Gedanken über das Buch Daniel



Gedanken über das Buch Daniel

Kapitel 1

Daniel 1



Daniel und seine Freunde am babylonischen Hof

Die Jugendlichen (Daniel, Hanania, Misael und Asarja) sollten in dieser Ausbildungsschule nicht nur zum königlichen Palast Zugang haben, sondern es war vorgesehen, daß sie von dem Fleisch essen und dem Wein trinken sollten, der vom Tisch des Königs kam.

In all dem gedachte der König, ihnen nicht nur große Ehre zu erweisen, sondern auch die bestmögliche körperliche und geistige Entwicklung sicherzustellen, die je erlangt werden konnte.


Unter den Eßwaren, die dem König vorgesetzt wurden, befanden sich Schweinefleisch und andere Fleischarten, die das Gesetz Moses für unrein erklärt hatte und die zu essen den Hebräern ausdrücklich verboten war.

Hier wurde Daniel vor eine ernsthafte Prüfung gestellt.

Sollte er hinsichtlich Fleischnahrung und Getränken an den Lehren seiner Väter festhalten und den König verletzen, dabei wahrscheinlich nicht nur seine Stellung, sondern auch sein Leben verlieren -, oder sollte er das Gebot des HERRNmißachten, das Wohlwollen des Königs behalten und sich so große intellektuelle Vorteile sichern, sowie die schmeichelhaftesten weltlichen Aussichten?


Daniel zögerte nicht lange.

Er entschloß sich, seine Wahrhaftigkeit fest zu vertreten, komme, was da wolle.

Er „setzte sich vor in seinem Herzen, daß er sich mit des Königs Speise und mit dem Wein, den er trank, nicht verunreinigen wollte ...“

Es gibt heute unter den bekenntlichen Christen viele, die meinen, Daniel sei allzu absonderlich, viele, die ihn als engstirnig und starrköpfig bezeichnen.

Sie messen der Angelegenheit des Essens und Trinkens kaum eine so große Bedeutung bei, daß sie derartig entschiedene Haltung erfordere, die womöglich das Aufopfern jedes irdischen Vorteils mit sich bringt.


Die jedoch so denken, werden am Tage des Gerichts entdecken, daß sie sich von Gottes ausdrücklichen Forderungen abwandten und ihre eigene Meinung als Maßstab für Recht und Unrecht aufstellten.

Sie werden entdecken, daß das, was ihnen nur unbedeutend schien, von Gott nicht so angesehen wurde.

Seinen Forderungen sollte man unwiderruflich gehorchen.

Diejenigen, die eine seiner Vorschriften annehmen und ihr gehorchen, weil es vorteilhaft ist, während sie eine andere ablehnen, weil deren Befolgung ein Opfer erfordern würde, erniedrigen den Rechtsmaßstab und bringen andere durch ihr eigenes Beispiel dazu, das heilige Gesetz Gottes geringzuachten.



„So spricht der HERR“ sei in allen Angelegenheiten unsere Regel.



Der Charakter Daniels wird der Welt als beeindruckendes Beispiel dafür dargestellt, was Gottes Gnade aus Menschen machen kann, die von Natur aus gefallen und durch Sünde verdorben sind.

Die Aufzeichnung seines edlen, selbstverleugnenden Lebens, an der wir alle Anteil haben, ist unserer Menschheit eine Ermutigung.

Daraus können wir Kraft schöpfen, der Versuchung tapfer widerstehen, fest und im Schmuck der Gnade in der schwersten Prüfung für das Recht einstehen.


Daniel hätte eine einleuchtende Entschuldigung finden können, um von seinen fest geregelten Enthaltsamkeitsgewohnheiten abzuweichen:

Aber die Zustimmung Gottes war ihm kostbarer als die Gunst des mächtigsten irdischen Herrschers, kostbarer noch als das Leben selbst.

Nachdem Daniel durch sein höfliches Betragen die Gunst des Kämmerers Aschpenas gewonnen hatte, der für die hebräischen Jünglinge verantwortlich war, bat Daniel, daß sie nicht von des Königs Fleisch essen, noch von seinem Wein trinken müßten.


Da befürchtete Aschpenas, daß er beim König in Ungnade fallen und so sein eigenes Leben gefährden könnte, sollte er diese Bitte erfüllen.

Wie viele heutzutage, so dachte auch er, daß eine enthaltsame Diät diese Jugendlichen blaß und kränklich im Aussehen machte sowie unzureichend an Muskelkraft, wohingegen die üppigen Speisen von des Königs Tafel sie pausbackig und schön werden ließen und ihnen Überlegenheit in körperlicher Leistungsfähigkeit verleihen würden.


Daniel bat, die Angelegenheit durch eine Probe von zehn Tagen zu entscheiden.

Den hebräischen Jünglingen sollte während dieser kurzen Zeit erlaubt sein, einfache Speisen zu essen, während ihre Mitschüler an des Königs Leckerbissen teilhatten.

Die Bitte wurde schließlich gewährt, und Daniel war sich sicher, daß seine Sache gesiegt hatte.

Obwohl er erst Jugendlicher war, hatte er doch die schädigenden Auswirkungen von Wein und üppigem Leben auf körperliche und geistige Gesundheit gesehen.


Am Ende der zehn Tage war das Ergebnis den Erwartungen des Aschpenas genau entgegengesetzt.

Die in ihren Gewohnheiten enthaltsam gewesen waren, zeigten nicht nur im Aussehen, sondern auch in körperlicher Fitness und Geisteskraft eine auffallende Überlegenheit über ihre Mitschüler, die dem Appetit gefrönt hatten.

Als ein Ergebnis dieser Prüfung wurde Daniel und seinen Freunden erlaubt, ihre einfache Nahrung weiterhin einzunehmen, und zwar während der gesamten Zeit der Ausbildung für ihre politischen Pflichten.




Gottes Zustimmung erlangt

Der HERRbetrachtete die Festigkeit und Selbstverleugnung dieser hebräischen Jünglinge zustimmend, und sein Segen begleitete sie.

Er „gab ihnen Kenntnis und Geschick in aller Gelehrsamkeit und Weisheit, und Daniel Verstand in allen Visionen und Träumen.“


Nach Ablauf der dreijährigen Ausbildung, als ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten vom König geprüft wurden, „fand er niemanden wie Daniel, Hananja, Misael und Asarja, deshalb standen sie vor dem König.

Und in allen Dingen, die der König von ihnen forderte und in denen es auf Weisheit und Einsicht ankam, fand er sie zehnmal klüger als alle Zauberer und Sterndeuter, die in seinem Reiche waren.“


Hier ist eine Lehre für alle, besonders aber für die Jugend.

Eine Übereinstimmung mit Gottes Forderungen ist für die Gesundheit von Leib und Geist segensreich.

Um das höchste Maß an moralischen und intellektuellen Fähigkeiten zu erreichen, ist es nötig, von Gott Weisheit und Stärke zu erbitten und in allen Lebensgewohnheiten strenge Enthaltsamkeit zu üben.

Im Erlebnis Daniels und seiner Freunde haben wir ein Beispiel für den Triumpf des Grundsatzes über die Versuchung, dem Appetit zu frönen.

Dies zeigt uns, daß junge Männer dank religiöser Grundsätze über die Lüste des Fleisches triumphieren und Gottes Forderungen gegenüber treu bleiben können, selbst wenn es sie ein großes Opfer kostete.

The Review and Herald, 25. Januar 1881; Counsels on Diet and Foods 29-32.




Fleischnahrung

Wenn es uns zum Guten diente, den Wunsch nach Fleischnahrung zu befriedigen, würde ich diesen Aufruf nicht an euch richten.

Ich weiß aber, daß es uns nicht zum Guten dient.

Fleischspeisen sind für das körperliche Wohlbefinden schädlich, und wir sollten lernen, ohne sie auszukommen.

Diejenigen, die vegetarische Nahrung bekommen können, es aber vorziehen, in dieser Angelegenheit ihren eigenen Gelüsten zu folgen, die essen und trinken, wie es ihnen gefällt, werden allmählich gegenüber den Anweisungen unachtsam, die der HERRbezüglich anderer Gesichtspunkte der Wahrheit gegeben hat, und sie verlieren ihr Wahrheitsverständnis.

Sie werden gewiß ernten, wie sie gesät haben.

Testimonies for the Church IX, 156-157.


Es gibt viele, die meinen, sie könnten ohne Fleischnahrung nicht auskommen. Würden solche sich auf des HERRNSeite stellen, fest entschlossen, auf dem Weg seiner Führung zu wandeln, erhielten sie wie Daniel und seine Freunde Stärke und Weisheit: sie würden erleben, daß der HERRihnen ein gesundes Urteilsvermögen schenkt.

Testimonies for the Church IX, 157.


Gott verlangt von seinem Volke ständiges Voranschreiten.

Wir müssen lernen, daß ungezügelter Appetit das größte Hindernis für geistige Reife und Heiligung ist.

Testimonies for the Church IX, 156.



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Daniel 1

 

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