Bekenntnis eines Augenzeugen

über Ellen White



Aus Advent News 17-19


ELLEN WHITE UND DIE ADVENTPIONIERE

Hier möchten wir uns näher mit Ellen G. White, den Adventpionieren aber auch der Adventgeschichte befassen

 

Bekenntnis eines Augenzeugen über Ellen White

Ältester Williams hielt die folgende Ansprache in den achtziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts.

Damals war er 93 Jahre alt. Er ist inzwischen lange zur Ruhe gelegt worden, aber seine Aussagen leben weiter, um über die Wahrheit in Bezug auf Ellen White und ihre Gabe Zeugnis abzulegen.



Ein Bericht von Harold Nathan Williams

Viele Siebenten-Tags-Adventisten heutzutage haben sich nie die Zeit genommen, die Geschichte über die prophetische Gabe in der Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten zu lesen. Sie haben nie etwas über die beiden Männer Hazen Foss und William Foye gehört, die Gott berief, die aber zu stolz waren und Angst hatten, die Menschen würden ihnen keinen Glauben schenken, und die an ihrem Lebensende verlorene Menschen waren. Sie kennen nicht die Geschichte, dass Gott danach ein zerbrechliches, junges Mädchen erwählte, um seine Botschafterin zu sein. Sie war so bescheiden und demütig, dass sie sich absolut unwürdig fühlte. Aber Gott erwählte sie als Seine Seherin. Gott kann stolze Menschen nicht gebrauchen, er kann nur die benutzen, die demütig und lernbereit sind. Wie viele neue Gemeindeglieder wissen nicht, dass Ärzte zu unterschiedlichsten Gelegenheiten diese zerbrechliche junge Frau untersuchten, während sie sich in einer Vision befand, und dass sie absolut keine Atmung bei ihr feststellen konnten. Einige von ihnen hielten ihr sogar für einen so langen Zeitraum Nase und Mund zu, dass sie normalerweise hätte ersticken müssen. Aber doch verlor sie weder ihre Vitalität noch ihre Farbe. Auch haben sie keine Kenntnis darüber, dass, wenn sie sich in einer Vision befand, starke Männer ihren Arm nicht bewegen konnten, wenn sie auf verschiedene Dinge zeigte, die sie im Gesicht sah. Ich habe persönlich Männer und Ärzte gekannt, die sie untersucht haben und überzeugt waren, dass diese Manifestationen absolut übernatürlich waren. Es war unmöglich, sie im Zustand einer Vision zum Blinzeln zu bringen, und ihre Augen waren weit geöffnet.

Ich kannte einen Prediger, der ihr sogar mit Erlaubnis seinen Finger in das rechte Auge steckte, was natürlich grausam war. Aber sie zuckte nicht zurück, sie war unempfänglich für alles, was um sie herum vor sich ging. Sie heiratete den Ältesten James White und war Millionen von Menschen als Frau Ellen Gould White bekannt.

Ohne Zweifel stand sie unter dem Einfluss einer übernatürlichen Macht. Sie war inspiriert. Kam diese Inspiration von Gott oder von Satan? Nun, an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Bei verschiedenen Gelegenheiten hielt Frau White im Zustand einer Vision mit ausgestrecktem Arm eine Bibel hoch, die fast 9 kg wog, und diese schwere Bibel hielt sie über einen Zeitraum von einer ½ Stunde empor, wohlbemerkt: mit ausgestrecktem Arm. Zum ersten Mal passierte das, als sie ein Mädchen im zarten Alter von 17 Jahren war. Hinterher forderte man sie auf, diese Bibel hochzuheben, und sie konnte sie nicht einmal mit beiden Händen halten, geschweige denn hochheben. Das war im Jahre 1845.

Ich fordere euch heraus, ein Gewicht von 9 kg zu nehmen und so sperrig ist wie ein großes Buch, es auf eure linke Hand zu legen und auszuprobieren, ob ihr euren Arm ausstrecken könnt und wie lange ihr es dort halten könnt. Wenn schon ein starker Mann alle Kraft zusammennehmen muss, um das Gewicht überhaupt mit ausgestrecktem Arm zu halten, dann ist es für ein zierliches Mädchen wirklich eine Leistung, so etwas zu schaffen. Aber diese Dinge wurden niemals zur Belustigung vorgeführt, aus finanziellem Interesse oder zur Selbstdarstellung.

Allerdings spielten solche phänomenalen Vorkommnisse im Zustand der Vision definitiv eine Rolle zu Beginn ihres Dienstes, als es darum ging, Vertrauen in ihre übernatürliche Inspiration zu schaffen. Sie hatte mehr als 2.000 Visionen und Träume, aber nachdem sie in ihrem Dienst fest etabliert war, hörten solche übernatürlichen Demonstrationen auf. Meine Eltern und Großeltern kannten Frau E. G. White persönlich, und ich selbst habe sie zu verschiedenen Gelegenheiten sprechen hören. Ich weiß die Dinge, die mir über sie und ihr Werk bekannt sind, nicht vom bloßen Hörensagen, sondern aus persönlicher Erfahrung.

Wenn sie in der Öffentlichkeit eine Vision hatte, so waren das höchst feierliche Momente, und jeder der Anwesenden fühlte die Gegenwart des Geistes Christi in ihrer Mitte. Im Zusammenhang mit ihren Visionen gab es nichts, was irgendwie krass, abstoßend oder spektakulär war. Der Himmel schien in der Tat sehr, sehr nahe zu sein.

Wenn jemand sich aufgrund einer Krankheit in einem Trancezustand befindet, dann zeigen sich unangenehme Manifestationen wie Körperzucken oder abstoßendes Grimassenschneiden. Eventuell geben solche Menschen Laute von sich oder zeigen unnatürliche Körperbewegungen und abstoßende Körperhaltungen. Wenn Schwester White in einer Vision war, war jede ihrer Bewegungen graziös, egal ob sie in stehender oder liegender Haltung war. Niemals gab es eine peinliche Bloßstellung ihrer Person, oder abstoßende Bewegungen oder Gesichtsausdrücke. Wenn sie sich in einer Vision befand, hatte sie keine Kenntnis vom dem, was um sie herum vor sich ging. Obwohl ihre Augen geöffnet waren, nahm sie nichts um sich herum wahr. Sie sah und hörte himmlische Dinge. Nichts konnte sie zum Augenblinzeln bringen. Es war übernatürlich. Wenn sie aus einer Vision herauskam, nahm sie einen ersten, sehr tiefen Atemzug und hielt dann wieder eine Weile inne. Nachdem sich das mehrmals wiederholt hatte, fing sie wieder ganz normal an zu atmen. Ihre Visionen hatten sehr unterschiedliche Länge, von wenigen Sekunden bis zu vielen Stunden. Eine ihrer V isionen dauerte länger als 7 Stunden. Obwohl sie sich während einer Vision niemals in irgendeinem Krampfzustand befand, konnte der stärkste Mann nicht ihre Glieder bewegen. Manchmal ging sie während einer Vision im Raum umher und zeigte auf Dinge, die sie im Gesicht sah. Aber jede ihrer Bewegungen war graziös und natürlich.

Manchmal zitierte sie während einer Vision Bibelstellen, aber dennoch atmete sie dabei nicht. Nun, man kann nicht den Atem anhalten und gleichzeitig sprechen. Auch das war ein Wunder. Es ist normalerweise unmöglich zu sprechen, ohne dass man atmet, aber sie tat es – das war nicht mit natürlichen Dingen zu erklären. Ohne zu atmen, konnte sie deutlich sprechen. Und was sie sagte, war niemals erheiternd oder lustig oder abstrus, sondern erhebend, erbaulich und heilig. Niemals wurden diese Manifestationen als finanzielle Einnahmequelle benutzt. Sie wurden niemals zur Schau gestellt um die Neugierde zu befriedigen oder zu irgendeinem persönlichen Nutzen. Die Seher Gottes haben Visionen erhalten zum Nutzen und zur Belehrung Seiner Kinder, zur Erbauung, zum Trost und zum Schutz vor Irrtum, sowie zur Offenlegung von Sünde. Die meisten der Visionen von Frau White fanden nicht in der Öffentlichkeit statt; wenn es doch einmal der Fall war, so diente das immer einem bestimmten Zweck und einer bestimmten Situation, und fast immer geschahen sie während einer außerordentlich ernsten Gebetszeit.

Ich bin gebeten worden, einige Dinge zu erzählen, die ich persönlich über Frau E. G. White weiß. Als Junge saß ich viele Male auf einem Kasten ganz nahe vor ihr, während sie redete und meinen Verwandten und Freunden Bibelstunden gab. Sie schien mir wie eine liebe Großmama zu sein. Als ich zum Mann heranwuchs, hörte ich sie öffentlich sprechen, meine kleine Schwester Beulah und ihre Enkelin Grace waren Spielkameraden – ich hörte also viel über die Familie White. Ich hörte, was Nachbarn, Farmer und Händler über ihre Beziehungen zu ihr sagten. Das Alltagsleben einer Person und ihre Beziehungen zu anderen offenbaren ihren Charakter. Sie war pausenlos um das zeitliche wie auch geistliche Wohl derer bemüht, die um sie herum waren. Ihre mündlichen und schriftlichen Darlegungen hoben immer Jesus Christus empor. Niemals hat sie sich selbst in den Mittelpunkt gestellt. Sie hat niemals Unfehlbarkeit beansprucht. Sie war nicht von Fehlern ausgeschlossen, denn sie war ein Mensch. Niemals ist sie als Wahrsagerin aufgetreten oder hat Dinge getan, um die Neugierde zu befriedigen. Ihre Schriften und Zeugnisse waren immer auf das Wohl anderer ausgerichtet, entweder zur Erbauung, Anleitung, Inspiration, Ermutigung oder zum Tadeln von Sünde. Es war ihr ein Anliegen, anderen dabei zu helfen, sowohl gute Bürger der irdischen Regierungen zu sein, als auch wahre Bürger des Göttlichen Reiches, und sie auf die Wiederkunft Jesu und das ewige Leben vorzubereiten.

Den größten Teil meiner 93 Jahre auf dieser Erde habe ich als Siebenten-Tags-Adventist zugebracht und dabei folgendes beobachtet: Die meisten Leute wie D. M. Canright, Dr. John Harvey Kellogg, A.T. Jones und andere, die ich persönlich kannte, und die sich gegen ihre Schriften und Botschaften wandten und sie verwarfen, taten dies aus einem von drei Gründen: Entweder waren sie ärgerlich, weil ihre Sünden oder Fehler von ihr aufgezeigt worden waren, oder sie lehnten aus Undank ihr Bemühen ab, ihnen lediglich helfen zu wollen, oder sie waren in ihrer Selbsteinschätzung völlig fehlgeleitet und ihrem aufgebauschten Ego erlegen. Heutzutage hat die intellektuelle Philosophie der Welt den Platz der Göttlichen Offenbarung eingenommen. Ich habe diese Männer damals gekannt und auch andere, die uns in neuerer Zeit verlassen haben.

Frau White sagte, dass ein Engel ihr Botschaften brachte, und ich habe persönlich die Umrisse und die Herrlichkeit eines Engels gesehen, während er neben ihrem Schreibstuhl stand. Ich weiß, dass sie vom Himmel inspiriert war. Ich werde darüber später noch mehr sagen. Es gibt ein verbreitetes Missverständnis über die Bedeutung des Wortes Prophet. Es gibt so unsagbar viele falsche Propheten mit der Folge, dass das Wort seine wahre Bedeutung verloren hat. Das Hauptanliegen von falschen Propheten ist immer, Vorhersagen zu machen, von denen aber viele nie eingetroffen sind. Zukünftige Ereignisse vorherzusagen ist allerdings nur ein sehr kleiner Teil, der allerkleinste Teil der Aufgabe eines wahren Propheten Gottes. Gottes Botschafter sind Seher, die nicht nur Visionen haben und sehen, was in der Zukunft bezüglich Gottes Werk passieren wird, sondern sie geben auch Anweisungen. Der größte Teil der Aufgabe eines wahren Propheten besteht darin, den Dienern Gottes in Bezug auf ihr persönliches Leben Anweisungen zu geben und sie von ihren sündigen Wegen zum Gehorsam Gottes Geboten gegenüber zu bringen, weil sie Gott lieben. Ich möchte euch von meinem ersten sehr nahen Kontakt mit Frau E. G. White erzählen, dem ersten, an den ich mich deutlich erinnere: Als ich nicht mehr ganz klein war, nahm meine Mutter mich zu der Zeltversammlung in Michigan mit. Anstelle der frühmorgendlichen 5-Uhr-Andachten im Hauptzelt traf man sich in diesem Jahr mit den Bewohnern von ein bis zwei anderen Zelten, die über das Gelände verteilt waren. Mein Großvater war für das Zelt der Buchevangelisten zuständig, er traf sich also nicht mit seiner Familie. In unserem Zelt war meine Großmutter Mary Lane, ihre Tochter Jenny, eine Bibelarbeiterin, ihre andere Tochter Effie, die ebenfalls Bibelarbeiterin war, meine Mutter, sowie ich. Direkt schräg gegenüber dem Weg war das Zelt der Haskells mit Bruder und Schwester S. N. Haskell und Schwester Ellen G. White.

Wir sieben trafen uns jeden Morgen. Ich war alt genug, um die biblischen Lehren klar zu verstehen. Es war so eng, dass ich direkt vor Frau White saß, so dicht, dass ab und zu sich unsere Knie berührten, aber das war nicht irgendwie peinlich, denn ich liebte diese liebe Frau, als ob sie eine meiner Omas sei.

Schwester S. N. Haskell leitete eines Morgens das Bibelstudium über Melchisedek, das melchisedeksche Priestertum und den Heiligen Geist. Als Schwester Haskell schloss, lobte Schwester E. G. White ihre Studienergebnisse, und ergänzte viele Einzelheiten, bevor wir dann gemeinsam beteten. Ich hatte ein tiefes Interesse für dieses Studium. Meine Mutter, meine Tante Jenny und Schwester S. N. Haskell schrieben jeder das auf, was Schwester White sagte. Meine Mutter schrieb es auf ein weißes Blatt Papier und kopierte es später sorgfältig in unseren Band von Schwester Whites Buch „Erfahrungen und Gesichte“. Meine Tante Jenny schrieb ihre Mitschrift auf eine leere Seite in ihrer Bibel. Schwester Haskell schrieb ihre Notizen auf ein leeres Blatt Schreibpapier. Meine Frau Ida und ich heirateten in South Lancaster, Massachusetts, am 16. Juni 1913. Die Haskells waren bei der Trauung und dem Empfang anwesend. Ida und ich waren zu der Zeit Gäste in dem Haus der Haskells. Als wir sie am nächsten Tag besuchten, fragte ich sie, ob sie sich an das Treffen an jenem frühen Morgen erinnerten, das ich euch gerade beschrieben habe. Das taten sie. Sie führten uns hinu nter in das Büro ihrer Bibelstudienschule und aus ihrem Safe holte Frau Haskell die damals gemachten Notizen hervor, was Schwester White gesagt hatte. Ich schrieb ihre Notizen ab und verglich sie später mit den Notizen meiner Mutter, und sie stimmten völlig überein.

Jahre vergingen. 1923 fuhr ich mit meiner Familie nach Kalifornien, um meine Eltern zu besuchen. Wir lebten damals in Massachusetts. Am Sabbat war ich eingeladen worden, in der Sebastopol-Gemeinde zu predigen. Weil der Heilige Geist eines meiner Lieblingsthemen in der Bibel war, predigte ich über Melchisedek, das melchisedeksche Priestertum und den Heiligen Geist. Niemand wusste vorher, was das Thema meiner Predigt sein sollte. Meine Tante Jenny war anwesend und nach Ende der Predigt bat sie um Erlaubnis, noch etwas zu sagen. Sie hatte ihre alte Bibel dabei und von der letzten Seite las sie der Versammlung vor, was sie an diesem frühen Morgen damals vor vielen Jahren mitgeschrieben hatte. Es war identisch mit dem, was ich der Gemeinde gerade von meiner Kopie der Mitschrift Schwester Haskells vorgelesen hatte und wir verglichen es auch mit den Notizen meiner Mutter. Sie waren absolut identisch.

Bei einer Zeltversammlung in Michigan beschloss ich, etwas für mich selbst herauszufinden. Zu verschiedenen Zeiten hatte ich Bemerkungen darüber gehört, wie auf wundersame Weise die Stimme von Frau White über große Distanzen zu hören war. Ich beschloss, ein kleines Experiment durchzuführen. Hatte sie besondere Kenntnisse über die Lunge und die Stimmbänder und wie man sie optimal einsetzte, oder geschah hier wirklich ein Wunder? Ich beschloss, dass ich das herausfinden wollte. Schwester White war die Hauptsprecherin an diesem Sabbat. Unbemerkt pirschte ich mich an das eine Ende der Rednertribüne und war höchst überrascht, dass sie mit einer ganz normalen Stimme sprach, als wenn sie nur zu den Leuten, die direkt bei ihr in der Nähe des Podiums saßen, sprach. Ich ging nach draußen um das große Zelt herum, und kam wieder auf der anderen Seite des Podiums heraus, und es war genau das gleiche. Dann ging ich zu verschiedenen Stellen in dem großen Zelt, überall konnte ich jedes Wort verstehen, das sie sprach, und doch erhob sie nicht ihre Stimme. Sie fuhr fort, so zu sprechen, als befänden sich alle Zuhörer direkt bei ihr auf dem Podium. Nun, liebe Freunde, zu der Zeit hatte die Menschheit noch keine elektroakustischen Anlagen erfunden, aber Gott hatte seine eigene Methode.

Scharen neugieriger Menschen aus der Stadt waren auf das Zeltgelände gekommen, sie standen weit weg auf dem freien Feld. Ich stellte mich zu diesen Leuten unter freiem Himmel und konnte immer noch jedes Wort verstehen, das Schwester White sagte. Die Leute sagten, dass, wenn die anderen Prediger predigten, diese laut riefen und ihre Stimmen anstrengten und man immer noch nicht die Hälfte von dem verstehen konnte, was sie sagten. Aber wenn diese kleine Frau sprach, mit einer ganz normalen Stimme, dann konnten sie jedes Wort verstehen. Sie sagten, dass das ein Wunder sei. Dann ging ich hinüber zu dem Bereich, wo die Familien ihre Zelte hatten. Dort waren Leute, die bei den Kranken geblieben waren, oder Mütter mit ihren kleinen Kindern. Und sogar in den Familienzelten konnten die Menschen verstehen, was Schwester White in dem großen Zelt predigte, wo Hunderte, vielleicht Tausende von Menschen saßen, um ihr zuzuhören.

Jetzt würde ich euch gern etwas über meine Weihe zum Predigtdienst erzählen. Ich diente als Präsident der Neufundland-Missionsvereinigung von 1928-1932, und fuhr dann als Delegierter meines Feldes zur Generalkonferenz, die 1930 in San Franzisko abgehalten wurde. Da meine Eltern in Oakland lebten, besuchte ich sie. Im Laufe der Jahre hatte ich mir über manches meine Gedanken gemacht. Ich hatte Fragen, die niemals beantwortet worden waren. Zum ersten Mal erzählten mir meine Mutter und mein Vater folgendes: (Ich erzähle das jetzt genauso, wie meine Mutter es mir an jenem Tag mitteilte). Sie sagte: „Als du noch ein Baby im Kinderwagen warst, erst wenige Wochen alt, ging ich mit Schwester White in Battle Creek spazieren. Wir schoben dich in deinem Kinderwagen, da hielt Schwester White mich an und sagte: ‘Effie, dein Baby wird heranwachsen und ein Prediger der Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten werden’. Sie legte ihre Hand auf deinen Kopf, sprach ein einfaches, aber wunderschönes Gebet und weihte dich der Verkündigung des Evangeliums dort in deinem Kinderwagen. Alle die Jahre hatten sie mir diese Geschichte nicht erzählt. Es lag schon viele Jahre zurück, dass Schwester White eine Vision über mich und meinen Dienst im Detail gehabt hatte. Aber sie sagte meiner Mutter nichts davon, bis sie mich in meinem Kinderwagen dem Predigtdienst weihte. Ich werde euch später noch mehr Einzelheiten über diese Vision erzählen.

In den frühen Jahren des öffentlichen Dienstes besuchte ein gewisses Fräulein Ellen Gould Harmon, die später Frau Ellen Gould White wurde, die Frau von Prediger James White, häufig die Adventisten in Dartmouth, Washington, Fair Haven und New Bedford, Massachusetts. Es gab damals einige sabbathaltende Adventisten in und um Dartmouth, Mass., bevor Rachel Preston je ihre denkwürdige Reise nach Washington und New Hampshire antrat.

Kapitän Joseph Bates war in Fair Haven geboren worden, direkt auf der anderen Seite des Flusses von New Bedford, und lebte dort die meiste Zeit seines Lebens, abgesehen von seinen Jahren auf See. 1924 lebte ich mit meiner Familie zwei Straßen von seinem Geburtshaus entfernt, was später sein wunderschönes Zuhause wurde.

Es war während der beiden Jahre 1860 und 1861, dass die Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten gesetzlich eine Gemeindeorganisation anstrebte. Aber die Gruppen in den verschiedenen Orten organisierten sich nur langsam als offizielle Gemeinden. Irgendwann um das Jahr 1860 herum, genauer kann ich das Datum nicht sagen, hielten Schwester White und Kapitän Bates eine Evangelisation in einem Saal in New Bedford, Massachusetts, der die adventistische Halle genannt wurde. Sie gründeten damals eine kleine, aber starke Gruppe sabbathaltender Adventisten. Während sie diese Versammlungen abhielten, war Frau E. G. White zu Gast in dem Heim von Jarvis T. Ashley, auf der Arssonet Road, in der Nähe von Dartmouth in New Bedford. Martin B. Ashley war ein junger Mann, der zu der Zeit bei seinen Eltern lebte. Während Schwester White zu Gast in der Ashleyfamilie war, hatte sie eine Vision, von der ich euch erzählen möchte. Eines Morgens sagte Schwester White am Frühstückstisch im Haus ihrer Gastgeber, dass sie nicht eher essen wollte, bis sie ihnen von einer Vision erzählt hätte, die sie in der vorhergehenden Nacht hatte. In dieser Vision war ihr die Gruppe Gläubiger gezeigt worden, die sie gerade gegründet hatten. Ihr wurde gezeigt, dass daraus eine starke Gemeinde werden würde, die viele Jahre lang den höchsten Zehnten pro Kopf von allen adventistischen Gemeinden zahlen würde. Das machte sie sehr glücklich, aber dann wurde ihr gezeigt, dass einige wegziehen würden, einige abfallen würden und dass dann ein Skandal die Gemeinde erschüttern würde. Die Gemeinde würde beinahe aufhören zu existieren. Wenn nur noch einige wenige übrig wären, würden sie in ihrer Verzweiflung das Gemeindee igentum verkaufen, und daraus würde ein Möbelhaus werden. Das war schrecklich. Sie würden sich dann in einer schmutzigen, alten Halle treffen, nur noch eine Handvoll von Gliedern. Dann wurde ihr der Mann gezeigt, der das Gemeindehaus von ihnen gekauft hatte. Er strengte einen Prozess an und forderte sein Geld zurück, zusätzlich zu einer Schadenersatzforderung. Die kleine Gruppe war sehr verzweifelt, als er gegen sie prozessierte, denn sie hatten ihm das Grundstück verkauft, ohne einen ordnungsgemäßen Rechtsanspruch darauf zu haben. Er erhob Schadenersatzansprüche. Sie sah, dass acht verschiedene adventistische Prediger versuchen würden, Erweckungsversammlungen in New Bedford abzuhalten und dass sie keinen zum Besuch der Versammlungen bewegen konnten.

Die Szene in ihrer Vision wechselte: Sie sah einen jungen Mann, einen Prediger, der neue Gemeinden gründete und dann nach New Bedford ging. Er würde die Gemeinde zurückkaufen, den Möbelhändler auszahlen, seine Ansprüche erstatten, mehr Land kaufen und das Gemeindegebäude modernisieren und vergrößern, erfolgreich Evangelisationen abhalten, ein modernes Gemeindeschulgebäude errichten und eine Gemeindeschule ins Leben rufen und die Gemeinde würde wieder stark sein.

Und dann sah sie etwas, das ihr Herz erfreute, sie aber gleichzeitig erstaunte und verwunderte. Sie konnte einfach nicht verstehen, was sie da sah. Sie sah, wie die Gemeinde so etwas wie ein Leuchtturm wurde, der etwas wie Blitze aussandte, nur dass diese Blitze unsichtbar waren. Diese Blitze würden von der Gemeinde ausgehen und die Drei-Engels-Botschaft über weite Distanzen weitertragen. Wie konnte sie etwas sehen, das unsichtbar war? Es verwunderte sie, aber es machte sie glücklich.

 

DIE ERFÜLLUNG DIESER PROPHEZEIUNG:

Genauso, wie sie es in der Vision gesehen hatte, wurde die Gruppe, die sie und Kapitän Bates gegründet hatten, zu einer starken Gemeinde. Die Glieder beriefen eine besondere rechtsgültige Versammlung ein, um eine Gemeinde zu gründen. Die Ältesten J. B. Goodrich und D. A. Robinson trafen sich mit der Gruppe und leiteten die Versammlung am 24. März 1887. An diesem Tag wurde eine Resolution verabschiedet, dass sie eine offizielle Gemeinde gründen wollten. Nach den alten Aufzeichnungen unterzeichneten 17 Mitglieder eine Vereinbarung, wodurch sie eine Kirchengemeinde werden sollten. Weil ihnen einige juristische Details nicht klar waren, vertagten sie die Sitzung. Da die Gruppe in Washington/New Hampshire, ebenfalls so weit war, sich zu organisieren, fuhren die Brüder Goodrich und Robinson dorthin und halfen ihnen dabei, ihre offizielle Organisation abzuschließen, bevor sie wieder nach New Bedford zurückkehrten und dort am 10. April 1887 mit der Organisation fortfuhren. Innerhalb dieser wenigen Tage zwischen dem 24. März und dem 10. April waren also die Sabbathalter in New Bedford und die Geschwister in Washington/New Hampshire die ersten, die eine Gemeinde gründeten. Die einen waren die ersten, die eine Vereinbarung zur Gemeindegründung unterzeichneten, und die anderen die den Vorgang abschlossen.

Ich machte eine Kopie dieser alten Aufzeichnungen und habe mich in diese Dokumente vertieft und mit vielen der alten Glieder gesprochen. Am 11. Juli 1890 kaufte die New Bedford Gemeinde ein Grundstück an der Ecke Willow Street / Bullet Street und errichtete eine Kapelle. Über Jahre zahlten sie tatsächlich den höchsten Pro-Kopf-Zehnten von allen adventistischen Gemeinden, genauso wie Schwester White es Jahre zuvor gesehen hatte. Dann – genau wie sie es gesehen hatte – zogen Glieder aus dem Ort fort, einige starben und andere verließen die Gemeinde. Und während der „Alphakrise“ zwischen 1900 und 1905 verließ ebenfalls eine Anzahl Personen die Gemeinde – sie fielen ab. Skandale erschütterten die Gemeinde, nur eine Handvoll Glieder blieb übrig. Sie konnten nicht einmal das Gemeindegebäude in Schuss halten und die Reparaturen oder die öffentlichen Versorgungseinrichtungen bezahlen. Sie gerieten in Schulden und in völliger Entmutigung verkauften sie den Besitz für nur $1.000, gerade genug, um ihre Gemeindeschulden zu bezahlen.

Bis zum Jahr 1924 hatte sich jedes Detail der Vision vollständig erfüllt, bis zu dem Punkt, wo die Gemeinde beinahe aufhörte zu existieren. Und die wenigen Glieder, die übriggeblieben waren, verkauften das Gebäude an einen Möbelhändler namens Smith, der es in ein Möbelhaus umwandelte. Sie hatten das gesamte Geld ausgegeben, um ihre Schulden zu begleichen.

Jetzt erschien ein junger Mann mit seiner Frau auf der Bildfläche, die zwei selbstunterhaltende Gemeinden gegründet, und zwei weitere Gemeinden wiederbelebt hatten. 1923 war er gebeten worden, offiziell in den Predigtdienst einzutreten und wurde auf die Gehaltsliste der Vereinigung gesetzt, mit einer Vergütung von $15 in der Woche, ohne irgendwelche sonstigen Zuschüsse. Er gründete ebenfalls in Fall River und Martha’s Vineyard neue Gemeinden, und zusätzlich wurde der Rest der Gemeinde in New Bedford seiner Obhut anvertraut. Er zog zunächst mit seiner Familie nach Fair Haven. Kaum hatte er sich niedergelassen, erhielt er einen Gerichtsbescheid, dass der Möbelhändler Mr. Smith die Gemeinde verklagte, weil sie ihm das Gemeindeeigentum ohne juristische Berechtigung verkauft hatte. Er forderte sein Geld zurück, sowie Schadenersatz für verlorene Zeit, Unannehmlichkeiten und zusätzliche Ausgaben.

Auf der Gemeindeliste waren nur 26 Glieder verzeichnet. Dreizehn von ihnen hatten seit ca. 15 Jahren keinen Fuß mehr in die Gemeinde gesetzt, sie hielten den Sabbat nicht mehr und bekannten sich auch nicht mehr zur Adventgemeinde. Der Prediger nahm den Gemeindeleiter Bruder Armstrong mit und besuchte diese dreizehn Personen, die ihren Glauben aufgegeben hatten. Es gab in dieser Gemeinde keinen Ältesten, aber sie hatten einen Gemeindeleiter. Jeder dieser dreizehn Personen war sehr freundlich, aber sie wollten nicht zu irgendeiner Gemeinde gehören und erklärten schriftlich ihren Austritt, so dass noch dreizehn Glieder in der Gemeinde übrigblieben. Von diesen verließen zwei die Gemeinde und schlossen sich der Reformgemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten in New Bedford an, wodurch nur noch elf niedergeschlagene und entmutigte Glieder zurückblieben. Gerade zu der Zeit erhielt der Prediger die Nachricht über die Prozessklage von Mr. Smith. Das Geld, das sie von Mr. Smith für die Gemeinde erhalten hatten, war schon längst ausgegeben. Es schien absolut unmöglich zu sein, seine Forderungen zu erfüllen. Sie waren wahrscheinlich die verzagtesten elf Leute, die man sich überhaupt vorstellen konnte.

Etliche Jahre zuvor hatte die Gemeindeversammlung einen Treuhänderausschuss gewählt, der das Gemeindeeigentum juristisch verwalten sollte. Jedes Jahr zog sich einer oder mehr der Treuhänder aus der aktiven Gemeindearbeit zurück und setzte sich zur Ruhe, und die Gemeindeämter wurden durch Neugewählte besetzt. Nicht sehr bewandert in Immobiliengesetzen, hatten die Glieder in New Bedford versäumt, neue Treuhänder zu wählen. Alle alten Mitglieder waren gestorben, und die Gemeinde hatte den Besitz verkauft, der ihr rechtlich gesehen nicht gehörte. Ein Rechtsanwalt wurde zu Rate gezogen, der ihnen eröffnete, dass sie niemals das Eigentum an irgendjemanden hätten verkaufen können, aber dass auch niemand es gesetzlich gesehen besitzen konnte.

Nachdem ein junger Rechtsanwalt eingeschaltet wurde, der einige Recherchen machte, fand der junge Prediger heraus, dass gerade noch genug von den ehemaligen Gliedern des Ausschusses lebten, um die Beschlussfähigkeit einer Geschäftssitzung zu gewährleisten. Sie trafen sich und wählten einen neuen Treuhänderausschuss, und dieser Ausschuss übergab den Besitz der Grundstücksverwaltung an die Vereinigung, damit sie ihn treuhänderisch verwalten konnte. Um sicher zu gehen, ging er dann zur Bank, verschaffte sich einen Kredit, zahlte Mr. Smith sein Geld zurück und brachte ihn dazu, seine Prozessabsichten aufzugeben. Dann erhielt er durch das Landgericht für $100 einen schuldenfreien Rechtsanspruch vom Staat.

Die Gemeinde wurde wieder aufgebaut und in jeder Hinsicht modernisiert. Eine der alten Schwestern in der Gemeinde und zwei Männer halfen dem Prediger das Gebäude zu vergrößern, sie schachteten im Untergeschoss neue Räume als Klassenzimmer aus und stellten sie fertig, modernisierten die Gemeinde und errichteten direkt neben der Gemeinde ein modernes Schulgebäude. Sie eröffneten die Gemeindeschule mit 28 Schülern, 2 Fachlehrern und einer Hilfskraft. Musste der Prediger Schulden machen? Nicht ein bisschen! Er bezahlte die Bank, beglich alle Rechnungen und sie schuldeten niemandem auch nur einen Cent. Während alle diese Dinge im Gang waren, startete der Prediger eine Evangelisation. Die Gemeinde hatte kein Geld für eine Evangelisation und er wagte nicht, die Vereinigung um Geld zu bitten, besonders, nachdem acht ihrer Prediger schon den Versuch unternommen hatten und daran gescheitert waren, Besucher zu den Vorträgen zu bekommen. Ein beliebter Ort für öffentliche Vorträge oder besondere Versammlungen war Oddfellows Hall in der Nähe des Stadtzentrums. Er ging hin, um mit dem Geschäftsführer zu sprechen und der sagte: „Natürlich vermiete ich Ihnen die Halle, aber Sie werden niemanden hierher bekommen. Hat ihnen noch niemand erzählt, dass die Römisch-Katholische Kirche in dieser Stadt das Herz von Dwight L. Moody brach und seine evangelistische Karriere beendete? Was glauben denn Sie, was Sie bewirken können?“ Der Prediger antwortete, dass er nicht wüsste, ob er viel bewerkstelligen könne, aber Gott könne es. Dann sagte der Manager: „Hat Ihnen niemand erzählt, dass acht von ihren Predigern in der Vergangenheit diese Halle gemietet haben und keine Besucher hierher gekommen sind? Was glauben denn sie, was sie bewirken können?“ Nun, der junge Prediger wusste, dass er fast nichts tun konnte, aber Gott konnte es. Tanzveranstaltungen und andere öffentliche Versammlungen waren hier abgehalten worden, und in dem ganzen Raum gab es nur eine einzige Bank, auf der fünf Personen sitzen konnten, wenn sie eng zusammenrückten. Der Prediger fragte, wo er einige zusätzliche Stühle und Bänke herbekommen könnte. Der Manager sagte ihm: „Aus dem Keller natürlich, aber sie werden nicht genug Leute kriegen, um auch nur diese eine Bank zu füllen.“

Nichtsdestotrotz bezahlte der Prediger den Manager für den ersten Vortrag aus seiner eigenen Tasche. Er ging nach Hause und suchte zwei Bilder heraus. Eines zeigte Affen in einem Käfig, ein anderes in der gleichen Größe eine Bibel. Er schnitt beide Bilder diagonal durch und fügte sie zu einem zusammen, wobei er in großen Buchstaben die Worte zufügte: Verhöhnt die Evolution die Bibel?, sowie Zeit und Ort des Vortrags. Er ging zum Büro der Stadtzeitung und bezahlte eine kleine, 10 cm große Anzeige aus seiner eigenen Tasche. Er hatte getan, was in seiner Macht stand. Jetzt lagen die Ergebnisse in Gottes Hand.

Er fuhr zum Sabbatgottesdienst nach Martha’s Vineyard und überließ die Leitung des Gottesdienstes in New Bedford Bruder Armstrong. Am Sonntagnachmittag kam er zurück nach New Bedford und ging eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung in die Oddfellows Halle, wo er erwartete, dass zwei Gemeindeglieder ihm bei den Vorbereitungen helfen sollten.

Als er ankam, war der Saal bereits mit Menschen überfüllt, viele standen, weil die Stühle noch nicht aufgestellt waren. Gott hatte die Menschen hergeführt! Bruder W. C. Moffett, der Vereinigungsvorsteher, und Bruder J. E. Edwards, der Vereinigungsschatzmeister, hatten irgendwie gehört, dass Versammlungen abgehalten werden sollten, aber waren davon ausgegangen, dass es sich um einen Hauskreis handelte. Als sie bei der Wohnung des Predigers auftauchten, schickte seine Frau sie zu der Halle. Sie sagten hinterher, dass sie eine halbe Stunde brauchten, um sich nach innen durchzukämpfen, bevor sie herausfinden konnten, ob sie hier am richtigen Ort waren oder nicht.

Die Vorträge waren gut besucht. Danach wurde eine Zeltversammlung abgehalten. Als das Gemeindegebäude schließlich fertiggestellt war, gab es genug neue Gemeindeglieder, die es füllen konnten.

Das Darlehen wurde zurückbezahlt, alle anderen Rechnungen beglichen und das neue Haus war absolut schuldenfrei. Die Gemeinde war wieder stark geworden, genauso wie es Schwester White in einer Vision 60 oder mehr Jahre vorher gezeigt worden war.

Nun, meine Freunde, ich weiß, dass diese Geschichte wahr ist, denn ich war dieser junge Prediger. Ihr mögt jetzt vielleicht fragen, was hatte es denn mit diesen unsichtbaren blitzartigen Strahlen auf sich, die die Botschaft weitertrugen? In der Vision war ihr gezeigt worden, dass die New Bedford Gemeinde so etwas wie ein Leuchtturm sein sollte, von dem unsichtbare Blitze ausgehen sollten, als Träger der Botschaft. Jeden Sonntagabend saß in der Oddfellows Halle ein sehr gesitteter Herr in der Nähe des Ausgangs und verschwand, bevor der Prediger ihn ansprechen konnte. Wer konnte das sein?

Die Besucherzahlen in der Oddfellows Halle waren gut. Jeden Sabbat war die Gemeinde gefüllt. Mittwochabend wurden zusätzlich Gebetsversammlungen in dem großen Salon im Haus von Tom Potter im Stadtzentrum abgehalten, welches die ehemalige Villa des Bürgermeisters war. Eines Morgens klingelte das Telefon des Predigers und eine sympathische Stimme fragte ihn, ob er sich bitte unverzüglich mit ihm im Haus von Tom Potter, der ehemaligen Bürgermeistervilla, treffen würde und legte sogleich auf. Der Prediger war erfreut dort den Herrn zu treffen, der immer verschwunden war, bevor er ihn ansprechen konnte. Er stellte sich vor als der Manager und Besitzer des Radiosenders WNBH. Er sagte: „Ich habe jeden einzelnen der Vorträge in der Oddfellows Halle besucht. Ich möchte, dass diese Vorträge über meinen Radiosender verbreitet werden.“ Der Prediger sagte, dass er sich schon bei dem Sender erkundigt und erfahren hatte, dass eine halbe Stunde im Studio $25 kosteten, an einem Ort außerhalb des Studios sogar $50. Im Moment könnten sie sich nicht einmal die Kosten für eine halbe Stunde leisten, geschweige denn $50 für eine ganze Stunde. Sie könnten es momentan einfach nicht aufbringen. Der Herr lachte und sagte: „Sie glauben nur, dass Sie es sich nicht leisten können, ich werde die Aufnahmetechnik in der Oddfellows Halle installieren lassen und auch in Ihrer Gemeinde und hier in dem ehemaligen Bürgermeisterhaus. Ich bin ein strenggläubiger Katholik und habe jede einzelne Ihrer Versammlungen in der Oddfellows Halle besucht.

Sie haben der Römisch-Katholischen Kirche mehr zugesetzt als irgendjemand, der jemals in diese katholische Stadt gekommen ist. Aber Sie entnehmen alles aus der Bibel und Ihre Zuhörer lieben Sie. Sie werfen nicht mit Schmutz oder Beleidigungen nach irgendjemand. Wir wollen, dass Ihre Botschaften von meinem Radiosender ausgestrahlt werden. Hören Sie, ich möchte Ihre Sonntagabend-Vorträge in der Oddfellows Halle senden, Ihre Sabbatschule, Ihre Predigtstunden in der Gemeinde und Ihre Mittwochsversammlungen hier in diesem Gebäude.“

Oh Mann! Der Prediger schlug seine Hände über dem Kopf zusammen, „also, das wären 8 mal $50, also $400 pro Woche, und wir können uns nicht einmal eine halbe Stunde leisten.“ Der Mann lachte wieder. „Sie denken nur, dass Sie es sich nicht leisten können. Jetzt hören Sie mal zu, Sie predigen über Dinge, die das Gewissen der Leute treffen, aber Sie tun es in Liebe und die Zuhörer lieben Sie dafür und haben Hochachtung vor Ihnen. Aber diese Russelianer [Zeugen Jehovas], haben bei mir Sendungen gemacht und haben den Papst als ein Schwein bezeichnet und die Priester als Schweine betitelt und die Nonnen mit schrecklichen Namen beschimpft. Selbst wenn ich Protestant wäre, würde ich nicht zulassen, dass solch eine Sprache auf meinem Radiosender benutzt würde. Morgen wollen sie wiederkommen und erwarten, dass sie einen Vertrag für ein ganzes Jahr unterzeichnen können. Ich möchte mit diesen Leuten nichts zu tun haben. Ich habe hier einen fertig aufgestellten Vertrag zwischen dem Radiosender WNBH und Pastor Harold N. Williams. Alles was Sie tun müssen, ist hier Ihre Unterschrift auf die gepunktete Linie zu setzen und Sie können das Ganze für $9 pro Woche haben, anstatt für $400. Das wird ungefähr die Stromkosten decken.“

Mein Freund, was hättest du getan, wenn du der Prediger gewesen wärst? - Nun, genau das habe ich getan. Ich habe es aus eigener Tasche bezahlt. Die Mitglieder der Milleniumskirche, die von Pastor Russell angeführt wurde, waren bekannt als die Russelianer, später als die Internationalen Bibelforscher und heute als die Zeugen Jehovas. Sie wurden bei dem Radiosender nicht mehr zugelassen. Nachdem wir mit den Sendungen angefangen hatten, bekamen wir häufig bis zu 150 Briefe „Fanpost“ am Montagmorgen als Antwort auf unsere Sonntagssendung. Jedes Mal, wenn ich einen Brief öffnete, schaute ich zuerst auf die Unterschrift, bevor ich den Brief las, um zu sehen, ob er von jemandem kam, den ich kannte.

Der allererste Brief, den ich eines Montags öffnete, war von einer Oberin und acht Nonnen unterzeichnet, die in dem Nonnenkloster in Fair Haven auf der anderen Seite des Flusses lebten. Sie sagte, dass sie heimlich ein Radio in ihrem Zimmer habe, und dass sie acht Nonnen, denen sie vertraute, in ihrem Zimmer versammelte und die Türe verschloss. Sie hatte jede einzelne Sendung gehört. Sie sagte: „Sie predigen die Wahrheit Gottes und wir beten für Sie. Sobald Sie diesen Brief gelesen haben, verbrennen Sie ihn bitte. Als Protestant werden Sie das wahrscheinlich nicht verstehen, aber wenn unser Priester, unser Beichtvater und die Vorgesetzten das hier herausbekämen, könnte uns das unser Leben kosten.“

Direkt der nächste Brief, den ich öffnete, war von dem Beichtvater des Nonnenklosters selbst unterzeichnet. Er war ein sehr prominenter Geistlicher in Fair Haven und New Bedford. Er sagte: „Sie predigen die Wahrheit Gottes und ich bete für Sie. Gott segne Sie. Als Protestant werden Sie das wahrscheinlich nicht verstehen, aber einige Vorgesetzte haben davon erfahren, was ich hier mache, und es lässt sich nicht voraussagen, was mir passieren könnte. Sie müssen diesen Brief sofort verbrennen.“

Das führte zu einem Briefwechsel zwischen dem Priester und mir. Auch nachdem ich nach Neufundland ging, korrespondierte ich weiter mit ihm. Er nahm alle Wahrheiten an, einschließlich des Sabbats, und dann hörte ich nichts mehr von ihm. Ich würde gern wissen, was mit ihm passiert ist.

Jetzt hört euch folgendes an. Eines Morgens klingelte wieder das Telefon des Predigers und der alte Bruder Martin Ashley bat ihn, sofort zur Gemeinde zu kommen. Erinnert ihr euch, wer er war? Martin Ashley war ein junger Mann, der die Vision aufschrieb, die Ellen White am Frühstückstisch seines Elternhauses erzählt hatte. Das war schon lange her und er hatte die Geschichte die ganzen Jahre hindurch aufbewahrt.

Ich traf ihn also in der Gemeinde und ihm rannen Tränen übers Gesicht aber er sah überglücklich aus. Er sagte: „B itte setze Dich hier zu mir.“ Wir setzten uns vor das Podium, das schon von Schwester White und Kapitän J oseph Bates benutzt worden war, als sie die Gruppe von Gläubigen gründeten, die jetzt zu dieser Gemeinde angewachsen war. Wir setzten uns. Und dann hörte ich zum allerersten Mal von der Vision, die Schwester White im Haus der Ashleys in North Dartmouth gehabt hatte, vor mehr als 60 Jahren, bevor er es mir erzählte. Martin und andere alte Gemeindeglieder hatten die Erfüllung der Prophezeiung im Laufe der Jahre beobachtet, über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren. Und wie glücklich war er! Nun war der Höhepunkt der Vision erreicht. Schwester White war schon gestorben. Ihr war in der Vision etwas gezeigt worden, das sie nicht verstehen konnte. Sie hatte unsichtbare Lichtstrahlen gesehen, die wie Blitze von der Gemeinde in New Bedford ausgegangen waren, in alle Richtungen, und die Botschaft zu Menschen trugen, die sie wahrscheinlich nicht auf eine andere Weise erreicht hätte. Diese unsichtbaren Blitze waren Radiowellen!

Könnt ihr euch vorstellen, welches Gefühl dieser Prediger hatte, welche enorme Wirkung das auf ihn hatte, nachdem er zugehört hatte, wie Martin Ashley ihm an diesem Morgen die Vision erzählte? Der alte Mann und der junge Mann hatten eine echte Gebetsstunde dort vor diesem alten Podium. Das war der Beginn von Adventist Radio, und der Beginn von einem halben Jahrhundert Radioevangelisation durch diesen Prediger.

 

EIN HERRLICH STRAHLENDER ENGEL WIRD AN SCHWESTER WHITES SEITE GESEHEN

Jetzt hört noch einmal genau zu. Ich möchte euch eine wichtige Frage stellen. Habt ihr schon einmal bei einem starken Gewitter, wenn ihr zu Hause sitzt oder arbeitet, und das elektrische Licht eingeschaltet ist, erlebt, dass plötzlich ein Blitz aufleuchtete, der euer Zimmer taghell erleuchtete? Ich glaube, fast jeder von uns hatte schon einmal das Erlebnis. Jetzt eine andere Frage: Wenn das wieder passieren würde, aber anstatt, dass der Blitz gleich wieder verschwindet, dieser grelle Lichtschein den ganzen Bereich dort dauerhaft erleuchten würde, was würdet ihr tun? Was auch immer eure Antwort ist, hört, welches persönliche Erlebnis ich zu berichten habe:

Die Ärzte Grant und Clingerman waren die Chirurgen am St. Helena Sanatorium. Man schrieb das Jahr 1911. Einer der Krankenpfleger, ein Medizinstudent, assistierte gelegentlich im Operationssaal. Eine Zeitlang war er von 19.00 Uhr bis 2.00 Uhr nachts im Dienst. Er hatte ein Zimmer auf der Rückseite des Krankenhauses, genau genommen in dem Vorbau eines Bauernhauses, von dem er direkt in das Schlaf- und Schreibzimmer von Schwester White schauen konnte. Damals gab es keine Vorhänge vor den Fenstern, die den Blick versperrten. Er war selten in seinem Zimmer, nur um zu schlafen, und hatte nie das Haus von Schwester White in Elmshaven besonders beachtet.

Eines frühen Morgens sah er etwas, das er nie vergessen sollte. Niemand wird ihm jemals einreden können, dass Schwester White keine Botin Gottes war. Er eilte um 2.15 Uhr nach Dienstschluss in sein Zimmer, löschte das Licht und zog sich gerade aus, um ins Bett zu gehen, als sein Raum plötzlich taghell erleuchtet wurde. Es war das schönste Licht, das er jemals gesehen hatte. Er schaute sich um, um die Lichtquelle ausfindig zu machen und sah, dass es aus dem Schreibzimmer von Schwester White kam. Es war so strahlend hell, dass alles in ihrem Zimmer deutlich sichtbar war. Er sah, wie Schwester White von ihrem Bett aufstand, einen Morgenmantel oder etwas ähnliches über ihre Schultern warf, zu ihrem Schreibstuhl ging, sich setzte und anfing Notizen zu machen. Er konnte keine Gesichtszüge erkennen, aber er sah, dass dort eine Person vor Schwester White stand, mit dem Gesicht ihr zugewandt. Er konnte also nur den Rücken dieser Person sehen und teilweise die Seite, einschließlich einer Gesichtshälfte. Es war also nicht möglich, Gesichtszüge zu erkennen. Diese Person war nicht mit Kleidern gekleidet, wie sie von Menschen getragen werden, sondern sie war in dieses wunderschöne Lichtgewand gekleidet. Zur Beschreibung gibt es keine menschlichen Worte, aber es war wunderschön.

Schwester White schaute zu dieser Person auf und machte sich einige Notizen. Dann schaute sie wieder auf und machte weitere Notizen. Das tat sie ca. 15 bis 20 Minuten lang. In der nächsten Nacht passierte um dieselbe Zeit wieder das Gleiche. In der dritten Nacht war es wieder genauso. Eines verwirrte ihn. Er war niemals in diesen Räumen gewesen, aber ihm war gesagt worden, dass das Fenster zu seiner Linken zu dem Schlafzimmer Schwester Whites gehörte, in dem ihr Bett stand, und das Fenster auf der rechten Seite zu ihrem Schreibzimmer. Viel später erfuhr er dann, dass man aufgrund ihres Alters ihr Bett an den Eingang ihres Schreibzimmers verschoben hatte.

Seine kleine Schwester Beulah und Grace White, Schwester Whites Enkelin, waren Spielgefährten, er wusste also einiges über das Haus aus den Erzählungen der kleinen Beulah.

1978 besuchte er Elmshaven und sprach mit Schwester Whites Enkelin Grace, und es wurden ihm diese Zimmer gezeigt. Nachdem er drei Nächte hintereinander dieses Schauspiel beobachtet hatte, unternahm er seinen üblichen Morgenspaziergang, auf dem er Herbert und Henry traf, die auf dem Weg von Elmshaven zu ihrer kleinen Druckerei im Sanatorium waren. Sie waren damals ca. 16 Jahre alt, Zwillinge und Enkel von Schwester White. Er liebte diese Jungen. Er hatte seine Kamera dabei und fotografierte sie und dieses Bild hat er noch immer. Nachdem sie einige Minuten geplaudert hatten, fragte er sie: „Was macht eure Großmutter zur Zeit so mitten in der Nacht?“

Sie zuckten mit den Schultern und einer von ihnen sagte: „Oh, ich hoffe, dass sie um diese Nachtzeit im Bett liegt und schläft. Warum fragst du?“ Er sagte ihnen nicht sofort den Grund und kurz danach antwortete der andere Junge: „Oh, Herr Williams, ich erinnere mich jetzt: Vor einigen Tagen war ich spät dran zum Frühstück und habe in Eile gegessen und dem, was am Tisch vor sich ging, nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, aber ich sah, wie Großmutter sich zu Daddy herüberbeugte, und ich hörte sie sagen, dass der Engel Gabriel ihr bei ihrem Manuskript hilft.“ Ich fragte: „Welches Manuskript?“ „Oh, ein Buch“. „Was für ein Buch, was soll es werden?“ Sie sagten: „Es ist ein Buch über die Apostelgeschichte.“

Er erzählte dann den Jungen, was er in diesen drei Nächten gesehen hatte, und fragte sie, ob sie versuchen könnten, das erste Exemplar, das aus der Druckerpresse kommen würde, für ihn zu bekommen, was sie auch taten, weil sie die Druckerei betrieben. Er hat diesen Band wie einen Schatz gehütet nach dem, was er mit seinen eignen Augen gesehen hatte. Wenn ihr von jetzt an das Buch „Wirken der Apostel“ lest, dann erinnert euch an das, was ich euch gesagt habe. Denn ich war dieser junge Mann, der die strahlende Herrlichkeit des Engels sah, als er Schwester White bei der letzten Durchsicht ihres Manuskripts für dieses Buch half. Niemand kann mir jemals erzählen, dass sie nicht vom Himmel inspiriert war.

Ältester Ernest Lloyd, ein bekannter Prediger der Siebenten-Tags-Adventisten, war ein enger Freund meines Schwagers und meiner Frau, und er erzählte uns, dass er das herrliche Licht bei verschiedenen Gelegenheiten gesehen hatte, aber von einem anderen Blickwinkel aus, so dass er nicht direkt ins Zimmer sehen konnte.

 

DIE LETZTE ÖFFENTLICHE ANSPRACHE VON ELLEN WHITE

Ich möchte euch jetzt von der Erfahrung erzählen, die ich bei der letzten öffentlichen Ansprache Ellen Whites hatte. Es war in den Pioniertagen des Pacific Union College. Das alte Sommerhaus der Angwins wurde in ein College verwandelt, und mein Vater war einer der Arbeiter. Mein Bruder und meine Schwester besuchten dort die Gemeindeschule. Ich hatte einen freien Tag und verbrachte den Sabbat mit meiner Familie am College. Die Sabbatgottesdienste wurden in einem Raum gefeiert, von dem mir erzählt worden war, dass es der alte Tanzsaal oder ein Theater gewesen war. Es war ein ungewöhnlicher Ort für einen Gottesdienst, aber sie hatten sonst keine andere Möglichkeit sich zu versammeln.

Sie hielten dort ihre Sabbatschule und Predigtgottesdienste, bis sie ein Gemeindehaus bauen konnten. Die Stühle standen sehr eng zusammen. Ich saß auf einem Stuhl so dicht vorne, dass meine Knie das Podium berührten. Es war keine bequeme Haltung, denn ich musste meinen Kopf nach oben strecken, um die Sprecher auf der Kanzel zu sehen. Die Pause nach der Sabbatschule war vorüber, das erste Lied der zweiten Stunde war gesungen und ein Gebet gesprochen worden, als sich die Doppeltür am Ende der Bühne, die als Podium benutzt wurde, öffnete. Schwester White wurde von ihrem Sohn W. C. White in ihrem Rollstuhl geschoben. Ich beobachtete, wie er und Präsident Irwin und Bruder Ott aus Washburn sie aus ihrem Rollstuhl hochhoben und in den Sprecherstuhl setzten. Sie erholte sich dort einige Minuten lang, dann halfen ihr zwei der Brüder zum Podium.

Es wurde angesagt, dass sie eine spezielle Botschaft für die jungen Leute habe. Nach einer kurzen Verschnaufpause halfen ihr die zwei Männer zum Podium, denn sie war so gebrechlich, dass sie nicht alleine stehen konnte. Ich schaute nach oben, direkt in ihr Gesicht. Sie entließ die beiden Männer und sagte in einem kurzen Gebet etwas über die Gegenwart des Heiligen Geistes. Es schien mir, als ob ihr Gesicht in dem Moment zu leuchten anfing und es war so, als ob man in einer Papierlaterne eine Kerze angezündet hätte. Von diesem Moment an konnte man erkennen, dass sie die Energie einer Frau in den mittleren Jahren hatte. Es war erstaunlich. Sie hatte eine Botschaft der Ermutigung und Warnung, nicht speziell für die gegenwärtige Generation, sondern für die Kinder der Generation, die vor ihr saßen. Sie beschrieb die Gesetzlosigkeit, die Gewalt, die Unmoral, die Weichlichkeit, die Zustände, wie wir sie heute um uns herum wahrnehmen können.

Zu der damaligen Zeit verschloss keiner der Menschen seine Türen. Sie sagte, dass in nur wenigen Jahren Frauen nicht mehr sicher sein würden, nicht einmal in ihrem eigenen Haus. Die Zuhörer zweifelten nicht an dem, was sie sagte, aber es schien so abwegig, dass sie ihre Köpfe schüttelten. Zu der Zeit damals sahen wir, dass Männer Pfeifen und Zigarren rauchten, aber wir sahen niemals, dass eine Frau rauchte. Keine Frau hätte so etwas getan. Irgendein arroganter Schnösel würde vielleicht eine selbstgedrehte Zigarette rauchen, aber das war sehr ungewöhnlich. Damals nannte man sie Sargnägel, und ich glaube, dass das eine ziemlich treffende Bezeichnung für die Zigaretten war. Schwester White sagte, dass in ein paar Jahren die Mehrzahl der Menschen Zigaretten rauchen würden und dass Frauen genauso rauchen würden wie Männer, auch junge Leute. Was sehen wir heute?

Als sie ihre Botschaft beendet hatte, sprach sie nochmals ein kurzes Gebet, und das Licht verschwand wieder aus ihrem Gesicht. Sie wäre rückwärts auf den Boden gefallen, wenn sie nicht zwei Männer aufgefangen, und nach draußen getragen hätten. Das war das letzte Mal, dass sie jemals in der Öffentlichkeit sprach, und ich bin so dankbar, dass ich das Vorrecht hatte, ihre Botschaft zu hören.

 

BEKENNTNIS EINER SÄKULAREN SCHULLEHRERIN

Vor Jahren hatte ein bestimmter Schüler aufgrund von Krankheit einige Fächer in seiner High School versäumt. Er hatte die Schule weitergemacht, aber diese versäumten Fächer nie nachgeholt, von dem eines die englische Literatur war. 1914 arbeiteten seine Frau und er als Krankenpfleger in Oakland und Berkeley, Kalifornien, wohnten aber in der Stadt Melrose, die damals noch nicht direkt zum inneren Teil von Oakland gehörte. Eines Tages bat er um eine Unterredung mit dem Direktor der Chauncy Fremont High School in Melrose. Er wurde sehr zuvorkommend empfangen und als ein Schüler mit Sonderstatus aufgenommen. Die Lehrerin der Literaturabteilung war Fräulein E. Mc Millan. Die Schüler übersetzten alte Literatur ins moderne Englisch, studierten Chaucer und Shakespeare und spielten viele der Dramen nach, von denen einige sehr vulgär waren. Sie wussten, dass der neue Schüler sich auf den Evangeliumsdienst vorbereitete und dass er ein ärztlicher Missionar werden wollte. Fräulein Mc Millan schlug vor, anstatt ihn an dem üblichen Programm der Klasse teilnehmen zu lassen, sie ihm Bücher von der Universität von Berkeley mitbringen würde, die er dann in seinem privaten Zimmer studieren konnte. Zu bestimmten Zeiten würde er am Klassenplan teilnehmen, aber nicht seine Zeit mit solch trivialen Dingen vergeuden müssen.

Zum Ende des Schuljahres kündigte die Lehrerin eine besondere Prüfung an. Bestimmte Schüler sollten ihre Lieblingszitate vorlesen und der Test bestand darin, dass der Rest der Klasse an dem Stil der Sprache erkennen sollte, wer der Autor war. Diejenigen, die immer Bestnoten gehabt hatten, würden von dem letzten schriftlichen Examen befreit werden, wenn sie freiwillig ihre Zitate für diesen mündlichen Test mitbringen würden. Er gehörte zu den Glücklichen, und ich glaube, dass Gott in der Sache Seine Hand im Spiel hatte. Seine Zitate waren aus dem Buch: Das Leben Jesu. Als er sein erstes Zitat vorlas, hob sich nur eine Hand, und zwar von einer jungen Dame, die der hellste Kopf in der Klasse war. Sie sagte: Fräulein Mc Millan, ich bin mir nicht sicher, aber der Stil gleicht ziemlich dem, von General Wallace, der das Buch Ben Hur schrieb. Aber dieses Zitat ist viel schöner - es scheint irgendwie heilig oder inspiriert zu sein.

Nun, Fräulein Mc Millan lächelte und sagte: „Ja, du hast recht“, und sie drehte sich um und sagte: „Mr. Williams, das Zitat, das Sie gerade vorgelesen haben, stammt aus der Feder von Frau E. G. White. Ich kann sie jederzeit aus jedem beliebigen Zitat herausfinden, weil ihr Stil einen ganz bestimmten Klang hat. Er scheint inspiriert zu sein, wie die Schülerin uns gerade gesagt hat.“ Um die Klasse zu beeindrucken, dass sie auf diesem Gebiet eine Autorität war, erwähnte sie ihre Abschlüsse in Literatur von verschiedenen Universitäten, sowohl in USA als auch in Europa. Sie rief keinen weiteren Schüler auf, sondern benutzte den Rest der Stunde dafür, selbst zu unterrichten. Sie erklärte, dass die vollkommenste und schönste Literatur nicht in großen Worten besteht, wo der Autor mit seinem umfangreichen Vokabular glänzen kann, sondern in guten Sätzen, die schön aufgebaut sind und aus Worten bestehen, die die meisten Menschen verstehen können. Dann erwähnte sie die Bibel. Sie ließ dann jeden in der Klasse folgendes schriftlich niederlegen: „Von aller Literatur, aus dem Altertum, dem Mittelalter oder der Modernen, ist die vollkommenste und schönste, mit Ausnahme der Bibel selbst, die Literatur von Frau E. G. White. Und die „Creme de la creme“ aller ihrer Schriften ist das Buch: Das Leben Jesu, aus dem Herr Williams gerade zitiert hat.“ Sie sagte, dass sie nur sehr wenig über die Religion von Frau White wüsste oder die Kirche, zu der sie gehörte, sondern dass sie ihre Bücher lediglich vom Blickwinkel eines Literaturkritikers gelesen hatte. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass ich an diesem Tag dankbar war, ein bescheidenes Glied der Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten zu sein und das Vorrecht gehabt zu haben, Frau E. G. White persönlich als Gottes Botin kennengelernt zu haben.

Vor vielen Jahren war ich gerade dabei, mein Radioprogramm über den Radiosender in Gadsden, Alabama, zu starten, wo ich zu der Zeit lebte. Ich bat Bruder Caviness, den Bezirksprediger, mich zu begleiten, weil ich mit dem Herausgeber einer der größten Zeitungen im Süden sprechen wollte. Er war ein freundlicher Herr, und während wir uns unterhielten, öffnete er eine Schublade seines Schreibtisches, nahm ein Buch heraus, hielt es hoch und sagte: „Ich habe gerade dieses Buch zu Ende gelesen. Wer auch immer diese Frau war, die das Buch geschrieben hat, sie muss von Gott inspiriert sein. Sie kann nicht so ein Buch geschrieben haben, wenn sie nicht inspiriert war.“ Und was glaubt ihr, welches Buch war das? Es war „Der große Kampf“.

 

ABSCHLIESSENDE BEMERKUNGEN BEZÜGLICH ANSCHULDIGUNGEN, DASS ELLEN WHITE EINE PLAGIATORIN SEI

Zum Abschluss möchte ich jetzt einige persönliche Bemerkungen einfügen. In unserer modernen, wettbewerbsgeprägten Gesellschaft ist es notwendig geworden, alles zu patentieren und mit Copyright zu versehen. Aber wenn man die Literatur aus der Antike, dem Mittelalter und auch der Moderne studiert, springt einem unweigerlich die Tatsache ins Auge, dass die Schreiber allgemein Texte voneinander übernommen haben. Ein sehr großer Teil der Schriften des Neuen Testaments besteht aus Zitaten, Abschnitten und Paraphrasierungen aus dem Alten Testament. Wenn ihr euch in der Tiefe damit beschäftigt, werdet ihr erstaunt sein. Ein großer Teil des Neuen Testaments besteht aus Paraphrasierungen des Alten Testaments, ohne dass explizit Quellenangaben gemacht werden. Und sogar Jesus Christus hat es so gemacht, und niemand wird wohl behaupten wollen, dass Er unehrlich war.

Tatsächlich ist es fast unmöglich, irgendetwas zu sprechen oder zu schreiben, ohne Sätze, Ausdrücke oder Satzteile zu benutzen, die irgendjemand anderes zuvor schon gebraucht hat. Je belesener wir sind, desto unmöglicher wird es, originell zu sein. Inspiration erfordert nicht zwingend Originalität. Inspiration kann uns in der Wahl unseres Lesestoffes leiten. Auch in unserem Studium und beim Verfassen dessen, was wir uns an Erkenntnissen angeeignet haben. Unser Gehirn funktioniert wie ein sehr genaues Aufnahmegerät. Wir reproduzieren, was wir von anderen gehört oder gelesen haben. Wenn wir einen Aufsatz oder ein Buch schreiben, müssen wir sehr genau aufpassen, sonst schleichen sich unweigerlich Worte oder Sätze in unsere Produktion ein; Redewendungen oder sogar ganze Sätze eines Autors, der vor uns bereits da war. Das störte mich keineswegs, als ich vor einem halben Jahrhundert entdeckte, dass Frau E. G. White das zuweilen getan hatte. Der größte Teil ihrer Schriften sind ihre eigenen Worte, aber häufig hat sie auch Worte oder Sätze, in seltenen Fällen sogar eine ganze Seite aus einem Buch von jemand anderem benutzt. Lasst euch nicht von diesen Dingen irritieren.

Es würde mir Freude machen, euch noch viele weitere interessante Erlebnisse zu erzählen, die ich persönlich mit Ellen White und dem Geist der Weissagung hatte.

Gott segne euch, gebt euren Glauben nie auf!

Ältester Harold Nathan Williams

Quelle in Englisch:

http://www.seventh-day.org/egw_testimony.htm


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