Der Sabbat im Gesetz und bei der Schöpfung


 

von Tina Eißner

 

Der Sabbat wird im Alten Testament, entgegen häufigen Argumenten, nicht erst in der Gesetzgebung im Sinai erwähnt.

Die erste Aufforderung Gottes, den Sabbat, den Siebenten Tag, zu heiligen, erging an Adam und Eva im Paradies, lange bevor es das Volk der Juden gab. Indem Gott Adam und Eva aufforderte, den Sabbat zu halten, erging dieses Gebot damit gleichsam an alle Menschen bis heute. Es ist ein Gedächtnis der Schöpfung, bzw. des Schöpfers.

(1. Mose 2.1-4)

 

Das Sabbatgebot wird als nächstes im 2. Mose erwähnt, jedoch vor der Gesetzgebung am Sinai. Als Mose den Israeliten gebot, in der Wüste das Manna zu sammeln, schärfte er ihnen ein, dass sie jeden Tag nur für einen Tag sammeln sollten, weil es sonst verderben würde. Am Freitag jedoch, am Tag vor dem Sabbat, sollten Sie für zwei Tage sammeln, für Freitag und Sabbat. Sie sollten daraus backen und kochen was sie wollten, als Vorrat für den darauffolgenden Sabbattag. Es würde nicht verderben wie an den anderen Tagen. (2. Mo 16.5,22-30)

 

Die Erwähnung des Sabbats in den zehn Geboten, wie sie im 2. und 5. Buch Mose dargelegt sind, bestätigt und erhebt die Bedeutung des Sabbats. Er ist nicht mehr nur Gedächtnis der Schöpfung und des Schöpfers, sondern auch Erinnerung an den Erlöser und die Erlösung.

 

Das häufigste Argument, dass gegen den Sabbat verwendet wird, ist heute wahrscheinlich die Behauptung, die 10 Gebote seien nicht mehr gültig.

Aber wenn Paulus im Römerbrief argumentiert, dass wir nicht mehr unter der Knechtschaft des Gesetzes sind, sondern unter der Gnade, meinte er damit wirklich, dass das ewige und unveränderliche Gesetz Gottes, die 10 Gebote abgeschafft seinen? Er selber sagte: „Wie? Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne!

 

Sondern wir richten das Gesetz auf.“ (Röm 3.31) Und weiter: „So ist also das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.“ (Röm 7.12). Wenn Paulus sich gegen das Gesetz wendet, so unter dem Aspekt, dass uns das Gesetz nicht von unseren Sünden erlöst. Es ist nicht dazu gedacht, und vermag dieses auch nicht. Aber genau das war der Ansatz der meist werksgerechten Juden seiner Zeit. Durch das Halten der Gebote wollten Sie vor Gott gerecht werden, Vergebung der Sünden erlangen, ihr Leben ändern. Paulus weißt ihnen nun nach, dass dies nicht geht. Sündenvergebung geschieht nur durch den Glauben an das Opfer Jesus. Doch damit wird nicht das Gesetz Gottes, die 10 Gebote, die er mit seinem eigenen Finger in den Stein meißelte, abgeschafft. Wohl verloren das Opfersystem und die jüdischen Feste, die als Vorschattung und Antitypus für Christus und seinen Dienst für die Menschen standen, ihre Bedeutung.

 

Nicht jedoch die 10 Gebote, von denen Christus in der Bergpredigt sagte: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, dass Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich ich sage euch: Bis Himmel oder Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.“

 

Jesus macht in der Bergpredigt die ungebrochene Bedeutung der 10 Gebote klar, indem er anhand von Beispielen auf die Radikalität der Gebote hinweist, wie man sehr gut bei seinen Ausführungen über Ehebruch und Morden sehen kann. Nirgends deutet er auch nur an, dass die 10 Gebote für seine Nachfolger nicht mehr verbindlich seien.

Wie sollte es auch sein: mußte er doch für uns sterben, damit der Gerechtigkeit des Gesetzes Gottes, von der es heißt: „Der Sünde Sold ist der Tod“ (Röm 6,23), „ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung“(Hebr 9.22), genüge getan wird. Er musste sterben, damit wir nicht sterben müssen, weil wir von Anfang bis Ende Übertreter seines Gesetzes sind. Nur indem wir sein stellvertretendes Opfer annehmen, indem wir mit Christus durch die Taufe sterben und mit ihm zu einem neuen Leben im Glauben „auferstehn“, wird dem Gesetz getan genüge getan.

 

Aber können wir deshalb weiter sündigen? Denn Übertretung des Gesetzes ist Sünde. Hat Christus uns mit seinem Tod die Freiheit gegeben, zu morden, lügen, stehlen, ehebrechen? Der Glaube an Christus macht uns dankbar ihm gegenüber und das Bemühen, seine Gebote zu halten, die ihn dem Gebot der Gottes- und Nächstenliebe zusammengefaßt sind (Matt 22.37-40).

 

Christus macht es uns überhaupt es möglich, die Gebote zu halten, und zwar im Blick auf ihn und im Leben aus Seiner Kraft und seiner Vergebung. (Röm 7,8). Mit menschlicher Kraft allein, als sündige Wesen, ist es unmöglich, den Forderungen des Gesetzes Gottes genüge zu tun, was Paulus im Römerbrief, Kapitel 6,7,8, deutlich macht. So ist auch der Sabbat nicht Vorbedingung zur Vergebung, wie auch die anderen Gebote nicht. Er ist aber, wie die anderen neun Gebote Maßstab und Lebensregel für die, die von Christus Vergebung und ein Neues Leben erhalten haben. Wenn man den Sabbat als Gedächtnis der Schöpfung und der Erlösung hält, so geschieht dies aus Liebe und Dankbarkeit zu Gott, im Wissen, dass seine 10 Gebote für die Beziehung zu ihm und für das Zusammenleben untereinander Regel und Anleltung sind.

 

Tina Eißner

 

www.shabbat-shalom.de

 

www.bibel-aktuell.org


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