Daniel 9



Gedanken über das Buch Daniel

Kapitel 12:


Daniel 9



Wenn wir Fortschritte in unserem christlichen Leben machen wollen, brauchen wir das Gebet und das Gebetsleben Daniels

Als die Zeit der Beendigung der siebzigjährigen Gefangenschaft nahte, beschäftigte sich Daniel intensiv mit den Prophezeiungen Jeremias.

Er sah, daß die Zeit gekommen war, in der Gott sein Volk einer weiteren Prüfung unterziehen würde, und mit Fasten, Demütigung und Gebet flehte er den Gott des Himmels für Israel mit folgenden Worten an:

„Ach HERR, du großer und heiliger Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten!

Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen.

Wir gehorchten nicht deinen Knechten, den Propheten, die in deinem Namen zu unsern Königen, Fürsten, Vätern und zu allem Volk des Landes redeten.“ Verse 4-6.


Beachte diese Worte.

Daniel verkündigt vor dem HERRNnicht seine eigene Treue.

Anstatt vorzugeben, rein und heilig zu sein, stellt er sich den wirklich Sündhaften Israels gleich.

Die Weisheit, die Gott ihm verlieh, war der Weisheit der Weltweisen so überlegen wie das Sonnenlicht, das mittags am Himmel strahlt und heller ist als der schwächste Stern.

Denke jedoch über das Gebet von den Lippen dieses Mannes nach, der vom Himmel so sehr begünstigt wurde.

Mit tiefer Demütigung, mit Tränen und Herzzerreißen fleht er für sich selbst und sein Volk.

Er legt seine Seele offen dar vor Gott, bekennt seine eigene Unzulänglichkeit und anerkennt des HERRNGröße und Majestät.

Welcher Ernst und Eifer kennzeichnen seine Bitten!

Er kommt Gott näher und näher ...

Wenn wir als Volk beteten, wie Daniel betete, ringen würden, wie er rang und unsere Seelen vor Gott demütigten, würden wir ebensolche bedeutenden Erhörungen unserer Bitten erfahren, wie sie Daniel geschenkt wurden.

Und so verleiht er seinem Anliegen in den himmlischen Höfen Nachdruck:

„Ach HERR, höre!

Ach HERR, sei gnädig!

Ach HERR, merk auf!

Tu es und säume nicht, um deinetwillen mein Gott!

Denn deine Stadt und dein Volk ist nach deinem Namen genannt.

Als ich noch so redete und betete und meine und meines Volkes Sünde bekannte,... da flog der Mann Gabriel, den ich zuvor im Gesicht gesehen hatte, um die Zeit des Abendopfers dicht an mich heran.“ Verse 19-21.


Während Daniels Gebet aufsteigt, eilt der Engel Gabriel aus den himmlischen Höfen herab, ihm mitzuteilen, daß seine Bitten ge- und erhört worden sind.

Dieser mächtige Engel wurde gesandt, ihm Geschick und Verständnis zu geben und vor ihm die Geheimnisse zukünftiger Zeitalter zu eröffnen.

Auf diese Weise, während Daniel ernstlich suchte, die Wahrheit zu erkennen und zu verstehen, kam er in Kontakt mit dem Boten, der vom Himmel gesandt worden war.

Der Mann Gottes betete, nicht um den Anflug eines Glücksgefühls, sondern um Gottes Willen zu erkennen, und er wünschte diese Kenntnis nicht nur für sich allein, sondern für sein Volk.

Seine große Sorge galt Israel, das Gottes Gesetz nicht im strengen Sinne hielt.

Er anerkennt, daß sie all ihr Unglück als Folge ihrer Übertretung jenes heiligen Gesetzes traf.


Er sagt:

„Wir haben gesündigt, Unrecht getan ...

Denn wegen unserer Sünden und wegen der Missetaten unserer Väter trägt Jerusalem und dein Volk Schmach bei allen, die um uns her wohnen.“ Verse 5.16.


Sie hatten ihren besonderen, heiligen Charakter als Gottes auserwähltes Volk verloren.

„Und nun, unser Gott, höre das Gebet deines Knechts und sein Flehen.

Laß leuchten dein Antlitz über dein zerstörtes Heiligtum um deinetwillen, HERR!“ Vers 17.


Daniels Herz wendet sich dem verwüsteten Heiligtum Gottes mit ernstem Verlangen zu.

Er weiß, daß es nur dann wieder aufblühen kann, wenn Israel seine Übertretung des Gesetzes Gottes bereut und demütig, treu und gehorsam wird.

In Antwort auf seine Bitte erhielt Daniel nicht nur Licht und Wahrheit, was er und sein Volk am meisten benötigten, sondern auch einen Einblick in die großen Ereignisse der Zukunft, sogar bis hin zur Ankunft des Erlösers der Welt.

Diejenigen, die beanspruchen, geheiligt zu sein, während sie kein Verlangen haben, die Schrift zu erforschen noch mit Gott im Gebet um ein klareres Verständnis zu ringen, wissen nicht, was wahre Heiligung ist.

Alle, die dem Wort Gottes von Herzen glauben, werden nach Erkenntnis seines Willens hungern und dürsten.

Gott ist Urheber der Wahrheit.

Er erleuchtet das verschwommene Verständnis und verleiht dem menschlichen Geist Kraft, die Wahrheiten zu erfassen und zu begreifen, die Er offenbart.


Daniel redete mit Gott.

Der Himmel war vor ihm geöffnet.

Die hohen Ehren aber, die ihm verliehen wurden, waren das Ergebnis von Demut und ernstlichem Suchen.

Er dachte nicht wie viele heutigentags, daß es keine Rolle spiele, was wir glauben, wenn wir nur ehrlich sind und Jesus lieben.

Wahre Liebe zu Jesus wird zum tiefsten, ernsthaftesten Forschen nach Wahrheit führen.

Christus betete, seine Jünger mögen durch die Wahrheit geheiligt werden.

Wer zu träge ist, um begierig und unter Gebet nach Wahrheit zu suchen, wird sich selbst überlassen werden und so Irrtümer annehmen, die sich als Ruin seiner Seele erweisen werden ...

Wir wiederholen:

Das Leben Daniels ist eine inspirierte Darstellung wahrer Heiligung. — The Review and Herald, 8. Februar 1881.



Daniel — ein Beispiel wahrer Demut

Diejenigen, die geneigt sind, ein hochtrabendes Bekenntnis ihrer Heiligkeit abzulegen, sollten in den Spiegel des Gesetzes Gottes blicken, das uns die Schwächen unseres Wesens aufdeckt.

Diejenigen, die die weitreichenden Forderungen des Gesetzes Gottes sehen, die erkennen, daß es die Gedanken und Absichten des Herzens richtet, werden nicht wagen, sich der Sündlosigkeit zu brüsten und zu behaupten:

„Ich bin vollkommen, ich bin heilig.“

„Wenn wir“, sagt Johannes, und trennt sich hier nicht von seinen Glaubensgeschwistern, „sagen, wir haben keine Sünde, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.“

„Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir Ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.“

„Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist Er treu und gerecht, daß Er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Untugend.“ — The Signs of the Times, 23. Mai 1895.



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