Glaube und Werke


Glaube und Werke

Kapitel 5

 

Glaube und Werke

 

Viele Christen behaupten, dass zur Erlösung nur der Glaube nötig ist; Werke bedeuteten nichts, der Glaube sei das einzig Wesentliche. Aber Gottes Wort sagt uns: „Glaube ohne Werke ist tot.“ Jakobus 2,26; vgl. V. 17.

Viele weigern sich, Gottes Geboten zu gehorchen, aber sie machen eine große Sache aus dem Glauben. Doch der Glaube muss ein Fundament haben. Gottes Verheißungen sind alle an Bedingungen geknüpft. Wenn wir seinen Willen tun, wenn wir in der Wahrheit wandeln, dann dürfen wir ihn bitten, worum wir wollen, und es wird uns zuteil werden.

Siehe 1.Johannes 3,22.

Wenn wir uns ernstlich darum bemühen, gehorsam zu sein, wird Gott unsere Bitten hören; aber er wird uns nicht im Ungehorsam segnen.

Siehe Psalm 66,18.

Wenn wir uns entscheiden, seine Gebote zu missachten, können wir wohl rufen: „Glaube, du musst nur glauben!“, werden aber aus dem verlässlichen Wort Gottes die Antwort erhalten: „Ein Glaube, der nicht zu Taten führt, ist nutzlos.“ Jakobus 2,20.

Ein solcher Glaube ist nur wie „ein tönernes Erz oder eine klingende Schelle“. 1.Korinther 13,1.

Um den Nutzen der Gnade Gottes zu erfahren, müssen wir unseren Teil tun; wir müssen treu unsere Arbeit verrichten und Früchte der Reue bringen.

Siehe Matthäus 3,8.

Wir sind Mitarbeiter Gottes. Du sollst nicht untätig herumsitzen und auf irgendeine große Gelegenheit warten, um für den Meister ein großes Werk zu vollbringen. Du sollst die Pflicht, die direkt auf deinem Weg liegt, nicht vernachlässigen, sondern die kleinen Gelegenheiten nutzen, die sich in deinem engsten Umkreis bieten ...

 

Was wir tun müssen

Wir sollen alles tun, was unsererseits möglich ist, um „den guten Kampf des Glaubens“ zu kämpfen. 1.Timotheus 6,12.

Wir sollen arbeiten, streben und ringen, um „durch die enge Pforte hineinzugehen“. Lukas 13,24.

Wir sollen „den HERRN allezeit vor Augen“ haben. Psalm 16,8.

Mit reinen Händen und Herzen sollen wir Gott auf allen unseren Wegen zu ehren suchen. Er, der „mächtig ist zu helfen“ (Jesaja 63,1), hat uns seine Hilfe bereitgestellt. Der Geist der Wahrheit und des Lichts wird uns durch sein wunderbares Wirken beleben und erneuern, denn alle unsere geistlichen Fortschritte kommen von Gott und nicht aus uns selbst. Dem treuen Arbeiter hilft göttliche Macht, aber der Faule wird vom Geist Gottes nicht unterstützt werden. In einer Hinsicht sind wir auf unsere eigene Energie angewiesen: Wir sollen uns ernsthaft darum bemühen, eifrig zu sein und zu bereuen (siehe Offenbarung 3,19) und unsere Hände und Herzen von jeder Unreinheit zu reinigen.

Siehe Jakobus 4,8.

Wir sollen den höchsten Standard erreichen, indem wir darauf vertrauen, dass Gott uns in unseren Bemühungen unterstützen wird. Wir müssen suchen, wenn wir finden wollen, und im Vertrauen suchen; wir müssen anklopfen, damit uns die Tür aufgetan wird.

Siehe Matthäus 7,7.8.

Die Bibel lehrt, dass alles im Zusammenhang mit unserer Erlösung von unserer eigenen Handlungsweise abhängt. Wenn wir verderben, sind wir allein dafür verantwortlich. Da die Vorkehrungen getroffen wurden, können wir das ewige Leben erlangen, wenn wir Gottes Bedingungen annehmen. Wir müssen im Glauben zu Christus kommen und uns „befleißigen, unsere Berufung und Erwählung festzumachen“. 2.Petrus 1,10

Die Vergebung der Sünden ist dem verheißen, der bereut und glaubt (siehe Apostelgeschichte 3,19; 16,31); die „Krone des Lebens“ wird die Belohnung dessen sein, der bis ans Ende treu ist. Offenbarung 2,10.

Wir können in der Gnade wachsen, wenn wir die Gnade nutzen, die wir bereits empfangen haben.Wir sollen uns „von der Welt unbefleckt halten“ (Jakobus 1,27), wenn wir am Tag des HERRN makellos sein möchten. Glaube und Werke gehen Hand in Hand; sie wirken beim Werk der Überwindung harmonisch zusammen. Werke ohne Glauben sind tot und Glaube ohne Werke ist tot. Werke werden uns niemals retten; es ist das Verdienst Christi, das zu unseren Gunsten spricht.

Durch den Glauben an Christus wird er alle unsere unvollkommenen Bemühungen vor Gott annehmbar machen. Der Glaube, der von uns verlangt wird, ist kein untätiger Glaube; der rettende Glaube ist „durch die Liebe tätig“ (Galater 5,6) und reinigt die Seele. Wer „heilige Hände ohne Zorn und Zweifel“ zu Gott erhebt (1.Timotheus 2,8), wird verständnisvoll auf dem Weg der Gebote Gottes wandeln. Wenn wir Vergebung für unsere Sünden erlangen wollen, müssen wir zunächst eine Vorstellung davon haben, was Sünde bedeutet, damit wir bereuen und „rechtschaffene Frucht der Buße“ bringen. Matthäus 3,8. Wir brauchen eine solide Grundlage für unseren Glauben; er muss sich auf das Wort Gottes gründen, und seine Früchte werden durch den Gehorsam gegenüber dem ausdrücklichen Willen Gottes offenbar.

Der Apostel sagt: „Ohne die Heiligung wird niemand den Herrn sehen.“ Hebräer 12,14. Glaube und Werke werden uns im Gleichgewicht halten und das Werk der Vervollkommnung eines christlichen Charakters gelingen lassen.

Jesus sagt: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! Wird in das Reich der Himmel hineinkommen, sondern wer den Willen meines Vaters tut.“

Matthäus 7,21.

Bezüglich der irdischen Speise sagte der Apostel: „Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen.“ 2.Thessalonicher 3,10.

Die gleiche Regel gilt für unsere geistliche Ernährung: Wenn jemand das Brot des ewigen Lebens genießen möchte, soll er Anstrengungen unternehmen, um es zu erhalten. Wir leben in einem wichtigen und interessanten Abschnitt der Weltgeschichte. Wir brauchen mehr Glauben als je zuvor; wir brauchen einen festeren Halt von oben. Satan wirkt mit aller Macht, um den Sieg über uns zu erlangen, denn er „weiß, dass er wenig Zeit hat“. Offenbarung 12,12.

Paulus hat „mit Furcht und Zittern“ [d. h. mit Demut, vgl. 2. Korinther 7,15] seine Erlösung bewirkt. Philipper 2,12.

Sollten wir uns nicht fürchten, dass wir irgendeine Verheißung versäumen und uns des ewigen Lebens unwürdig erweisen? Wir sollten „mit aller Beharrlichkeit im Gebet“ wachen (Epheser 6,18) und mit quälenden Anstrengungen darum ringen, „durch die enge Pforte hineinzugehen“. Lukas 13,24.

 

Jesus gleicht unseren Mangel aus

Es gibt keine Entschuldigung für Sünde oder Nachlässigkeit. Jesus ist uns vorangegangen und möchte, dass wir seinen Spuren folgen. Er hat gelitten und ein Opfer gebracht, wie es niemand von uns kann, um unsere Erlösung zu ermöglichen. Wir brauchen uns nicht entmutigen lassen.

Jesus kam in unsere Welt, um dem Menschen göttliche Macht zur Verfügung zu stellen, damit wir durch seine Gnade in sein Bild verwandelt werden können. Wenn das Verlangen im Herzen besteht, Gott zu gehorchen, wenn man sich um dieses Ziel müht, dann nimmt Jesus solche Bereitschaft und solches Bemühen als den besten Dienst des Menschen an, und was dann noch fehlt, gleicht er durch seine eigenen göttlichen Verdienste aus. Aber er wird diejenigen nicht annehmen, die vorgeben, an ihn zu glauben und doch den Geboten des Vaters nicht gehorchen.

Wir hören viel über den Glauben, aber wir müssen viel mehr über die Werke hören. Viele täuschen sich selbst, indem sie ein bequemes, komfortables Glaubensleben führen, in dem das Kreuz nicht vorkommt. Aber Jesus sagt: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ Matthäus 16,24.

Ellen Gould White

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

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