Der bessere Weg zu einem neuen Leben



Der bessere Weg zu einem neuen Leben

Kapitel 1

Gottes Liebe — stärker als der Tod

 Ellen Gould White

 

Die Schöpfung und die Heilige Schrift bezeugen gleicherweise die Liebe Gottes. Unser Vater im Himmel ist die Quelle des Lebens, der Weisheit und der Freude. Man kann nur staunen, wie wunderbar die Werke der Schöpfung den Bedürfnissen der Menschen und aller anderen Lebewesen entsprechen! Sonnenschein und Regen sorgen für Wachstum und Gedeihen, Wälder, Wiesen und Meere bieten Schutz und Nahrung. Gott sorgt liebevoll für alle Geschöpfe und stillt täglich ihre Bedürfnisse.

Der Psalmdichter David faßt diesen Gedanken so zusammen:

„Alle blicken voll Hoffnung auf dich, und jedem gibst du Nahrung zur rechten Zeit. Du öffnest deine Hand, und alles, was lebt, wird satt.“

Psalm 145,15.16.

Gott hat den Menschen vollkommen erschaffen. Als die Erde aus der Hand des Schöpfers hervorging, wies sie weder Spuren des Verfalls noch Anzeichen eines Fluches auf. Das änderte sich an dem Tag, als sich der Mensch gegen Gottes Willen auflehnte und das Gesetz der Liebe mißachtete. Die Folgen des Ungehorsams waren schrecklich: Leid und Schmerz zogen in die einst vollkommene Welt ein — schließlich gar der Tod. Doch selbst im Leid offenbarte sich noch Gottes Liebe.

Zwar steht geschrieben, daß (1.Mose 3,17) Gott den Acker um des Menschen willen verfluchte, aber selbst die Dornen und Disteln—wir könnten auch sagen: die Schwierigkeiten und Belastungen, denen wir auf Schritt und Tritt begegnen—sind noch zu unserem Besten bestimmt.

Im Heilsplan Gottes sollen sie dazu beitragen, die Menschheit herauszuführen aus Niedergang und Verderben, die durch die Sünde verursacht wurden. Die ganze Welt leidet an der unheilbaren Krankheit „Sünde“. Dennoch gibt es auf Erden nicht nur Leid und Elend.

Wer die Natur aufmerksam betrachtet, entdeckt auch vieles, was tröstet und erfreut. Selbst Disteln tragen Blüten, und auf dornigen Stengeln wachsen wunderschöne Rosen. „Gott ist die Liebe!“ So steht es geschrieben auf jeder sich öffnenden Knospe, auf jedem Grashalm. Vögel singen ihre Lieder; Blumen erblühen in schier unerschöpflicher Farbenpracht; Bäume prangen im üppigen Grün ihres Blätterschmucks— und sie alle verkünden: Es gibt einen Vater im Himmel, der uns liebt und für uns sorgt.

Gott offenbart sich auch in seinem Wort.

Als Mose betete:

„Laß mich doch deine Herrlichkeit sehen“, antwortete ihm der HERR:

„Ich werde in meiner ganzen Pracht und Hoheit vorüberziehen und meinen Namen ‚Der HERR‘ ausrufen.“

Und so stellte sich Gott selbst dar: „Ich bin der HERR! HERR ist mein Name. Ich bin ein Gott voll Liebe und Erbarmen. Ich habe Geduld, meine Güte und Treue sind grenzenlos. Ich erweise Güte über Tausende von Generationen hin, ich vergebe Schuld und Verfehlung; aber ich lasse nicht alles ungestraft hingehen.“

2.Mose 34,5.6.

Ähnlich äußerten sich die Propheten Jona und Micha:

„Du bist voll Güte und Erbarmen, du hast Geduld mit den Menschen, deine Liebe hat keine Grenzen.“

Jona 4,2.

„Güte und Liebe zu erweisen, macht dir Freude.“

Micha 7,18.

 

Durch unzählige Beweise seiner Liebe im Himmel und auf Erden will der HERR unsere Herzen zu sich ziehen. In den Werken der Schöpfung, in den innigsten und zartesten Bindungen, die das menschliche Herz kennt, möchte er sich uns offenbaren. Doch all das ist nur ein unvollkommenes Abbild seiner Liebe zu uns.

Trotz dieser vielen Beweise göttlicher Liebe versucht Satan, die Herzen der Menschen so zu verblenden, daß sie nur mit Furcht auf Gott schauen und in ihm einen unbarmherzigen Richter sehen, der auf Gerechtigkeit pocht und unerfüllbare Forderungen erhebt.

Er stellt den Schöpfer so dar, als ob er nur darauf aus wäre, im Leben der Menschen Fehler zu finden, um dann über sie zu Gericht zu sitzen. Jesus kam auf die Erde und lebte unter uns, um dieses Zerrbild von Gott zu beseitigen und zu zeigen, wie Gott wirklich ist.

Darauf wiesen Johannes und Matthäus, zwei Jünger Jesu, nachdrücklich hin:

„Kein Mensch hat Gott jemals gesehen. Nur der einzige Sohn, der ganz eng mit dem Vater verbunden ist, hat uns gezeigt, wer Gott ist.“

Johannes 1,18.

„Nur der Vater kennt den Sohn, und nur der Sohn kennt den Vater — und jeder, dem der Sohn ihn zeigen will.“

Matthäus 11,27.

 

Als einer der Jünger die Bitte äußerte: „Zeige uns den Vater!“, antwortete Jesus „Nun bin ich so lange mit euch zusammen gewesen, Philippus, und du kennst mich immer noch

nicht? Jeder, der mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.“

Johannes 14,8.9.

Jesus umriß seine Aufgabe mit den Worten:

„Der HERR hat mich mit seinem Geist erfüllt. Er hat mich bevollmächtigt und mir den Auftrag gegeben, den Armen gute Nachricht zu bringen; den Gefangenen zu verkünden, daß sie frei sein sollen, und den Blinden, daß sie sehen werden.“

Lukas 4,18.

 

Darum ging es ihm also. Er zog umher, tat Gutes, heilte die Kranken und befreite alle, die unter der Herrschaft Satans stöhnten und frei werden wollten. Es gab Dörfer, wo kein Seufzen und Klagen mehr zu hören war; denn Jesus war hindurchgegangen und hatte die Kranken geheilt. Seine Werke waren der Beweis seiner göttlichen Sendung. Liebe, Barmherzigkeit und tiefes Mitgefühl zeigten sich in all seinem Tun. In liebevollem Erbarmen ging er jedem nach. Er nahm menschliche Gestalt an, um uns in unseren Nöten besser zur Seite stehen zu können.

Die Ärmsten und Geringsten scheuten sich nicht, zu ihm zu kommen; selbst die Kinder fühlten sich zu ihm hingezogen. Nie war er unfreundlich, nie sprach er ohne Grund ein hartes Wort, nie verletzte er ein empfindsames Herz. Er sagte die Wahrheit, aber stets in Liebe.

Er verurteilte keinen seiner Schwäche wegen, aber wenn ihm Heuchelei, Unglaube und Bosheit begegneten, hielt er mit seinem Tadel nicht hinter dem Berg.

Er weinte über seine geliebte Stadt Jerusalem, die sich weigerte, ihn aufzunehmen als den, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Obwohl die Menschen in Jerusalem den Heiland verworfen hatten, blickte er doch mit liebevollem Erbarmen auf sie.

In seinen Augen war jeder Mensch wertvoll. Seine göttliche Würde hinderte ihn nicht, sich um jeden einzelnen zu kümmern. Selbst im verstocktesten Menschen sah er bis zuletzt einen Sünder, den es zu retten galt. So offenbarte sich im Leben Jesu das Wesen Gottes. Aus dem Herzen des Vaters strömt Barmherzigkeit, die in Christus für uns sichtbar wurde und die für jeden da ist. Jesus lebte, litt und starb, um uns zu erlösen.

Er nahm unsere Schmerzen auf sich, damit wir ewige Freude genießen können.

Mit Zustimmung des Vaters kam der Sohn Gottes aus einem Reich unbeschreiblicher Herrlichkeit in eine von Sünden verderbte und vergiftete Welt, die im Schatten des Todes und unter dem Fluch der Sünde lag.

Er tauschte die Anbetung der Engel im Himmel gegen die Beleidigungen und Demütigungen auf dieser Erde — bis hin zu Haß und Mord.

„Die Strafe für unsere Schuld traf ihn, und wir sind gerettet. Er wurde verwundet, und wir sind heil geworden.“

Jesaja 53,5.

 

In der Wüste, in Gethsemane und am Kreuz lud der Gottessohn die Last der Sünde auf sich. Er, der eins war mit Gott, erlitt am eigenen Leibe die furchtbare Trennung, die durch die Sünde zwischen Gott und den Menschen entstanden war. Schmerz und Trauer darüber erschütterten ihn so sehr, daß er ausrief:

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Matthäus 27,46.

Das Gewicht der Sünde und das Wissen um ihre vernichtende Macht brachen ihm das Herz. Doch Christus mußte die Liebe des Vaters zu uns Menschen nicht erst durch sein Opfer wecken. Er mußte ihn auch nicht gnädig stimmen; denn „Gott liebte die Menschen so sehr, daß er seinen einzigen Sohn hergab.“

Johannes 3,16.

Der Vater liebt uns also nicht deshalb, weil sein Sohn für uns starb, vielmehr ist es gerade umgekehrt: Weil Gott uns liebt, opferte er seinen Sohn für uns am Kreuz.

In Christus überschüttete der Vater die sündige Welt mit seiner unendlichen Liebe. „Denn Gott hat durch Christus Frieden mit der Welt geschlossen.“

2.Korinther 5,19.

Gott litt mit seinem Sohn, als Jesus im Garten Gethsemane Todesängste ausstand und am Kreuz den hohen Preis für unsere Erlösung bezahlte. Jesus sagte:

„Der Vater liebt mich, weil ich bereit bin, mein Leben zu opfern.“

Johannes 10,17.

 

Das heißt: Mein Vater hat euch so lieb, daß er mich um so mehr liebt, weil ich mein Leben gebe, um euch zu erlösen. Ich bin an eure Stelle getreten, habe für euch gebürgt, habe mein Leben für euch gegeben und eure Schuld auf mich genommen.

Mein Opfer „berechtigt“ den Vater, allen, die an mich glauben, ihre Schuld zu vergeben, ohne daß er dabei seine Gerechtigkeit aufgeben müßte. Kein anderer als Gottes Sohn konnte unsere Erlösung vollbringen; denn nur er, der eins mit dem Vater ist, konnte Gottes Wesen und Liebe offenbaren. Und er tat es — selbst um den Preis des eigenen Lebens.

„Gott liebte die Menschen so sehr, daß er seinen einzigen Sohn hergab.“

Johannes 3,16.

Er gab ihn nicht nur, damit er unter den Menschen lebte, um ihre Sünden zu tragen und am Kreuz für sie zu sterben; er gab ihn der gefallenen Menschheit, damit Christus unsere Sorgen und Kümmernisse selbst kennenlernte. Er, der eins war mit Gott, wurde auch eins mit uns und schuf dadurch eine Verbindung, die niemand lösen kann.

„Darum schämt er sich nicht, sie seine Brüder zu nennen.“

Hebräer 2,11.

Der Gottessohn wurde Mensch. Weil er unsere menschliche Natur annahm und sich für immer mit uns verband, kann er nun als Fürsprecher und Bruder vor dem Thron des Vaters im Himmel für uns eintreten. Was er tat und tut, dient dazu, uns vom Verderben und von der Erniedrigung durch die Sünde zu befreien, damit wir uns seiner Reinheit und Heiligkeit erfreuen und die Liebe Gottes widerspiegeln können. Gott bezahlte für unsere Erlösung einen unfaßbaren Preis.

Und er zeigte uns, was aus sündigen Menschen werden kann, wenn sie sich von Christus erlösen lassen: Kinder Gottes!

Als der vom heiligen Geist ergriffene Apostel Johannes über die Liebe Gottes nachdachte, erfüllte ihn Ehrfurcht und Anbetung. Es fehlten ihm die Worte, um die Größe und Bedeutung dieser Liebe auszudrücken.

Deshalb rief er:

„Seht doch, wie sehr uns der Vater geliebt hat!

Seine Liebe ist so groß, daß er uns seine Kinder nennt. Und wir sind es wirklich!“

1.Johannes 3,1.

Welch hoher Wert wird da den Menschen beigemessen! Durch die Sünde gerieten sie unter die Herrschaft Satans. Im Glauben an das Versöhnungsopfer Christi aber können sie wieder Kinder Gottes werden. Solche Liebe ist einmalig! Kinder des himmlischen Vaters zu heißen—welch ein Vorrecht!

Je mehr wir im Lichte des Kreuzes über Gottes Wesen nachdenken, um so besser erkennen wir die Gerechtigkeit unseres himmlischen Vaters, aber auch seine Barmherzigkeit, Liebe und Vergebungsbereitschaft.

Diese Gedanken sollten unsere Seele erfüllen und unser Herz für Gott öffnen.

 

Die Kettenreaktion wurde gestoppt!

Bei einem Atomunfall wird eine Kettenreaktion ausgelöst, die im Handumdrehen außer Kontrolle gerät und eine furchtbare Zerstörungskraft freisetzt. Infolge des Versagens einer Kontrollampe wurde vor Jahren in einem amerikanischen Kraftwerk ein Super-GAU ausgelöst.

Der unheimliche Prozeß nahm hinter den Bleiwänden ein immer beängstigenderes Tempo an.

Die Katastrophe, die Tausende das Leben kosten würde, konnte — so schien es — nicht mehr aufgehalten werden. Da ging ein junger jüdischer Physiker in die „Todeskammer“, tat dort rasch die nötigen Handgriffe und brachte die Kettenreaktion zum Stehen.

Von Milliarden unsichtbarer Strahlen durchbohrt, verließ er still den unheimlichen Raum, fuhr ins Krankenhaus und starb unter furchtbaren Qualen. Vor 1900 Jahren starb auch einer qualvoll, durchbohrt an Händen und Füßen, weil er es gewagt hatte, die Kettenreaktion des Bösen — die Eigendynamik der Sünde — zu unterbrechen.

Wie jener jüdische Physiker Tausende rettete, so hat Christus Millionen und Abermillionen vor einem unausweichlichen Tode gerettet. Die Kettenreaktion der Sünde ist gestoppt!

 

Die Strafe wurde vollstreckt!

Es geschah im Kaukasus. Um die Ordnung in seinem Stamm zu wahren, hatte der Fürst Schamyl streng verboten, sich an der Kriegsbeute zu vergreifen, die dem ganzen Stamm gehörte.

Die Übertretung dieses Befehls sollte mit 100 Peitschenhieben bestraft werden. Doch schon kurz darauf wurde das Gebot mißachtet — durch die alte Mutter des Fürsten! Sollte er auf die Vollstreckung der Strafe verzichten, um seine Mutter zu schonen?

Das hätte seine Gerechtigkeit in Frage gestellt und seine Befehlsgewalt für immer untergraben. Der Fürst nahm sich einen Tag zum Nachdenken. Dann verkündete er seinen Entschluß:

Die Strafe wird vollstreckt! Als der erste Hieb auf den Rücken der Mutter niedersauste, riß er sich den Mantel herunter, warf sich vor seine Mutter und rief den Soldaten zu: „Schlagt weiter! Und keinen Schlag zu wenig!“ Die Mutter war gerettet, zugleich aber zeigte der zerrissene, blutende Rücken des Fürsten, wie ernst es um die Geltung seiner Befehle, das Recht und die Gerechtigkeit in seinem Stamm bestellt war.

 

Zum Nachdenken

—„Spuren“ der Liebe Gottes: Wo erkenne ich sie in meiner Umgebung?

—Welche Seiten der Liebe Gottes werden in folgenden Beziehungen andeutungsweise sichtbar? Ehepartner, Vater-/Mutter-Kind, Freunde.

—„Das Gewicht der Sünde und das Wissen um ihre ungeheure Macht brachen Jesus das Herz.“ Für wie schwerwiegend und schrecklich halte ich selbst die Sünde?

—Dadurch, daß Jesus mein Bruder geworden ist, bin ich in Gottes Augen unendlich wertvoll. Was löst diese Einsicht bei mir aus? Wie wirkt sich dieses Wissen auf meinen Umgang mit anderen aus?

 

Www.bibel-aktuell.org

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

Bücher von Ellen Gould White als PDF

http://www.jesus-christus-erloesungsweg-zum-ewigen-leben.de/buecher-von-ellen-g-white.php


 

!!!1.Thessalonicher 5:21 prüfet aber alles. Das Gute behaltet,!!!


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