Die Aufgabe des Volkes Gottes


 Glaube und Werke

Kapitel 8

 

Die Aufgabe des Volkes Gottes

 

Die Aufmerksamkeit des gesamten Himmels richtet sich interessiert auf jene, die sich das Volk nennen, das die Gebote Gottes hält. Hier sind die Menschen, die alle wertvollen Verheißungen Gottes in Anspruch nehmen könnten, die von Herrlichkeit zu Herrlichkeit und von Stärke zu größerer Stärke gehen müssten, und die Gottes Herrlichkeit in den Werken, die sie tun, offenbaren müssten. Jesus sagte: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Matthäus 5,16.

Wir haben den reichen Segen Gottes empfangen, aber an diesem Punkt dürfen wir nicht stehen bleiben. Wir müssen immer mehr von den göttlichen Lichtstrahlen des Himmels einfangen. Wir sollen dort stehen, wo wir das Licht empfangen und seine Herrlichkeit auf den Weg anderer Menschen lenken können. Noch nie gab es eine Zeit, in der wir mehr Mut und Vertrauen in das Werk Gottes haben konnten als heute.

Viele Menschen in unserer Welt halten die Gebote Gottes nicht und behaupten das auch nicht, und beanspruchen dennoch alle seine Segnungen. Sie möchten seine Verheißungen annehmen und sich aneignen, ohne die Bedingungen zu beachten, auf die sie sich gründen. Sie haben daher kein Recht auf die Segnungen, die sie beanspruchen. Aber warum sollten nicht jene, die seine Gebote halten, die Verheißungen beanspruchen, die den Kindern Gottes gegeben wurden? Wir können die Gerechtigkeit Christi im Gesetz erkennen. Am Kreuz, (wörtlich Pfahl), von Golgatha sind sich „Gnade und Wahrheit begegnet, Gerechtigkeit und Frieden haben sich geküsst“. Psalm 85,11.

 

Diese Verbindung sollte auch an unserem Wirken sichtbar werden. Wahrheit und Gerechtigkeit müssen in Verbindung mit der Liebe Gottes, wie sie in Jesus offenbar wurde, dargestellt werden. Welche Reinheit wird dann sichtbar werden! Und welch eine Reinigung von jedem moralischen Makel wird sich dann als notwendig erweisen! Wenn sie geschehen ist und die Menschen die Herrlichkeit des Erlösers, seine Barmherzigkeit und sein Mitgefühl betrachten, wird in ihnen der Starrsinn, der so viele vom Licht fern gehalten hat, völlig zerschmelzen. Jeder von uns muss auf „den Eckstein“ Christus fallen und „zerschellen“. Matthäus 21,42.44.

Wird es dann einen geben, der seinen Eigensinn behält? Wird es einen geben, der an seiner Selbstgerechtigkeit festhält? Wird es einen geben, der die Herrlichkeit Christi nicht erkennt? Gibt es hier ein Herz, dass durch die Liebe Jesu nicht unterworfen wird? Wird irgendjemand einen Funken Eigendünkel behalten? Wir müssen noch näher zu Gott kommen. Warum waren unsere Herzen so wenig empfänglich für die Liebe Gottes? Warum haben wir über unseren himmlischen Vater so hart geurteilt? Aufgrund des Lichts, das Gott mir gegeben hat, weiß ich, dass Satan ihn auf jede nur mögliche Weise falsch dargestellt hat. Er hat seinen höllischen Schatten quer über unseren Weg geworfen, damit wir unseren Gott nicht als Gott der Barmherzigkeit, des Mitgefühls und der Wahrheit erkennen können. Deshalb ist die Härte in unsere Seelen gedrungen. Und dann haben wir über die Finsternis gesprochen, die Satan über uns ausgebreitet hat, und haben unseren Zustand beklagt. Auf diese Weise haben wir jedoch nur den Schatten über andere Menschen ausgebreitet, und das, was uns verletzt hat, hat auch sie verletzt. Durch unsere Worte des Unglaubens wurden andere in Finsternis und Zweifel gestürzt.

Wir können uns ein solches Verhalten nicht leisten. So rücken wir unseren gütigen himmlischen Vater in ein falsches Licht. Das sollte sich alles ändern. Wir müssen die Lichtstrahlen der göttlichen Wahrheit sammeln und unser Licht auf den dunklen Weg anderer leuchten lassen. Das Licht des Himmels scheint denen, die Christus, dem „Licht der Welt“, folgen wollen. Er sagt: „Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Johannes 8,12.

Welchen Eindruck vermittelt ihr der Welt von der Religion Christi, wenn ihr hadert und klagt und von Sorgen erfüllt seid? Wer die Gebote Gottes hält, sollte deutlich zeigen, dass die Wahrheit die Seele heiligt, die Gedanken kultiviert und reinigt, und den Charakter und das Leben erhebt. Christus ist gestorben, damit das moralische Bild Gottes in unserer Seele wiederhergestellt und an die Menschen um uns gespiegelt wird. Wir müssen immer tiefer aus der Quelle des Lebens trinken.

 

Ich hoffe, dass niemand zufrieden gestellt ist, ohne ein gründliches Werk für die Ewigkeit vollbracht zu haben. Von nun an sollte an eurer Unterweisung und eurem Beispiel zu erkennen sein, dass ihr Repräsentanten Christi seid. Ihr werdet ein lebendiges Zeugnis verkündigen können: „Hört, was der HERR für mich getan hat.“ Der HERR ist bereit, noch größere Segnungen auszuteilen. Der HERR ließ alle seine Güte an Mose vorüberziehen (siehe 2.Mose 33,19); er zeigte ihm seinen Charakter als einen Gott, der „barmherzig und gnädig und geduldig ist und Missetat, Übertretung und Sünde vergibt“. 2.Mose 34,6.7. Mose sollte dem Volk Israel diesen Charakter darstellen und wir haben die gleiche Aufgabe. Wir sollen uns aufmachen, die Güte Gottes zu verkündigen und den Menschen seinen wahren Charakter zu verdeutlichen.

Wir sollen seine Herrlichkeit widerspiegeln. Haben wir das in der Vergangenheit getan? Haben wir den Charakter unseres HERRN durch Unterweisung und Beispiel offenbart? Haben wir uns nicht dem Werk des Seelenfeindes angeschlossen und unseren himmlischen Vater falsch dargestellt? Haben wir nicht über unsere Geschwister geurteilt und ihre Worte und Taten kritisiert? Dann war die Liebe zu Gott nicht in unseren Herzen inthronisiert. Lasst uns daher eine entschiedene Veränderung vollziehen.

Ellen Gould White

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

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