Gerechtfertigt durch Glauben



Glaube und Werke

Kapitel 17

 

Gerechtfertigt durch Glauben

 

Wenn Gott einen Sünder begnadigt, ihm die Strafe erlässt, die er verdient, und ihn so behandelt, als hätte er nie gesündigt, nimmt er ihn in die göttliche Gunst auf und rechtfertigt ihn durch die Verdienste der Gerechtigkeit Christi.

Ein Sünder kann nur gerechtfertigt werden, wenn er an die Sühne durch Gottes geliebten Sohn glaubt, der zum Opfer für die Sünden der schuldigen Welt wurde. Niemand kann durch eigene Werke gerechtfertigt werden. Nur dank des Leidens, des Todes und der Auferstehung Christi kann ein Mensch von der Schuld der Sünde, von der Verdammung durch das Gesetz Gottes und von der Bestrafung für dessen Übertretung befreit werden. Der Glaube ist die einzige Bedingung, unter der wir Rechtfertigung erlangen können, und Glaube beinhaltet nicht nur eine Überzeugung, sondern Vertrauen.

Viele besitzen nur einen nominellen Glauben an Christus, aber wissen nichts von der lebenswichtigen Abhängigkeit von ihm, die seine Verdienste in Anspruch nimmt. Von diesem nominellen Glauben spricht Jakobus folgendermaßen: „Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Gut! Das glauben die bösen Geister auch und zittern vor Angst. Du gedankenloser Mensch! Willst du nicht einsehen, dass ein Glaube, der nicht zu Taten führt, nutzlos ist?“ Jakobus 2,19.20

Viele erkennen an, dass Jesus Christus der Erlöser der Welt ist, doch gleichzeitig halten sie sich von ihm fern. Sie versäumen es, ihre Sünden zu bereuen und Christus als ihren persönlichen Erlöser anzunehmen. Ihr Glaube beruht einfach auf der verstandesmäßigen Zustimmung zur Wahrheit; die Wahrheit ist jedoch nicht in ihr Herz gedrungen und kann daher weder die Seele heiligen noch den Charakter umwandeln. „Denn die Gott ausersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollen dem Bild seines Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen; die er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.“ Römer 8,29.30.

Berufung und Rechtfertigung sind nicht ein und dieselbe Sache. „Berufung“ wird es genannt, wenn ein Sünder zu Christus hingezogen wird. Der heilige Geist wirkt dabei am Herzen, überzeugt uns von den Sünden und lädt uns zur Reue ein. Viele sind verwirrt darüber, worin die ersten Schritte in der Erlösung bestehen. Reue wird als Aufgabe des Sünders betrachtet, die er zu erfüllen hat, ehe er zu Christus kommen kann. Sie meinen, dass der Sünder sich selbst die Eignung verschaffen muss, um den Segen der Gnade Gottes zu empfangen. Es stimmt zwar, dass der Vergebung die Reue vorausgehen muss, denn Gott kann nur ein gebrochenes, reumütiges Herz annehmen; aber der Sünder kann sich weder selbst zur Reue bewegen noch darauf vorbereiten, zu Christus zu kommen.

Nur wenn der Sünder bereut, kann ihm vergeben werden; die Frage, um die es jedoch geht, lautet: Ist Reue ein Werk des Sünders oder ein Geschenk Gottes? Muss ein Sünder warten, bis ihn Schuldgefühle wegen seiner Sünden drücken, bevor er zu Christus kommen kann?

Der allererste Schritt besteht darin, dass der Geist Gottes einen Menschen zu Christus zieht. Wenn er auf dieses Ziehen reagiert, nähert er sich Christus, so dass er bereuen kann. Der Sünder wird als verlorenes Schaf dargestellt und ein verlorenes Schaf kehrt niemals von allein zur Herde zurück; vielmehr muss der Hirte es suchen und zur Herde zurückbringen.

Siehe Lukas 15,4.5.

Kein Mensch kann von sich aus bereuen und sich selbst für den Segen der Rechtfertigung würdig machen. Christus versucht ständig, auf den Verstand des Sünders einzuwirken und ihn zu bewegen, auf ihn als „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Johannes 1,29), zu sehen. Wir können nicht einen Schritt im geistlichen Leben gehen, ohne dass Jesus uns zieht und stärkt und in uns „eine Reue hervorruft, die niemand je bereut“. 2.Korinther 7,10

Als Petrus vor dem Hohen Rat stand, stellte er ganz deutlich die Tatsache heraus, dass Reue eine Gabe Gottes ist. Von Christus erklärte er: „Den hat Gott durch seine rechte Hand erhöht zum Fürsten und Heiland, um Israel Buße und Vergebung der Sünden zu geben.“ Apostelgeschichte 5,31.

Reue ist nicht weniger ein Geschenk Gottes als Begnadigung und Rechtfertigung. Sie kann nur erfahren werden, wenn Christus sie jemanden gibt. Wenn wir uns zu ihm hingezogen fühlen, geschieht dies aufgrund seines Wirkens und der Tugendhaftigkeit seines Charakters. Die Gnade der Reue kommt durch ihn ebenso wie die Rechtfertigung.

 

Was Glaube bedeutet

Paulus schrieb: „Wenn es darum geht, auf der Grundlage des Gesetzes vor Gott als gerecht zu bestehen, gilt, was Mose schreibt: ‚Wer die Gebote befolgt, gewinnt dadurch das Leben.‘ 3.Mose 18,5.

Ganz anders spricht die Stimme, die dazu aufruft, auf der Grundlage vertrauenden Glaubens vor Gott als gerecht zu bestehen; sie sagt: ‚Ihr braucht nicht zu fragen: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, als müsste man Christus erst von dort herabholen. Auch nicht: ‚Wer steigt für uns in die Totenwelt hinab, als müsste man Christus aus dem Tod zurückholen. Nein, die Stimme sagt: ‚Das Wort, das von Gott kommt, ist euch ganz nahe; es ist in eurem Mund und in eurem Herzen.‘

[In Anlehnung an 5.Mose 30,12-14].

Das ist das Wort vom Glauben, das wir verkünden. Wenn ihr also mit dem Mund bekennt: ‚Jesus ist der Herr‘, und im Herzen glaubt, dass Gott ihn vom Tod auferweckt hat, werdet ihr gerettet. Wer mit dem Herzen glaubt, wird von Gott als gerecht anerkannt; und wer mit dem Mund bekennt, wird im letzten Gericht gerettet. So steht es ja in den Heiligen Schriften: ‚Wer ihm glaubt und auf ihn vertraut, wird nicht zugrunde gehen.‘“ Jesaja 28,16; Römer 10,5-11

Der Glaube, der zur Erlösung führt, ist kein beiläufiger Glaube; er bedeutet nicht bloß die Zustimmung des Verstandes, sondern ist ein Vertrauen, das tief im Herzen wurzelt und Christus als persönlichen Erlöser annimmt. Der wahrhaft Gläubige ist überzeugt, dass Christus „vollständig und für immer alle retten kann, die sich durch ihn an Gott wenden“. Hebräer 7,25

Zu glauben, dass er andere retten wird, aber dich nicht, ist kein echter Glaube.Wenn sich jedoch ein Mensch an Christus als seine einzige Hoffnung auf Erlösung klammert, dann zeigt sich echter Glaube. Wer ihn besitzt, wird dazu geführt, all seine Liebe Christus zuzuwenden. Sein Verstand läßt sich vom heiligen Geist leiten und sein Charakter wird nach dem göttlichen Vorbild verwandelt. Sein Glaube ist kein toter Glaube, sondern ein Glaube, der „durch die Liebe tätig ist“ (Galater 5,6) und ihn dazu bringt, die Herrlichkeit Christi zu erkennen und dem göttlichen Wesen ähnlicher zu werden.

„Der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du am Leben bleibst.“ 5.Mose 30,6.

Gott ist es, der das Herz verändert. Von Anfang bis Ende ist es das Wirken des HERRN. Der todgeweihte Sünder kann sagen: „Ich bin ein verlorener Sünder, doch Christus kam, um die Verlorenen zu suchen und zu retten. Er hat versprochen: ‚Ich bin gekommen, die Sünder zu rufen und nicht die Gerechten.‘ Markus 2,17.

Ich bin ein Sünder, und er starb auf Golgatha, um mich zu retten. Ich brauche nicht einen Augenblick länger auf Erlösung zu warten. Er starb und stand auf zu meiner Rechtfertigung und wird mich jetzt erretten. Ich nehme die Vergebung an, die er versprochen hat.“

 

Die zugerechnete Gerechtigkeit

Christus ist ein auferstandener Erlöser; er war tot, ist aber auferstanden und lebt jetzt ewig, um für uns einzutreten. Wir sollen mit dem Herzen glauben, um gerechtfertigt zu werden, und mit dem Munde bekennen, um errettet zu werden. Siehe Römer 10,10.

Wer durch Glauben gerechtfertigt ist, wird von Christus Zeugnis ablegen. „Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurch gedrungen.“ Johannes 5,24.

Das große Werk für den Sünder, der vom Bösen befleckt und beschmutzt ist, ist das Werk der Rechtfertigung. Er wird von dem, der die Wahrheit spricht, für gerecht erklärt. Der HERR rechnet dem Gläubigen die Gerechtigkeit Christi zu und erklärt ihn vor dem ganzen Universum als gerecht. Seine Sünden werden auf Christus übertragen, der der Repräsentant, Stellvertreter und Bürge des Sünders ist. Auf ihn legt Gott alle Übertretungen eines glaubenden Menschen, „denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt“. 2.Korinther 5,21.

Christus sühnte die Schuld der ganzen Welt und alle, die zu Gott im Glauben kommen, erhalten die Gerechtigkeit Christi, „der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ 1.Petrus 2,24.

Unsere Sünde wurde gesühnt, weggetan und „in die Tiefen des Meeres“ geworfen. Micha 7,19.

Durch Reue und Glaube sind wir frei von der Sünde und sehen auf den „HERR unsere Gerechtigkeit“. Jeremia 23,6b; 33,16b.

Jesus „hat einmal für die Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten“. 1.Petrus 3,18.

Obwohl wir als Sünder unter Verdammnis durch das Gesetz stehen, beansprucht Christus für den bereuenden Menschen aufgrund seines Gehorsams, den er dem Gesetz geleistet hat, das Verdienst seiner eigenen Gerechtigkeit. Um diese Gerechtigkeit zu erhalten, muss der Sünder wissen, welcher Art die Reue ist, die solch eine radikale Änderung des Denkens, des Geistes und des Verhaltens bewirkt. Das Werk der Umwandlung muss im Herzen beginnen und seine Macht in allen Lebensbereichen offenbaren. Kein Mensch ist jedoch in der Lage, solch eine Reue hervorzubringen. Er kann sie allein durch Christus erfahren, der „in den Himmel hinaufgestiegen und gefangen genommen, was uns gefangen hielt. Er hat den Menschen Gaben ausgeteilt.“ Epheser 4,8

Was muss derjenige tun, der echt reumütig werden möchte? Er muss zu Jesus kommen, so wie er ist, ohne zu zögern. Er muss glauben, dass Gottes Wort wahr ist, dem Versprechen vertrauen und darum bitten, damit er erhält. Wenn ein ernstes Bedürfnis einen Menschen veranlasst zu beten, wird er nicht vergeblich bitten. Der HERR wird sein Versprechen erfüllen und den heiligen Geist geben (siehe Lukas 11,13), der zur Reue gegenüber Gott und zum Glauben an Jesus Christus, den Herrn, führt.

Dieser Mensch wird beten und wachen, seine Sünden abtun und seine Ernsthaftigkeit durch die Tatkraft seiner Bemühungen beweisen, Gottes Gebote zu halten. Seinen Gebeten wird er Glaube beimischen und nicht bloß von der Gültigkeit des Gesetzes überzeugt sein, sondern auch dessen Grundsätzen gehorchen. Er wird bekennen, dass er auf der Seite Christi steht. Er wird alle Gewohnheiten und Verbindungen aufgeben, die dazu tendieren, ihn von Gott wegzuziehen. Wer ein Kind Gottes werden will, muss als Wahrheit annehmen, dass Reue und Vergebung allein durch das Sühnopfer Christi erlangt werden können.

Wenn der Sünder davon überzeugt ist, muss er Bemühungen unternehmen, die in Einklang stehen mit dem Werk Gottes, das für ihn getan wird. Mit nimmermüden Bitten muss er vor dem Gnadenthron darum flehen, dass Gottes erneuernde Kraft seine Seele erfasst. Gott vergibt nur dem, der bereut, doch wem er vergibt, den macht er zuvor reumütig. Die getroffene Vorsorge ist umfassend und die ewige Gerechtigkeit Christi wird jedem glaubenden Menschen angerechnet. Das kostbare fleckenlose Gewand, auf dem himmlischen Webstuhl gewebt, steht für jeden bereuenden und glaubenden Sünder bereit, sodass er sagen kann: „Ich freue mich im HERRN und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott; denn er hat mir die Kleider des Heils angezogen und mich mit dem Mantel der Gerechtigkeit gekleidet.“ Jesaja 61,10.

Dem glaubenden Menschen steht im Übermaß Gottes wirksame Gnade zur Verfügung, sodass er vor dem Sündigen bewahrt werden kann (siehe Judas 24), denn der ganze Himmel mit seinen grenzenlosen Mitteln steht für uns bereit. Wir können aus der Quelle der Erlösung schöpfen. Christus ist für jeden Gläubigen das Ende des Gesetzes, um Gerechtigkeit zu erlangen.

Siehe Römer 10,4.

In uns sind wir Sünder, in Christus jedoch sind wir Gerechte. Gott macht uns gerecht, indem er uns die Gerechtigkeit Christi zurechnet, und erklärt uns für gerecht und behandelt uns als Gerechte. Er sieht uns als seine geliebten Kinder an. Christus wirkt der Macht der Sünde entgegen und „wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden“. Römer 5,20.

„Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.“ Römer 5,1.2.

„Ganz unverdient, aus reiner Gnade, lässt Gott uns vor seinem Urteil als gerecht bestehen, aufgrund der Erlösung, die durch Jesus Christus geschehen ist. Ihn hat Gott als Sühnezeichen aufgerichtet vor aller Welt. Sein Blut, das auf Golgatha, vergossen wurde, hat die Schuld getilgt und das wird wirksam für alle, die es im Glauben annehmen. Damit hat Gott seine Gerechtigkeit unter Beweis gestellt, nachdem er früher die Verfehlungen der Menschen ungestraft hingehen ließ. Ja, jetzt in unserer Zeit erweist Gott seine Gerechtigkeit als Treue zu sich selbst und zu seinen Menschen: Er verschafft seinem Rechtsanspruch Geltung und schafft selber die von den Menschen schuldig gebliebene Gerechtigkeit, und das für alle, die einzig und allein auf das vertrauen, was er durch Jesus getan hat.“ Römer 3,24- 26

„Denn nur durch seine unverdiente Güte seid ihr vom Tod errettet worden. Ihr habt sie erfahren, weil ihr an Jesus Christus glaubt. Dies alles ist ein Geschenk Gottes und nicht euer eigenes Werk.“ Epheser 2,8

„Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, ewiges Leben habe. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Johannes 3,14-16

 

Die Verheißung des heiligen Geistes

Der Herr möchte, dass seine Nachfolger gesund im Glauben sind, nicht in Unkenntnis über die großartige Erlösung, die ihnen so reichlich angeboten wird. Sie sollen nicht nach vorne schauen und meinen, dass irgendwann in der Zukunft ein großartiges Werk für sie getan wird, denn das Werk ist jetzt abgeschlossen. Der Glaubende wird nicht aufgefordert, seinen Frieden mit Gott zu schließen, das konnte er nie und wird er nie können. Er muss Christus als seinen Frieden annehmen (siehe Epheser 2,14); denn bei Christus ist Gott und Friede. Christus machte der Sünde ein Ende, indem er den schweren Fluch des Gesetzes „in seinem Leibe auf das Holz trug“ (1.Petrus 2,24) wörtlich.

Er hat alle von diesem Fluch befreit, die an ihn als ihren persönlichen Erlöser glauben. Er macht ein Ende mit der beherrschenden Macht der Sünde im Herzen. Das Leben und der Charakter des Glaubenden geben Zeugnis vom wahren Wesen der Gnade Gottes. Wer Gott darum bittet, dem verleiht er den heiligen Geist, denn jeder Glaubende muss nicht nur vom Fluch und der Verdammung des Gesetzes befreit werden, sondern auch von der Verunreinigung durch die Sünde. Durch das Wirken des Geistes Christi, die Heiligung in der Wahrheit (siehe Johannes 17,17), wird der Glaubende für den Himmel geeignet gemacht, denn Christus wirkt in uns und seine zugerechnete Gerechtigkeit ist über uns. Ohne dies hat kein Mensch Anspruch auf den Himmel.

Wir würden uns im Himmel nicht wohl fühlen, wenn wir nicht durch den Einfluß des heiligen Geistes und die Gerechtigkeit Christi für diese heilige Umgebung geeignet gemacht wären.

Um Anwärter für den Himmel zu sein, müssen wir die Forderung des Gesetzes erfüllen: „Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Lukas 10,27.

Das können wir nur, wenn wir durch den Glauben die Gerechtigkeit Christi ergreifen. Wenn wir auf Jesus sehen, erhalten wir ein lebendiges, sich ausdehnendes Prinzip ins Herz. Dieses Werk führt der heilige Geist fort und der Glaubende macht Fortschritte von Gnade zu Gnade, von einer Stärke zur nächsten und wächst im Charakter. Er verändert sich zum Bilde Christi, bis er im geistlichen Wachstum „zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi“ herangereift ist. Epheser 4,13.

So macht Christus dem Fluch der Sünde ein Ende und befreit den Gläubigen von deren Wirkung und Folgen. Nur Christus ist in der Lage, dies zu tun, denn er „musste in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hohepriester vor Gott, zu sühnen die Sünden des Volkes. Denn worin er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.“ Hebräer 2,17.18.

Versöhnung heißt, dass jede Schranke zwischen dem Menschen und Gott beseitigt ist und der Sünder erkennt, was die vergebende Liebe Gottes bedeutet. Aufgrund des Opfers, das Christus für die gefallenen Menschen gebracht hat, kann Gott dem Gesetzesübertreter, der die Verdienste Christi annimmt, mit Fug und Recht begnadigen. Christus war der Kanal, durch den die Gnade, die Liebe und die Gerechtigkeit vom Herzen Gottes zum Herzen des Sünders fließen konnten. Gott „ist treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit.“ 1.Johannes 1,9.

In der Prophezeiung Daniels heißt es im Hinblick auf Christus: „Die Schuld wird gesühnt und es wird ewige Gerechtigkeit gebracht.“ Daniel 9,24.

Jeder Gläubige kann sagen: „Durch seinen völligen Gehorsam hat er die Ansprüche des Gesetzes erfüllt und meine einzige Hoffnung besteht darin, auf ihn als meinen Stellvertreter und Bürgen zu blicken, der an meiner Stelle dem Gesetz absolut gehorsam war. Durch den Glauben an seine Verdienste bin ich von der Verdammnis durch das Gesetz befreit. Er kleidet mich mit seiner Gerechtigkeit, die allen Anforderungen des Gesetzes genügt. Ich bin durch ihn, der ewige Gerechtigkeit bringt, vollkommen.

Er stellt mich Gott im fleckenlosen Gewand vor, von dem nicht ein Faden von menschlicher Hand gewebt wurde. Alles ist von Christus und aller Ruhm, alle Ehre und Majestät stehen dem Lamm Gottes zu, das die Sünden der Welt wegnimmt.“ Viele denken, dass sie auf einen besonderen Anstoß warten müssen, um zu Christus zu kommen; es ist jedoch einfach nur notwendig, in ehrlicher Absicht zu kommen und sich zu entschließen, die angebotene

Begnadigung und Gnade anzunehmen. Wir sollen sagen: „Christus starb, um mich zu retten. Der Herr möchte, dass ich gerettet werde, und ich werde, so wie ich bin, zu Jesus kommen, ohne zu zögern. Ich will es auf sein Versprechen hin wagen. Weil Christus mich zieht, werde ich reagieren.“ Der Apostel Paulus schrieb: „Mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit.“ Römer 10,10. Keiner kann mit dem Herzen zur Gerechtigkeit glauben und Rechtfertigung durch den Glauben erhalten, solange er solche Dinge praktiziert, die das Wort Gottes verbietet, oder ihm bekannte Pflichten nicht erfüllt.

 

Gute Werke sind die Frucht des Glaubens

Wahrer Glaube wird sich in guten Werken manifestieren, denn gute Werke sind die Frucht des Glaubens. Wenn Gott im Herzen wirkt und der Mensch seinen Willen Gott übergibt und mit ihm zusammenarbeitet, wird er im Leben hervorbringen, was Gott durch den heiligen Geist in ihm gewirkt hat.

Dann besteht Übereinstimmung zwischen den Absichten des Herzens und dem praktischen Leben. Jede Sünde muss als die hassenswerte Sache aufgegeben werden, die den Herrn des Lebens und der Herrlichkeit ans Kreuz brachte, und der Glaubende muss an Erfahrung zunehmen, indem er ständig die Werke Christi tut. Durch die beständige Übergabe des Willens und durch beständigen Gehorsam bleibt der Segen der Rechtfertigung erhalten. Wer durch den Glauben gerechtfertigt ist, wird ein Herz besitzen, das den Wegen Gottes folgt.

Es ist ein Beweis, dass ein Mensch nicht durch Glauben gerechtfertigt ist, wenn seine Werke nicht seinem Bekenntnis entsprechen. Jakobus sagt: „Du siehst, dass der Glaube mit Werken zusammenwirkte und der Glaube aus den Werken vollendet wurde. Und die Schrift wurde erfüllt, welche sagt: ‚Abraham aber glaubte Gott und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.‘“ 1.Mose 15,6; Jakobus 2,22.23

Der Glaube, der keine guten Werke hervorbringt, rechtfertigt den Menschen nicht. „Ihr seht also: Wir werden nur dann von Gott angenommen, wenn unser Glaube auch Taten hervorbringt. Der Glaube allein genügt nicht.“ V. 2,24

Die Zurechnung der Gerechtigkeit Christi geschieht durch den rechtfertigenden Glauben und für diese Rechtfertigung kämpfte Paulus so inständig. Er schrieb: „Kein Mensch kann durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten. Ich rede aber von der Gerechtigkeit vor Gott, die da kommt durch den Glauben an Jesus Christus zu allen, die glauben. Denn es ist hier kein Unterschied: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist. Den hat Gott für den Glauben hingestellt als Sühne in seinem Blut zum Beweis seiner Gerechtigkeit, indem er die Sünden vergibt, die früher begangen wurden in der Zeit seiner Geduld. Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir richten das Gesetz auf.“ Römer 3,20 26.31.

Die Gnade ist unverdiente Gunst und der Glaubende wird ohne irgendein eigenes Verdienst gerechtfertigt, ohne irgendeinen Anspruch, den er Gott gegenüber erheben könnte. Er ist durch die Erlösung in Christus Jesus gerechtfertigt, der im himmlischen Gerichtshof als Stellvertreter und Bürge des Sünders auftritt. Auch wenn er durch die Verdienste Christi gerechtfertigt ist, hat er doch nicht die Freiheit, ungerecht zu handeln. Der echte Glaube wirkt durch die Liebe und läutert die Seele. Der Glaube keimt, blüht auf und bringt eine Ernte wertvoller Früchte. Wo der Glaube ist, kommen auch gute Werke hervor: Kranke werden besucht, um Arme wird sich gekümmert, die Vaterlosen und Witwen werden nicht vergessen, die Nackten gekleidet, die Bedürftigen mit Essen versorgt. Siehe Jakobus 1,27; 2,14-16; Matthäus 25,37-40.

Christus ging umher und tat Gutes und wenn die Menschen mit ihm eins werden, dann lieben sie Gottes Kinder, und Sanftmut und Wahrheit weisen ihnen den Weg. Ihr Gesichtsausdruck offenbart ihre Erfahrung und die Menschen merken ihnen an, dass sie Gemeinschaft mit Christus haben und von ihm gelernt haben. Christus und der Glaubende werden eins und die Schönheit seines Charakters wird an denen sichtbar, die lebendig mit der Quelle der Kraft und der Liebe verbunden sind. Christus ist die große Schatzkammer der rechtfertigenden Gerechtigkeit und der heiligenden Gnade. Alle können zu ihm kommen und von seiner Fülle empfangen. Er verspricht: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Matthäus 11,28.

Warum schieben wir dann nicht allen Unglauben beiseite und folgen den Worten Jesu? Du möchtest Ruhe haben, du sehnst dich nach Frieden? Dann sprich von Herzen: „Herr Jesus, ich komme, weil du mich eingeladen hast.“ Glaube mit festem Vertrauen an ihn und er wird dich retten. Hast du zu Jesus aufgesehen, „dem Anfänger und Vollender deines Glaubens“? Hebräer 12,2. Hast du ihn angesehen, der „voller Gnade und Wahrheit“ ist? Johannes 1,14.

Hast du den Frieden angenommen, den allein Christus schenken kann? Wenn nicht, dann übergib dich ihm und bemühe dich durch seine Gnade um einen Charakter, der edel und erhoben ist. Bemühe dich um einen beständigen, entschlossenen, freudigen Geist. Ernähre dich von Christus, der „das Brot des Lebens“ ist (Johannes 6,35), und an dir wird die Schönheit seines Charakters und Geistes sichtbar werden.

Ellen Gould White

 

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