Ein Werk der Erneuerung



Der große Kampf

zwischen Licht und Finsternis

Kapitel 26:

Ein Werk der Erneuerung


Die Sabbatreform, die in den letzten Tagen vollbracht werden soll, ist in der Weissagung Jesajas vorhergesagt:

„So spricht der HERR:

Haltet das Recht und tut Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, daß es komme, und meine Gerechtigkeit, daß sie offenbart werde.

Wohl dem Menschen, der solches tut, und dem Menschenkind, der es festhält, daß er den Sabbat halte und nicht entheilige und halte seine Hand, daß er kein Arges tue! ... Und die Fremden, die sich zum HERRN getan haben, daß sie ihm dienen und seinen Namen lieben, auf daß sie seine Knechte seien, ein jeglicher, der den Sabbat hält, daß er ihn nicht entweihe, und meinen Bund festhält, die will ich zu meinem heiligen Berge bringen und will sie erfreuen in meinem Bethause.“ Jesaja 56,1.2.7.


Diese Worte beziehen sich auf das christliche Zeitalter, wie der Zusammenhang zeigt: „Der HERR HERR, der die Verstoßenen aus Israel sammelt, spricht:

Ich will noch mehr zu dem Haufen derer, die versammelt sind, sammeln.“ Jesaja 56,8.



Hier ist das Sammeln der Heiden durch die Verkündigung des Evangeliums vorausgeschaut.

Über die, welche dann den Sabbat ehren, ist ein Segen ausgesprochen.

So erstreckt sich die Verbindlichkeit des vierten Gebotes weit über die Kreuzigung, die Auferstehung und die Himmelfahrt Christi hinaus bis auf die Zeit, da seine Diener allen Völkern die frohe Kunde predigen.


Der HERR befiehlt durch den Propheten Jesaja:

„Binde zu das Zeugnis, versiegle das Gesetz meinen Jüngern.“ Jesaja 8,16.


Das Siegel des Gesetzes Gottes findet sich im vierten Gebot.

Dieses ist das einzige unter allen zehn, das sowohl den Namen als auch den Titel des Gesetzgebers anzeigt.

Es erklärt Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde und rechtfertigt so seinen Anspruch auf Anbetung vor allen andern.

Außer dieser Angabe enthalten die Zehn Gebote nichts, das die Urheberschaft des Gesetzes anzeigt.

Als die päpstliche Macht den Sabbat veränderte, wurde das Gesetz seines Siegels beraubt.

Die Nachfolger Jesu sind berufen, es wiederherzustellen, indem sie den Sabbat des vierten Gebotes in seine rechtmäßige Stellung als Gedächtnistag des Schöpfers und Zeichen seiner Machtfülle erheben.



„Nach dem Gesetz und Zeugnis!“


Während widerstreitende Lehren und Theorien im Überfluß vorhanden sind, ist das Gesetz Gottes die einzige untrügliche Richtschnur, nach der alle Meinungen, Lehren und Theorien geprüft werden sollen.

Darum sagt der Prophet:

„Werden sie das nicht sagen, so werden sie die Morgenröte (d.h. das Licht der Wahrheit) nicht haben.“ Jesaja 8,20.


Ferner wird das Gebot gegeben:

„Rufe getrost, schone nicht, erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk ihr Übertreten und dem Hause Jakob ihre Sünden.“

Nicht die gottlose Welt, sondern die der HERR als „mein Volk“ bezeichnet, sollen wegen ihrer Übertretungen zurechtgewiesen werden.

Es heißt weiterhin:

„Sie suchen mich täglich und wollen meine Wege wissen wie ein Volk, das Gerechtigkeit schon getan und das Recht ihres Gottes nicht verlassen hätte.“ Jesaja 58,1.2.



Hier werden uns Menschen gezeigt, die sich für gerechtfertigt halten und großen Eifer für Gottes Sache an den Tag zu legen scheinen; aber der ernste und feierliche Tadel dessen, der die Herzen erforscht, beweist, daß sie die göttlichen Verordnungen mit Füßen treten.


Der Prophet bezeichnet das unbeachtet gelassene Gebot wie folgt:

„Und soll durch dich gebaut werden, was lange wüst gelegen ist; und wirst Grund legen, der für und für bleibe; und sollst heißen:
Der die Lücken verzäunt und die Wege bessert, daß man da wohnen möge.

So du deinen Fuß von dem Sabbat kehrst, daß du nicht tust, was dir gefällt an meinem heiligen Tage, und den Sabbat eine Lust heißest und den Tag, der dem HERRN heilig ist, ehrest, so du ihn also ehrest, daß du nicht tust deine Wege, noch darin erfunden werde, was dir gefällt, oder leeres Geschwätz: alsdann wirst du Lust haben am HERRN.“ Jesaja 58,12.13.



Diese Weissagung bezieht sich ebenfalls auf unsere Zeit.

Die Lücke kam in das Gesetz Gottes, als Rom den Sabbat veränderte.

Aber die Zeit ist gekommen, da jene göttliche Einrichtung wiederhergestellt werden soll.

Die Lücke soll verzäunt und ein Fundament gelegt werden, das für und für bleibe.

Diesen durch des Schöpfers Ruhe und Segen geheiligten Sabbat feierte Adam in seiner Unschuld im Garten Eden und auch dann noch, als er gefallen, aber reumütig aus seiner glücklichen Heimat vertrieben war.

Alle Patriarchen von Abel bis zu dem gerechten Noah, bis zu Abraham und Jakob hielten den Sabbat.

Als sich das auserwählte Volk in der ägyptischen Knechtschaft befand, verloren viele unter der herrschenden Abgötterei ihre Kenntnis des göttlichen Gesetzes; aber als der HERR Israel erlöst hatte, verkündete er der versammelten Menge in ehrfurchtgebietender Majestät sein Gesetz, damit alle seinen Willen wissen, ihn fürchten und ihm ewig gehorchen möchten.



Von jenem Tage an bis heute ist die Kenntnis des göttlichen Gesetzes auf Erden bewahrt und der Sabbat des vierten Gebots gehalten worden.

Obgleich es dem „Menschen der Sünde“ gelang, Gottes heiligen Tag mit Füßen zu treten, so lebten doch, selbst zur Zeit seiner Oberherrschaft, an geheimen Orten treue Seelen, die den Sabbat ehrten.

Seit der Reformation hat es stets Menschen gegeben, die ihn feierten.

Wenngleich oft unter Schmach und Verfolgung, so wurde doch ununterbrochen Zeugnis abgelegt für die Fortdauer des Gesetzes Gottes und für die feierliche Verpflichtung gegenüber dem Sabbat der Schöpfung.


Diese Wahrheiten, wie sie Offenbarung 14 im Zusammenhang mit dem „ewigen Evangelium“ vor Augen führt, werden die Gemeinde Christi zur Zeit seines Erscheinens kennzeichnen.

Denn als Folge der dreifachen Botschaft wird vorausgesagt:

„Hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesum.“

Und diese Botschaft ist die letzte, die vor der Wiederkunft des Herrn verkündigt werden soll.

Unmittelbar nach ihrer Verkündigung sieht der Prophet des Menschen Sohn in Herrlichkeit kommen, um die Ernte der Erde einzuholen.



Alle, die das Licht über das Heiligtum und die Unveränderlichkeit des göttlichen Gesetzes annahmen, wurden mit Freude und Staunen erfüllt, als sie die Erhabenheit und die Übereinstimmung der Wahrheiten erkannten, die sich ihrem Verständnis erschlossen.

Sie wünschten, daß die Erkenntnis, die ihnen so köstlich schien, allen Christen zuteil würde, und sie glaubten zuversichtlich, daß diese sie mit Freuden annähmen.

Aber Wahrheiten, die sie in Widerspruch mit der Welt brachten, waren vielen angeblichen Nachfolgern Christi nicht willkommen.

Der Gehorsam gegen das vierte Gebot forderte ein Opfer, vor dem die große Masse zurückschreckte.

Als die Ansprüche des Sabbats dargelegt wurden, urteilten viele nach weltlichem Ermessen und sagten:

„Wir haben immer den Sonntag gehalten, unsere Väter hielten ihn, und viele gute und fromme Menschen sind selig gestorben, obgleich sie den Sonntag gefeiert haben.

Die Feier dieses neuen Sabbats wäre entgegen den Gewohnheiten der Welt, und wir würden keinen Einfluß auf sie gewinnen.

Was vermag ein kleines Häuflein, das den siebenten Tag hält, gegen die ganze Welt, die den Sonntag feiert?“



Durch ähnliche Schlußfolgerungen versuchten die Juden, die Verwerfung Christi zu rechtfertigen.

Ihre Väter waren von Gott angenommen worden, als sie die Opfer darbrachten, und warum konnten nicht die Kinder Heil finden, wenn sie den gleichen Weg verfolgten? Genauso beruhigten viele Menschen zur Zeit Luthers ihr Gewissen, daß treue Christen im katholischen Glauben gestorben seien, weshalb diese Religion zur Seligkeit genüge.

Solche Behauptungen ließen sich als ein wirksames Hindernis gegen jeglichen Fortschritt in Glaubensdingen aufstellen.


Viele brachten vor, daß die Sonntagsfeier eine fest gegründete Lehre und ein seit vielen Jahrhunderten weitverbreiteter Brauch der Kirche sei.

Es ließ sich jedoch beweisen, daß der Sabbat und seine Feier weit älter, ja sogar ebenso alt wie die Welt selber ist und die Bestätigung Gottes und der Engel hat.

Als der Erde Grund gelegt wurde, die Morgensterne miteinander sangen und alle Kinder Gottes vor Freude jauchzten, da wurde auch der Grund zum Sabbat gelegt. Hiob 38,6.7; 1.Mose 2,1-3.



Mit Recht erheischt diese Einrichtung unsere Ehrfurcht, wurde sie doch durch keine menschliche Gewalt eingesetzt, auch beruht sie nicht auf menschlichen Überlieferungen; sie wurde von dem „Alten an Tagen“ gegründet und durch sein ewiges Wort geboten.


Als die Aufmerksamkeit des Volkes auf die Erneuerung des Sabbats gelenkt wurde, verdrehten beim Volk beliebte Prediger das Wort Gottes und legten sein Zeugnis so aus, wie man am besten die fragenden Gemüter beruhigen konnte.

Wer die Heilige Schrift nicht selber erforschte, gab sich mit Ansichten zufrieden, die mit seinen Wünschen übereinstimmten.

Gestützt auf Behauptungen, Spitzfindigkeiten, Überlieferungen der Väter und die Autorität der Kirche versuchten viele die Wahrheit zu verwerfen.

Ihre Verteidiger wurden zu ihren Bibeln gelenkt, um die Gültigkeit des vierten Gebotes zu beweisen.

Demütige, allein mit dem Wort Gottes ausgerüstete Männer widerstanden den Angriffen der Gelehrten, die erstaunt und zornig erkannten, daß ihre beredten Spitzfindigkeiten machtlos waren gegenüber der einfachen, offenen Darstellungsweise jener Männer, die mehr in der Schrift als in der Schulweisheit bewandert waren.

In Ermangelung günstiger biblischer Belege machten viele, die vergaßen, daß die gleichen Einwände gegen Christus und seine Jünger vorgebracht worden waren, mit unermüdlicher Beharrlichkeit geltend:

„Warum verstehen unsere Großen diese Sabbatfrage nicht?

Nur wenige glauben ihr.

Es kann nicht sein, daß ihr recht habt und alle Gelehrten der Welt unrecht haben.“



Um solche Beweisgründe zu widerlegen, war es nur erforderlich, die Lehren der Heiligen Schrift anzuführen und darauf zu verweisen, wie der HERR zu allen Zeiten mit seinem Volke verfuhr.

Gott wirkt durch die, welche seine Stimme hören und ihr gehorchen, die nötigenfalls unangenehme Wahrheiten aussprechen und sich nicht fürchten, im Volk verbreitete Sünden zu rügen.

Gott bedient sich nicht oft gelehrter und hochgestellter Männer als Leiter von Reformbestrebungen, weil diese auf ihre Glaubensbekenntnisse, Theorien und theologischen Lehrgebäude vertrauen und nicht das Bedürfnis fühlen, von Gott gelehrt zu werden.

Nur wer mit der Quelle der Weisheit verbunden ist, kann die Schrift verstehen oder auslegen.
Manchmal werden Männer von nur geringer Schulbildung berufen, die Wahrheit zu verkündigen, nicht etwa weil sie ungelehrt, sondern weil sie nicht zu dünkelhaft sind, um sich von Gott belehren zu lassen.

Sie lernen in der Schule Christi, und ihre Demut und ihr Gehorsam machen sie groß. Indem Gott ihnen die Kenntnis seiner Wahrheit anvertraut, erweist er ihnen eine Ehre, der gegenüber irdische Ehren und menschliche Größe in Nichts versinken.



Die Mehrzahl der Adventisten verwarf die Wahrheiten hinsichtlich des Heiligtums und des göttlichen Gesetzes; viele ließen auch ihr Vertrauen auf die Adventbewegung fahren und nahmen irrige und sich widersprechende Ansichten über die Weissagungen an, die sich auf dieses Werk bezogen.

Einige verfielen in den Irrtum, wiederholt eine bestimmte Zeit für die Wiederkunft Christi festzusetzen.

Das Licht, das jetzt die Heiligtumswahrheit erhellt, hätte ihnen gezeigt, daß kein prophetischer Zeitabschnitt bis zur Wiederkunft reicht und daß die genaue Zeit dieses Ereignisses nicht vorausgesagt ist.

Indem sie sich vom Lichte abwandten, setzten sie weiterhin die Zeit fest, wann der Herr kommen sollte, und wurden eben so oft enttäuscht.

Als die Gemeinde zu Thessalonich irrige Ansichten über die Wiederkunft Christi annahm, gab der Apostel Paulus ihnen den Rat, ihre Hoffnungen und Erwartungen sorgfältig nach dem Worte Gottes zu prüfen.

Er verwies sie auf die Weissagungen, welche die Ereignisse offenbarten, die vor der Wiederkunft Christi stattfinden sollten, und zeigte, daß sie keinerlei Ursache hatten, den Heiland in ihren Tagen zu erwarten.

„Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise!“ (2.Thessalonicher 2,3) lauteten seine warnenden Worte.



Hegten sie aber Erwartungen, wozu die Schrift nicht berechtigt, so würden sie zu falscher Handlungsweise angeleitet werden, und Enttäuschung würde sie dem Spott der Ungläubigen aussetzen.

Sie liefen Gefahr, entmutigt zu werden und in die Versuchung zu fallen, die für ihr Seelenheil wesentlichen Wahrheiten zu bezweifeln.

Die Mahnung des Apostels an die Thessalonicher enthält eine wichtige Lehre für die, welche in den letzten Tagen leben.



Viele Adventisten glauben, nicht eifrig und fleißig im Werke der Vorbereitung sein zu können, wenn sie ihren Glauben nicht auf eine im voraus bestimmte Zeit der Wiederkunft des Herrn richten.

Wenn aber ihre Hoffnung immer wieder erregt wird, nur damit sie wieder vernichtet werde, dann erfährt ihr Glaube dadurch eine solche Erschütterung, daß es für sie beinahe unmöglich ist, von den großen Wahrheiten der Weissagung beeindruckt zu sein.



Die Verkündigung einer bestimmten Zeit für das Gericht durch die Verbreitung der ersten Engelsbotschaft geschah auf Gottes Befehl.

Die Berechnung der prophetischen Zeitangaben, die die Grundlage jener Botschaft war und den Ablauf der zweitausenddreihundert Tage für den Herbst des Jahres 1844 festlegte, steht unbestritten da.

Wiederholte Versuche, neue Daten für den Anfang und das Ende der prophetischen Zeitangaben zu finden, und unbegründete Behauptungen, die notwendig sind, um den neu eingenommenen Standpunkt zu verteidigen, lenken die Gedanken nicht nur von der gegenwärtigen Wahrheit ab, sondern häufen auch Verachtung auf jeglichen Versuch, die Weissagungen zu erklären.

Je häufiger eine bestimmte Zeit für die Wiederkunft festgesetzt und je weiter sie verbreitet wird, desto besser paßt es in die Absichten Satans.

Ist dann diese Zeit ergebnislos verstrichen, so bringt er Spott und Hohn über die Vertreter solcher Ansichten und häuft dadurch Schmach auf die große Adventbewegung von 1843 und 1844.

Die in diesem Irrtum beharren, werden schließlich eine zu weit in die Zukunft hinausgerückte Zeit für die Wiederkunft Christi festsetzen.

Sie werden sich in falscher Sicherheit wiegen, und viele werden erst Aufklärung finden, wenn es zu spät ist.



Die Geschichte Israels vor alters ist eine treffliche Veranschaulichung der vergangenen Erfahrung der Adventisten.

Gott leitete sein Volk in der Adventbewegung, gleichwie er die Kinder Israel bei ihrem Auszug aus Ägypten führte.

Durch die große Enttäuschung wurde ihr Glaube geprüft, wie der der Hebräer am Roten Meer.

Hätten sie immer der leitenden Hand vertraut, die in ihrer vergangenen Erfahrung mit ihnen gewesen war, so würden sie das Heil Gottes gesehen haben.

Wenn alle, die in der Bewegung des Jahres 1844 vereint arbeiteten, die dritte Engelsbotschaft angenommen und sie in der Kraft des heiligen Geistes verkündigt hätten, so würde der HERR mächtig durch ihre Bemühungen gewirkt haben.

Eine Flut von Licht hätte sich über die Welt ergossen, die Bewohner der Erde wären schon vor Jahren gewarnt, das Schlußwerk vollendet worden, und Christus wäre zur Erlösung seines Volkes gekommen.


Es lag nicht im Willen Gottes, daß Israel vierzig Jahre in der Wüste umherziehen sollte; er wollte es unmittelbar ins Land Kanaan führen und es dort als ein heiliges und glückliches Volk ansiedeln.

Aber „wir sehen, daß sie nicht haben können hineinkommen um des Unglaubens willen“. Hebräer 3,19.



Infolge ihres beständigen Abfalls kamen sie in der Wüste um, und es wurden andere erweckt, um in das Gelobte Land einzuziehen.

Ebenso war es nicht der Wille Gottes, daß die Wiederkunft Christi so lange verziehen und sein Volk so viele Jahre in dieser sünden- und sorgenbeladenen Welt verweilen sollte.

Aber der Unglaube trennte die Menschen von Gott.

Als sie sich weigerten, die Aufgabe zu erfüllen, die er ihnen angewiesen hatte, wurden andere berufen, die Botschaft zu verkündigen.

Aus Barmherzigkeit gegen die Welt verzögert Christus sein Kommen, damit den Sündern Gelegenheit geboten werde, die Warnung zu vernehmen und in ihm Zuflucht zu finden vor dem Zorn Gottes, der ausgegossen werden soll.


Heute wie damals erregt die Verkündigung einer Wahrheit Widerstand, die die Sünden und Irrtümer der Zeit rügt.

„Wer Arges tut, der haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, auf daß seine Werke nicht gestraft werden.“ Johannes 3,20.



Wenn Menschen sehen, daß sie ihre Auffassung nicht durch die Heilige Schrift begründen können, entschließen sich viele, ihren Standpunkt um jeden Preis zu verteidigen, und greifen mit boshaftem Geist den Charakter und die Beweggründe derer an, die die unbeliebten Wahrheiten verteidigen.

Diese Handlungsweise ist in allen Zeiten verfolgt worden.

Elia wurde angeschuldigt, daß er Israel verwirrte, Jeremia, daß er es verriete, Paulus, daß er den Tempel schändete.

Von jener Zeit bis auf den heutigen Tag sind die, welche der Wahrheit treu bleiben wollten, als Empörer, Ketzer und Abtrünnige gebrandmarkt worden.

Die vielen, die zu ungläubig sind, das feste prophetische Wort anzunehmen, werden mit einer Leichtgläubigkeit, die keinen Zweifel zuläßt, den Anklagen gegen diejenigen Glauben schenken, die es wagen, volkstümliche Sünden zu rügen.

Dieser Geist wird beständig zunehmen.
Die Bibel lehrt deutlich, daß eine Zeit naht, in der die staatlichen Gesetze derart mit den göttlichen Gesetzen in Widerspruch geraten, daß jeder, der alle göttlichen Vorschriften halten will, Schmach und Strafe wie ein Übeltäter herausfordern muß.



Was ist angesichts dieser Aussichten die Pflicht des Boten der Wahrheit?

Soll er annehmen, daß die Wahrheit nicht vorgetragen werden darf, da ihre einzige Wirkung oft nur darin besteht, daß die Menschen aufgestachelt werden, ihren Forderungen auszuweichen oder ihnen zu widerstehen?

Nein; er hat nicht mehr Ursache, das Zeugnis des Wortes Gottes zurückzuhalten, weil es Widerstand erweckt, als früher die Reformatoren.

Das Bekenntnis des Glaubens, das Heilige und Märtyrer ablegten, wurde zum Nutzen der nachfolgenden Geschlechter berichtet.

Diese lebendigen Beispiele der Heiligkeit und unverwandten Aufrichtigkeit sind uns erhalten worden, damit alle, die jetzt als Zeugen für den HERRN berufen sind, gestärkt werden können.

Sie empfingen Gnade und Wahrheit nicht für sich allein, sondern damit durch sie die Erde von der Erkenntnis Gottes erleuchtet würde.

Hat Gott seinen Dienern in diesem Geschlecht Licht gegeben?

Dann sollen sie es vor der Welt leuchten lassen.


Vor alters erklärte der HERR einem, der in seinem Namen redete:

„Das Haus Israel will dich nicht hören, denn sie wollen mich selbst nicht hören.“ Dennoch sollst du „ihnen meine Worte sagen, sie gehorchen oder lassen‘s“. Hesekiel 3,7; Hesekiel 2,7.


An den Diener Gottes heute ergeht der Auftrag: „Rufe getrost, schone nicht, erhebe deine Stimme wie eine Posaune und verkündige meinem Volk ihr Übertreten und dem Hause Jakob ihre Sünden.“ Jesaja 58,1.



Soweit die Gelegenheiten reichen, steht jeder, der das Licht der Wahrheit erhalten hat, unter der gleichen ernsten und furchtbaren Verantwortung wie der Prophet Israels, dem das Wort des HERRN galt:

„Du Menschenkind, ich habe dich zu einem Wächter gesetzt über das Haus Israel, wenn du etwas aus meinem Munde hörst, daß du sie von meinetwegen warnen sollst. Wenn ich nun zu dem Gottlosen sage:

Du Gottloser mußt des Todes sterben! und du sagst ihm solches nicht, daß sich der Gottlose warnen lasse vor seinem Wesen, so wird wohl der Gottlose um seines gottlosen Wesens willen sterben; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern. Warnest du aber den Gottlosen vor seinem Wesen, daß er sich davon bekehre, und er will sich nicht von seinem Wesen bekehren, so wird er um seiner Sünde willen sterben, und du hast deine Seele errettet.“ Hesekiel 33,7-9.



Was die Annahme und Verbreitung der Wahrheit am meisten hindert, ist die Tatsache, daß sie Unannehmlichkeiten und Vorwürfe mit sich bringt.

Dies ist das einzige Argument, das ihre Verteidiger nie zu widerlegen vermochten. Das aber kann die wahren Nachfolger Christi nicht abschrecken.

Sie warten nicht darauf, bis die Wahrheit volkstümlich ist.

Von ihrer Pflicht überzeugt, nehmen sie mit Vorbedacht das Kreuz an und sind mit dem Apostel Paulus überzeugt, daß „unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit“ (2.Korinther 4,17), und halten gleich den Alten „die Schmach Christi für größern Reichtum denn die Schätze Ägyptens“. Hebräer 11,26.



Nur solche, die von Herzen der Welt dienen, werden, was auch immer ihr Bekenntnis sein mag, in religiösen Dingen mehr aus Weltklugheit als nach echten Grundsätzen handeln.

Wir sollten das Rechte wählen, weil es das Rechte ist, und die Folgen Gott anheimstellen.

Grundsatztreuen, glaubensstarken und mutigen Männern hat die Welt ihre großen Reformen zu danken.

Von ebenso gesinnten Männern muß das Werk der Erneuerung in unserer Zeit weitergeführt werden.


So spricht der HERR:

„Höret mir zu, die ihr die Gerechtigkeit kennt, du Volk, in dessen Herzen mein Gesetz ist!

Fürchtet euch nicht, wenn euch die Leute schmähen; und wenn sie euch lästern, verzaget nicht!

Denn die Motten werden sie fressen wie ein Kleid, und Würmer werden sie fressen wie wollenes Tuch; aber meine Gerechtigkeit bleibt ewiglich und mein Heil für und für.“ Jesaja 51,7.8.


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Der große Kampf

zwischen Licht und Finsternis

Kapitel 26:

Ein Werk der Erneuerung

 

Ellen G. White – Eine Prophetin Gottes

Bücher von Ellen Gould White als PDF

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