde, all das fordert uns auf, ernstlich darüber nachzudenken. Unsere Gedanken sollten mehr bei unserem Erlöser und Fürsprecher und seiner Aufgabe verweilen.

Je mehr wir uns damit beschäftigen, um so mehr werden das Vertrauen auf Jesus und die Liebe zu ihm wachsen. Je enger unsere Beziehung zu Christus ist, desto stärker das Verlangen, ihm ähnlich zu werden. Und je mehr wir unsere Gedanken auf ihn richten, um so mehr haben wir das Bedürfnis, mit anderen über ihn zu reden.

Die Bibel ist nicht für Fachleute geschrieben, sondern wendet sich an alle Menschen. Deshalb sind die grundlegenden Heilswahrheiten so formuliert, daß sie jeder verstehen kann. Niemand, der sich mit Gottes Wort befaßt, muß fürchten, sich im Gestrüpp unverständlicher Gedankengänge zu verlieren; es sei denn, er liest seine eigene Meinung in die Bibel hinein, anstatt darin Gottes Willen zu suchen.

Im Blick auf die Lehren der Heiligen Schrift dürfen wir uns nicht von dem abhängig machen, was Menschen sagen, sondern müssen selbst im Wort Gottes forschen.

Es ist immer fragwürdig, andere für sich denken zu lassen, ganz besonders dann, wenn es um den Glauben und das Heil geht. Wer geistliche Wahrheit nur übernimmt, anstatt sich selbst um sie zu bemühen, verliert früher oder später die Fähigkeit, Gottes Wort zu verstehen.

Wenn wir dagegen die Bibel studieren, indem wir sie im Zusammenhang lesen, Schriftstellen miteinander vergleichen und das Erkannte in die Tat umsetzen, wird unser Verständnis für die Wahrheit wachsen.

Im übrigen kommt uns geistige Arbeit, die wir beim Studium der Heiligen Schrift leisten, ganz allgemein zugute; sie schärft den Blick für das Wesentliche, erweitert den geistigen Horizont, formt den Charakter und hilft uns, richtige Entscheidungen zu treffen.

 

Oberflächliches oder rein formales Lesen der Bibel ist dagegen kaum von Nutzen.

Du kannst die Bibel von vorn bis hinten durchlesen, ohne etwas von ihrem kostbaren Inhalt zu begreifen. Wenn du Gottes Wort mit Gewinn lesen willst, dann mußt du das Gelesene durchdenken, um seine Bedeutung zu verstehen und den Zusammenhang mit Gottes Heilsplan zu erkennen.

Es ist besser, sich nur mit wenigen Bibeltexten zu befassen, als flüchtig viele Kapitel zu lesen, weil man sich vorgenommen hat, in einer bestimmten Zeit die ganze Bibel zu lesen. Formales Bibellesen erfüllt vielleicht ein Soll oder gibt das trügerische Gefühl, man habe sich mit Gottes Wort beschäftigt, aber es bringt nicht weiter im Glauben und verändert auch nichts im Leben.

Manche Aussagen der Heiligen Schrift sind klar und unmißverständlich, so daß Fehldeutungen nicht zu befürchten sind.

Doch es gibt auch Textstellen und Botschaften, deren Sinn sich nicht auf den ersten Blick erschließt. Solche Texte bedürfen des gewissenhaften Studiums.

Doch das, was man an Zeit und geistiger Arbeit einsetzt, zahlt sich letztlich in Form von neuer Erkenntnis und wachsendem Glauben aus. Wie der Bergmann tief in die Erde eindringen muß, um bis zu den wertvollen Erzen vorzustoßen, so muß auch der Bibelleser mitunter tief graben, um die verborgenen Schätze des Wortes Gottes zu finden.

Die Wahrheit liegt nicht auf der Straße; man kann sie nicht im Vorübergehen auflesen und mitnehmen. Sie will gesucht und „ausgegraben“ werden.

 

Wer das tut, gewinnt einen Schatz, der sonst nirgendwo zu finden ist.

Und vergiß nicht, daß zum Bibelstudium auch das Gebet gehört. Ehe wir Gottes Wort aufschlagen, sollten wir darum bitten, daß der heilige Geist uns den Verstand und das Herz öffnet für das, was wir lesen werden.

Als Natanaël von Jesus hörte, konnte er sich nicht vorstellen, daß der Mann aus Nazareth der Messias sein sollte. Dennoch ging er zu ihm, um sich selbst ein Bild von ihm zu machen.

Jesus begrüßte ihn mit den Worten: „‚Da kommt ein wahrer Israelit, ein Mann ohne Falschheit.‘ Natanaël fragte ihn: ‚Woher kennst du mich¿ Jesus antwortete: ‚Bevor Philippus dich aufforderte mitzukommen, habe ich dich unter dem Feigenbaum gesehen.‘

Da sagte Natanaël:

‚Du bist der Sohn Gottes! Du bist der König von Israel¡“

Johannes 1,47- 49.

 

Der Bericht sagt nicht, was sich unter dem Feigenbaum zugetragen hat, aber wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, daß Natanaël dort im Gebet um die Erkenntnis der Wahrheit gerungen hat.

Dieses Mit-Gott-Reden, in welcher Form das auch geschehen sein mag, und die Bereitschaft, sich von der Wahrheit zu überzeugen, veränderten das Leben Natanaëls von Grund auf. Heute ist es nicht anders. Jesus übersieht keinen, der sich im Gebet an ihn wendet; selbst wenn das ganz im Verborgenen geschieht oder das „Gebet“ eigentlich nur eine Regung des Herzens ist.

Wer ernsthaft um die Erkenntnis der Wahrheit bittet, wird sie empfangen — und wenn der Herr Engel schicken müßte, um sie zu vermitteln. Wenn es darum geht, Christus zu erkennen und sein Wirken zu verstehen, dann brauchen wir die Hilfe des heiligen Geistes.

Von ihm sagte Jesus:

„... wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen. Was er euch sagen wird, hat er nicht von sich selbst, sondern er wird euch sagen, was er hört. Er wird euch in Zukunft den Weg weisen. Er wird meine Herrlichkeit sichtbar machen; denn was er an euch weitergibt, hat er von mir.“

Johannes 16,13.14.

Aus diesen Worten geht klar hervor, daß Erkenntnis der Wahrheit vom Wirken des heiligen Geistes abhängt.

Mag sein, daß wir ohne ihn religiöses Wissen zusammentragen können, aber geistliche Erkenntnis gewinnen wir ohne den Geist Gottes nicht.

Wie groß muß Gottes Liebe zu uns Menschen sein, daß er seinen Sohn für uns sterben ließ und den heiligen Geist als Lehrer und Beistand zu uns sandte!

 

Wir reisen nach Hause!“

Pastor Johannes Wilhelm Busch erzählt über die beschwerliche Zeit als Soldat: „Unvergeßlich der Tag, als mir gesagt wurde, daß ich in Urlaub fahren dürfe.

Das war freilich eine beschwerliche Reise. Acht Tage lagen wir auf der Bahn, dichtgedrängt unter Gluthitze. Wir haben schrecklichen Durst gelitten, die Nächte waren eine Qual.

Aber wenn mir einer gesagt hätte, ich soll aussteigen um der beschwerlichen Reise willen, dann hätte ich ihn laut ausgelacht. Der Gedanke, daß es zur Heimat ging, machte alle Strapazen, Nöte und Qualen sehr klein. Wenn die Nacht nicht vergehen wollte, dann eilten die Gedanken voraus:

Ich reise nach Hause, ich reise nach Hause!“

Seit dem Sündenfall leben wir „in der Fremde“.

Durch sein Opfer am Kreuz hat Jesus für uns die „Fahrkarte“ nach Hause „gekauft“. Ziel unserer Reise ist Gottes Reich, das Christus bald aufrichten wird (manchmal auch „Himmel“ bzw. „neue Erde“ genannt).

Hier sind wir nur Ausländer und Gastarbeiter; deshalb freuen wir uns auf Gottes neue Welt, in der es keine Ungerechtigkeit, kein Leid und keinen Tod mehr geben wird. Ankommen werden wir, wenn Jesus Christus wiederkommt, um alle, die zu ihm gehören, heimzuholen.

 

Der Brief aus der Heimat

Während seines Theologiestudiums erzählte Wilhelm Busch seiner Mutter, daß er keine Freude mehr an der Bibel habe— er fände darin so viele unverständliche Dinge.

„Weiß du noch, wie du im Krieg fast zwei Jahre ununterbrochen im Felde warst, ohne daß du Urlaub bekamst?“ erinnert ihn die Mutter.

„Ich schrieb dir damals von den Ereignissen zu Hause. Und dann schriebst du mir eines Tages in einem Brief:

Ich höre in euren Briefen von Lebensmittelkarten, vom Hamstern und Schlangestehen. Ich verstehe das alles nicht. Hat sich denn bei euch alles so verändert? Wie lange und wie weit bin ich von euch weg, daß ich die Briefe aus der Heimat gar nicht mehr verstehen kann!

Die Bibel ist auch ein Brief mein Sohn, ein Brief des lebendigen Gottes aus der ewigen Heimat — an dich geschrieben.

Wenn du diesen Brief nicht mehr verstehen kannst, darfst du die Schuld nicht bei dem Brief suchen.

Es liegt an dir selbst. Du mußt sagen: Wie entsetzlich weit bin ich von meinem himmlischen Vater weggekommen, daß ich seinen Brief nicht mehr verstehen kann!“

 

Zum Nachdenken

—Wie kann man so naturverbunden leben, daß man durch die Betrachtung der Schöpfung die Spuren des Schöpfers entdeckt?

—Was erfreut mich besonders, wenn ich an die neue Welt Gottes denke?

—Was macht mir beim Bibellesen Freude, was bereitet mir Mühe?

—Worin liegt der Unterschied, ob man die Bibel unter Gebet liest oder nicht?

 

Www.bibel-aktuell.org

 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!


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