Die letzte Warnung



Der große Kampf

zwischen Licht und Finsternis

Kapitel 38:

Die letzte Warnung


„Darnach sah ich einen andern Engel niederfahren vom Himmel, der hatte eine große Macht, und die Erde ward erleuchtet von seiner Klarheit. Und er schrie aus Macht mit großer Stimme und sprach: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die große, und eine Behausung der Teufel geworden und ein Behältnis aller unreinen Geister und ein Behältnis aller unreinen und verhaßten Vögel ...

Und ich hörte eine andere Stimme vom Himmel, die sprach: Gehet aus von ihr, mein Volk, daß ihr nicht teilhaftig werdet ihrer Sünden, auf daß ihr nicht empfanget etwas von ihren Plagen!“ Offenbarung 18,1.2.4.


Diese Schriftstelle weist vorwärts auf eine Zeit, da die Ankündigung des Falles Babylons, wie sie der zweite Engel (Offenbarung 14,8) in Offenbarung 14 macht, wiederholt wird, erwähnt aber zudem die Verderbnisse, die in die verschiedenen Gemeinschaften, aus denen sich Babylon zusammensetzt, eingedrungen sind, seitdem jene Botschaft im Sommer 1844 zuerst verkündigt wurde.

Ein schrecklicher Zustand der religiösen Welt wird hier beschrieben.

Mit jeder Verwerfung der Wahrheit werden die Gemüter des Volkes finsterer und die Herzen hartnäckiger werden, bis sie hinter einer ungläubigen Dreistigkeit verschanzt sind.

Den von Gott gegebenen Warnungen zum Trotz verhöhnen sie weiterhin eines der Zehn Gebote, bis sie dahin kommen, die zu verfolgen, die es heilighalten.

Christus wird durch die Geringschätzung, mit der man sein Wort und sein Volk behandelt, für nichts geachtet.

Wenn die Lehren des Spiritismus von den Kirchen angenommen werden, fällt die dem fleischlichen Herzen auferlegte Schranke, und das etwaige Religionsbekenntnis wird zum Deckmantel der niedrigsten Sünde.

Der Glaube an spiritistische Offenbarungen öffnet verführerischen Geistern und Lehren der Teufel die Tür, und auf diese Weise wird der Einfluß der bösen Engel in den Kirchen spürbar.



Von Babylon heißt es zu der Zeit, da es in der Weissagung uns vor Augen geführt wird: „Ihre Sünden reichen bis in den Himmel, und Gott denkt an ihren Frevel.“ Offenbarung 18,5.


Sie hat das Maß ihrer Schuld angefüllt, und das Verderben wird sie schnell überfallen.

Aber Gott hat noch ein Volk in Babylon, und vor der Heimsuchung durch seine Strafgerichte müssen diese Getreuen herausgerufen werden, damit sie nicht, wie erklärt, teilhaftig werden deren Sünden, damit sie nicht etwas empfangen von deren Plagen.

Deshalb ist auch die Bewegung durch den Engel versinnbildet, der vom Himmel herabkommt, die Erde mit seiner Herrlichkeit erleuchtet und mit Macht und starker Stimme die Sünden Babylons verkündigt.

In Verbindung mit einer Botschaft erklingt der Ruf: „Gehet aus von ihr, mein Volk!“

Diese Ankündigungen bilden mit der dritten Engelsbotschaft die letzte Warnung an die Bewohner der Erde.

Furchtbar ist das Ende, dem die Welt entgegeneilt.

Die im Kampf gegen die Gebote Gottes verbundenen Mächte der Erde werden verfügen, daß „die Kleinen und Großen, die Reichen und Armen, die Freien und Knechte“ (Offenbarung 13,16) sich durch die Feier des falschen Sabbats nach den Gebräuchen der Kirche richten müssen.

Alle, die sich weigern, diesen Gebräuchen nachzukommen, werden gesetzlich bestraft werden, und man wird schließlich erklären, daß sie des Todes schuldig sind. Dahingegen verlangt das Gesetz Gottes, das den Ruhetag des HERRN fordert, Gehorsam und bedroht alle Übertreter des Gesetzes mit Zorn.



Wem auf diese Weise der Ausgang des Kampfes deutlich vor Augen geführt worden ist, wer Gottes Gesetz mit Füßen tritt, um einer menschlichen Verordnung zu gehorchen, der empfängt das Malzeichen des Tieres; er nimmt das Zeichen der Untertanentreue gegenüber der Macht an, der er an Gottes Statt gehorchen will.

Die Warnung vom Himmel lautet:

„So jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand, der wird von dem Wein des Zorns Gottes trinken, der lauter eingeschenkt ist in seines Zornes Kelch.“ Offenbarung 14,9.10.


Niemand aber wird den Zorn Gottes erleiden, ehe nicht die Wahrheit vor der Tür seines Herzens und Gewissens Einlaß begehrt hat und verworfen worden ist.

Es gibt viele, die nie Gelegenheit hatten, die besonderen Wahrheiten für diese Zeit zu hören.

Die Verbindlichkeit des vierten Gebots ist ihnen nie im wahren Lichte gezeigt worden.

Der in allen Herzen liest und jeden Beweggrund prüft, wird keinen, den nach Erkenntnis der Wahrheit verlangt, über den Ausgang des Kampfes im unklaren lassen.

Der Erlaß soll dem Volk nicht blindlings aufgenötigt werden, sondern jeder wird hinreichend Licht empfangen, um seinen Entscheid einsichtsvoll treffen zu können.



Der Sabbat wird der große Prüfstein der Treue sein; denn er ist der besonders bekämpfte Punkt der Wahrheit.

Wenn sich die Menschen der letzten endgültigen Prüfung unterziehen, dann wird die Grenzlinie gezogen werden zwischen denen, die Gott dienen, und denen, die ihm nicht dienen.

Während die Feier des falschen Sabbats in Übereinstimmung mit den Landesgesetzen, jedoch im Widerspruch zum vierten Gebot, ein offenes Treuebekenntnis gegenüber einer Macht ist, die Gott feindlich gegenübersteht, wird das Halten des wahren Sabbats im Gehorsam gegen Gottes Gesetz ein Beweis der Treue gegen den Schöpfer sein.

Während eine Klasse durch die Annahme des Zeichens der Unterwerfung unter irdische Mächte das Malzeichen des Tieres empfängt, nimmt die andere das Siegel Gottes an, indem sie das Zeichen der Treue gegen die göttliche Autorität erwählt.




Ehedem wurden Personen, die die Wahrheiten der dritten Engelsbotschaft verkündigten, oft nur als Schwarzseher betrachtet.

Ihre Vorhersagen, daß religiöse Unduldsamkeit in den Vereinigten Staaten die Oberhand gewinnen, daß Kirche und Staat sich zusammenfinden würden, um die zu verfolgen, die Gottes Gebote halten, wurden als grundlos und lächerlich abgetan, und man hat zuversichtlich erklärt, jenes Land könne nichts anderes werden, als es gewesen ist: der Verteidiger der religiösen Freiheit.

Da aber die Frage der Erzwingung der Sonntagsfeier überall erörtert wird, sieht man das so lange bezweifelte Ereignis näher kommen, und die dritte Engelsbotschaft wird eine Wirkung hervorrufen, die vorher nicht da sein konnte.

In jedem Zeitalter hat Gott seine Diener gesandt, um die Sünde zu bestrafen, nicht allein in der Welt, sondern auch in der Kirche.


Das Volk aber wünscht sanfte Reden zu hören, und die lautere, ungeschminkte Wahrheit ist nicht beliebt.

Viele Reformatoren beschlossen bei Beginn ihres Wirkens, mit großer Vorsicht gegen die Sünden der Kirche und des Landes vorzugehen.

Sie hofften durch das Beispiel eines reinen, christlichen Lebens das Volk zu den Lehren der Heiligen Schrift zurückzuführen.

Aber der Geist Gottes kam über sie, wie er über Elia kam und ihn antrieb die Sünden eines gottlosen Königs und eines abtrünnigen Volkes zu tadeln; sie konnten sich nicht zurückhalten, die deutlichen Aussagen der Bibel, selbst die Lehren, die sie vorzubringen zögerten, zu predigen.

Sie mußten die Wahrheit und die Gefahr, die den Seelen drohte, eifrig verkündigen.

Die Folgen nicht fürchtend, sprachen sie die Worte, die der Herr ihnen eingab, und das Volk war gezwungen, die Warnung anzuhören.

Auf diese Weise wird auch die dritte Engelsbotschaft verkündigt werden.

Wenn die Zeit kommt, da sie mit größter Kraft verbreitet werden soll, wird der Herr durch demütige Werkzeuge wirken, indem er die Gemüter derer leitet, die sich ihm zum Dienst weihen.



Die Mitarbeiter werden viel mehr durch die Salbung seines Geistes als durch die Ausbildung wissenschaftlicher Anstalten befähigt werden.

Männer des Glaubens und des Gebets werden sich gedrungen fühlen, mit heiligem Eifer aufzutreten, um die Worte zu verkünden, die Gott ihnen anvertraut.

Die Sünden Babylons werden offenbar werden; die furchtbaren Folgen der Erzwingung der kirchlichen Gebräuche durch den Staat, die Anmaßungen des Spiritismus, die heimliche aber rasche Zunahme der päpstlichen Macht, alles wird entlarvt werden.

Durch diese ernsten Warnungen wird das Volk aufgerüttelt.


Tausende und aber Tausende, die noch nie solche Worte gehört haben, lauschen diesen Warnungen.

Mit Verwunderung hören sie das Zeugnis, daß Babylon die infolge seiner Irrtümer und Sünden gefallene Kirche ist, weil sie die ihr vom Himmel gesandte Wahrheit verworfen hat.

Wendet sich das Volk dann mit der brennenden Frage, ob es wirklich so sei, an seine früheren Lehrer, so erzählen die Prediger Fabeln, prophezeien beruhigende Dinge, um die Besorgnis zu beschwichtigen und das erwachte Gewissen zu besänftigen.

Da sich jedoch viele weigern, sich mit bloßer menschlicher Autorität zu begnügen und ein deutliches „So spricht der HERR“ verlangen, erklären die volkstümlichen Prediger, wie einst die Pharisäer, zornerfüllt, weil ihre Vollmacht in Frage gestellt wird: die Botschaft sei von Satan.

Und sie wiegeln die Sünden liebende Menge auf, jene zu verunglimpfen und zu verfolgen, die die Botschaft verkündigen.


Sowie der Kampf sich auf neue Gebiete ausdehnt und die Aufmerksamkeit des Volkes auf das mit Füßen getretene Gesetz Gottes gelenkt wird, gerät Satan in Aufregung. Die Kraft, welche die Botschaft begleitet, wird jene rasend machen, die ihr widerstehen.

Die Geistlichen werden mit beinahe übermenschlichen Anstrengungen das Licht zu verschließen suchen, damit es nicht auf ihre Herde scheine, und sie werden sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln bemühen, die Besprechung dieser wichtigen Fragen zu unterdrücken.



Die Kirche wendet sich an den starken Arm der Staatsgewalt, und zwar werden sich Katholiken und Protestanten in diesem Bemühen vereinigen.

Wenn die Bewegung, die Sonntagsfeier zu erzwingen, kühner und entschiedener wird, werden die Gesetze gegen diejenigen angerufen werden, die die Gebote Gottes halten.

Man wird sie mit Geldstrafen und Gefängnis bedrohen; einigen wird man einflußreiche Stellungen und andere Belohnungen und Vorteile anbieten, damit sie ihrem Glauben entsagen.

Ihre standhafte Antwort aber lautet:

Beweist uns unseren Irrtum aus dem Worte Gottes, dieselbe Bitte, die Luther unter ähnlichen Umständen ausgesprochen hatte.

Vor Gericht geführt, werden sie die Wahrheit eindeutig rechtfertigen, und manche Zuhörer werden sich entschließen, alle Gebote Gottes zu halten.

So werden Tausende von Menschen das Licht sehen, die es sonst nie geschaut hätten.



Gewissenhafter Gehorsam gegen Gottes Wort wird als Empörung angesehen werden. Von Satan verblendet, werden die Eltern das gläubige Kind hart und streng behandeln; Herrschaften werden ihre Bedienten, die die Gebote halten, unterdrücken.

Die Liebe wird erkalten; Kinder werden enterbt und aus dem Haus getrieben.

Die Worte des Paulus: „Alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden“ (2.Timotheus 3,12) werden buchstäblich in Erfüllung gehen.

Da sich die Verteidiger der Wahrheit weigern, den Sonntag als Sabbat zu ehren, werden manche von ihnen ins Gefängnis geworfen, andere verbannt und etliche wie Sklaven behandelt werden.

Dem menschlichen Verstand scheint dies alles jetzt unmöglich; wenn aber der zügelnde Geist Gottes den Menschen entzogen wird und sie der Herrschaft Satans, der die göttlichen Verordnungen haßt, überlassen bleiben, dann werden sich ungewöhnliche Dinge enthüllen.

Das Herz kann sehr grausam sein, sobald Gottesfurcht und Liebe verschwunden sind.



Wenn der Sturm herannaht, werden viele, die sich zur dritten Engelsbotschaft bekannt haben, aber nicht durch den Gehorsam gegen die Wahrheit geheiligt worden sind, ihren Standpunkt aufgeben und sich zu den Reihen der Gegner schlagen.

Indem sie sich mit der Welt vereinigen und an ihrem Geist teilhaben, kommen sie dahin, die Dinge in nahezu dem gleichen Licht zu betrachten wie die Welt, und wenn die Prüfung an sie herantritt, wählen sie die leichte, allseits beliebte Seite.

Talentvolle Männer von ansprechendem Benehmen, die sich einst der Wahrheit erfreuten, setzen ihre Kräfte ein, um Seelen zu täuschen und irrezuleiten, und werden die bittersten Feinde ihrer ehemaligen Brüder.

Wenn jene, die den Sabbat halten, vor Gericht gestellt werden, um sich um ihres Glaubens willen zu verantworten, sind diese Abtrünnigen die wirksamsten Werkzeuge Satans, sie zu verleumden und anzuklagen und durch falsche Berichte und Einflüsterungen die Herrscher gegen sie aufzuhetzen.



In dieser Zeit der Verfolgung wird der Glaube der Diener des Herrn geprüft werden.

Sie haben im Hinblick auf Gott und sein Wort die Warnung treulich verkündet; Gottes Geist wirkte auf ihre Herzen und zwang sie zu reden.

Von heiligem Eifer angeregt und vom Geist Gottes mit Macht getrieben, gingen sie an die Ausführung der ihnen aufgetragenen Aufgaben, ohne die Folgen zu bedenken, die ihnen durch die Verkündigung des ihnen von Gott eingegebenen Wortes erwachsen könnten.

Sie waren weder auf ihr irdisches Wohlergehen bedacht, noch haben sie danach getrachtet, ihren guten Ruf oder ihr Leben zu bewahren; dennoch werden manche, wenn der Sturm des Widerstandes und der Schmach über sie hereinbricht, von Bestürzung überwältigt, bereit sein auszurufen: Hätten wir die Folgen unserer Worte vorhergesehen, sie wären ungesagt geblieben.



Sie sind ringsum von Schwierigkeiten umgeben.

Satan bestürmt sie mit grimmigen Versuchungen.

Die Aufgabe, die sie in Angriff genommen haben, scheint ihre Fähigkeiten weit zu übersteigen, um sie vollenden zu können. Man droht ihnen, sie umzubringen.

Die Begeisterung, die sie beseelte, ist dahin; sie können nicht mehr den Weg zurückgehen. Dann flehen sie, sich ihrer äußersten Ohnmacht bewußt, zu dem Allmächtigen um Kraft.

Sie erinnern sich, daß die Worte die sie gesprochen haben, nicht ihre eigenen Worte waren, sondern die Worte dessen, der ihnen befohlen hatte, die Warnung zu erteilen. Gott pflanzte die Wahrheit in ihre Herzen, und sie konnten nicht anders, sie mußten sie verkündigen.


Die gleichen Prüfungen haben Männer Gottes in den vergangenen Zeiten durchgemacht.

Wiklif, Hus, Luther, Tyndale, Baxter, Wesley, sie verlangten, daß alle Lehren durch die Bibel geprüft werden sollten und erklärten, sich von allem lossagen zu wollen, was diese verdamme. Gegen diese Männer wütete die Verfolgung mit unerbittlichem Zorn, und doch hörten sie nicht auf, die Wahrheit zu verkündigen.

Verschiedene Abschnitte der Kirchengeschichte zeichnen sich durch die Enthüllung irgendeiner besonderen Wahrheit aus, die den Bedürfnissen des Volkes Gottes zu jener Zeit angemessen war.

Jede neue Wahrheit hat sich ihren Weg durch Haß und Widerstand hindurch gebahnt; wer mit ihrer Erkenntnis gesegnet war, wurde versucht und geprüft.

Wenn es nottut, gibt der HERR dem Volke eine besondere Wahrheit.

Wer wagt es, ihre Verkündigung zu verweigern?

Er gebietet seinen Dienern, der Welt die letzte Gnadenbotschaft vor Augen zu führen. Sie können nicht schweigen, es sei denn unter Gefährdung ihrer eigenen Seele.

Die Gesandten Christi haben mit den Folgen nichts zu tun.

Sie müssen ihre Pflicht erfüllen und das übrige Gott überlassen.



Wird der Widerstand grimmiger, so werden Gottes Diener aufs neue verwirrt; denn es scheint ihnen, als hätten sie die Entscheidung herbeigeführt.

Aber ihr Gewissen und das Wort Gottes geben ihnen die Sicherheit, daß ihr Verhalten richtig war; und wenn die Prüfungen fortdauern, werden sie gestärkt, sie zu ertragen. Der Kampf wird entschlossener und heftiger, aber ihr Glaube und ihr Mut steigen mit der Schwierigkeit ihrer Lage.



Ihr Zeugnis lautet:

Wir wagen es nicht, in Gottes Wort Änderungen vorzunehmen, indem wir sein heiliges Gesetz zertrennen und den einen Teil wesentlich und den anderen unwesentlich nennen, nur um die Gunst der Welt zu gewinnen.

Der Herr, dem wir dienen, ist imstande, uns zu befreien.

Christus hat die Mächte der Erde überwunden; sollten wir uns fürchten vor einer bereits besiegten Welt?



Die Verfolgung in ihren verschiedenen Formen ist die Entfaltung eines Grundsatzes, der so lange bestehen wird, solange Satan lebt und das Christentum Lebenskraft besitzt.

Kein Mensch kann Gott dienen, ohne den Widerstand der Scharen der Finsternis zu erregen. Die bösen Engel, die beunruhigt sind, daß sein Einfluß ihren Händen die Beute entreißen möchte, werden ihn bestürmen, und böse Menschen, die sich durch sein Beispiel gestraft fühlen, werden sich mit jenen Engeln vereinen, ihn durch lockende Versuchungen von Gott zu trennen.

Bleiben diese erfolglos, wird Gewalt angewendet, um das Gewissen zu zwingen.


Doch solange Jesus im himmlischen Heiligtum der Vermittler des Menschen bleibt, werden Herrscher und Volk den beschränkenden Einfluß des heiligen Geistes spüren. Noch immer beherrscht er in einem gewissen Grade die Gesetze des Landes. Wäre es nicht um dieser Gesetze willen, der Zustand der Welt würde viel schlimmer sein, als er jetzt ist.

Während viele unserer hohen Beamten wirksame Helfer Satans sind, hat Gott seine Mitarbeiter auch unter den führenden Männern des Volkes.

Der Feind wirkt auf seine Knechte ein, Maßnahmen vorzuschlagen, die das Werk Gottes beträchtlich hindern würden; aber Staatsmänner, die den HERRN fürchten, werden von heiligen Engeln beeinflußt, sich solchen Vorschlägen mit unwiderlegbaren Beweisen zu widersetzen.

Auf diese Weise werden wenige Männer einen mächtigen Strom des Übels aufhalten. Der Widerstand der Feinde der Wahrheit wird zurückgedrängt werden, damit die dritte Engelsbotschaft ihre Aufgabe erfüllen kann.

Wird dann die letzte Warnung verkündigt, so ist die Aufmerksamkeit dieser führenden Männer, durch die der HERR nun wirkt, gefesselt, und manche von ihnen werden sie annehmen und sich während der Zeit der Trübsal dem Volke Gottes anschließen.



Der Engel, der der Verkündigung der dritten Engelsbotschaft folgt, soll die ganze Erde mit seiner Herrlichkeit erleuchten. Hier wird ein Werk von weltumspannender Ausdehnung und ungewöhnlicher Kraft vorhergesagt.

Die Adventbewegung von 1840 bis 1844 war eine herrliche Offenbarung der Macht Gottes.

Die erste Engelsbotschaft wurde zu jeder Missionsstation in der Welt getragen, und in einigen Ländern herrscht die größte religiöse Bewegung, die seit der Reformation des 16. Jahrhunderts in irgendeinem Lande gesehen wurde, aber noch weit größer wird die mächtige Bewegung sein, die durch die letzte Warnung des dritten Engels entstehen wird.

Diese Bewegung wird der des Pfingsttages ähnlich sein.

Wie der „Frühregen“ in der Ausgießung des heiligen Geistes am Anfang der Apostelzeit fiel, um das Aufsprießen des köstlichen Samens zu bewirken, so wird der „Spätregen“ am Ende der Tage ausgegossen werden, damit die Ernte reife.



„Dann werden wir acht darauf haben und fleißig sein, daß wir den Herrn erkennen. Denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spätregen, der das Land feuchtet.“ Hosea 6,3.

„Und ihr, Kinder Zions, freuet euch und seid fröhlich im HERRN, eurem Gott, der euch Lehrer zur Gerechtigkeit gibt und euch herabsendet Frühregen und Spätregen.“ Joel 2,23.

„Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen ...

Und soll geschehen, wer den Namen des HERRN anrufen wird, soll selig werden.“ Apostelgeschichte 2,17.21.



Das große Werk des Evangeliums wird mit keiner geringeren Offenbarung der Macht Gottes schließen als derjenigen, die seinen Anfang kennzeichnete.

Die Weissagungen, die in der Ausgießung des Frühregens am Anfang der frühchristlichen Zeit ihre Erfüllung fanden, werden sich am Ende der christlichen Geschichte im Spätregen erfüllen.

Es ist die Zeit der Erquickung, der auch der Apostel Petrus entgegensah, als er sagte: „so tut nun Buße und bekehret euch, daß eure Sünden vertilgt werden; auf daß da komme die Zeit der Erquickung von dem Angesichte des HERRN wenn er senden wird den, der euch jetzt zuvor gepredigt wird, Jesus Christus.“ Apostelgeschichte 3,19.20.


Diener Gottes mit leuchtendem und vor heiligem Eifer strahlendem Angesicht werden von Ort zu Ort eilen, um die Botschaft vom Himmel zu verkündigen. Tausende werden die Warnung über die ganze Erde verbreiten.

Erstaunliche Taten werden gewirkt, Kranke geheilt werden, Zeichen und Wunder werden den Gläubigen folgen.

Auch Satan wird lügenhafte Wunder wirken und sogar Feuer vom Himmel fallen lassen vor den Menschen. Offenbarung 13,13.



Auf diese Weise werden die Bewohner der Erde gezwungen, sich zu entscheiden.

Die Botschaft wird nicht so sehr durch Beweisführungen als durch die tiefe Überzeugung des Geistes Gottes verbreitet werden.

Die Beweise sind vorgetragen worden. Der Same ist ausgestreut und wird nun aufsprießen und Frucht bringen.

Die durch Missionsarbeiter verbreiteten Druckschriften haben ihren Einfluß ausgeübt; doch sind viele, deren Gemüter ergriffen waren, verhindert worden, die Wahrheit völlig zu verstehen oder ihr Gehorsam zu leisten.

Nun dringen die Lichtstrahlen überall durch, die Wahrheit wird in ihrer Klarheit gesehen, und die aufrichtigen Kinder Gottes zerschneiden die Bande, die sie gehalten haben. Familienverhältnisse und kirchliche Beziehungen sind jetzt machtlos, sie zurückzuhalten.

Die Wahrheit ist köstlicher als alles andere.

Ungeachtet der gegen die Wahrheit verbündeten Kräfte stellt sich eine große Schar auf die Seite des HERRN.



Der große Kampf

zwischen Licht und Finsternis

Kapitel 38:

Die letzte Warnung

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

Bücher von Ellen Gould White als PDF

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