Ein Überblick über die Erfahrung der Gerechtigkeit durch Glauben


Glaube und Werke

Kapitel 14

 

Ein Überblick über die Erfahrung der Gerechtigkeit durch Glauben

 

Jesus kam nach Galiläa, predigte das Evangelium Gottes und sprach: „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ Markus 1,14.15.

Reue ist mit Glauben verknüpft und wird im Evangelium als heilsnotwendig gefordert.

Siehe Matthäus 3,2; 4,17; Markus 1,15; 6,12; Lukas 5,32; 13,3; 15,7; 24,47; Apostelgeschichte 2,38; 3,19; 17,30; 26,20; 2.Timotheus 2,25; 2.Petrus 3,9. Paulus predigte über Buße. Er erklärte z. B. den Ältesten der Gemeinde Ephesus: „Ich habe nichts zurückgehalten von dem, was nützlich ist, dass ich es euch nicht verkündigt und euch gelehrt hätte, öffentlich und in den Häusern, da ich sowohl Juden als auch Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus bezeugte.“ Apostelgeschichte 20,20.21

Ohne Reue und Sinnesänderung gibt es keine Erlösung. Kein uneinsichtiger Sünder kann von Herzen so glauben, dass er die Gerechtigkeit Christi erlangt. Paulus beschrieb diese Sinnesänderung als eine „von Gott gewirkte Traurigkeit“ über die Sünde, die „eine Reue hervorruft, die niemand je bereut“. 2.Korinther 7,10

Eine solche „Buße“ hat in sich nichts Verdienstliches, bereitet aber das Herz darauf vor, Christus als den einzigen Retter und die einzige Hoffnung des verlorenen Sünders anzunehmen. Der Blick auf das Gesetz zeigt dem Sünder seine Schuld. Sie belastet sein Gewissen und macht ihm bewusst, dass er von Gott verurteilt ist. Trost und Hoffnung gewinnt er allein dadurch, dass er auf das Opfer von Golgatha blickt. Wenn er sich auf Gottes Verheißungen beruft und ihn beim Wort nimmt, erfährt er Erleichterung und inneren Frieden. Er ruft aus: „Gott, du hast verheißen, alle die zu retten, die im Namen deines Sohnes zu dir kommen. Ich bin verloren, hilflos und ohne Hoffnung. HERR, rette mich oder ich komme um!“ Im Glauben klammert er sich an Christus und wird vor Gott gerechtfertigt. Doch während Gott gerecht sein und dennoch den Sünder aufgrund der Verdienste Christi rechtfertigen kann (siehe Römer 3,26), kann er keinen Menschen mit dem Gewand der Gerechtigkeit Christi bekleiden, solange der erkannte Sünden praktiziert und bekannte Pflichten vernachlässigt. Gott verlangt die völlige Übergabe des Herzens, ehe die Rechtfertigung stattfinden kann.

Und um gerechtfertigt zu bleiben, bedarf es des beständigen Gehorsams durch aktiven, lebendigen Glauben, der durch die Liebe tätig ist und die Seele reinigt. Über Abraham schreibt Jakobus: „Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, dass der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. So ist die Schrift erfüllt, die da spricht (1.Mose 15,6): ‚Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden‘, und er wurde ‚ein Freund Gottes‘ genannt. Jesaja 41,8.

So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein.“ Jakobus 2,21-24.

Um durch den Glauben gerechtfertigt zu werden, muss ein Mensch dahin kommen, dass die Neigungen und Antriebe seines Herzens durch seinen Glauben kontrolliert werden; und durch Gehorsam wird der Glaube selbst vollendet.

 

Glaube als Bedingung der Verheißung

Ohne Christi Gnade ist der Sünder in einer hoffnungslosen Lage, denn für ihn kann nichts getan werden. Aber durch die göttliche Gnade wird ihm übernatürliche Macht verliehen, die in seinem Verstand, Herzen und Charakter wirkt. Durch die Verleihung der Gnade Gottes wird die hassenswerte Natur der Sünde entlarvt und diese schließlich aus dem Herzen vertrieben. Durch die Gnade werden wir in die Gemeinschaft mit Christus gebracht, um mit ihm im Werk der Erlösung verbunden zu werden. Glaube ist die Bedingung, die Gott als angemessen angesehen hat, um Sündern Begnadigung zu versprechen.

Dabei liegt im Glauben nichts, durch das die Erlösung verdient wird, aber Gott erwartet ihn, weil der Glaube die Verdienste Christi für sich in Anspruch nehmen kann, das Heilmittel gegen die Sünde. Der Glaube kann somit Christi vollkommenen Gehorsam anstelle der Übertretungen und der Unvollkommenheit des Sünders vorweisen. Wenn der Sünder glaubt, dass Christus sein persönlicher Heiland ist, dann vergibt ihm Gott seine Sünden und „rechtfertigt ihn umsonst“ (Römer 3,24) aufgrund seiner nie versagenden Verheißungen. Der reuige Sünder begreift, dass er gerecht gesprochen wird, weil Christus als sein Stellvertreter und Bürge für ihn sein Leben opferte und nun seine Sühne und Gerechtigkeit ist. Paulus schreibt: „Wie heißt es denn in den Heiligen Schriften? ‚Abraham vertraute Gott und glaubte seiner Zusage, und dies rechnete Gott ihm als Gerechtigkeit an.‘ 1.Mose 15,6.

Nun, einem Arbeiter, der Leistungen erbracht hat, wird sein Lohn nicht als etwas Unverdientes angerechnet, sondern als etwas, worauf er Anspruch hat. Wenn dagegen ein Mensch vor Gott keine Leistungen vorzuweisen hat, aber er vertraut auf den, der die Gottlosen annimmt, dann wird ihm sein Glaube als Gerechtigkeit angerechnet.“ Römer 4,3-5

Gerechtigkeit ist Gehorsam gegenüber dem Gesetz. Das Gesetz fordert Gerechtigkeit; sie schuldet der Sünder dem Gesetz, aber er ist unfähig, sie zu erbringen. Der einzige Weg, auf dem er Gerechtigkeit erlangen kann, ist durch Glauben. Durch Glauben kann er Gott die Verdienste Christi darbringen; und der Herr rechnet dem Sünder den Gehorsam seines Sohnes an. Christi Gerechtigkeit wird anstelle des menschlichen Versagens angenommen und Gott nimmt den bereuenden und glaubenden Sünder an; er begnadigt ihn und spricht ihn gerecht. Er behandelt ihn so, als sei er gerecht, und liebt ihn, wie er seinen eigenen Sohn liebt. Siehe Johannes 17,23b.

Auf diese Weise wird ihm „sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet“ (Römer 4,5); und der begnadete Sünder wird immer mehr von Gnade erfüllt und empfängt immer helleres Licht. Er hat die „Liebe und Güte Gottes“ erfahren und kann jubelnd ausrufen: „Er rettete uns nicht, weil wir etwas geleistet hätten, womit wir seine Liebe verdienten; nein, seine Barmherzigkeit hat uns durch eine neue Geburt und die Taufe zu neuen Menschen gemacht. Das wirkte der heilige Geist, den Gott uns durch unseren Retter Jesus Christus in reichem Maße geschenkt hat. So sind wir allein durch seine unverdiente Güte von aller Schuld befreit und warten voller Hoffnung auf das ewige Leben, das wir als seine Kinder erben werden.“ Titus 3,4-7

Ebenso steht geschrieben: „Allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben schenkten, verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden. Das werden sie nicht durch natürliche Geburt oder menschliches Wollen und Machen, sondern weil Gott ihnen ein neues Leben gibt.“ Johannes 1,12.13

Jesus erklärte: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen. Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes hineingehen.“ Johannes 3,3.5 Damit werden keine geringen Anforderungen an uns gestellt, denn wir sollen die Kinder Gottes werden. Wir werden als einzelne errettet; aber in den Tagen der Prüfung und Versuchung werden wir „doch sehen, was für ein Unterschied ist zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient“. Maleachi 3,18.

Im Herrn Jesu Christi werden wir als individuelle Gläubige erlöst. Viele kommen vom rechten Weg ab, weil sie meinen, sie müssten den Himmel erklimmen und etwas tun, um sich die Gunst Gottes zu verdienen. Sie versuchen, sich durch ihre eigenen Bemühungen ohne fremde Hilfe besser zu machen. Das können sie aber niemals schaffen. Christus hat für uns den Weg bereitet, indem er als unser Vorbild lebte, als unser Opfer starb und unser großer Hoherpriester wurde. Er erklärt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Johannes 14,6. Könnten wir aufgrund einer eigenen Anstrengung auch nur einen Schritt auf jener Leiter zum Himmel tun, würden diese Worte Christi nicht wahr sein.

Nehmen wir jedoch Christus an, werden sich gute Werke zeigen; sie sind die Frucht, die erweist, dass wir auf dem Weg des Lebens sind, Christus selbst unser Weg geworden ist und wir jenen Pfad beschreiten, der uns zum Himmel führt.

 

Zugerechnete und verliehene Gerechtigkeit

Innere Gerechtigkeit wird durch äußere Gerechtigkeit bezeugt. Wer innerlich gerecht ist, ist nicht hartherzig und gefühllos, sondern er wächst Tag für Tag mehr in das Bild Christi, indem er an Stärke zunimmt.Wer durch die Wahrheit geheiligt ist, wird selbstbeherrscht sein und den Fußtapfen Christi folgen, bis sich die Gnade in Herrlichkeit verwandelt. Die Gerechtigkeit, durch die wir gerechtfertigt werden, ist zugerechnet; die Gerechtigkeit, durch die wir geheiligt werden, ist verliehen. Die erste ist unser Anrecht auf den Himmel, die zweite unsere Eignung für den Himmel

Ellen Gould White

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

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