Aus der Geschichte des Sabbat


 

von Heinz Schaidinger


 

Als Jesus von seinen Jüngern gefragt wurde, wann denn die Zerstörung Jerusalems und das Ende der Welt kommen würden, wies er unter anderem darauf hin, daß bis zum Ende der Welt der Sabbat gefeiert werden würde: Matthäus 24:20f. In der folgenden Studie werden nun einzelne Zeugnisse aus der Kirchengeschichte angeführt, die deutlich aufzeigen, daß der Sabbat in der Vergangenheit viel mehr Beachtung fand, als man heute bereit ist anzunehmen. Drei Fragen sind in der Betrachtung berücksichtigt worden:

 

1. Wie ergeht es des Sabbatfeier außerhalb des Machtbereichs der römischen Kirche?

2. Welches Schicksal erleidet die Sabbatfeier innerhalb des Machtbereichs der römischen Kirche?

3. Wie steht es um die jüngste Geschichte der Sabbatfeier innerhalb der Christenheit?

 

Unsere Studie ist dabei nicht erschöpfend, aus einer Vielzahl von Zeugnissen soll einfach nur ein Trend aufgezeigt werden.

 

 

I. Der Sabbat außerhalb des Machtbereichs der römischen Kirche

1. Die „stummen“ Städte

In seiner Endzeitrede kündigt Jesus die Zerstörung Jerusalems an (Matthäus 24:15f.), wobei er seine Nachfolger auffordert, aus Jerusalem zu fl iehen. Bereits in den Tagen des Jeremia (38:16f.) war der Rat Gottes an jene, die den Ansturm der feindlichen Heere überleben wollten: Geht aus Jerusalem heraus! Als nun 70 nach Christus Jerusalem durch die Römer zerstört wurde, blieben die Christen verschont, da sie das Wort ihres Meisters beachtet hatten:

Als die Römer im Jahre 66 Jerusalem zu bedrohen begannen, entwichen die Christen aus Jerusalem in das Gebiet der Dekapolis, der zehn Städte, östlich des Jordans. Die meisten von ihnen, etwa 80.000, fl ohen in das Gebiet der Stadt Pella. Ganz unter dem Eindruck stehend, daß sich eine Weissagung ihres Meisters vor ihren Augen erfüllt hatte, verbreiteten sie hier ihren Glauben an Jesus. Die Christen vermehrten sich zusehends im Gebiet der Dekapolis.

Nach einigen Jahrzehnten jedoch, als der Kaiser Hadrian Jerusalem noch einmal eroberte, zerstörte und den Pflug darüberziehen ließ (etwa 132-135), setzte eine neue Wanderbewegung ein: Die Nachkommen der alten Jerusalemer Flüchtlinge gingen nun aus Pella noch weiter nach Norden, in die Gegend von Antiochien in Syrien. Sie bauten dort Städte im ganzen Gebiet nach Norden bis zum Euphrat. Durch diese Wanderbewegung wurde das dortige syrische Christentum, daß noch auf die Arbeit des Apostels Paulus zurückging (Apostelgeschichte 11:19-30), belebt und gestärkt.

Das ganze Gebiet wurde von den Nachkommen der Jerusalemer Gemeinde in etwa 100 Städten besiedelt und wurde im zweiten und dritten Jahrhundert das Zentrum des judäischen Christentums, das seine Wurzeln in der Gemeinde von Jerusalem aus der Zeit vor der Zerstörung des Tempels hatte. Obwohl diese Städte heute „stumm“, weil entvölkert, sind, reden sie den Archäologen in beredter Sprache: Diese Städte zeichnen sich durch einen hohen Grad der Zivilisation aus. Geistlich gesehen standen die Christen aus jenem Gebiet dem Urchristentum nahe. Sie kämpften gegen die Gnosis, gegen die allegorisierenden Tendenzen der Alexandriner, gegen die allzu freimütige Art, mit der Schrift umzugehen, die mehr und mehr um sich griff.

 

Wie in Alexandrien, entstand auch in Antiochien eine theologische Schule. Der berühmteste Vertreter der Schule von Antiochien ist Lukian, der sich auch vor allem für die korrekte Überlieferung des griechischen Textes der Bibel eingesetzt hat (gestorben 312). Nach dem Zeugnis des Eusebius ist die Jerusalemer Gemeinde eine Sabbat haltende Gemeinde gewesen, ebenso ihre Nachkommen in Pella und damit auch im Gebiet der „stummen“ Städte in Syrien.

Dieses Gebiet war dann in der darauffolgenden Zeit das Missionszentrum des Christentums nach Osten. Es war das Zeugnis Antiochiens, das in den folgenden Jahrhunderten den Osten bis China und Japan mit der Botschaft Christi bekanntmachte. Von hier aus wurde auch der Sabbat zu den anderen Völkern getragen. Im Einflußbereich des imperialen Christentums jedoch wurde die antiochenische Theologie bald mehr und mehr in den Untergrund gedrängt.

Als Justinian im sechsten Jahrhundert versuchte, alle Ketzerei auszurotten, entvölkerte sich auch das Gebiet der „stummen“ Städte: Die treuen Christen fühlten sich weiter im Osten, bei den heidnischen Persern sicherer als bei ihren römischen und griechischen Glaubensbrüdern. Diese syrische Kirche des Ostens war evangelikal, nicht päpstlich orientiert. Ihr Vorbild war die judenchristliche Gemeinde des ersten Jahrhunderts, der Sabbat war der Kirche des Ostens selbstverständlich.

 

 

2. Die Kirche des Ostens

Der in der frühen Kirche sehr hochgehaltene Sabbat war das einigende Band unter den Judenchristen, ja auch unter den Heidenchristen, die durch die judenchristlichen Missionare gewonnen wurden. Bereits im dritten Jahrhundert erstreckt sich der Bereich der Kirche des Ostens von Palästina bis nach Indien. In Indien ist die Macht des Sabbats so groß, daß auf einem buddhistischen Konzil in Vaisalia im Jahre 220 die Ordnung unter den Mönchen Buddhas wiederhergestellt werden soll, da ihrer etliche begonnen haben, den Sabbat zu feiern. Im vierten Jahrhundert sind es unter anderem Athanasius und Ambrosius, die deutlich sagen, daß die ganze Kirche des Ostens bis nach China den Sabbat feiert – im Unterschied zu den beiden Kirchen Alexandrien und Rom. In Persien trotzt man 40 Jahre lang der Verfolgung durch Shapur II. (335 375), auf den Sabbat aber verzichtet man nicht. Im Jahre 411 ernennt Isaak, der Katholikos der syrischen Kirche des Ostens, einen Führer für die Kirche in China.

Immer noch hält die Kirche des Ostens den Sabbat. Aus dieser Zeit weiß man auch um Verbindungen zwischen dieser und der keltischen Kirche Mittel- und Nordwesteuropas. Über die Christen Persiens und Mesopotamiens im achten Jahrhundert weiß man, daß sie den Zehnten gaben und den Sabbat hielten. Diese Kirche war ja nie mit Rom verbunden gewesen.

Der Sabbat blieb auch den Kirchen erhalten, die nach dem Konzil von Chalcedon von der römischen Kirche abgespaltet wurden: den abessinischen, jakobitischen, maronitischen und armenischen Christen. Im Jahre 781 wird in Chian ein Marmordenkmal errichtet – zu Ehren des Christentums in China.

In der Inschrift wird festgehalten, daß die Christen in China den Sabbat feiern. Dieses Steinmonument kann heute in Changan besichtigt werden. In der Kirche des Ostens in Kurdistan hält man im zehnten Jahrhundert den Sabbat. Man kann davon ausgehen, daß bis ins fünfzehnte Jahrhundert der Sabbat für die Mehrheit der Christen verbindlich war, mit Ausnahme der römisch katholischen Kirche in Europa und Nordafrika.

 

Die Erinnerung an den Sabbat schlägt im neunzehnten Jahrhundert in China noch einmal durch: Während der Tai-Ping Revolution (ab 1850) wird den Chinesen nicht nur Opium, Tabak und Alkohol verboten, auch der Sabbat wird gefeiert. Auf die Frage, warum sie den Sabbat feiern, antworten die Tai-Ping Revolutionäre: „Erstens, weil es in der Bibel steht und zweitens, weil auch unsere Ahnen diesen Tag gefeiert haben.“ Aus dem neunzehnten Jahrhundert gibt es auch Zeugnisse für den Sabbat in Persien und Indien.

 

II. Der Sabbat innerhalb des Machtbereichs der römischen Kirche

1. Der frühe Abfall

Schon durch die Juden, nicht erst durch die Christen, war der Sabbat im ersten Jahrhundert im gesamten römischen Reich und darüber hinaus verbreitet. Die Juden gaben dem römischen Reich die Sieben-Tage-Woche, und anfangs war der wichtigste Tag der römischen Woche der Saturntag der dem jüdischen Sabbat, unserem Samstag, entsprach. Später wurde (gegen Ende des ersten, zu Beginn des zweiten Jahrhunderts) bei den Römern der Dies Solis, der Tag der unbesiegbaren Sonne (Mithraskult) so populär, daß er den Saturntag als wichtigsten Tag der Woche verdrängte.

Der erste Tag der Woche (= der wichtigste) wurde so der Sonntag. Unter den Christen taucht die Frage des Sonntags erst im zweiten Jahrhundert auf, und da vorerst auch nur in Alexandrien und in Rom! In Alexandrien gaben die Christen den Sabbat auf, weil sie sich großem Druck von seiten des Mithraskults ausgesetzt sahen, in dem der Sonntag gefeiert wurde. Auch Rom war davon geprägt, und als Hadrian in seinem Zorn auf das Judentum (Bar-Kochba-Aufstand in den 30er Jahren des zweiten Jahrhunderts: Hadrian mußte extra Sonderlegionen nach Palästina verlegen, um den Aufstand niederschlagen zu können) die Sabbatfeier als wichtigen Pfeiler der jüdischen Identität verbot (Hadrian wollte das Judentum geistig ausrotten), sah der Bischof von Rom sich genötigt, einzulenken.

 

Warum sollten die Christen der Hauptstadt des Reiches mit den Juden Verfolgung leiden, wo sie doch gar nichts mit dem jüdischen Aufstand zu tun hatten? Die Christen Roms wollten nicht mit den Juden verwechselt werden und machten sich beim Staat durch den Verzicht auf die nunmehr „jüdische“ Sabbatfeier lieb Kind (vergleiche die jüdische Haltung im ersten Jahrhundert, als die Juden die römischen Autoritäten darauf aufmerksam machten, daß die Christen keine Sekte der Juden, sondern eine „religio illicita“ seien, was die Römer veranlaßte, von den Christen zu verlangen, dem Kaiser zu opfern, was zu den Christenverfolgungen im heidnischen Rom führte).

Der Bischof von Rom bemühte sich von nun an, auch in den anderen christlichen Kirchen seines Verantwortungsbereichs den Sonntag durchzusetzen. Von nun an sollte die Sonntagfrage zu einem Wahrzeichen der Macht Roms werden.

 

Man kann davon ausgehen, daß im zweiten Jahrhundert der Sabbat im Christentum noch weitestgehend festgehalten wurde; doch Rom begann bereits, für seine Idee zu kämpfen. Justin der Märtyrer und Clemens von Alexandrien gehören zu den ersten Mitstreitern Roms in der Sonntagfrage. Am Anfang war der Erfolg noch klein. Bis ins dritte Jahrhundert gibt es außer Rom und Alexandrien nur wenige Kirchen, die den Sonntag als wöchentlichen Feiertag angenommen haben. In der direkten Umgebung Alexandriens feiert man den Sabbat, ebenso im Bistum Mailand, hier sogar bis ins zweite Jahrtausend! Es war Ambrosius von Mailand, der auf die Frage, was man nun tun sollte: mit Rom den Sonntag, oder mit Mailand den Sabbat feiern, antwortete: „Wenn du in Rom bist, dann mach’s wie die Römer.“

Er selbst hielt in Mailand den Sabbat, wollte aber mit den Römern nicht darüber streiten. Die Christen in Spanien treten im vierten Jahrhundert auf dem Konzil von Elvira (305) tapfer für den Sabbat ein: Sie verwerfen die römische Vorschrift, am Sabbat zu fasten! Die Fastenvorschrift für den Sabbat kommt aus der Anfangszeit des Sonntags: Es galt, damit den Sabbat zu einer Belastung zu machen, damit der Sonntag umso mehr favorisiert würde.

Leider haben die Stimmen gegen den Sabbat die Macht auf ihrer Seite: Auf dem Konzil von Laodizea (365) wird der Sabbat von der westlichen Kirche offiziell verworfen. Kanon 29 der Konzilsbeschlüsse sagt: „Christen dürfen nicht judaisieren und am Sabbat aufhören zu arbeiten, sondern sie sollen an eben demselben Tag arbeiten und als Christen lieber am Herrentag mit der Arbeit aufhören, wenn sie können.“

 

Vor allem der Schluß des 7. März 321 wider, in dem den Verehrern der unbesiegbaren Sonne gestattet wird, auch am Dies Solis zu arbeiten, wenn es nicht anders geht (Erntezeit, etc.). Trotzdem kann noch im fünften Jahrhundert Sokrates in seiner Kirchengeschichte festhalten, daß fast alle Kirchen in der ganzen Welt den Sabbat feiern. Dies betrifft unter anderem auch die keltische Kirche. Sie geht auf die Keltenmission der ersten Christen zurück (Galater).

Die keltische Kirche christianisiert Nordeuropa lange bevor ein römisch katholischer Bischof das Werk der „Heidenmission“ in jener Gegend aufnimmt. Die wichtigsten Vertreter der keltischen Kirche sind Patrick und Columba.

Die Mission der Kelten geht im ersten Jahrhundert von den Galatern nach Westen und Nordwesten. Im dritten und vierten Jahrhundert werden Irland und Schottland zu den Missionszentren der keltischen durch Frankreich und Deutschland bis in den Donauraum vor.

 

Hier begegnen sie den katholischen Missionaren, die von Rom aus nach Norden vorstoßen. Ein zähes Ringen beginnt, die keltischen Christen werden mit Gewalt zurückgedrängt. Die Christianisierung Europas von römischer Seite aus ist nicht so sehr und allein die Bekehrung von germanischen Heiden, sondern die Romanisierung und Katholisierung der durch die keltischen Missionare gewonnen Christen.

List und Waffengewalt waren die Missionsmethoden, die den Mitteleuropäern der damaligen Zeit die geistliche Oberhoheit und den Sonntag Roms einbrachten. Etliche der nachmals katholischen Klöster waren ursprünglich keltische Ausbildungsstätten und Missionszentren (z. B. St. Gallen, Bregenz, Freising, Regensburg, Reichenau, Salzburg, Passau, etc.). Diese keltische (oft auch als iroschottisch bezeichnete) Kirche wird von Rom bekämpft, weil sie sich dem Primat des Bischofs von Rom nicht unterordnen will. In den britischen Stammländern kann sie erst im zwölften Jahrhundert unterdrückt werden, auf dem Kontinent allerdings schon früher. Nun ist es historisch belegt, daß unter dem Einfluß des iroschottischen Christentums der Sabbat in ganz Europa verbreitet war. Unter diesem Einfluß standen auch die Waldenser, deren Wurzeln bis ins zweite Jahrhundert zurückreichen.

 

2. Die Gemeinde der Wüste

Ihre Bibelübersetzung ist die Itala. Sie pfl egen bis zur Reformationszeit die Übersetzung der Bibel in ihre Sprache. Ihre Wurzeln sind nicht nur keltisch, auch romanisch und germanisch: Es handelt sich um die Kirche der Alpen, die von jenen gebildet wird, die sich aus der unmittelbaren Machtsphäre Roms zurückziehen, um ungestört ihres Glaubens leben zu können.

Ihr Stammgebiet ist Norditalien und Südfrankreich. Sie erhalten ihren Namen von den Tälern (= val), die sie bewohnen, verhältnismäßig sicher vor dem Zugriff derer, die ihnen übelwollen. Dann nennt man sie „Waldenser“.

Der Einfl uß ihres Geistes ist spürbar: Rom hat seine liebe Not mit den norditalienischen Bistümern. Bis lange ins zweite Jahrtausend hinein halten diese Kirchen den Sabbat. Petrus Waldus im zwölften Jahrhundert ist keineswegs der Begründer der Waldenser, er erhält seinen Namen von ihnen, nicht umgekehrt. Diese Dissidenten Roms hatten schon seit vielen Jahrhunderten Männer in ihren Reihen, die es wagten, Rom offen die Stirn zu bieten: Jovinian und Vigilantius im vierten und fünften Jahrhundert, Claudius von Turin im neunten Jahrhundert, Peter Damian im elften, Peter de Bruis, Heinrich von Lausanne und Arnold von Brescia im zwölften Jahrhundert, um nur einige dieser mutigen „Querdenker“ zu nennen.

 

Die Waldenser erfassen mit ihrer Missionsbewegung ganz Europa und ergänzen so die Arbeit der Iroschotten. Es ist dieser massive Widerstand gegen Rom, der ein ganzes Jahrtausend anhält, der den schnellen Erfolg der Reformation des sechzehnten Jahrhunderts erst möglich macht. Die reformatorischen Ideen greifen schnell um sich und fi nden überall vorbereiteten Boden. Viele der Waldenser hielten den Sabbat, doch nicht mehr alle.

Der Sabbat setzt sich zwar in der Reformation nicht durch; doch dort, wo die Waldenser den Boden bereitet haben, gehen viele noch weiter als die Reformatoren, die direkt aus der katholischen Kirche kommen. Man bekennt sich zur Erwachsenentaufe und auch oft zum Sabbat. Dies ist allerdings der eher radikale Flügel der Reformation.

 

Die Reformatoren, die aus der römischen Kirche kommen, sind nie im geistlichen Untergrund gewesen und empfi nden den Sabbat als extrem. Bei vielen Wiedertäufern jedoch wird auch die Sabbatfeier ernst genommen.

Es ist kein Zufall, daß die Reformation in England ihren Anfang nahm (Wiklif), das in iroschottischer Tradition stand, und über Böhmen, das unter waldensischem Einfl uß stand und die Lehren Wiklifs aufgriff (Hus, böhmisch-mährische Brüder), im Laufe von 150 Jahren den Rest Europas ergriff.

Der Boden war vorbereitet. Auch in Frankreich lag die Hochburg des Protestantismus im Süden, im Gebiet der Waldenser und Albigenser, was wiederum nur ein anderer Name für dieselbe Art von Gläubigen ist. Die Reformation stand also auf den Schultern der Dissidenten Roms aus früheren Jahrhunderten, und viele Bibelchristen in jener Zeit machten den Sabbat zu ihrem Ruhetag.

 

3. Die Ausdehnung der Macht Roms und der Sabbat

Im zweiten Jahrtausend jedoch beginnt in der westlichen Hemisphäre der Sabbat mehr und mehr zu verschwinden. Nur noch die ganz „Radikalen“ halten am Sabbat fest (etliche Gruppen der Waldenser, der Böhmen, der Wiedertäufer). Im Zuge der Gegenreformation wird die Macht Roms gefestigt. Man anerkennt den Sabbat zwar als biblisch, doch erklärt man ihn als durch die Macht und Autorität Roms beseitigt: der Sonntag wird endgültig zum sichtbaren Zeichen der Macht Roms! (Augsburger Konfession, Artikel 28 zeigt schon die gängige Argumentation der römischen Kirche.)

Die treibende Gewalt der Gegenreformation sind die Jesuiten. Über die Jesuiten kommt der Sonntag nun auch in die Kirche Äthiopiens, die eineinhalb Jahrtausende lang nicht der römischen Kirche unterstanden hat und deshalb im sechzehnten Jahrhundert immer noch den Sabbat feiert.

Doch nach etwas mehr als einem Jahrhundert schüttelt Äthiopien das jesuitische Joch wiederum von sich und kehrt weitgehend zum Sabbat zurück, wenn auch über die lange Zeit die theologische Tiefe der Sabbatfeier ein bißchen verlorengeht. In Indien geht es nicht so glimpflich ab. Vasco da Gamafi findet nicht nur den Seeweg nach Indien, er bringt auch die Jesuiten mit.

Diese richten in Goa die Inquisition ein – das heißt, die Scheiterhaufen auf. Nach etlichen Jahren muß die indische Kirche, die seit eineinhalb Jahrtausenden den Sabbat feiert, sich ergeben. Wer trotzdem bei den alten Ansichten bleiben und den Papst nicht anerkennen will, landet auf dem Scheiterhaufen.

 

So geht es nun überall, wo die römische Kirche den Spuren der Kirche des Ostens begegnet. Jahrhunderte – mehr als ein Jahrtausend – theologischer Denkarbeit und Literatur wird durch groß angelegte Bücherverbrennungen vernichtet. So wird der Kirche des Ostens das theologische Rückgrat gebrochen und die Identität geraubt (diese Taktik war schon die Kampfmethode der römischen Kirche gegen die Waldenser seit dem Papst Gregor I. um 600). Sowohl dies als auch die Erhebung der Türken führt zum Untergang der syrischen Kirche des Ostens im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert.

Die Völker des Ostens schließen sich, durch Rom und die Mächte des Westens abgeschreckt, mehr und mehr gegen das Christentum ab, bis wir eben die jetzt bekannte Situation vorfinden, daß die zeitgenössischen Völker des fernen Ostens vom Christentum heute nahezu unberührt sind.

 

III. Die Wiederentdeckung des Sabbats

In der westlichen Christenheit ist der Sabbat zwar nicht ausgestorben, doch zumindest sehr zurückgedrängt worden. Seit der Reformation ist der Sabbat wieder mehr und mehr ins Interesse vieler Christen im Machtbereich der römischen Kirche gerückt.

Es waren vor allem die Wiedertäufer, die die biblizistischen Ideen der Waldenser fortsetzten und darum auch den Sabbat wieder aufgriffen. Die tapfersten Verteidiger des Sabbats unter ihnen waren zu Beginn Oswald Glait und Andreas Fischer. Beide waren ursprünglich römisch-katholische Priester gewesen, hatten sich dann aber zum Luthertum bekehrt. Beide verschlug es nach Nicholsburg in Mähren, wo die mährischen Brüdergemeinden zwar lutherisch gesinnt waren, doch ein weiteres Herz hatten und die vertriebenen Wiedertäufer aus der Schweiz und aus Süddeutschland freundlich aufnahmen. Einer ihrer Führer war Balthasar Hubmaier, der im Heim des Oswald Glait aufgenommen wurde.

Dies führe Oswald Glait zur Annahme der Erwachsenentaufe. Die mährischen Gemeinden wurden mehr und mehr taufgesinnt. Weitere Vertriebene aus Oberösterreich und aus Tirol kamen nach Nicholsburg, bis es in der Gegend über 12.000 Täufer gab. Unter ihnen war auch Hans Hut. Er disputierte mit Balthasar Hubmaier über die Frage des „Schwerts“:

 

Darf ein Gläubiger seine Überzeugung mit dem Schwert verteidigen? Hubmaier war für ja Hans Hut für nein. Er wurde ins Gefängnis geworfen, doch Freunde halfen ihm zur Flucht. Oswald Glait begleitete ihn auf der Flucht nach Österreich. In Wien tauften sie etwa 50 Neubekehrte. Oswald Glait nahm von Hans Hut auch dessen Überzeugung an daß Christus vor den 1000 Jahren wiederkommen würde, während die Leute um Hubmaier eschatologisch gesehen noch Augustinianer waren, sie erwarteten den Gottesstaat auf Erden, bevor Christus wiederkommen würde – darum auch das Verständnis für den begrenzten Gebrauch des Schwerts!

Hans Hut reiste weiter durch Österreich, kam nach Augsburg, wo er 1527 gefangen genommen und zum Tode verurteilt wurde. Oswald Glait blieb in Wien, um die Gemeinde zu betreuen. Er ging nach einigen Monaten zurück nach Nicholsburg, wo er Andreas Fischer kennenlernte. Beide flohen sie aus Mähren, das nach dem Tode König Ludwigs II. Von Ungarn und Böhmen 1526 in der Schlacht von Mohacs gegen die Türken an den Erzherzog Ferdinand von Österreich gefallen war, den Bruder Kaiser Karls V., der Böhmen wieder „katholisch machen“ wollte.

Sie flohen nach Schlesien (1528), nach Liegnitz. Dies liegt nur jenseits der Grenze, unweit der Gegend, in der etwa zehn Jahre zuvor Karlstadt und Luther über den Sabbat diskutiert hatten. Vielleicht hatte Oswald Glait darüber gehört oder gar gelesen, jedenfalls begann er, die Sabbatfrage zu studieren.

Er und Andreas Fischer nahmen den Sabbat an. Sie diskutierten darüber mit Schwenckfeld und Krautwald, die sie des Judaismus bezichtigten und kein Verständnis für sie hatten.

 

Doch die Frage bewegte die Gemüter: Es waren Schwenckfeld, Krautwald, Capito und Bucer in Straßburg, die auf Glaits Buchlenn vom Sabbath antworteten. Glaits Standpunkte waren eigentlich schon die der viel späteren Siebenten-Tags-Adventisten:

Der Sabbat ist ein Teil der Zehn Gebote, wenn er nicht gehalten werden muß, dann auch nicht die anderen neun. Wer in einem sündigt, ist das ganze Gesetz schuldig (Jakobus 2:10), der Sonntag ist eine Erfindung des Papstes, vorhergesagt in Daniel 7:25, die Verkürzung des Sabbats ist das Werk des Teufels.

 

Christus hat den Sabbat nicht aufgehoben, sondern gehalten (Matthäus 5:17f.), so auch seine Apostel, auch Paulus, der wohl unterschied zwischen Zeremonialgesetz (Beschneidung) und Sittengesetz.

Der Sabbat ist kein Teil des Zeremonialgesetzes, da er Adam und Eva im Paradies gegeben wurde, von Abraham und den Kindern Israel vor der Gesetzesverkündigung am Sinai gehalten wurde und als Denkmal der Schöpfung gehalten werden soll, solange die Erde steht. Dieser Sabbat ist natürlich der siebente, nicht der erste Tag der Woche.

Doch in jenen Tagen konnte niemand eine solche Position einnehmen und hoffen, eines natürlichen Todes sterben zu dürfen. 1529 noch wurden Andreas Fischer und seine Frau zum Tode verurteilt, sie durch Ertränken (eine beliebte Todesstrafe für Täufer), er durch Erhängen. Frau Fischer wurde erfolgreich ertränkt, doch als ihr Mann gehängt werden sollte, fiel er dem Henker aus der Hand zu Boden und konnte entkommen.

Sein Verständnis des Sabbats glich dem Glaits, er wies zusätzlich noch stark darauf hin, daß der Sabbat keinen Rückfall in das Judenentum darstellte, sondern in der Geschichte der Kirche sowohl den Christen als auch den Juden gemein war. Die ersten Christen hielten jahrhundertelang den Sabbat, der frühe Papst Viktor (I.) und später Kaiser Konstantin führten den Sonntag ein.

 

Der Sabbat aber sei gültig bis in alle Ewigkeit. In den darauffolgenden Jahren setzte sich die Sabbatwahrheit unter den Täufern Böhmens und Mährens durch. In Böhmen wahren die Sabbatarier die drittstärkste Gruppe nach den Lutheranern und Calvinisten (laut einer katholischen Liste häretischer Sekten aus dem Jahre 1600). Erasmus wandte sich 1536 gegen die Sabbatarier Böhmens, ebenso Luther 1538 in seinem Brief wider die Sabbather. 1539 oder 1540 wurde Andreas Fischer von einem Raubritter aufgegriffen, der ihn von den Mauem seiner Burg stürzte.

Doch die Sekte der Sabbather wurde eine der bedeutendsten der Reformationszeit. Die Wahrheit wurde am schnellsten dort aufgegriffen, wo früher die Spuren der Waldensertätigkeit sichtbar gewesen waren. 1529 wurde in Frankreich eine gewisse Barbara de Thiers hingerichtet, weil sie sagte: „Gott hat uns befohlen, am siebenten Tage zu ruhen.“ Eine andere sabbatarische Märtyrerin jener Gegend war Christina Tolingerin.

 

1536 gibt es Sabbatarier in Straßburg. In Böhmen und Mähren sind sie bis ins siebzehnte und achtzehnte Jahrhundert präsent. 1573 erstellt der katholische Jurist Georg Eder, ein Österreicher, eine Liste von vierzig Wiedertäufersekten in Europa, an vierter Stelle nennt er die Sabbatarier. 1575 geht Nicholsburg in die Hände des Kardinals Franz von Dietrichstein über, der einen Jesuiten bestellt, Michael Cardenias aus Wien, der als sein Priester die Ketzer ausrotten soll. Dessen Nachfolger, Christopher Erhard, stellt 1589 eine Liste von vierzig Sekten auf, von denen fünfunddreißig auch in der Liste Georg Eders vorkommen.

Wiederum stehen die Sabbatarier an vierter Stelle. Zu Ende des sechzehnten Jahrhunderts wird der Sabbat in Zürich verteidigt. Auch Skandinavien hat seine Sabbathalter. 1544 bestimmt der lutherische Herr von Bergen Stavanger und Vardoe eine Geldstrafe für Sabbathalter. Zehn Jahre später schickt der König Gustav I. Vasa von Schweden einen „Warnbrief“ nach Finland, in dem er beschreibt, daß etliche Leute im Volk an Samstagen nicht mehr arbeiten und sich wie Juden unter dem Gesetz des Mose im Alten Testamen verhalten.

 

1597 kamen zwei Bürger von Westeraas, ein Reicher und ein Bauer, vor Gericht, weil sie den jüdischen Sabbat hielten, was bei allen Gläubigen Anstoß erregte. König Gustav II. Adolf (1594-1632), der von den Protestanten als Held und Helfer im 30-jährigen Krieg gefeiert wurde, verhängte für Sabbathalter die Todesstrafe, und Norlin hält in seiner schwedischen Kirchengeschichte fest, daß etliche lieber ihr Leben dahingaben als ihre Überzeugung.

Dieser Eifer für den Sabbat hielt nach einem anderen Zeugnis für lange Zeit an. Die Sabbatarier waren in der religiösen Landschaft Europas im siebzehnten Jahrhundert eine mächtige Bewegung. Ihre Erwähnung an dritter und vierter Stelle in etlichen Sektenlisten zeigt, daß die sabbatarischen Wiedertäufer eine starke Gruppe waren.

Auch für Oswald Glait kam seine letzte Missionsreise. 1545 ließ er Frau und Kind in Jamnitz, dem letzten Ort seines Wirkens, an dem er mehr als zehn Jahre gewirkt hatte (man nannte ihn auch Oswald von Jamnitz).

Er ging wieder einmal nach Österreich. In Wien wurde er gefangen genommen. Er verbrachte ein Jahr und sechs Wochen im Gefängnis. Im Herbst 1546 wurde er um Mitternacht wach. Er hörte den lauten, immer näher kommenden Schritt von Soldaten.

Die Zellentür wurde aufgestoßen, Fackellicht fiel herein. Man ergriff ihn, und schweigend wurde er durch die stillen Straßen der Stadt an den Donaustrand geführt. Man band ihm Hände und Füße zusammen und warf ihn in den Fluß. Als die Soldaten seinen Körper auf dem Wasser aufklatschen hörten, wußten sie, daß sie wieder einmal ihre Pflicht getan hatten.

 

Doch sie ahnten nicht, daß diese Sabbatwahrheit, für die Oswald Glait sein Leben ließ, in Österreich, Böhmen und Deutschland noch jahrhundertelang weiterleben, auch England erfassen und von dort nach Amerika kommen würde, von wo aus im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert sie die Herzen von Millionen in der ganzen Welt gewinnen würde.

Im siebzehnten Jahrhundert erregte die Sabbatwahrheit die Aufmerksamkeit der Puritaner Englands, viele begannen, den Sabbat zu heiligen. Dies war der Beginn der Bewegung der Siebenten-Tags-Baptisten.

Unter den ersten waren John und Dorothy Traske. Er war ein eifriger puritanischer Prediger, sie eine gute Lehrerin, die Kindern reicher Eltern das Lesen beibrachte. Beide wurden für ihre Sabbatüberzeugung ins Gefängnis geworfen. Er wurde verurteilt (1617) zu einem drei Kilometer langen Spießrutenlauf und zu drei Jahren Gefängnis.

Am Ende seiner dreijährigen Gefängniszeit gab er den Sabbat auf. Seine Frau jedoch blieb standhaft. Sie blieb der Wahrheit treu, fünfzehn, sechzehn Jahre lang, in ihrem schmutzig schmierigen, von Flöhen und Ratten verseuchten Gefängnis, bis zu ihrem Tod. 1662 gelangte Francis Bampfi eld, ein Prediger der Church of England, ins Gefängnis, weil sein Gewissen ihm verbot, einen Eid zu schwören.

Durch persönliches Bibelstudium wurde er im Gefängnis zum Sabbathalter. Den Rest seiner neunjährigen Strafzeit verbrachte er fast täglich mit Predigen. So gründete er eine Gruppe von Sabbathaltern im Gefängnis!

 

Als er wieder freikam, wurde er bald wieder gefangen genommen. Wieder frei, ging er nach London, wo er dreimal wegen seiner Predigt über den Sabbat ins Gefängnis kam. Schließlich endete sein Leben in der feuchten Kälte des Newgate Gefängnisses.

Ein anderer Sabbathalter, John James, predigte eines Sabbatnachmittags im Herbst 1661, als die Polizei in seine Kirche eindrang und ihn im Namen des Königs Charles II. aufforderte, seine Predigt zu beenden. Er predigte jedoch weiter. Es kam zu einem Tumult.

Er wurde gefangen genommen, und in der Gerichtsverhandlung aufgrund falscher Anschuldigungen als Verräter zum Tod durch Erhängen, Schleifen und Vierteilen verurteilt. Trotz zweier tapferer Gnadengesuche an den König durch seine Frau wurde John James am Hals aufgehängt, heruntergenommen, sein Körper wurde zerfl eischt, man riß ihm das Herz aus dem Leib und warf es ins Feuer, seinen Kopf steckte man vor seiner Kirche auf einen Pfahl – eine grimmige Warnung an jeden, der vielleicht mit dem Gedanken spielte, den siebenten Tag als Sabbat halten zu wollen. Für so manchen frühen Siebenten-Tags-Baptisten war der Sabbat ein Tag, für den es sich lohnte zu sterben.

Doch für Oswald Glait, John James, Barbara de Tiers und die vielen anderen, die ihre Sabbatüberzeugung mit ihrem Blut bezahlten, steht in Offenbarung 14:13: „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an.

Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.“ Nicht alle Sabbathalter wurden im England des siebzehnten Jahrhunderts verfolgt.

 

Da gab es zum Beispiel auch Dr. Peter Chamberlen, den Lieblingsgeburtshelfer der Edelfrauen Englands. Er hielt 32 Jahre lang sicher den Sabbat. Er sprach mehrere Sprachen, empfahl Heiß- und Kaltwasseranwendungen in der Behandlung von Krankheiten und war einfach zu klug und fähig für den Königshof, um verfolgt zu werden.

Stephen Mumford emigrierte 1664 nach Amerika und gründete 1671 in Rhode Island die erste Siebenten-Tags Baptistengemeinde Amerikas. Im frühen achtzehnten Jahrhundert kamen mährische Sabbathalter nach Pennsylvania. Nachdem Nikolaus Graf von Zinzendorf ihnen begegnet war, entschloß er sich, nicht mehr nur den Sonntag, sondern auch den Sabbat zu halten.

 

Es gab auch noch etliche andere Sabbathalter in den amerikanischen Kolonien. 1802 organisierten die Siebenten-Tags-Baptisten ihre Gemeinden in einer Generalkonferenz. Sie hatten ungefähr 1.200 Gemeindeglieder. Sie machten nicht sehr viel Evangelisation, der Sabbat wurde für sie nur zu einem Tag der Besinnung, über den man aber nicht ständig öffentlich sprach.

Und doch kam der 1. November 1843, ein Mittwoch. Dieser Tag war von der Generalkonferenzversammlung der Siebenten-Tags-Baptisten als Tag des Fastens und des Gebets bestimmt worden, „daß Gott der Allmächtige sich erheben und für seinen heiligen Sabbat eintreten würde.“

Dieser Fasten- und Gebetstag wurde von Gott in einer Weise beantwortet, der die kühnsten Träume der Siebenten-Tags-Baptisten übertraf. Im Sommer 1844 hörte Rachel Oakes, eine Siebenten-Tags-Baptistin, eine Predigt des Milleriten Frederick Wheeler. Sein Thema waren die Zehn Gebote. Er verteidigte ihre Verbindlichkeit und forderte die auf die Wiederkunft Jesu Wartenden auf, Gottes Gesetz zu halten.

Am Ausgang beglückwünschte Rachel Oakes den Milleritenprediger zu seiner gelungenen Ansprache, fügte aber hinzu: „Wenn Sie so für Gottes Gesetz eintreten, warum brechen Sie dann jede Woche eines seiner Gebote?“

 

Die folgenden Aussprachen führten dazu, daß Frederick Wheeler den Sabbat annahm, Rachel Oakes ihrerseits aber auch an die nahe bevorstehende Wiederkunft Christi glaubte. Frederick Wheeler, der erste Sabbat haltende Millerit, gab die neue Botschaft auch an seine Gemeinde weiter. Einer seiner Gläubigen, Thomas Preble, schrieb ein Traktat über den Sabbat, das dem Kapitän Joseph Bates in die Hände fiel.

Auch der siebzehnjährige John N. Andrews las es, worauf er bereits den nächsten Sabbat hielt. Joseph Bates machte sich nach der Lektüre des Traktats auf den Weg. Er war eineinhalb Tage zu Fuß unterwegs und kam etwa um 11 Uhr nachts bei Frederick Wheeler an, den er aus dem Bett holte.

Sie studierten die ganze Nacht bis zum Morgen. Am Morgen gingen sie noch zu einer anderen Familie, die auch den Sabbat hielt, dort sprachen sie bis zum Mittag über den Sabbat.

Dann kehrte Bates um. Auf dem Heimweg bewegte er die Sache in seinem Herzen. Was würden die Nachbarn, die Familie sagen? „Was geht es dich an? Folge du mir nach!“ klang es unablässig in seinen Ohren. Als er über die Brücke zwischen New Bedford und seiner Heimatstadt Fairhaven ging, begegnete ihm ein adventistischer Freund. „Na, was gibt’s Neues, Kapitän Bates?“

Bates antwortete: „Neu ist, daß der siebente Tag der Sabbat des Herrn, unseres Gottes ist.“

So wurde James Hall der erste, der mit Joseph Bates bereits den nächsten Sabbat feierte.

 

Bates schrieb auch ein Traktat: Der Siebente-Tags-Sabbat, ein ewiges Zeichen. Dieses Büchlein fand seinen Weg in das Heim von James und Ellen White, die dadurch als junges Ehepaar im Herbst 1846 den Sabbat annahmen.

Durch den Kontakt mit ihnen nahm Joseph Bates den Geist der Weissagung an. Auch das Heiligtum hatte mit dem Sabbat zu tun: Wenn wirklich im himmlischen Heiligtum Gericht gehalten würde, wäre der Maßstab im Gericht nicht das unveränderte Gesetz, wie es in der Bundeslade lag?

So wurde die Lehre vom himmlischen Heiligtum für die vormaligen Milleriten ein starkes Argument für die Verbindlichkeit des Sabbats. Aus diesen geringen Anfängen entstand eine große Bewegung, die bis heute den Sabbat des Herrn weltweit bekannt macht: Über sechs Millionen Siebenten-Tags-Adventisten auf der ganzen Welt sind Gottes Antwort auf das Fasten und Beten vom 1. November 1843.

Das Ziel dieser Endzeitgemeinde ist, Gott und seinem Gesetz die Ehre zu geben, die Menschen zur Entscheidung aufzurufen, Gott beim Wort zu nehmen und nicht an die Stelle seines Gebots ein menschliches Gebot zu setzen. Vielen Menschen war die Wahrheit des Wortes Gottes mehr wert als ihr Leben. Wer hätte das Recht, Gottes Gebote zu ändern?

 

www.shabbat-shalom.de


„Das Ziel dieser Endzeitgemeinde ist, (gemeint sind die STA), Gott und seinem Gesetz die Ehre zu geben,..“

 

Das ist ein Irrtum!

Kein einziger der heutigen STA, hält sich an die 10 Gebote Gottes.

Die heutigen STA, die Siebenten-Tags-Adventisten, gehören zur Hure Babylon, weil sie die unbiblische, satanische Lehre der Dreieinigkeit, in ihr Glaubensbekenntnis aufgenommen haben.

 

Ellen White selber hat schon 1898 über die STA gesagt:

In Manuskript 156, geschrieben im Jahre 1898, sagt Ellen White:

"Die Gemeinde befindet sich im Laodizea-Zustand. Die Anwesenheit Gottes ist nicht in ihrer Mitte."


Wenn Gott nicht mehr eine Gemeinde leitet, kann es nur Satan sein, eine andere Möglichkeit gibt es nicht.


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