Christus - unsere Gerechtigkeit


Glaube und Werke

Kapitel 3

 

Christus - unsere Gerechtigkeit

 

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“ 1.Johannes 1,9

Gott verlangt von uns, dass wir unsere Sünden bekennen und unsere Herzen vor ihm demütigen. Zugleich sollen wir uns aber auf ihn als liebevollen Vater verlassen, der niemanden aufgeben wird, der sein Vertrauen auf ihn setzt. Viele von uns „wandeln im Schauen“ „und nicht im Glauben“ (2.Korinther 5,7) verdreht.

Wir glauben die Dinge, die wir sehen, aber die wertvollen Verheißungen, die Gott uns in seinem Wort gegeben hat, schätzen wir nicht. Wir können Gott nicht entschiedener entehren, indem wir seinen Worten misstrauen und uns fragen, ob er es ernst mit uns meint oder uns täuscht. Gott gibt uns wegen unserer Sünden nicht auf.

Wir mögen Fehler machen und seinen Geist betrüben, aber wenn wir reuig und zerknirscht zu ihm kommen, wird er uns nicht abweisen. Es gilt jedoch, einige Hindernisse auszuräumen. Ungute Gefühle sind gehegt worden und Stolz, Überheblichkeit, Ungeduld und Unzufriedenheit haben sich breit gemacht.

All dies trennt uns von Gott. Sünden müssen bekannt werden; die Gnade muss tiefer in unseren Herzen arbeiten. Auch wer sich schwach und mutlos fühlt, kann ein starker Mann Gottes werden und Wertvolles für den HERRN leisten.

Aber er muss von einem hohen Standpunkt aus arbeiten und sich nicht von selbstsüchtigen Motiven beeinflussen lassen.

 

Die Verdienste Christi sind unsere einzige Hoffnung

Wir müssen in der Schule Christi lernen. Nur seine Gerechtigkeit verschafft uns das Anrecht auf die Segnungen des Gnadenbundes. Wie lange haben wir uns nach diesem Segen gesehnt und uns bemüht, ihn zu erhalten, haben ihn aber nicht erlangt, weil wir meinten, wir könnten etwas tun, um uns seiner würdig zu erweisen.

Wir haben nicht von uns selbst weggesehen und daran geglaubt, dass Jesus ein lebendiger Erlöser ist. Wir dürfen nicht meinen, dass unsere Verdienste uns retten können. Unsere einzige Hoffnung auf Erlösung ist die Gnade Christi. Durch seinen Propheten lässt Gott uns sagen: „Der Gottlose lasse von seinem Wege und der Übeltäter von seinen Gedanken und bekehre sich zum HERR, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung.“ Jesaja 55,7.

Diesem Versprechen müssen wir glauben, so wie es dasteht, und nicht Gefühle für Glauben halten. Wenn wir ganz auf Gott vertrauen und uns auf die Verdienste Jesu als Erlöser verlassen, wird uns all die Hilfe zuteil, die wir uns wünschen können. Wir schauen auf uns selbst, als könnten wir uns selbst retten. Aber Jesus starb für uns, weil wir genau das nicht können. In ihm liegt unsere Hoffnung, unsere Rechtfertigung, unsere Gerechtigkeit.

Wir sollten nicht verzagen und keine Angst haben, dass es keinen Retter für uns gibt oder er uns nicht gnädig sein wird. Gerade in dieser Zeit führt er sein Werk, der Fürsprache, für uns durch. Er lädt uns ein, in unserer Hilflosigkeit zu ihm zu kommen und uns retten zu lassen.

Durch unseren Unglauben entehren wir ihn. Es ist erstaunlich, wie wir unseren besten Freund behandeln und wie wenig wir ihm vertrauen, der uns „vollständig und für immer retten“ kann (Hebräer 7,25) und uns viele Beweise seiner großen Liebe gegeben hat. Meine Brüder, erwartet ihr, dass eure Verdienste euch die Gunst Gottes sichern können?

Meint ihr, ihr müsstet sündlos sein, bevor ihr seiner Macht, euch zu retten, vertraut? Wenn ihr euch mit derartigen Gedanken abringt, dann, fürchte ich, werdet ihr keine Stärke gewinnen und schließlich den Mut verlieren.

 

Blicke auf und lebe!

Als der HERR dem rebellischen Volk Israel in der Wüste Giftschlangen schickte, gab er Mose den Befehl, eine bronzene Schlange aufzustellen und den Gebissenen zu sagen, sie sollten sie ansehen, um am Leben zu bleiben. Siehe 4.Mose 21,8.9.

Viele glaubten allerdings nicht, dass das himmlische Heilmittel ihnen helfen könnte. Um sie herum lagen Tote und Sterbende, und sie wussten, dass ihr Geschick besiegelt war, wenn Gott ihnen nicht half. Dennoch jammerten sie über die Bisse, die Schmerzen und über ihren sicheren Tod, bis sie keine Kraft mehr hatten und ihre Augen glasig wurden. Dabei hätten sie auf der Stelle geheilt werden können. „Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“ Johannes 3,14.15.

Wenn du dir deiner Sünden bewusst bist, verschwende deine Kraft nicht darauf, über sie zu jammern. Blicke auf und lebe! Jesus ist unser einziger Retter. Obwohl Millionen, die Heilung nötig haben, die ihnen angebotene Gnade ablehnen werden, wird niemand, der auf seine Verdienste vertraut, verloren gehen. Wir brauchen den Mut nicht zu verlieren, wenn wir erkennen, wie hilflos wir ohne Christus sind.

Wir können uns auf den gekreuzigten, (wörtlich angepfahlten), und auferstandenen Erlöser verlassen. Du, der du arm, sündenkrank und mutlos bist: Blicke auf und lebe! Jesus hat sein Wort gegeben: Er wird alle retten, die zu ihm kommen. Siehe Johannes 6,37. Komm zu Jesus und empfange Ruhe und Frieden. Du kannst jetzt sofort gesegnet werden. Satan redet dir ein, dass du hilflos bist und nichts für dich tun kannst. Das ist wahr: Du bist hilflos. Aber weise ihn auf Jesus hin: „Ich habe einen auferstandenen Erlöser. Ihm vertraue ich. Er wird nicht zulassen, dass du mich zugrunde richtest. In seinem Namen werde ich siegen. Er ist meine Gerechtigkeit und meine größte Freude.“

Niemand sollte denken, er sei ein hoffnungsloser Fall. Das ist nicht so! Du magst erkennen, dass du sündig und verloren bist, aber genau deshalb brauchst du einen Erlöser. Wenn du irgendwelche Sünden zu bekennen hast, dann verliere keine Zeit. Das sind goldene Augenblicke. „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.“ 1.Johannes 1,9.

Wer „nach der Gerechtigkeit hungert und dürstet“, dem wird sie gegeben werden. Matthäus 5,6. Jesus hat es versprochen. Herrlicher Erlöser! Seine Arme sind offen, um uns anzunehmen, und sein großes, liebevolles Herz wartet darauf, uns zu segnen. Einige meinen, sie müssten erst eine Probezeit bestehen und dem Herrn beweisen, dass sie sich geändert haben, bevor sie Gottes Segen in Anspruch nehmen können.

Aber sie dürfen ihn sofort in Anspruch nehmen. Sie brauchen seine Gnade, den Geist Christi, um mit ihren Schwächen fertig zu werden, sonst können sie keinen christlichen Charakter entwickeln. Jesus möchte, dass wir zu ihm kommen, so wie wir sind: sündig, hilflos und auf ihn angewiesen.

 

Reue ist eine Gabe Gottes

Reue ist genauso wie Vergebung eine Gabe Gottes durch Jesus Christus. Siehe Apostelgeschichte 5,31.

Durch den Einfluss des heiligen Geistes erkennen wir unsere Sünden und spüren, dass wir Vergebung brauchen. Vergebung empfängt nur der reuige Sünder, aber es ist die Gnade Gottes, die uns zur Reue führt. Er kennt alle unsere Schwächen und Unvollkommenheiten und wird uns helfen. Manche Menschen kommen zwar zu Gott, bereuen ihre Sünden, bekennen sie und glauben sogar, dass sie ihnen vergeben sind.

Aber dennoch nehmen sie Gottes Verheißungen nicht so in Anspruch, wie sie sollten. Sie begreifen nicht, dass Jesus als ihr Erlöser immer bei ihnen ist. Sie sind nicht bereit, „ihm ihre Seelen anzubefehlen“ (1.Petrus 4,19) und sich darauf zu verlassen, dass er das Gnadenwerk, das er „in ihnen begonnen hat, auch vollenden“ wird. Philipper 1,6.

Sie meinen zwar, sie hätten sich Gott ausgeliefert, aber sie verlassen sich zum großen Teil auf sich selbst. Andere gewissenhafte Gläubige vertrauen teilweise auf Gott und teilweise auf sich selbst. Sie blicken nicht auf Gott, damit seine Macht sie bewahrt, sondern verlassen sich auf ihre eigene Wachsamkeit gegen Versuchungen und auf die gewissenhafte Erfüllung bestimmter Pflichten, um von Gott angenommen zu werden.

In dieser Art Glauben gibt es keine Siege. Solche Personen mühen sich sinnlos ab. Sie sind in ständiger Knechtschaft und finden keine Ruhe, bis sie ihre Last bei Jesus abladen. Es ist zwar notwendig, ständig wachsam zu sein und uns Gott in Liebe hinzugeben, aber das kommt natürlicherweise, wenn Gottes Macht uns durch den Glauben bewahrt. Wir können nichts, aber auch gar nichts tun, um die Gunst Gottes zu erlangen. Uns selbst oder unseren guten Werken dürfen wir in keiner Weise trauen. Wenn wir aber als irrende, sündige Menschen zu Christus kommen, dann werden wir in seiner Liebe Ruhe finden. Gott wird jeden annehmen, der in völligem Vertrauen auf seinen gekreuzigten Retter zu ihm kommt. Dann wird in dessen Herzen Liebe entspringen.

Es mag keine Gefühlsaufwallungen geben, aber ein bleibendes, friedvolles Vertrauen. Jede Last wird dann leicht, denn das Joch, das Christus uns auflegt, ist nicht schwer. Siehe Matthäus 11,30.

Der Weg, der vorher in Finsternis gehüllt war, liegt plötzlich hell im Licht der „Sonne der Gerechtigkeit“. Maleachi 3,20. Das bedeutet „im Licht zu wandeln, wie Christus im Licht ist“. 1.Johannes 1,7.

Ellen Gould White

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

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