Eine Bedrohung, die alle Christen angeht


In der Einstellung zum Okkultismus und besonders zu dessen wichtigstem Teilgebiet, dem Spiritismus, haben sich in den letzten Jahrzehnten ganz erstaunliche Wandlungen vollzogen, und dies obwohl wir in einem Zeitalter der Technik und der Wissenschaft leben und uns rühmen, das aufgeklärteste Geschlecht aller Zeiten zu sein.

Besonders auffallend ist die weitverbreitete Ablehnung christlichen Glaubensgutes. Dieser steht gleichzeitig eine erstaunliche Leichtgläubigkeit gegenüber. Vielerorts sind Veranstaltungen, die sich um die Verbreitung und Vertiefung christlichen Glaubensgutes bemühen, sehr schlecht besucht, während Einladungen zu Vorträgen und Demonstrationen über Grenzgebiete der Psychologie einen grossen Widerhall finden.

Am Europäischen Kongress für Evangelisation 1971 in Amsterdam hielt Richard Kiese ein Referat über „Spiritismus und Okkultismus“. Diesem Referat entnehmen wir einige recht interessante Einzelheiten: Spiritistische und okkulte Praktiken entfalten eine neue offensive Stosskraft. In der Bundesrepublik gibt es mehr als drei Millionen praktizierende Okkultisten, die jedoch aus Sicherheitsgründen in den grossen Konfessionen bleiben. Unübersehbar ist die Zahl der Menschen, die sich von abergläubischen Vorstellungen beherrschen lassen.

30 % aller Erwachsenen glauben an Horoskope, und 25 % sind der Meinung, es gebe Menschen, die durch den sogenannten bösen Blick, durch Giftmittel oder blosse Berührung eine Art Zauber auslösen könnten.

Besessene, Zauberer, Gesundbeter und Wahrsager gibt es zwischen Turin und Palermo zu Tausenden. Eine italienische Wochenzeitschrift meldet, dass Hunderttausende, vielleicht sogar Millionen, in die Welt der Magie fliehen.

 

In anderen europäischen Ländern und auf den übrigen Kontinenten zeigt sich ein ähnliches Bild. Die Verhaftungen im Zusammenhang mit der Ermordung der amerikanischen Filmschauspielerin Sharon Tate und ihrer Freunde in Hollywood haben die Aufmerksamkeit auf das erneute Auftauchen von Hexerei und Satanskult in den Vereinigten Staaten und besonders an einigen amerikanischen Universitäten gelenkt. Man spricht von einer Renaissance des Okkultismus.

Das öffentliche Leben Brasiliens ist nahezu vom Spiritismus beherrscht. 36 % der Bevölkerung sind Spiritisten. Während der Umbanda-Spiritismus weisse Magie betreibt, Jesus als Menschen gelten lässt und Bibelzitate verwendet, bedient sich der Macumba-Spiritismus der schwarzen Magie und leitet neuerdings auch Sozialwerke. Das Bild rundet sich ab, wenn wir bedenken, dass eine Milliarde Menschen in Ostasien im Ahnenkult leben und 300 Millionen Afrikaner von der All-Dämonisierung überzeugt sind.

Diese kurze Übersicht zeigt, dass Spiritismus und Okkultismus globale Dimensionen erreicht haben. Während eine pervertierte Theologie und rationalistisches Denken den Teufel ins Mittelalter verweisen, unterwandern Aberglauben, Magie und Totenbefragung nahezu alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens. Die Situation ist ähnlich wie am Ende des 19. Jahrhunderts. Als man behauptete, der Teufel sei gestorben, und Nietzsche den Tod Gottes verkündete, befiel die westliche Welt die Seuche der Klopfgeister.

Die Spiritisten entfalten eine weltumfassende Propaganda und reden vom Spiritismus als der „zukünftigen Weltreligion“. Geschätzt wird die Zahl der Anhänger heute schon auf 100 Millionen. Im „Materialdienst“

1 wurde erklärt:

1 „Materialdienst“: Aus der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen im Quell-Verlag Stuttgart, Ausgabe 15. Mai 1966.

„Aber nicht nur die Einzelseelsorge zwingt uns, Spiritismus und Okkultismus ernst zu nehmen. Das endzeitliche Geschehen kann nur dann richtig eingeordnet und gedeutet werden, wenn uns bewusst wird, dass wir einer dämonisierten Weltdiktatur entgegengehen, die letztlich im Satanismus endet.

 

Die Ansatzpunkte zeichnen sich deutlich ab. Politiker werden – wie schon oft in der Geschichte – genarrt von Wahrsagern, Magiern, Hellsehern und Gesundbetern. Künstler vermengen das Chaotische und Labile, das Verzerrte und Gequälte, das Finstere und Obszöne zu einem sumpfigen Brei. In der Lauge dieses Stils zersetzt sich das Menschenantlitz und wird in seinen zerrinnenden Konturen für das Original gehalten.

Wirtschaftler richten sich dutzendweise nach den Prognosen der Horoskope, und Theologen merken oft nicht, dass sie zu Ergebnissen kommen, die der Umbanda-Spiritismus Südamerikas bedenkenlos akzeptieren kann. Die Unterwanderung der Irrlehre und der Vormarsch heidnischer Religionen fügt sich in dieses Gesamtbild ein und kann letztlich nur auf dem Hintergrund der spiritistischen und okkulten Dimension richtig beurteilt werden.“

Diese Entwicklung wäre nicht halb so gefährlich, wenn die sich zu Christus bekennenden Gläubigen eine feste, auf das Wort Gottes gegründete Überzeugung auch auf diesem Gebiet besässen. Leider ist den Spiritisten ein massiver Einbruch in die Reihen der Kirchenzugehörigen gelungen. Darüber muss noch einiges hier aufgeführt werden, damit uns der Ernst der Stunde noch bewusster wird. Es ist ja keine Seltenheit mehr, dass sich sogar Theologen als Handlanger des Spiritismus betätigen. Unter dem hochklingenden Namen „Parapsychologie“ (sie befasst sich mit übersinnlichen, okkulten Bereichen des Seelenlebens) werden sogar in Kirchgemeindehäusern und Kirchen Vorträge veranstaltet, die für den Glauben an Erscheinungen Verstorbener werben.

Vor wenigen Jahren erschien ein Artikel in der amerikanischen Presse, der von der Associated Church Press herausgegeben wurde und den Titel trug: „Psychic Knock at the Church’s Door.“ (Übersinnliches Klopfen an der Tür der Kirche.) Der Anlass dazu war folgender Bericht: Don, ein 19 Jahre alter junger Mann starb am 22. August 1959 an Lymphkrebs. Die Eltern sollen mit ihm einige Jahre später gesprochen haben. Massenhaft wurden die Zeitungen gekauft, die das „Gespräch mit dem Toten“ enthielten.

Einer der Käufer war auch ein Bischof der Episkopalkirche, James A. Pike, der für seinen Skeptizismus der Bibel gegenüber im ganzen Lande bekannt war. Er bezweifelte nicht nur die Autorität der Bibel, sondern die Existenz Gottes überhaupt. Damals glaubte er auch nicht an ein Leben nach dem Tode.

Im Jahre 1966 beging sein Sohn James Selbstmord. Besorgt über diese Tat konsultierte Pike ein Medium namens Ena Twigg. Pike erzählt, in einer Londoner Séance sei er dann das erste Mal mit Jim in Kontakt gekommen, der erklärt habe:

„Ich bin nicht im Fegefeuer.“ Von da an war Bischof Pike ein munterer Kämpfer unter dem Banner des Spiritismus. Im März 1956 hatten eine Anzahl bekannter amerikanischer Christen die Spiritual Frontiers Fellowship in Chicago gegründet mit dem erklärten Ziel, sich dem. Studium der psychischen Erscheinungen zu widmen. Ein Teil des Programms umfasste auch das Heilen durch Medien. Sogar in der bekannten alten Foundry Methodist Church erhielt das weltberühmte Medium Arthur Ford Gelegenheit zu sprechen. In Greenwood, Südkarolina, erschienen zu einem Frühstück um sieben Uhr morgens unter anderem alle protestantischen und katholischen Pfarrer, um Ford zu hören.

Besonders verführerisch sind die Heilungsfeldzüge. Dem Evangelisten E. J. Folkenberg verdanken wir diesbezüglich eine ganze Reihe von Angaben.

 

Erwähnen wir die Tätigkeit von Gordon Turner. Sein Gross-Londoner Heilungsfeldzug veranschaulicht die wachsende Betonung, die der Spiritismus auf körperliche Heilung legt. Unter Turners Führung wurden in der Stadt London eine grosse Zahl spiritistischer Feldzüge vom Stapel gelassen.

Seine Feldzüge sind eine entschlossene Propaganda, die darauf abzielt, durch Vorführung spiritistischer Heilungen die spiritistischen Kirchen mit neuen Anhängern zu füllen. Mit seinem eigenen evangelistischen Spiritistenteam, bestehend aus 10-15 Heilern und unterstützt durch Heiler lokaler Kirchen, mietet er oft den grössten Vortragssaal eines Gebietes. In seine Heilungsversammlungen ist eine ergreifende Darbietung geistlicher Lieder mit besonderen Musikeinlagen mit einbezogen. Das Interesse der Öffentlichkeit ist gross. Gewöhnlich warten lange Reihen auf den Eintritt zu diesen Heilungsversammlungen.

Oft überfluten die Massen, die keinen Eingang in den Hauptsaal mehr finden können, dichtgedrängt die Nebengänge und müssen mit einem kurzen persönlichen Erscheinen Turners zufrieden sein.

Sein Feldzug in Gross-London hat sich solch öffentlichen Beifalls erfreut, dass bereits Pläne für einen Feldzug gelegt worden sind, der ganz England erfassen soll, wobei jede Stadt systematisch in der gleichen Weise durchgearbeitet werden wird.

Das Haupt der spiritistischen Heiler Englands ist wahrscheinlich Harry Edwards, der nach britischen Pressemeldungen bei verschiedenen Gelegenheiten mehreren Mitgliedern der königlichen Familie Bericht erstattet hat. In einem geräumigen Saal an der Peripherie Londons untergebracht, fällt es Edwards und seinem besonders ausgebildeten Helferstab ziemlich schwer, mit der Flut von Ansuchen um Heilung fertig zu werden. Bei mehr als einer Gelegenheit ist er eingeladen worden, seine Heilungsvorführungen bei Sonntagabendgottesdiensten der Kirche von England zu leiten.

Es ist ein Anblick, den man nicht leicht vergisst, wenn man beobachtet, wie eine alte, verkrüppelte, gichtige Frau auf die Rednerbühne getragen wird, wobei sich ihr Gesicht vor Schmerz verzerrt, und man sie dann nach fünf Minuten schmerzlosen spiritistischen Heilens ohne Hilfe, wenn auch unsicher, zu ihrem Platz zurückgehen sieht – eine scheinbar Geheilte!

Man plante für die Zukunft, als die Spiritistische Lyceumbewegung gegründet wurde. Ihrem Programm entsprechend, das sich von dem der gewöhnlichen Sonntagsschulen etwas unterscheidet, besteht die Absicht, „jungen Gemütern die natürlichen Grundsätze des Spiritismus zu vermitteln, so dass sie, wenn sie heranwachsen, auf natürlichem Wege zu ihm kommen werden“. Es ist ein höchst ungewöhnliches Erlebnis, Hunderte von Lyceum-Kindern in einer Stadthalle zusammengedrängt zu sehen und sie ernsthaft religiöse Lieder singen zu hören!

Das Lyceum-Programm umfasst Lieder, Andachtsübungen, körperliche Erholung und Hellsehen.

Es ist nicht schwer, sich den Eindruck einer Tier-Séance auf den empfänglichen Geist eines Kindes vorzustellen. Ein kleiner Junge erzählte die Geschichte von seinem Lieblingshund Prinz, der vor sechs Monaten durch ein Auto getötet wurde. Man male sich die Gefühle dieses Bürschchens aus, als sich dann während einer Kinder-Séance Prinz plötzlich scheinbar materialisierte, um Lieblingskunststücke zu vollführen und sich an der Zuneigung seines kleinen Herrn zu freuen.

Welchen Erfolg würden wir wohl haben, wenn wir diesen Jungen überzeugen wollten, dass das, was er sah und hörte, in Wirklichkeit gar nicht sein geliebter Hund war?

 

 

Das Übernatürliche kommt nicht unbedingt von Gott

Alle diese Berichte veranlassen uns zu einer ganzen Anzahl von Fragen:

Soll der Spiritismus wirklich die ganze Welt gefangennehmen?

Sollen die christlichen Kirchen jenen Machenschaften die Hand reichen, die in der Bibel klar als Wirken satanischer Geister bezeichnet werden?

Sollen sich Trauernde von trügerischen Kundgebungen teuflischer Mächte trösten lassen, statt aus den zuverlässigen Verheissungen des Evangeliums Mut und Hoffnung zu schöpfen? Sollen Christen bei satanischen Werkzeugen, die sich lautstark als Wunderheiler anpreisen, Heilung suchen und so unter die Gewalt finsterer Mächte geraten?

Lassen wir uns die Antwort geben, wie sie vom Evangelisten

George Vandeman2 verfasst wurde:

2 Vandeman, George E.: „Destination Life“, S. 36-40. Pacific Press Publishing Association, Mountain View, California, 1966.

„Ich weiss sehr wohl, wie schwer es ist, die Idee zu erfassen, dass böse Engel tatsächlich Wunder wirken können. Aber sie können und tun es. Und ich bin überzeugt, dass diese Tatsache der Schlüssel ist, um die okkulten Phänomene zu verstehen, mit denen wir heute bombardiert werden. Bitte machen Sie sich eines klar: Das Übernatürliche, das Wunderbare braucht nicht unbedingt von Gott zu kommen! …

Es ist einem gefallenen Engel durchaus möglich, sich als ein anderes Wesen zu verkleiden, tatsächlich die Gestalt eines lieben Verstorbenen anzunehmen. Diese Wesen haben die Intelligenz von Engeln und eine Erfahrung von Tausenden von Jahren, und sie sind Meister der Personifikation; auch mangelt es ihnen nicht an Information. Wenn sie angewiesen werden, eine Familie Jahre hindurch zu beobachten, ist es da ein Wunder, dass sie Grossvaters Stimme kennen, dass sie wissen, wie Tante Susanne sich frisiert und wo Onkel Esra sein Testament versteckte? …

Lassen Sie es mich so freundlich und ernst wie möglich sagen:

Dem Worte Gottes gemäss sind diese Geister, die beanspruchen, die verstorbenen Angehörigen zu sein, weder tote noch lebendige Menschen. Es sind überhaupt keine Menschen! Es sind gefallene Engel, die die Gestalt unserer Lieben annehmen!

Gottes Botschaft für diese kritische Stunde wird eben nicht in den trivialen Enthüllungen von Geistern gefunden, die manchmal die Wahrheit sprechen und manchmal lügen …

Nein, die Hoffnung des Menschen liegt weder in den okkulten Phänomenen noch in Botschaften aus einem kalten, trüben Geisterland noch überhaupt bei den Toten, sondern in dem lebendigen Christus! Der Mensch wird nicht von dem Wort der Toten leben,

,sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht‘
(Matth. 4:4).

Und sein Wort enthält die tröstlichste Verheissung, die jemals der leidenden

Menschheit gegeben wurde:

Ich will ,wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin‘
(Joh. 14:3).

 

Unsern Herrn von Angesicht zu Angesicht sehen, sich mit unseren Lieben in dem herrlichen Licht eines nie endenden Tages zu vereinen, sich nie mehr trennen zu müssen – das ist das Evangelium, das ist die Zukunft, die Golgatha möglich gemacht hat!“

Welche Herausforderung stellt die gewaltige Zunahme des Spiritismus für alle dar, denen die Sache Christi am Herzen liegt! Es muss als heilige Verpflichtung aller Christen gelten, mit der Wahrheit des Wortes Gottes allen satanischen Ansprüchen und Lügen Widerstand zu leisten. Durch die unbiblische Lehre von der Unsterblichkeit der Seele ist der Weg geöffnet worden für das Wirken satanischer Engel. Dieser verkehrte Glaube macht es den bösen Geistern leicht, sich als Geister Verstorbener zu präsentieren und ihr unheilvolles Werk zu treiben.

Es ist daher dringend notwendig, die biblische Lehre über Tod und Auferstehung wieder klar herauszustellen. Die griechische Lehre von der Unsterblichkeit der Seele hat die Auferstehungsbotschaft der Bibel weitgehend verdrängt. Auferstehung bedeutet für viele Christen nur noch ein zweifelhaftes Anhängsel an das Weiterleben der Seele beim Sterben. Die Folgen dieser Verdrängung der zentralen Botschaft von der Auferstehung der Toten zeigen sich in verhängnisvoller Weise im Spiritismus und noch in verschiedenen anderen Bereichen.

Es gilt für jeden Christen, mit der Waffenrüstung des Geistes dem Spiritismus wie allen alten und neuen Täuschungen Satans, allem Aberglauben, aller Zauberei entgegenzutreten. Wir benötigen in diesem Kampf das Wort Gottes, einen lebendigen Glauben und eine Neubesinnung auf das biblische Glaubensgut, auf die Hoffnung des Heils in Jesus Christus. Nur im Lichte des Kreuzes von Golgatha wird der Weg erhellt und der Sieg möglich.

 

 

Ausschnitt aus:


Kein Tod mehr!

Wann beginnt das ewige Leben?

http://www.jesus-christus-erloesungsweg-zum-ewigen-leben.de/kein-tod-mehr-wann-beginnt-das-ewige-leben.php


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