Die Versöhnung und das himmlische Heiligtum



Gedanken über das Buch Daniel

Kapitel 10:

Die Versöhnung und das himmlische Heiligtum



Eine wahre Kenntnis des Moralgesetzes ist die Grundlage für die wahre Kenntnis der Versöhnung


Nur diejenigen, die den verbindlichen Charakter des Moralgesetzes anerkennen, können die Natur der Versöhnung erklären.

Christus kam, um zwischen Gott und Menschen zu vermitteln, um den Menschen mit Gott zu vereinen, indem Er ihn anleitete, dem Gesetz Gottes treu zu sein.

Im Gesetz war keine Kraft vorhanden, dem Übertreter zu vergeben.

Jesus allein vermochte des Sünders Schuld zu begleichen.

Die Tatsache aber, daß Jesus die Schuld des reumütigen Sünders bezahlt hat, gibt ihm keinen Freibrief zur fortgesetzten Übertretung des Gesetzes Gottes, sondern er muß fortan in Gehorsam jenem Gesetz gegenüber leben.

Gottes Gesetz war vor der Schöpfung des Menschen vorhanden, andernfalls hätte Adam nicht sündigen können.

Nach Adams Übertretung wurden die Grundsätze des Gesetzes nicht verändert, sondern genau geordnet und ausgedrückt, damit sie dem Menschen in seinem gefallenen Zustand angemessen seien

Nur diejenigen, die das Gesetz Gottes recht achten, können die Versöhnung Christi recht wertschätzen, die ja durch Übertretung des Gesetzes des Vaters notwendig wurde. — The Signs of the Times, 14. März 1878; Selected Messages I, 229-230.232.




Der Evangeliumsplan, der Plan, durch den der Mensch mit Gott vereint oder versöhnt wird, war in den jüdischen Einrichtungen vorausgeschattet.

Daran zu glauben oder nicht, entscheidet unsere Wegrichtung.

So war es seit den Tagen Kains und Abels.

So war es immer und wird es immer sein.

Die Anbetung Gottes durch Schlachtopfer wurde eingesetzt, und wer Ehrfurcht vor Gott hatte, bekannte vor Ihm seine Sünden und hielt mit Dankbarkeit und heiligem Vertrauen Ausschau nach dem Kommen des hellen Morgensterns, der die in Sünde gefallenen Adamssöhne durch Umkehr zu Gott und Glauben an unseren Herrn und Erlöser Jesus Christus zum Himmel führen sollte.

So wurde das Evangelium in jedem Opfer gepredigt, und die Werke der Gläubigen offenbarten fortwährend ihren Glauben an einen kommenden Erretter.


Jesus sagte zu den Juden:

„Wenn ihr Mose glaubtet, würdet ihr auch mir glauben, denn er hat von mir geschrieben.

Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“ Johannes 5,46-47.


Die Kinder Adams stellen das früheste Beispiel der beiden verschiedenen Richtungen dar, die Menschen hinsichtlich göttlicher Forderungen einschlagen.

Abel sah in den Schlachtopfern Christus vorgeschattet.

Kain war hinsichtlich der Notwendigkeit von Schlachtopfern ungläubig, er lehnte es ab zu erkennen, daß Christus im geschlachteten Lamm vorgebildet war, das Blut von Tieren schien ihm ohne Wert zu sein.

Das Evangelium wurde Kain wie auch seinem Bruder gepredigt, aber es war für Kain ein Geruch des Todes zum Tode, weil er im Blut des Opferlammes Jesus nicht als die einzige Vorkehrung zur Errettung des Menschen anerkannte.


Unser Erlöser erfüllte in seinem Leben und Sterben alle Prophezeiungen, die auf Ihn selbst hinwiesen und war die Erfüllung (das Wesen) aller angedeuteten Vorbilder und Schatten.

Er hielt das Sittengesetz und erhöhte es, indem Er dessen Forderungen als Stellvertreter des Menschen nachkam.

Diejenigen in Israel, die sich dem Herrn zuwandten und Christus als das Wesen annahmen, vorausgeschattet durch die vorbildhaften Schlachtopfer, erkannten das Ende dessen, das abgeschafft werden sollte.

Die Verschwommenheit, die das jüdische System wie mit einem Vorhang bedeckte war für sie vergleichbar mit dem Vorhang, der die Herrlichkeit des Antlitzes Moses verdeckte.

Die Herrlichkeit des Antlitzes Moses spiegelte das Licht wider, das Christus in die Welt zum Wohle des Menschen zu bringen kam.


Während Mose mit Gott im Berge abgeschlossen war, wurde ihm der Erlösungsplan, der mit dem Sündenfall Adams begann, in eindrucksvoller Weise offenbart.

Da wußte er, daß gerade der Bote, der die Kinder Israel auf ihren Reisen führte, im Fleisch offenbart werden sollte.

Gottes lieber Sohn, der eins mit dem Vater war, sollte alle Menschen mit Gott vereinen, die an Ihn glauben und Ihm vertrauen würden.

Mose erkannte die wahre Bedeutung des Schlachtopferdienstes.

Christus lehrte Mose den Evangeliumsplan, und die Herrlichkeit des Evangeliums durch Christus erleuchtete Moses Antlitz, so daß die Menschen es nicht anschauen konnten.


Mose selbst war sich der strahlenden Herrlichkeit, die sich auf seinem Antlitz widerspiegelte, nicht bewußt und wußte nicht, weshalb die Israeliten von ihm flohen, als er sich ihnen nahte.

Diejenigen, die die Ansicht hegen, im Alten Bund gebe es keinen Erlöser, haben auf ihrem Verständnis einen ebenso dunklen Vorhang wie die Juden damals, die Jesus verwarfen.

In den Schlachtopfern, die Christus vorausschatteten, bejahten die Juden ihren Glauben an einen kommenden Messias.

Als Jesus jedoch kam, alle Prophezeiungen hinsichtlich des verheißenen Messias erfüllte und die Werke verrichtete, die Ihn als Sohn Gottes kennzeichneten, verwarfen sie Ihn und lehnten es ab, die eindeutigsten Hinweise seines wahren Charakters anzunehmen.

Die Gemeinde Christi andererseits, die den tiefsten Glauben an Jesus bekennt, verleugnet, wenn sie das jüdische System verachtet, in Wirklichkeit Christus, der ja Urheber der gesamten jüdischen Heilseinrichtung war. — The Signs of the Times, 14. März 1878; vgl. Selected Messages I, 236-241; The Review and Herald, 22. April 1902.




Christi Priestertum existiert in zwei Abschnitten:


1. sein Sterben als Schlachtopfer


2. sein Mittlerdienst im Heiligtum


Der Sohn Gottes hat sein Versprechen erfüllt und ist in den Himmel eingegangen, um selbst die Regierung der himmlischen Heerscharen zu übernehmen.

Er erfüllte einen Abschnitt seines Priestertums, indem Er für die gefallene Menschheit am Kreuz starb.

Er erfüllte jetzt einen anderen Abschnitt, indem Er vor dem Vater für die Sache des reumütigen, gläubigen Sünders fleht und Gott die Opfer seines Volkes darbringt. Nachdem Er die menschliche Natur angenommen und in dieser Natur die Versuchungen des Feindes überwunden und göttliche Vollkommenheit erlangt hat, wurde Ihm das Weltengericht übertragen.

Der Fall eines jeden wird in Rückschau vor Ihm ablaufen.

Er wird das Urteil sprechen und einem jeden nach seinen Werken geben. — S.D.A. Bible Commentary VII, 929; Manuskript 42, 1901.



1. Opfer

In Wirklichkeit war der Priester das Sündopfer

Christus setzte in Beratung mit seinem Vater das Opferungssystem ein: anstatt daß der Tod am Übertreter sofort vollzogen wird, soll er auf ein Opfer übertragen werden, dassdas große und vollkommene Opfer des Sohnes Gottes vorausschatten sollte.

Die Sünden des Volkes wurden bildlich auf den dienstausübenden Priester übertragen, der für das Volk ein Mittler war.

Der Priester konnte nicht selbst ein Sündopfer werden und sein Leben versöhnen, denn er war ja selbst ein Sünder.

Anstatt selbst zu sterben, tötete er daher ein fehlerloses Lamm; die Sündenstrafe wurde auf das unschuldige Tier übertragen, das zu seinem augenblicklichen Stellvertreter wurde und das vollkommene Opfer Jesu Christi vorausschattete.

Durch das Blut dieses Opfers blickte der Mensch im Glauben auf das Blut Christi, das die Sünden der Welt versöhnen sollte. — The Signs of the Times, 14. März 1878; Selected Messages I, 230; S.D.A. Bible Commentary VII, 459; Questions on Doctrine 663.



Golgatha: Gottes Mittel zur völligen Überwindung

Das Kreuz von Golgatha ist eine Herausforderung und wird schließlich jede irdische und höllische Macht besiegen.

Im Kreuz hat alle Wirkung ihren Mittelpunkt, und vom Kreuz geht alle Wirkung aus. Es ist der große Mittelpunkt der Anziehung, denn am Kreuz gab Christus sein Leben für das Menschengeschlecht dahin.

Dieses Opfer wurde dargebracht, um den Menschen in seine ursprüngliche Vollkommenheit zurückzuversetzen, ja mehr noch: es wurde dargebracht, um ihm eine völlige Charakterumwandlung zu verleihen und ihn turmhoch siegen zu lassen.

Findet das Kreuz keine günstigen Bedingungen vor, schafft es sich welche.

Von Geschlecht zu Geschlecht wird die Wahrheit für diese Zeit als gegenwärtige Wahrheit offenbart.

Christus am Kreuz war das Mittel, wodurch Gnade und Wahrheit zusammentrafen und Gerechtigkeit und Friede einander küßten.

Dies ist das Mittel, das die Welt bewegen soll. — Manuskript 56, 1899; Questions on Doctrine 661; Manuskript 56, 1899; S.D.A. Bible Commentary VII, 457-458.



Das Versöhnungsopfer ist vollständig

Er (Christus) pflanzte das Kreuz zwischen Himmel und Erde auf, und als der Vater das Opfer seines Sohnes sah, beugte Er sich davor und erkannte die Vollständigkeit des Opfers an.

„Es ist genug“, sagte Er, „die Versöhnung ist vollständig.“ — The Review and Herald, 24. September 1901; S.D.A. Bible Commentary VII, 459; Questions on Doctrine 663.




Das Opfer sollte ein Heilmittel sein, um uns wiederherzustellen

Die Versöhnung Christi ist nicht lediglich ein ausgeklügelter Weg, unsere Sünden zu vergeben: sie ist eine göttliche Arznei zur Heilung der Übertretung und zur Wiederherstellung geistlicher Gesundheit.

Sie ist das vom Himmel bestimmte Mittel, damit die Gerechtigkeit Christi nicht nur auf uns ruhe, sondern auch in unseren Herzen und unserem Charakter sei. — Brief 406, 1906; Questions on Doctrine 668; S.D.A. Bible Commentary VII, 464.



Mit Golgatha endete Christi Aufgabe als die des Opferlamms, nicht aber als die des Erlösers

Als Christus sagte:

„Es ist vollbracht“, antwortete Gott:

„Es ist vollbracht, ich gebe der Menschheit noch eine Chance.“

Der Erlösungspreis ist bezahlt, und Satan fiel wie ein Blitz vom Himmel.

In seiner Fleischwerdung hatte Er die vorgeschriebene Grenze als Opfer erreicht, nicht aber als Erlöser. — Manuskript 111, 1897.




2. Mittlerschaft

Christi Dienst im Heiligtum in zwei verschiedenen Abschnitten

Nach seiner Himmelfahrt begann unser Heiland seinen hohepriesterlichen Dienst für uns.

Paulus sagt:

„Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, das mit Händen gemacht ist, welches ist ein Gegenbild des wahrhaftigen Heiligtums, sondern in den Himmel selbst, um jetzt zu erscheinen vor dem Angesicht Gottes für uns.“ Hebräer 9,24.


Wie sich Christi Dienst in zwei großen Abschnitten vollziehen sollte, von denen jeder eine bestimmte Zeit dauern und einen besonderen Platz im himmlischen Heiligtum haben sollte, so bestand auch der sinnbildliche Dienst aus zwei Teilen, dem täglichen und dem jährlichen, und jedem war eine Abteilung der Stiftshütte gewidmet. — Patriarchen und Propheten 334; Patriarchs and Prophets 357.



A Der tägliche Dienst

Der tägliche Dienst war eine ‚fortgesetzte‘ Versöhnung

Der Weihrauch, der mit den Gebeten Israels aufstieg, stellt Christi Verdienste und Mittleramt dar, seine vollkommene Gerechtigkeit, die seinem Volke durch den Glauben zugerechnet wird.

Durch sie allein kann Gott die Anbetung sündiger Wesen in Gnaden annehmen.

Vor dem Vorhang zum Allerheiligsten stand ein Altar der steten Fürbitte, vor dem Heiligen ein Altar ständiger Versöhnung.

Über Blut und Weihrauch sollten sie sich Gott nahen; Sinnbilder, die auf den großen Mittler hinwiesen.

Durch Ihn können sich Sünder Gottnahen, und durch Ihn allein kann der reuevollen, gläubigen Seele Gnade und Rettung zuteil werden. — Patriarchen und Propheten 330; Patriarchs and Prophets 353.


Wenn man sich dem Kreuz von Golgatha nähert, wird eine Liebe ohnegleichen sichtbar.

Indem man im Glauben die Bedeutung des Opfers erfaßt, sieht man sich als Sünder, verurteilt durch ein übertretenes Gesetz.

Dies ist Reue.

Wenn man demütigen Herzens kommt, erlangt man Vergebung; Christus Jesus wird nämlich als ständig am Altar stehend dargestellt, wie er gerade das Opfer für die Sünden der Welt darbringt.

Er ist ein Diener an der wahren Stiftshütte, die der HERRaufgerichtet hat und kein Mensch.


Die sinnbildlichen Verschattungen des jüdischen Heiligtums besitzen keinerlei Wert mehr.

Eine tägliche und jährliche abbildliche Versöhnung braucht nicht mehr vollzogen werden; das Versöhnungsopfer durch einen Mittler aber ist aufgrund ständiger Übertretungen unerläßlich.

Jesus übt seinen Dienst in Gottes Gegenwart aus und bringt sein vergossenes Blut als eines geschlachteten Lammes dar.

Jesus bringt für jede Übertretung und jeden Mangel des Sünders das Opfer dar.

Christus, unser Mittler, und der heilige Geist treten ständig für den Menschen ein; der Geist aber bittet nicht für uns wie Christus, der sein Blut darbringt, wie es vor Grundlegung der Welt geplant war, sondern der Geist wirkt auf unsere Herzen ein und entlockt Gebete, Reue, Lob und Dank.

Die Dankbarkeit, die von unseren Lippen fließt, rührt daher, daß der Geist auf den Saiten der Seele in heiligen Erinnerungen spielt und so die Musik des Herzens zum Klingen bringt.


Die Gottesdienstversammlungen, die Gebete, das Lob, das reumütige Bekenntnis der Sünde steigen von wahrhaft Gläubigen als Weihrauch zum himmlischen Heiligtum auf; indem sie jedoch durch den verdorbenen Kanal der menschlichen Natur ziehen, sind sie so besudelt, daß sie bei Gott keinerlei Wert besitzen, es sei denn, sie werden durch Blut gereinigt.

Sie steigen nicht in makelloser Reinheit auf, und wenn der Mittler, der zur Rechten Gottes ist, nicht alles durch seine Gerechtigkeit reinigt und so darbringt, kann sie Gott nicht annehmen.

Aller Weihrauch aus irdischen Heiligtümern muß angefeuchtet werden mit den reinigenden Tropfen des Blutes Christi.

Er hält dem Vater das Weihrauchgefäß seiner eigenen Verdienste hin, in denen sich kein Flecken irdischer Verderbtheit befindet.

In dieses Weihrauchgefäß sammelt er die Gebete, das Lob und die Bekenntnisse seines Volkes und vermischt diese mit seiner eigenen makellosen Gerechtigkeit. Dann, durchräuchert mit dem Wohlgeruch der Verdienste Christi, steigt der Weihrauch auf zu Gott, jetzt ganz und gar annehmbar.

Dann fallen Gottes Antworten gnädig aus.


Mögen doch alle sehen, daß alles, was in Gehorsam, Reue, Lob und Dank geschieht, auf das glühende Feuer der Gerechtigkeit Christi gelegt werden muß.

Der Wohlgeruch dieser Gerechtigkeit steigt rings um den Gnadenthron empor wie eine Wolke. — Selected Messages I:343-346; S.D.A. Bible Commentary VI, 1077-1078.



Das Werk Christi für (außer) uns gibt uns ein Anrecht auf den Himmel. Das Werk des heiligen Geistes in uns macht uns bereit für den Himmel.

Ich rufe jedermann auf, der beansprucht, Kind Gottes zu sein, diese große Wahrheit nie zu vergessen, daß wir den Geist Gottes in uns benötigen, um den Himmel zu erlangen und das Werk Christi für uns, um das Anrecht auf das unsterbliche Erbe zu erhalten. — Testimonies to Ministers and Gospel Workers 442.



Das Werk Christi für uns ist uns zugerechnet, und das Werk des heiligen Geistes verleiht uns Heiligkeit.

Die innewohnende Gerechtigkeit wird durch die äußere Gerechtigkeit bezeugt.

Wer innerlich gerecht ist, ist nicht hartherzig und unsympathisch, sondern wächst täglich in das Bild Christi und schreitet von Kraft zu Kraft.

Wer sich durch die Wahrheit heiligen läßt, wird selbstbeherrscht sein und den Fußtapfen Jesu folgen, bis die Gnade in der Herrlichkeit aufgegangen ist.

Die Gerechtigkeit, durch die wir gerechtfertigt werden, ist zugerechnet; die Gerechtigkeit, durch die wir geheiligt werden, ist verliehen.

Erstere ist unser Anrecht auf den Himmel, die zweite unsere Eignung für den Himmel. — The Review and Herald, 4. Juni 1895.




Die praktische Anwendung der vorhergehenden Wahrheiten Innerlich: Gehorsam durch den Geist Äußerlich: Besprengung des Heiligtums mit Blut

Ich glaube an Jesus.

Ich weiß, mein Erlöser liebt mich, und ich liebe meinen Jesus.

Ich ruhe in seiner Liebe trotz meiner Unvollkommenheiten.

Gott hat Christi Vollkommenheit an meiner Statt angenommen.

Er ist meine Gerechtigkeit, und ich traue auf seine Verdienste.

Ich bin sein reumütiges, gläubiges Kind.

Er hat meine sündenbefleckten Kleider weggenommen und mich mit dem Kleid seiner Gerechtigkeit bedeckt.

Bekleidet mit diesem Gewand, stehe ich gerechtfertigt vor dem Vater.

Ich gehöre zu der Zahl derer, die genannt werden als die „erwählt sind nach der Vorsehung Gottes, des Vaters, in der Heiligung durch den Geist.“

1.Petrus 1,1-2.

Und was macht sie zu ‚Erwählten‘?

Gehorsam und die Besprengung mit dem Blute Jesu Christi. — Brief 24, 1895.



Der tägliche Dienst Christi befaßt sich mit Schuld und ihrer Vergebung

Jeder Fehler, jeder Irrtum, wie unbedeutend er auch betrachtet werden mag, hinterläßt eine Narbe in diesem Leben und einen Flecken im himmlischen Bericht. — Our High Calling 227.


Jeder unreine Gedanke befleckt die Seele, beeinträchtigt das sittliche Empfinden und trägt dazu bei, die Spuren des heiligen Geistes auszulöschen.

Der geistliche Blick wird getrübt, so daß die Menschen Gott nicht wahrnehmen können.

Der HERRwill dem reumütigen Sünder vergeben und vergibt ihm auch; dennoch bleibt die Seele beschädigt. — Das Leben Jesu 292; The Desire of Ages 302.


Es mag sein, daß ihr bereut.

Aber selbst wenn Vergebung über euren Namen geschrieben steht, werdet ihr euch einen furchtbaren Verlust zuziehen; denn die Narben, die ihr euren Seelen zugefügt habt, werden bleiben. — Testimonies to Ministers and Gospel Workers 447.



Jesus im Himmel ist mit unserer Schuld beladen, und wir werden als schuldlos betrachtet

Wir müssen auf Jesus als unsere einzige Hoffnung blicken, der unsere Sünden wegnimmt, denn in Ihm ist keine Sünde.

Er wurde für uns zur Sünde gemacht, damit Er unsere Schuld trage und an unserer Statt als schuldig vor dem Vater stehe, während wir, die wir an Ihn als einen persönlichen Erretter glauben, aufgrund seiner Verdienste als rein vom verunreinigenden Einfluß der Sünde betrachtet werden.

Durch die zugerechnete Gerechtigkeit Christi gelten wir als schuldlos.

Christus hat jedem Menschen den Erweis gegeben, daß Er allein in der Lage ist, menschlichen Kummer, Sorge und Sünde zu tragen.

Diejenigen, die Christus als ihren Stellvertreter und ihre Sicherheit betrachten und ihre hilflosen Seelen auf Ihn werfen, können leben, als sähen sie Ihn, der doch unsichtbar ist.

Der Segen:

„Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen“, gehört ihnen ... Christus allein kann uns von Sünden retten, denn Er kann uns seine Gerechtigkeit verleihen und sie auf unser Konto setzen. — The Signs of the Times, 3. Oktober 1895.




B Der jährliche Dienst

Der jährliche Dienst ist eine ‚abschließende‘ Versöhnung und ein ‚besonderes‘ Werk.

Wie der Priester das Allerheiligste einmal im Jahr betrat, um das irdische Heiligtum zu reinigen, so betrat Jesus das Allerheiligste des Himmels am Ende der 2300 Tage von Daniel 8 im Jahre 1844, um eine abschließende Versöhnung für alle zu vollbringen, die sich durch seine Vermittlung helfen lassen wollen und so das Heiligtum zu reinigen. — Erfahrungen und Gesichte 245; Early Writings 253.


Jesus sandte seine Engel, um die Gedanken der enttäuschten Seelen auf das Allerheiligste zu richten, wohin er eingegangen war, um das Heiligtum zu reinigen und eine besondere Versöhnung für Israel zu erwirken.

Jesus sagte den Engeln, daß alle, die zu ihm fänden, das Werk begreifen würden, das er ausführen sollte. — Erfahrungen und Gesichte 242-243; vgl. Early Writings 251.


Auf diese Weise erkannten die, welche dem Licht des prophetischen Wortes folgten, daß Christus, statt am Ende der zweitausenddreihundert Tage im Jahre 1844 auf die Erde zu kommen, damals in das Allerheiligste des himmlischen Heiligtums einging, um das abschließende Werk der Versöhnung, die Vorbereitung auf sein Kommen, zu vollziehen. — Der große Kampf 423; The Great Controversy 422.


So beschloß Christus, als Er das Allerheiligste betrat, um die letzte Aufgabe der Versöhnung zu vollziehen, seinen Dienst in der ersten Abteilung.

Doch als dieser endete, begann der Dienst in der zweiten Abteilung.

Wenn der Hohepriester im Schattendienst am Versöhnungstage das Heilige verließ, betrat er den Ort der Gegenwart Gottes, um für alle Israeliten, die ihre Sünden wahrhaft bereuten, das Blut des Sündopfers darzubringen.

So hatte Christus nur einen Teil seines Werkes als unser Vermittler vollendet, um einen anderen Teil desselben Werkes zu beginnen, wobei er noch immer kraft seines Blutes für die Sünder beim Vater Fürbitte einlegte. — Der große Kampf 430; The Great Controversy 428-9.



Die endgültige Versöhnung ist das ‚Auslöschen der Sünde‘ und findet in den himmlischen Büchen sowie im Sinn der Gläubigen statt

Wie Christus nach seiner Himmelfahrt in die Gegenwart Gottes trat, um sein Blut für die reumütigen Gläubigen geltend zu machen, so versprengte der Priester beim täglichen Dienst für den Sünder das Blut des Opfertieres im Heiligtum.

Das Blut Christi sollte den reuigen Sünder von der Verurteilung durchs Gesetz befreien, aber die Sünde nicht tilgen.

Sie würde im Heiligtum verzeichnet stehen bis zur endgültigen Versöhnung.

So nahm auch im Schattendienst das Blut des Sündopfers die Sünde wohl von dem, der bereute, hinweg, aber sie blieb bis zum Versöhnungstag im Heiligtum.


Am großen Tage der endgültigen Belohnung werden die Toten „nach dem, was geschrieben steht in den Büchern, nach ihren Werken“, gerichtet. Offenbarung 20,12. Dann werden aufgrund des sühnenden Blutes Christi die Sünden aller aufrichtig Bereuenden aus den Büchern des Himmels gelöscht.

So wird das Heiligtum von den verzeichneten Sünden befreit beziehungsweise gereinigt.

Im Vorbild wurde dieses große Versöhnungswerk, das heißt die Tilgung der Sünden, durch die Gottesdienste am Versöhnungstag dargestellt.

Dabei ging es um die Reinigung des irdischen Heiligtums, die durch die Entfernung der Sünden, durch die es verunreinigt worden war, kraft des Blutes vom Sündopfer vollzogen wurde.

Wie bei der endgültigen Versöhnung die Sünden der wirklich Reumütigen aus den Büchern des Himmels getilgt werden sollen, um nie wieder ins Gedächtnis zurückgerufen zu werden, so wurden sie beim Schattendienst in die Wüste hinausgetragen und für immer von der Gemeinde genommen. — Patriarchen und Propheten 334-335; Patriarchs and Prophets 357-358; vgl. GK.


Im sinnbildlichen Dienst hatten nur die, welche zu Gott kamen, um zu bekennen und zu bereuen, deren Sünden durch das Blut des Sündopfers auf das Heiligtum übertragen worden waren, einen Anteil am Dienste des Versöhnungstages.

So werden auch an dem großen Tag der Endversöhnung und des Untersuchungsgerichts nur die Fälle des bekennenden Volkes Gottes in Betracht gezogen.

Das Gericht über die Gottlosen ist eine besondere, von diesem getrennte, später stattfindende Maßnahme.

„Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause Gottes.

So aber zuerst an uns, was will‘s für ein Ende werden mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben?“ 1.Petrus 4,17. — Der große Kampf 480; The Great Controversy 480.


Zum Sündenbock und zur Versöhnung (siehe Offenbarung 20). Weitere erklärende Zeugnisse über die Versöhnung Christi und des Gläubigen (siehe Offenbarung 19; Offenbarung 14 und Offenbarung 13). (Das engl. ‚atone-ment‘, ‚at-one-ment‘ bedeutet ‚Einswerden‘, ‚Zusammenbringen‘).

 


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Gedanken über das Buch Daniel

Kapitel 10

Die Versöhnung und das himmlische Heiligtum

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

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